Das Wichtigste in Kürze
  • Das Malen mit Acrylfarben ist eine sehr beliebte Alternative zu jenem mit Öl oder Aquarell und es hat auch einige Vorteile. Acryl kann quasi unbegrenzt dick auf jede feste und fettfreie Grundfläche aufgetragen werden.
  • Ein Acrylfarben-Set gibt es mit Tuben oder Döschen in verschiedenen Farben und in sehr unterschiedlicher Anzahl zu kaufen. Manche Sets kommen mit einem Koffer und einer ganzen Palette von Zubehör.
  • Achten Sie insbesondere auch auf die richtige Pflege Ihrer Pinsel. Gerade Acrylfarben trocknen – im Vergleich zu Ölfarben – außergewöhnlich schnell.

acrylfarben test

Wer sich schon immer einmal künstlerisch ausprobieren wollte, sollte nicht länger zögern und sich am Malen mit Arcylfarben versuchen. Ob auf einer klassischen Leinwand, Kunststoff, Holz, Keramik oder Textilien: Der eigenen Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Jeder Hobby-Künstler hat ganz eigene Vorlieben und während manche am liebsten ihre gesamte Schuhsammlung mit galaktischen Mustern verschönern, versuchen sich andere auf großen Flächen wie Steinplatten und auch dem eigenen Auto oder Fahrrad.

In unserem großen Acrylfarben-Vergleich 2020 haben wie die Produkte der beliebtesten Anbieter genauer unter die Lupe genommen. Darüber hinaus bieten wir Ihnen einige wertvolle Tipps für den Kauf der für Sie besten Acrylfarben sowie zusätzlich Ratschläge zur richtigen Pflege Ihrer Malutensilien. Wir empfehlen Ihnen zudem einen Blick auf Vergleiche zu ähnlichen Themen:

1. Was macht Acrylfarben besonders und welche Maltechniken gibt es?

acrylfarben-beispiel

Achten Sie darauf, dass Ihr Acrylbild auch während des Malens bereits schnell trocknet.

Acrylfarben zählen zu den beliebtesten Farbmitteln. Sie sind üblicherweise mit Wasser verdünnbar und härten im Anschluss zu einer wasserfesten Beschichtung aus. Das Besondere an diesen Malfarben ist ihre Herkunft – ursprünglich wurden sie nämlich zu industriellen Zwecken entwickelt (mehr Informationen zur Geschichte folgen im nächsten Kapitel dieses Ratgebers) und erst später derart weiterentwickelt, dass sie Einzug in die Kunst halten konnten.

Bei der Acrylmalerei kommen unterschiedliche Maltechniken zum Einsatz und die wichtigsten haben wir für Sie in der folgenden Tabelle einmal übersichtlich zusammengefasst:

Maltechnik Beschreibung
Alla-Prima-Technik

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Die auch als Primamalerei bekannte Alla-Prima-Technik wird auch als direkte Malerei bezeichnet. Prinzipiell bedeutet sie, dass man ein Bild möglichst zügig und spontan in einer Sitzung zu Ende führt und dabei bestenfalls in der Lage ist, sämtliche Bildelemente zu bedenken und zu integrieren. Neben der Größe, Form und Position dieser gehören auch Licht, Schatten und die Modellierung.
Lasurmalerei

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Bei der Lasur- oder Schichtenmalerei (auch als transparente Malerei bekannt) arbeitet man mit stark verdünnten Acrylfarben. Durch das Übereinanderlegen einzelner Farbschichten schimmern die jeweils drunter liegenden Farbschichten hindurch und es kommt zu einer Vermischung des Gesamtbildes. Wichtig: Bei der Lasurtechnik wird prinzipiell immer vom Hellen zum Dunkeln gemalt.
Granuliertechnik

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Bei dieser Technik spielt der Malgrund eine besondere Rolle. Bestimmten Pasten, Gelen, pastosen Acrylfarben und so genannten Granulierfarben wird dabei Sand beigemischt. Dadurch wird erreicht, dass die Acrylfarben nur an bestimmten Stellen des Malgrunds haften bleiben und zugleich durchbrochen wirkende Pinselstriche entstehen.
Airbrush

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Wörtlich übersetzt bedeutet der Begriff etwa „Luftbürste“ oder „Luftpinsel“ und prinzipiell ist dies auch schon Teil der Erklärung dieser Technik. Acrylfarbe wird hierbei mit Hilfe von Druckluft durch die Düsen einer Spritzpistole auf den Malgrund gesprüht. Wichtig ist hier, die Farben entsprechend stark mit Wasser zu verdünnen. Am besten geeignet ist in etwa die Konsistenz von Kondensmilch.

