Das Wichtigste in Kürze
  • Ölfarben übertreffen alle anderen Farbsorten wie z. B. Acryl- oder Temperafarben an Leuchtkraft und Farbbrillanz.
  • Das Malen mit Ölfarben ist bereits seit dem 13. Jahrhundert bekannt und gilt unter Künstlern als die Königsdisziplin.
  • Ölfarb-Sets gibt es in den verschiedensten Ausführungen mit und ohne Zubehör.

Ölfarben-Test
Ob Botticelli, Rembrandt oder Van Gogh: Die berühmtesten Maler der Welt schufen ihre Kunstwerke mit Ölfarben. Das Malen mit Öl ist die traditionsreichste Malweise und gilt nicht umsonst als Königsdisziplin der bildenden Kunst. Ölmalfarben gibt es in unterschiedlichen Qualitäten für die verschiedensten Ansprüche vom Anfänger über den fortgeschrittenen Maler bis zum Künstler. Bei der Wahl der geeigneten Ölfarbe gilt es daher je nach eigenem Können und künstlerischen Ambitionen einiges zu beachten.

Wenn Sie Ihre künstlerische Ader zum Leben erwecken wollen, zeigen wir Ihnen in unserem Ölfarben-Vergleich 2020, wie Sie das richtige Ölfarb-Set finden und was Sie bei der Wahl der geeigneten Malfarbe beachten sollten.

1. Wie lassen sich die besten Ölfarben finden?

Hätten Sie’s gewusst?

Erst mit der Erfindung der Tube Anfang des 19. Jahrhunderts wurde es möglich, Ölfarben zu lagern und zu transportieren.

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Ein Dschungel an Angeboten, eine Vielzahl von Herstellern und geheimnisvolle Zeichen auf den Tuben: Die Suche nach der geeigneten Ölfarbe kann vor allem für Mal-Anfänger eine Herausforderung sein. Unsere Kaufberatung zeigt Ihnen, welche grundsätzlichen Kriterien Sie bei der Auswahl der richtigen Farbe auf jeden Fall beachten sollten.

1.1. Qualität: Studio- oder Künstlerfarbe?

Ölmalfarben gibt es grundsätzlich in zwei Qualitäten: Studioqualität und Künstlerqualität. Künstlerfarben sind überaus leuchtend und lichtecht, aber durch ihre feste Konsistenz sehr herausfordernd in der Verarbeitung und daher nur Mal-Profis zu empfehlen.

Streben Sie nicht an, Ihre Werke einer staunenden Nachwelt im Museum zu hinterlassen, sind Sie mit Malfarben in Studioqualität durchaus gut beraten. Sie sind nicht nur deutlich günstiger als die hochpreisigen Künstlerfarben, sondern vor allem durch ihre cremigere Konsistenz einfacher zu verarbeiten. Studio-Farben sind daher besonders für Anfänger gut geeignet. Aber auch Künstler nutzen Farben in Studioqualität als Basis auf großformatigen Bildern.

Für die Verwendung in Schulen und Kindergärten wird zudem auch sehr günstige Hobbyfarbe angeboten, mit der Sie jedoch weniger schöne Ergebnisse erzielen werden.

1.2. Deckkraft: Drei Abstufungen für verschiedene Maltechniken

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Wusste die Leuchtkraft von Ölfarbe meisterlich zu nutzen: Edward Hopper („Ground Swell“, 1939).

Je nach dem gewünschten Effekt können Sie mehr oder weniger deckende Ölfarben für Ihr Bild verwenden.

Die Deckkraft einer Farbe lässt sich auf Tuben der Größen 20-400 ml an einem Quadrat ablesen, das entweder gefüllt ist (deckend), zur Hälfte gefüllt (halb deckend) oder leer (lasierend). Je nach Maltechnik werden Sie unterschiedlich stark deckende Farben benötigen.

1.3. Lichtechtheit: Das Kriterium für langanhaltende Farbleuchtkraft

Da Licht Kunstwerke entscheidend beeinflusst, sollten Sie ein besonderes Augenmerk auf das Kriterium der Lichtechtheit legen, das vom Pigment und der Gesamtrezeptur einer Farbe abhängt.

Als objektives Qualitätsmerkmal gibt die Lichtechtheit die Zeit an, die ein Bild ohne Farbveränderung übersteht. Diese wird mit der sogenannten „Wollskala“ in einem Testverfahren ermittelt. Auf den Tuben drucken die Hersteller Sterne oder Kreuze ab, an deren Anzahl Sie die Lichtechtheit ablesen können.

Die beste Qualität wird durch 5 Sterne bzw. 3 Kreuze angegeben: Diese Farbe ist unter Museumsbedingungen 100 Jahre lichtecht.

