Das Wichtigste in Kürze
  • Aquarellfarben sind nicht komplett deckende Farben, die mit Wasser angelöst werden. Sie sind besonders für Anfänger einfach im Umgang und bereits für wenig Geld zu haben.
  • Es gibt Aquarellfarben abgefüllt in Tuben und in Näpfen. Letztere sind dabei in der Regel in einem Aquarellkasten zu finden, in dem häufig ein Pinsel sowie eine Mischpalette enthalten sind.
  • Achten Sie bei der Farbauswahl vor allem darauf, dass die drei Grundfarben Rot, Blau und Gelb vorhanden sind. Aus denen können alle anderen Farben gemischt werden. Außerdem sollten sich die enthaltenen Töne nicht zu sehr ähneln.

aquarellfarben mischen
Für viele Menschen ist Malen ein meditatives Hobby, bei dem sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen können und die Möglichkeit haben, ihr Innerstes nach außen zu kehren. Laut einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach (IfD) geben immerhin rund 23 Millionen Deutsche an, manchmal oder häufig zu malen oder zu zeichnen.

Mit der Aquarellmalerei lassen sich dabei ganz eigene Techniken und Effekte erzielen. Dabei sind Aquarellfarben bestens für Anfänger geeignet: Sie sind zu einem günstigen Preis erhältlich, lassen sich leicht miteinander mischen und trocknen nach dem Malen schnell durch.

Erfahren Sie in unserer Kaufberatung, worauf Sie hinsichtlich der Farbauswahl achten sollten und was den Unterschied zwischen qualitativen und minderwertigen Farben ausmacht. Außerdem verraten wir Ihnen, wie Ihre mit Aquarellfarben gemalten Bilder besonders lange farbenfroh leuchten. Finden Sie jetzt in unserem Aquarellfarben-Vergleich 2020 das Produkt, mit dem Sie Ihre nächsten Kunstwerke erschaffen wollen.

1. Was sind Aquarellfarben eigentlich?

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Die Aquarellmalerei ist äußerst populär. Es gibt sie in der Form bereits seit dem 9. Jahrhundert. Zu wichtigen Vertretern in der Kunst gehören Albrecht Dürer, Rembrandt und William Turner.

Aquarellfarben bestehen im Groben aus Pigmenten und einem Bindemittel, wie Gummi arabicum.

Wie der Wortteil „Aqua“ (Latein für Wasser) bereits vermuten lässt, werden Aquarellfarben mit Wasser aktiviert, beziehungsweise angelöst.

Beim Auftrag auf ein Material, in der Regel Papier, deckt die Farbe nicht komplett. Der Hintergrund schimmert häufig ein wenig durch.

Die künstlerische Technik der Aquarellmalerei existiert bereits seit einigen Jahrhunderten und gilt als gemeinhin sehr beliebt.

2. Welche Aquarellfarben-Typen gibt es?

Die verschiedenen Aquarellfarb-Typen unterscheiden sich vor allem in der Art ihrer Darreichung. So sind flüssige Aquarellfarben in Tuben erhältlich, im festen Zustand hingegen in kleinen Plastikbehältern, die Näpfe oder Näpfchen genannt werden.

aquarellfarben selber herstellenUm die Näpfe beim Transport oder Malen zusammenhalten zu können, kommen sie häufig in Sets in Form eines Aquarellkastens, in denen sie eingefasst sind.

Näpfchen werden außerdem in halbe und ganze Näpfchen eingeteilt, die jeweils einer genormten Größe unterliegen. Produkte aus dem Ausland, wie russische oder japanische Aquarellfarben, richten sich häufig nicht nach dieser Norm.

Aquarellfarben in fester Form in Näpfchen Farben in pastös-flüssiger Form in Tuben
aquarellfarbe im näpfchen aquarellfarbe in der tube
praktisch für unterwegs und auf Reisen

keine Mischplatte zur Benutzung nötig

x schwere Farbaufnahme mit großen Pinseln

x einzelne Aquarellfarben nicht immer ersetzbar

x erhöhter Reinigungsaufwand, damit Farben sich nicht vermischen

x eher nicht für unterwegs geeignet

x Mischpalette zur Benutzung nötig

leichte Farbaufnahme auch bei großen Pinseln

Ersetzung einzelner Aquarellfarben möglich

x erhöhter Reinigungsaufwand nötig, damit Tuben nicht verschließen

Einen Aquarell-Effekt kann man auch mit Aquarellfarbstiften erhalten. Diese scheinen zunächst einfach Buntstifte zu sein. Doch zeichnen Sie ein Bild damit und gehen mit einem nassen Pinsel darüber, lösen sich die Farben und lassen sich zu einem Aquarellbild machen.