Acrylfarben bestehen – wie auch andere Malfarben – aus drei Hauptbestandteilen:

  • Pigmente: Organische, anorganische und Effektpigmente.
  • Bindemittel: Diese dienen als Verbindung der Pigmentartikel untereinander sowie mit dem Maluntergrund. Acrylbindemittel bestehen dabei aus Kunstharzteilchen, die sich in hoher Konzentration im Lösungsmittel (zumeist Wasser) befinden.
  • Lösungsmittel: Hier sind die Bindemittel gelöst und ihr Verdunsten führt zur Aushärtung. Die Farbmasse verliert dabei üblicherweise etwas an Volumen.

2. Geschichte der Acrylfarben: Wie sind diese entstanden?

Hätten Sie’s gewusst?

Der Konzern mit dem Namen BASF ist wohl den meisten bekannt – aber wofür steht das Buchstabenkürzel eigentlich? Die Lösung: „Badische Anilin- und Soda-Fabrik“. Nach Umsatz gilt die 1865 gegründete BASF übrigens als weltweit größter Konzern seines Metiers, bei dem 112.000 Mitarbeiter in mehr als 80 Ländern beschäftigt sind. Der Hauptsitz befindet sich in Ludwigshafen am Rhein.

1930 meldete das U.S.-amerikanische Chemieunternehmen Röhm & Haas ein Patent unter dem Namen Plextol an, auf dessen Grundlage der deutsche Chemiekonzern BASF 1934 bereits eine gebrauchsfertige Anstrichfarbe (auch Dispersionsfarbe genannt) fertigte: Acrylharzdispersion.

Erstmals Ende der 1940er Jahre wurden in den Vereinigten Staaten und ab den 1960er Jahren dann in Europa Künstlerfarben produziert, die nicht nur der Industrie oder dem Handwerk zugute kamen, sondern auch der Malerei.

Acryllack hat grundlegend einen milchig-weißen Farbton, der durch das Trocknen transparent wird, wodurch getrocknete Acrylfarben marginal dunkler wirken. Acryl gilt als Alternative oder auch als Ergänzung zur Ölfarbe und die meisten üblichen Maltechniken können mit ihr angewendet werden.

3. Welche anderen Künstlerfarben gibt es?

Es folgt eine Übersicht über die wichtigsten anderen Künstlermalfarben, bevor weiter unten die Vor- und Nachteile von Acrylfarben gegenüber Ölfarben direkt gegenübergestellt werden.

Malfarbe Beschreibung
Ölfarbe

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Die Grundlage von Ölfarben bilden – und das ist keine Überraschung – ausgehärtete Öle. Dazu gehören farbgebende Beschichtungsstoffe, deren Bindemittel aus einem oxidativen Öl besteht, zumeist Leinöl.

Die Zähigkeit von Ölfarben liegt etwas höher als bei gewöhnlicher Zahnpasta, kann aber variieren und wird auf den Tuben durch Sterne (Lichtechtheit) oder weiße wie schwarze Quadrate (Deckkraft) visuell dargestellt. Viele Künstler mischen ihre Ölfarben allerdings lieber selbst an, wodurch sie direkten Einfluss etwa auf die Deckkraft nehmen.

Ölfarbe härtet deutlich langsamer aus als Acryl- und Gouache-Farben – je nach Technik und Dicke der Farbschicht einige Tage oder auch mehrere Wochen. Als gebräuchlichstes Verdünnungsmittel für Ölfarben gilt Terpentinöl. Als Malgrund werden zumeist eine Leinwand oder Holz gewählt; bei anderem Malgrund würden Ölfarben zu leicht abblättern.

Aquarellfarbe

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Aquarell- oder Wasserfarbe besteht aus sehr feinen Farbpigmenten, wasserlöslichen Bindemitteln sowie Netz- und Feuchthaltemitteln. Die Farben werden mit Wasser verdünnt und mit Pinseln entweder auf Papier, Pergament oder vergleichbare Materialen aufgetragen.