1.4. Farbbrillanz: Künstlerfarben sind Spitzenreiter

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Rembrandt war besonders experimentierfreudig in seiner Malweise. Die Herausarbeitung von Licht und Schatten wurde sein typisches Merkmal („Die Nachtwache“, 1642).

Ölfarben übertreffen alle anderen Farben wie etwa Acrylfarbe durch ihre einzigartige Leuchtkraft. Dennoch gibt es Unterschiede zwischen den Farbsorten verschiedener Hersteller und Marken.

Generell gilt, dass Sie mit Ölfarbe in Künstlerqualität die höchsten Farbbrillanz in Ihrem Bild erzielen. In den einzelnen Kategorien unseres Ölfarben-Tests hat sich allerdings gezeigt, dass auch gute Studiofarben mit hoher Farbleuchtkraft punkten können!

1.5. Tubengröße: Mehr Inhalt muss nicht besser sein

In unserem Ölfarben-Test haben wir die unterschiedlichsten Tubengrößen berücksichtigt. Ob 12, 40 oder sogar 150 ml, die Wahl der Tubengröße sollten Sie vor allem von Ihren Malgewohnheiten abhängig machen.

Malen Sie häufig und vor allem großformatig, können Sie mit großen Tuben ungestört und ausdauernd malen, ohne sich über leere Farbtuben zu ärgern. Regelmäßige Kreativitätsschübe können Sie mit mittelgroßen Tuben getrost ausleben und haben so immer die richtige Menge Farbe zur Hand.

Da Ölfarbe bei langer Aufbewahrung und häufigem Öffnen der Tube auch eintrocknen kann, sollten Gelegenheitskünstler, die nur ab und zu ein Bild malen, zu kleinen Tuben greifen.

1.6. Zubehör: Ein Pinsel macht noch keinen Künstler

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Sie möchten Ölfarben kaufen? Denken Sie auch an das passende Zubehör wie Pinsel & Co.

Ölfarb-Sets werden in unzähligen Größen und Ausführungen angeboten. Zusätzlich zu den Farbtuben können sie auch Pinsel, Paletten, Malmittel und andere nützliche Utensilien beinhalten.

Bedenken Sie, dass Sie außer Leinwand und Pinsel auch noch eine Palette, eine Staffelei und – falls Sie nicht mit wasserlöslichen Farben malen – zum Verdünnen der Farbe und um Ihre Pinsel zu reinigen Terpentin oder Terpentinersatz benötigen. Fehlt Ihnen für den Malgenuss noch Zubehör, sollten Sie dies bei Ihrer Kaufentscheidung daher unbedingt berücksichtigen.

Tipp: Gerade für Anfänger und Wiedereinsteiger eignen sich Ölfarben-Sets, die neben den Tuben auch nützliches Zubehör enthalten. So müssen Pinsel, Mischpaletten oder andere Utensilien nicht extra angeschafft werden. Für Freiluft-Maler eignen sich komplette Koffer-Sets wie z. B. unser Ölfarben-Testsieger. So kann die nötige Ausrüstung bequem mitgenommen werden.

Im Vergleich zu anderen Farbsorten haben Ölfarben zwar viele Vorzüge, einige mögliche Nachteile sollten Sie jedoch auch beachten, bevor Sie zum Pinsel greifen:

  • Ölfarbe hat eine besondere Leuchtkraft und Farbbrillanz
  • die Lichtbeständigkeit ist besonders hoch
  • beim Malen können fließende Übergänge gestaltet werden
  • die Farben können einfach gemischt und verdünnt werden
  • es können viele verschiedene Untergründe bemalt werden
  • Ölfarbe trocknet wasserfest auf
  • Ölfarbe trocknet sehr langsam
  • die Farbe kann nicht unbegrenzt dick aufgetragen werden
  • die verwendeten Lösungsmittel verströmen einen unangenehmen Geruch
  • die richtige Verwendung erfordert einige Übung

2. Was sind Ölfarben und wofür werden sie verwendet?

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Durch die kräftigen Ölfarben leuchtet die Kleidung der „Dienstmagd mit Milchkrug“ (Jan Vermeer, 1658-1660).

Bereits die alten Meister wussten um die Besonderheiten von Ölfarben und ihre ausdrucksstarke Wirkung, schließlich kann keine andere Farbsorte ihre Brillanz, Intensität und Leuchtkraft übertreffen. Charakteristisch für Ölmalfarben ist ihre spezielle Oberflächenstruktur, die auch noch nach dem Trocknen den Pinselstrich des Malers zeigt.