Die Aquarellfarben als Stifte sind meist im Set von 12 oder 24 Farben erhältlich, in dem sich außerdem häufig gleich ein Pinsel befindet.

aquarellfarben anfänger

3. Kaufkriterien: Was zeichnet gute Aquarellfarben aus?

3.1. Diese Farben brauchen Sie

Entscheidend für den Erfolg

Die besten Ergebnisse erhalten Sie in Ihrer Kunst, wenn Sie bei der Aquarellmalerei neben qualitativ hochwertigen Farben ebenfalls zu Aquarellpapier greifen.

Das hat spezielle Eigenschaften, die auf die Wassermaltechnik bestens zugeschnitten sind. Zum einen ist es dick genug, um sich nicht durch den Einfluss des Wassers stark zu wellen.

aquarellfarben einzeln tippsZum anderen ist es mit einer Textur versehen. Unterschiede gibt es dabei von sehr fein bis sehr grob. Dadurch ist die Oberfläche nicht zu glatt, sodass die Wasserfarben nicht herumrutschen kann.

wasserfarben unterschied aquarellfarben blauGrundsätzlich sollte bei einem Aquarellfarben-Testsieger je ein Ton der Farben Blau, Rot und Gelb vorhanden sein. Aus diesen Grundfarben lassen sich die anderen Farben selbst nach Belieben mischen.

Wenn sogar mehrere Töne dieser Grundfarben dabei sind, sollten sich diese nicht zu sehr ähneln. Besondere Schmankerl in einem Aquarellfarbkasten sind Metallic-Töne wie Gold oder Silber. Doch auch Neonfarben in Grün oder Pink haben manche Produkte in petto.

Die Geister scheiden sich jedoch, was das Vorhandensein von Schwarz und Weiß angeht. Manche Aquarellmaler sind demnach der Ansicht, dass sich Schwarz mit den entsprechenden Kenntnissen selbst aus verschiedenen dunklen Aquarellfarben mischen lasse und in einem Set unnötig Platz wegnehme.

Derweil wird Weiß bei der Aquarellmalerei selten genutzt, da bei weißen Flächen das Papier selbst stehen bleiben kann. Oft wird sie daher als weniger brauchbar betrachtet und kann notfalls, zum Mischen oder für spezielle Effekte, auch nach Bedarf einzeln gekauft werden.

aquarellfarben fluessig

3.2. So leuchten die Farben für lange Zeit

In einem Aquarellfarben-Test sollte die Farbintensität ein zentrales Kriterium sein. Dazu gehört zum einen die Deckkraft. Diese ist bei Aquarellfarben generell geringer als bei anderen Arten von Farben, wie zum Beispiel Ölfarben.

Mit einer hohen Deckkraft sollte man bei guten Aquarellfarben eine fast deckende Schicht aufs Papier bringen können. Blasser können die Farben immer mit Hilfe von mehr Wasser gemischt werden. Die Wahl zwischen beiden Möglichkeiten ist jedoch wichtig, um verschiedene Effekte erzielen zu können.

rote mohnblumen charles demuth

Das Bild „Rote Mohnblumen“ hat der US-amerikanische Künstler Charles Demuth 1929 mit Aquarellfarben gemalt. Ohne lichtechte Farben wären die Töne heute komplett verblasst.

Die Lichtechtheit ist besonders auf lange Sicht entscheidend. Sie wird in vier Klassen eingeteilt, von der höchsten bis zur geringen Lichtbeständigkeit.

Qualitativ minderwertige Farben zersetzen sich durch das UV-Licht der Sonne. Dadurch kann sich die Farbe sichtbar verändern oder verblassen. Die besten Aquarellfarben weisen dabei auch noch nach Jahren die gleichen Farben und die gleiche Leuchtkraft vor wie am Anfang.

Achten Sie beim Kauf also darauf, dass die Lichtechtheit direkt auf der Verpackung bestätigt wird, damit Sie lange etwas von Ihren Bildern mit Aquarellfarben haben.