Im Unterschied zu Tempera und Gouache-Farben schimmert der Malgrund bei einem Aquarell durch die Farben hindurch. Farbmischungen kommen durch das Auftragen einer Farbschicht auf die jeweils untere zustande; Weiß entsteht üblicherweise an den Stellen, die nicht bemalt werden und somit der Malgrund die Farbe bildet.

Gouache

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Der Begriff Gouache stammt aus dem Französischen bzw. Italienischen (guazzo) und bedeutet soviel wie „Lache“. Hierbei handelt es sich um ein wasserlösliches Farbmittel aus groben Pigmenten unter Zusatz von Kreide mit dem Bindemittel Gummiarabikum. Diese Malfarbe wird sowohl für deckende als auch für lasierende Techniken verwendet, womit sie Eigenschaften der Aquarellfarbe (lasierend) sowie der Ölfarbe (pastos) kombiniert.

Tempera

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Der Begriff „Tempera“ stammt aus dem Lateinischen (von temperare: „mischen“). Die Pigmente dieser Malfarbe werden mit einem Bindemittel aus einer Wasser-Öl-Emulsion gebunden, bei der ggf. auch Leime enthalten sein können.

Zu den größten Vorteilen der Temperamalerei zählen die Alterungsbeständigkeit sowie die langsame Trocknung. Risse, die bei Ölfarben leicht auftreten, sind bei Temperamalereien sehr selten.

 

Es folgen die Vorzüge und Nachteile von Acrylfarben im Vergleich zu Ölfarben:

  • können fast unbegrenzt dick aufgetragen werden
  • halten auf jedem festen und fettfreien Untergrund
  • benötigen keine Grundierung
  • relativ geruchsneutral
  • trocknen wasserfest, säure- und alkalibeständig auf
  • Farbvolumen verringert sich beim Trocknen
  • finale Farbtöne teilweise schwer vorherzusehen (Acryl trocknet dunkler auf)
  • Lasuren lassen wenig Tiefenlicht durch

4. Kaufkriterien für Acrylfarben: Worauf sollte man achten?

Die folgende Kaufberatung verrät Ihnen, worauf Sie bei Ihrem persönlichen Acrylfarben-Testsieger genau achten sollten. Acrylfarben kaufen können Sie selbstverständlich sowohl online als auch in einem entsprechenden Fachgeschäft – die Variation und Auswahl sind allerdings im Internet mittlerweile erstaunlich groß.

4.1. Anzahl und Größe der Tuben bzw. Döschen

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Tuben gehören zu den häufigsten Aufbewahrungsmitteln von Acrylfarbe.

Acrylfarben werden üblicherweise in kleinen Tuben, manchmal auch in Döschen verkauft. Bei Letzteren wird jedoch oft bemängelt, dass diese sich nicht nur sehr umständlich öffnen lassen, sondern dabei sogar noch Farbe verloren geht. Da die Öffnung naturgemäß größer bei einem Döschen als bei einer Tube ist, tendiert Acrylfarbe hier dazu, schneller auszutrocknen.

Die meisten Acrylfarben-Sets kommen mit etwa 12 bis 18 Farbtuben aus; der Inhalt der jeweiligen Tuben allerdings variiert stark – relativ kleine Tuben (ca. 12 ml) sind ebenso häufig anzutreffen wie große (ab ca. 75 ml). Achten Sie auf eine große Farbauswahl mit tendenziell eher helleren Tönen, da diese bei fertigen Acrylgemälden tendenziell dunkler erscheinen.

4.2. Zubehör

Einige Acrylfarben-Sets haben mehr aufzuweisen als lediglich Tuben oder Döschen, sondern beinhalten auch Pinsel und werden zugleich in einem großen Koffer geliefert, in dem zugleich genug Platz für weiteres Zubehör ist.

Tipp: Einige Farbsets beinhalten neben den Farbtuben auch viel praktisches Zubehör wie bspw. eine Gliederpuppe, Kreide, Buntstifte, einen Spachtel und Anspitzer. Erwarten Sie hier von diesen Features allerdings keine Wunder, denn zuweilen wird hier mehr Wert auf Quantität denn auf Qualität gelegt.

