Passive Grafikkarten sind mit verschiedenen Chips der Hersteller Nvidia GeForce und AMD Radeon ausgestattet. Außerdem sollten Sie auf die Prozessorgeschwindigkeit und die Speichergröße achten: Je größer die Werte, desto leistungsstärker ist die passive Grafikkarte. Beachten Sie auch die Ihnen zur Verfügung stehenden Anschlüsse: Benötigen Sie einen HDMI-, VGA-, DVI- oder einen Displayport-Anschluss?
3.1. Leistung
Für unterschiedliche Anwendungsbereiche gelten unterschiedliche Empfehlungen zur Leistung. Möchten Sie Ihren PC für leichte Anwendungen wie
- Office,
- Video-Streaming
- oder leichte Bildbearbeitung
nutzen, reichen passive Grafikkarten im Low-End-Bereich von 15 bis 40 Watt TDP aus. Bei diesem Wert entstehen kaum Geräusche, die Anwendungsbandbreite ist jedoch stark begrenzt.
In der Regel ist die Watt-Anzahl von passiven Grafikkarten auf maximal 75 Watt begrenzt. Höhere Leistungen würden zu einer Hitzeentwicklung führen, die die passive Kühlung nicht mehr bewältigen könnte. Für anspruchsvolles Gaming oder 3D-Anwendungen reichen die TDP und die Kühlung passiver Grafikkarten daher nicht aus.
3.2. Speichergröße
In der Regel reichen bei passiven Grafikkarten geringere Speichergrößen aus, da auch die Anwendungen weniger komplex und intensiv sind. Für Office-Anwendungen und die Wiedergabe von 4K-Videos oder Streaming sind Grafikkarten mit 4 GB meist ausreichend.
Grafikkarten mit 6 GB sind auf mittlere Anwendungsintensitäten ausgelegt. Sie sind daher empfehlenswert, wenn Sie etwas ältere Spiele auf Ihrem Computer spielen möchten, die eine recht geringe Leistung benötigen.
Hinweis: Passive Grafikkarten mit 8 GB oder mehr sind zwar verfügbar, aber eher eine Seltenheit. Da passive Grafikkarten auf moderate Anwendungsbereiche ausgelegt sind, wird auch kein großer Speicher benötigt.
3.3. Wärmeentwicklung und Gehäusebelüftung
Was passiert, wenn die Grafikkarte dauerhaft zu heiß ist?
Bei einer dauerhaften Überhitzung der GPU kann es zu einer verminderten Leistung kommen. Auch die Lebensdauer der Grafikkarte kann hierbei verkürzt werden. In schwereren Fällen kann es sogar dazu kommen, dass die Grafikkarte stark beschädigt wird.
Passive Grafikkarten verfügen über keinen eigenen Lüfter, sondern werden nur über einen Kühlkörper gekühlt. Daher muss die Luft stattdessen im Gehäuse bewegt werden. Durch das Bewegen der Luft wird verhindert, dass sich die Wärme anstaut und zu einer Überhitzung führt.
Um eine effiziente Kühlung zu ermöglichen, sollte mindestens ein Gehäuselüfter vorhanden sein. Dabei wird vorne frische Luft ein- und hinten die warme Luft ausgeblasen. Achten Sie darauf, dass der Luftstrom gleichmäßig an der Grafikkarte vorbeiziehen kann, um diese zuverlässig zu kühlen. Kabel oder andere Komponenten dürfen diesen Luftstrom nicht unterbrechen.
Oftmals sind passive Grafikkarten durch den großen Kühlkörper relativ groß und nehmen zwei bis drei Slots im Mainboard ein. Damit die Luftzirkulation nicht behindert wird, sollte neben der Grafikkarte ein Slot frei bleiben. Auch muss das Gehäuse ausreichend groß sein, damit sich die Wärme nicht zu sehr staut.
Hinweis: Dadurch, dass passive Grafikkarten keinen eigenen Lüfter enthalten, ist die Kühlung vollkommen geräuschlos. Die Geräuschentwicklung, die bei der Kühlung einer passiven Grafikkarte bzw. der Umgebungsluft entstehen, werden stattdessen vom Gehäuselüfter, dem Netzteil-Lüfter oder dem CPU-Lüfter erzeugt.

Wenn Sie auch leise Lüfter, CPU-Kühler und Netzteil-Lüfter wählen, können Sie einen nahezu geräuschlosen Komplett-PC erstellen.
3.4. Anschlüsse
Je nachdem, wofür Sie Ihre Grafikkarte verwenden möchten, muss diese über die passenden Anschlüsse verfügen. Für den Büroalltag benötigen Sie einen HDMI oder DisplayPort, wogegen bei Multimedia-Anwendungen ein DisplayPort 1.4 oder HDMI 2.0+ empfehlenswert ist. Diese Anschlüsse erlauben höhere Bildwiederholraten, die für eine bessere Auflösung sorgen.
In der folgenden Tabelle zeigen wir Ihnen, für welche Anwendungen welcher Anschluss vorhanden sein sollte:
| Anschluss | Anwendung |
| HDMI (2.0 / 2.1) | |
| DisplayPort (1.4 / 2.0) | |
| DVI-D | |
| USB-C | |
Hallo,
welche Rolle spielt der Stromverbrauch? Und brauche ich eine gute Gehäusebelüftung?
Beste Grüße,
Marcel
Hallo Marcel,
vielen Dank für Ihren Kommmentar und das Interesse an unserem Vergleich passiver Grafikkarten!
Der Stromverbrauch spielt bei passiven Grafikkarten eine eher untergeordnete Rolle. Wie unsere Vergleichstabelle zeigt, verbrauchen die meisten passiven Grafikkarten bereits sehr wenig Strom. Eine gute Gehäusebelüftung ist bei passiven Grafikkarten auf jeden Fall von großem Vorteil, da auf diese Weise die sich entwickelnde Wärme besser abtransportiert werden kann.
Wir hoffen, wir konnten Ihnen weiterhelfen.
Viele Grüße
Vergleich.org