3.3. Worauf Sie bei Pinsel und Mischpalette im Set achten sollten

Häufig findet man in einem Aquarellfarbkasten neben den Farbnäpfchen weiteres Zubehör. Diese Sets eignen sich besonders für unterwegs, um alles an einem Platz zu haben.

Die beigelegten Pinsel variieren stark in ihrer Qualität. In der Regel kommen sie nicht an hochwertige Künstlerpinsel heran.

Einen guten Pinsel erkennt man daran, dass er gut gebunden ist und die Haare nicht in alle Richtungen abstehen, im schlimmsten Fall sogar ausfallen. Die Haare sollten eine einheitliche Pinselspitze ergeben.

Auch die Spannkraft des Pinsels ist entscheidend. Die testen Sie vorher, in dem Sie den Pinsel aufsetzen: Knicken die Haare einfach ab, wird sich der Pinsel später schwerer kontrollieren lassen.

Ist das Pinselhaar eng gebunden, bietet es einen gewissen Widerstand und Sie haben Kontrolle über Ihre Strichführungen später.

aquarellfarbkasten pinsel

Für Wassertankpinsel gilt das gleiche. Diese Kategorie der Pinsel besitzt im Stiel einen Hohlraum, in den Wasser gefüllt wird. Bei leichtem Druck befeuchtet es die Pinselhaare und Sie können die Farbe ganz leicht anlösen.

beste aquarellfarben gelbVielen Aquarellfarben liegt eine Mischpalette bei. Diese wird in den meisten Fällen aus dem Deckel umfunktioniert. Nur selten liegt sie sogar einzeln bei und ist herausnehmbar. In einem Kompaktset ergibt ein Deckel als Mischpalette durchaus Sinn.

Zu Hause ist eine separate Palette zum Mischen handlicher, da sie in der Regel größer ist. Wir haben die Vor- und Nachteile einer Mischpalette im Deckel erneut für Sie aufgeführt:

  • keine zusätzliche Anschaffung nötig und besonders platzsparend
  • gemischte Kleckse sind unterwegs mit den Farben gleich dabei
  • oft bereits Unterteilung in verschiedene Zonen vorhanden
  • vor dem Zuklappen Reinigung oder Abwarten der Trocknungsphase nötig

3.4. Diese Marken und Hersteller sollten Sie als Hobby-Aquarell-Künstler kennen

wasserfarben bilderEs gibt zahlreiche Marken und Hersteller von Künstlerbedarf zum Malen und Zeichnen, zwischen denen Sie sich entscheiden können. Beliebte Hersteller von Künstler-Aquarellfarben sind Van Gogh und Winsor Newton Cotman. Auch die Horadam- und Akademia-Serien von Schmincke enthalten anerkannt qualitative Farben. Diese liegen jedoch im höheren Preissegment.

Es gibt auch günstigere Aquarellfarben-Sets für Einsteiger, die in Qualität und Ausstattung überzeugen. Diese werden Sie bei Lukas oder Sonnet finden. Wir haben die wichtigsten Marken und Hersteller für Sie zusammengefasst:

  • Schmincke
  • Stockmar
  • Winsor Newton Cotman
  • Lukas
  • MozArt Supplies
  • Van Gogh
  • Reeves
  • Sonnet
  • Pelikan
  • Holbein

künstler aquarellfarben anwendung

Fazit: Anfänger, die das Malen mit Aquarellfarben ausprobieren möchten, können günstige Aquarellfarben kaufen, denen Zubehör beigelegt ist. Für erste Versuche reicht die Qualität aus, um Maltechniken zu erlernen und zu experimentieren. Achten Sie auf besonders leuchtende Farben und eine große Auswahl an Tönen.

Fortgeschrittene greifen zu qualitativ hochwertigen Farben, die gut decken und besonders lichtecht sind. Pinsel und Mischpalette sind sicher bereits in Ihrem Besitz. Gute Aquarellfarben sollten sich leicht mischen lassen.

4. Mit welchen Aquarell-Grundtechniken erreicht man tolle Effekte?

Für Bilder mit Aquarellfarben gibt es drei Grundtechniken, die Sie kennen sollten. Die wichtigste ist das Lasieren.