Das folgende Video gewährt einen guten Einblick in das Malen mit fließenden Acrylfarben:

5. Was sind die besten Pflege- und Reinigungstipps für Pinsel?

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Haarrundpinsel und Borstenflachpinsel sind für viele Maltechniken verwendbar.

Neben den richtigen Farben benötigen Sie natürlich auch die entsprechenden Malwerkzeuge, um Ihre „Karriere“ als Hobby-Künstler beginnen zu können. Ihre Pinsel können Sie dabei eine lange Zeit begleiten – Voraussetzung ist allerdings, dass Sie diese auch richtig pflegen. Folgende wichtige Grundsätze gilt es dabei zu beachten:

  • Solange Acrylfarben (und andere wasserlösliche Farben) noch nass sind, können diese problemlos mit Wasser ausgewaschen werden.
  • Sobald die Acrylfarbe allerdings getrocknet ist, wird der Einsatz von Spezialreinigern notwendig, um die Farbe auch tatsächlich aus den Pinseln zu bekommen.
  • Benutzen Sie keine entfettenden Seifen, da vor allem Naturhaare beim Pinsel leicht brechen können, sollte der schützende Fettbelag fehlen.
  • Reiben Sie den betroffenen Pinsel beim Auswaschen gut durch, damit auch wirklich alle Farbreste verschwinden – zumeist sind diese nicht auf den ersten Blick erkennbar.
  • Nach dem Durchreiben müssen Sie den Pinsel natürlich wieder in Urform bringen. Nutzen Sie dafür einen möglichst feinen, trockenen Lappen.

Wichtig: Lassen Sie Ihre Pinsel niemals auf einer Heizung liegen, denn dadurch werden die Haare porös. Achten sie zudem darauf, mit einem Pinsel immer die gleiche Technik anzuwenden sowie die gleichen Farben zu nutzen und nicht etwa wild zwischen Aquarell, Öl und Acryl zu wechseln.

6. Fragen und Antworten rund um das Thema Acrylfarben

6.1. Was sind die beliebtesten Hersteller und Marken von Acrylfarben?

  • Schmincke
  • Reeves
  • Primacryl
  • Glorex
  • C. Kreul
  • Royal & Langnickel
  • Schipper
  • Rayher
  • Nerchau
  • Ravensburger
  • Noris
  • Pébéo
  • Rico Design
  • Mammut
  • Marabu
  • Lefranc & Bourgeois
  • Faber
  • Artina
  • Goya
  • Magi
  • Kreul
  • Quay

6.2. Gibt es bereits einen Acrylfarben-Test der Stiftung Warentest?

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Leinwände mit den passenden Rahmen gibt es in den verschiedensten Formaten.

Leider hat sich die Stiftung bisher nicht mit einem Acrylfarben-Test beschäftigt. Ganz generell steht Künstlerbedarf (noch) nicht weit oben auf der Agenda der Verbraucherplattform.

6.3. Welcher Maluntergrund eignet sich am besten für die Acrylmalerei?

Gerade für das Malen mit Acrylfarben kann quasi jeder saugfähige Untergrund verwendet werden — immer vorausgesetzt, dass er sauber und fettfrei ist. Zu den gängigsten Typen von Untergründen zählen hierbei Leinwände, Holz- und Spanplatten, Papier und Pappe, Metall, Glas und auch Gips.

Wichtig ist zudem die Grundierung für die Acrylmalerei und zu den preiswertesten gehört dabei die Kreidegrundierung. Wichtig ist dies, um sogenannte „offene Poren“ im Stoff besser abzusichern.

Tipp: Mitunter können Sie viel Geld für teure Landwände und Keilrahmen sparen, wenn Sie preisgünstige Bilder in großen Warenhäusern wie IKEA erwerben und im Anschluss die Rückseite eines (möglicherweise ohnehin nicht sehr ansprechenden) Gemäldes mit eigenen Farben bemalen.

6.4. Ist es möglich, mir das Malen mit Acrylfarben online selbst beizubringen?

Nicht wenige angehende Künstler oder schlicht jene der Kategorie Hobbymaler leben weit entfernt von der nächsten Kunsthochschule, weswegen sich ein Online-Kurs zum Malen mit Acryl durchaus lohnen kann. Empfehlenswert hierbei ist bspw. die Seite www.kunstkurs-online.de.