Bereits aus dem 13. Jahrhundert ist das Malen mit Ölfarbe bekannt und seit über 500 Jahren hat sich wenig an ihrer Herstellung geändert. Wie bereits der Name vermuten lässt, basieren die Malfarben auf Öl (meist Leinöl), in das ein Pigment eingerieben wird. Zusätzlich zu diesen Grundstoffen fügen manche Hersteller der Farbe Hilfsmittel hinzu, etwa um die Lichtechtheit zu erhöhen. Als Verdünnungs- und Lösungsmittel kommen Terpentin oder Terpentinersatz zum Einsatz, seltener gibt es auch wasserlösliche Farben.

Ihre typische Verwendung finden Ölmalfarben bei Landschaftsbildern, der Porträtmalerei oder Stillleben, die durch die hohe Leuchtkraft der Farben besonders lebendig wirken.

Übung macht den Meister: Ölfarben sind anspruchsvoll in der Verarbeitung und erfordern einige Erfahrung vom Künstler, bis er sich über ein gelungenes Gemälde freuen kann. Wer durchhält, wird mit einzigartiger Farbintensität und Leuchtkraft belohnt!

3. Wie funktioniert das Malen mit Ölfarben?

Der „Van-Gogh-Trick“:

Interessante Effekte lassen sich besonders mit unverdünnter Farbe erzielen: Direkt aus der Tube oder mit einem Spatel aufgetragen, lässt sich eine reizvolle Relief-Struktur kreieren.

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Ölfarben werden meist in Tuben, seltener in Dosen verkauft. Kennzeichnend für Ölmalfarben ist die Konsistenz, die in ihrer pastösen Form an zähe Zahnpasta erinnert. Mit Malmitteln wie z. B. Terpentinöl lassen sich Ölfarben leicht verdünnen, sodass die unterschiedlichsten Effekte erzielt werden können.

Je nach Motivwahl und der Größe Ihres Bildes können Sie zum Auftrag der Farbe verschieden große Pinsel oder auch anderes Malwerkzeug verwenden. Auf einer Palette werden die Ölfarben vorher portioniert und können so auch gemischt werden.

Der traditionelle Untergrund für Ölgemälde sind Leinwände, die auf Keilrahmen gezogen werden. Wie so oft gilt jedoch auch und vor allem in der Kunst: Erlaubt ist, was gefällt. So können Sie mit Ölfarben auch viele andere Oberflächen bemalen wie etwa Holz oder Pappe und sogar Ihre Bastelarbeiten verzieren.

Der Trocknungsprozess von Ölfarben:

  • bis eine Farbschicht getrocknet ist, dauert es je nach ihrer Dicke und der Pigmentierung 1-12 Tage
  • 8-12 Monate braucht ein gesamtes Gemälde, bis es wirklich durchgetrocknet ist
  • Ölfarben trocknen deutlich langsamer als Acryl- oder Gouachefarben
  • trocknet das Bild an einem hellen Ort und wird nicht zur Wand gedreht, erhalten die Farben schneller ihre Leuchtkraft

4. Welche Maltechniken gibt es?

Für Ölfarbe gibt es die verschiedensten Anwendungsmöglichkeiten und Maltechniken. Das sind die bekanntesten:

Technik Wie funktioniert’s?
Malen in Schichten Nach dem Prinzip „fett über mager“ werden einzelne Farbschichten übereinander aufgetragen. Dabei muss jede nächste Schicht weniger Terpentinöl als die vorherige enthalten. Die untere Farbschicht muss stets gut durchgetrocknet sein, damit sich die Farben nicht vermischen.
Nass-in-Nass (Alla Prima) Auf die noch nasse Farbe auf der Leinwand wird neue Farbe aufgetragen. Die Farbtöne werden entweder vorher oder direkt auf dem Bild gemischt. Beim Alla Prima lassen sich mit einem weichen Pinsel fließende Übergänge schaffen.
Lasieren Auf eine getrocknete Farbschicht wird eine transparente Farbschicht aufgetragen. Da in Schichten gemalt wird, gilt auch hier das Prinzip „fett über mager“. Die Lasur muss fließend vermalt werden, damit die Pinselstriche der darunterliegenden Schicht sichtbar sind.
Messertechnik Mit einem Malmesser oder Spatel lässt sich die Farbe in der gewünschten Breite und mit plastischen Strukturen auftragen. Die Farben können vorher direkt mit der Messerkante gemischt werden.

Die Stiftung Warentest hat bisher noch keinen Ölfarben-Test durchgeführt, unser Vergleich liefert Ihnen daher wichtige Anhaltspunkte für Ihre Kaufentscheidung. Also: Malen Sie los!

Bedenken Sie: Wenn Sie beim Malen Lösungsmittel verwenden, können diese einen unangenehmen Geruch verströmen. Achten Sie daher bei der Verwendung von Terpentin auf ausreichende Belüftung und trocknen Sie die Ölbilder nicht in der Wohnung.