Dabei werden stark mit Wasser verdünnte Schichten je nach dem Trocknen übereinander aufgetragen, um ein Spiel aus dunkleren und helleren Schattierungen zu ermöglichen.

gemälde winslow homer aquarellmalerei

Lasierende Effekte lassen sich in diesem Gemälde aus dem Jahr 1894 erkennen. Es trägt den Titel „Casting, Number Two“ und stammt von Winslow Homer.

Bei der Verlauftechnik, auch Lavieren genannt, wird so mit der Farbe gearbeitet, dass sie gleichmäßig verblasst oder in einen anderen Farbton verläuft.

Diesen Effekt erzielen Sie, in dem Sie erst die Farben auf das Papier auftragen und sie dann mit einem feuchten Pinsel verteilen.

Wie man hinter dem Begriff Nass-in Nass-Technik bereits vermuten kann, wird hier mit einem bereits nassen Untergrund gearbeitet, zum Beispiel einem angefeuchteten Blatt Aquarellpapier.

Beim Auftrag der ebenfalls feuchten Farbe verlaufen die Farben mitunter sogar ineinander. Diese drei Methoden lassen sich beliebig kombinieren und erweitern.

5. Wie schneiden Aquarellfarben im Test ab?

Die Stiftung Warentest hat bislang noch keinen Aquarellfarben-Test durchgeführt. In ihrem Jahrbuch Kleinkinder für 2009 hatte Ökotest einen Test zu Wassermalfarben veröffentlicht. Dabei wurden 13 Malkästen für Schulkinder auf Schadstoffe untersucht.

Lediglich zwei Produkte schnitten mit dem Urteil „gut“ ab, während die restlichen Noten von „befriedigend“ bis „ungenügend“ erhielten. Grund dafür waren Funde von giftigem Blei sowie dem krebsverdächtigen Stoff Formaldehyd, der zur Konservierung eingesetzt wird.

Testsieger war der Wasserfarbkasten Eberhard Faber 12 Deckfarben. Er punktete vor allem in Sachen Inhaltsstoffe, Robustheit und Nachrüstbarkeit.

aquarellmalerei farbtöne

6. Fragen und Antworten rund um das Thema Aquarellfarben

6.1. Was ist der Unterschied zwischen Wasserfarben und Aquarellfarben?

Auch wenn die beiden Begriffe Wasserfarbe und Aquarellfarbe häufig synonym verwendet werden, meinen sie im Grund nicht dasselbe. Wasserfarbe ist ein Überbegriff für verschiedene wasserlösliche Farben.

aquarellfarben schmincke tubeDazu gehört zum Beispiel die nur leicht deckende Aquarellfarbe. Doch auch die wasserlösliche Deckfarbe, die sich satt deckend auftragen lässt, sowie das Farbmittel Gouache zählen zu den Wasserfarben. Gouache vereint Eigenschaften der Aquarellfarbe und Ölfarbe und lässt sich zum Beispiel in dickeren Schichten auftragen.

Auch Acrylfarben lassen sich mit Wasser verdünnen. Doch sind sie nach dem Trocknen durch das enthaltene Lösungsmittel wasserfest und ausgehärtet.

6.2. Wie lange halten Aquarellfarben?

Schlecht werden Aquarellfarben selten. Berücksichtigen Sie trotzdem die richtige Pflege und Lagerung, um möglichst lang etwas von Ihren Aquarellfarben zu haben.

Bewahren Sie Ihre Farben in jedem Fall vor Frost. Eine Lagerung über 5 Grad Celsius sollte mindestens gegeben sein. Besser sind sogar Temperaturen ab 10 Grad.

Selbst Aquarellfarben in Tuben können über zehn Jahre halten, ohne auszutrocknen. Gehen Sie dafür nach jeder Benutzung sicher, dass die Deckel fest verschlossen sind.

aquarellfarbstifte wasserSollte sich die Tube durch eingetrocknete Farbrückstände nicht mehr öffnen oder schließen lassen, stellen Sie sie kopfüber in heißes Wasser. Nach einem kurzen Moment des Abkühlens sollte die Farbe wieder flüssig sein und löst sich.

Die Näpfchen im Aquarellfarbkasten sollten vollkommen trocken sein, bevor dieser geschlossen wird. Sonst kann die Feuchtigkeit die Pigmente stark anlösen. Beim Transport kann es dann zum Auslaufen der Farben kommen.