Das Wichtigste in Kürze
  • MTB-Pedale unterscheiden sich in Form, Farbe, Material und Größe – vor allem aber in ihrer Bauweise. Ein Mountainbike-Pedalsystem gibt es als Klickpedal oder Plattformpedal (auch „Bärentatze“ oder „Flat“ genannt).
  • Zentraler Aspekt bei Mountainbike-Pedalen ist der Halt, auch ‚Grip‘ genannt, auf dem Pedal. Er sorgt für effiziente Kraftübertragung und sichere Haftung – auch bei unwegsamem Gelände oder Nässe.
  • Bei Klickpedalen rastet – wie beim Skifahren – ein passender Spezialschuh in das Pedal ein. Bei Plattformpedalen graben sich Metall-Zähne oder -Stifte („Pins“) in die Schuhsohle und sorgen so für sichere Haftung.

MTB Pedale Test

Mountainbikes gibt es seit den 1970er Jahren. Ihre Bezeichnung verdanken sie dem US-Amerikaner Tom Ritchey, den es mit dem Zweirad in die Kalifornischen Berge zog. In den 1980ern brachte das Mountainbike neuen Schwung in die Fahrradindustrie.

Inzwischen hat es sich im Gelände bewährt und ist zu einer alltagstauglichen, reizvollen Fahrrad-Alternative geworden. Laut einer Statistik des Instituts für Demoskopie Allensbach sind rund 11 Millionen Menschen Mountainbike-Besitzer.

Ob über Stock und Stein, steil bergauf oder bergab über schlammige Pisten – Mountainbike-Fahren ist ein energetischer Sport. Ob man diesen voll und ganz genießen kann, hängt auch von der Wahl des richtigen Pedal-Systems ab. Bevor Sie sich auf ein Produkt festlegen, lohnt sich daher eine fundierte Kaufberatung.

MTB Pedale Test Vergleich

Das Pedal ist der Ort der Kraftübertragung am Mountainbike. Mit einem gut gewählten Pedal werden Sie mehr Freude am Fahren haben.

Das Pedal ist derjenige Teil des Fahrrads, an dem die Kraftübertragung zwischen Fahrer und Rad stattfindet. Nur wenn hier die Kontrolle stimmt, greifen die Reifen satt in den Boden.

Wer will schon wertvolle Kraft verschenken, wenn es einmal über längere Strecken steil bergauf geht? Und auch bei Abfahrten über glitschige Hänge kommt es nicht nur auf Bekleidung und Helme, sondern nicht zuletzt auch auf das richtige Pedal an.

Moderne MTB-Pedale in hochwertigen Materialien versprechen ein Mehr an Sicherheit und Tritteffizienz – für ein insgesamt optimiertes Fahrgefühl.

Worauf es beim Kauf ankommt und wie sie das beste MTB-Pedalsystem für Ihre Bedürfnisse finden, erfahren Sie im folgenden MTB-Pedale-Vergleich 2020.

Tipp: Sie wollen sich neue MTB-Pedale kaufen, wissen aber nicht, welche Modelle mit Ihrem Fahrrad kompatibel sind? Die meisten auf Amazon angebotenen MTB-Pedale entsprechen dem standardisierten Gewinde-Durchmesser von 9/40,6 cm (9/16 Zoll). Sie sind also universal kompatibel und passen auf Mountainbikes, Rennräder, Citybikes und viele andere Fahrrad-Typen.

1. Plattform oder Klick: Wie lässt sich das richtige Pedal finden?

Plattformpedale eigenen sich gut für den Alltagsgebrauch, da man sie auch mit normalem Schuhwerk benutzen kann. Klickpedale werden wegen des besonders „runden“ Fahrgefühls geschätzt, das aus der Einrast-Verbindung zwischen Schuh und Pedal resultiert.

In der Kategorie Klickpedale ist Shimano Marktführer. Da sich Plattformpedale für Radsportler wie auch Gelegenheits-Radfahrer eignen, hat sich in dieser Kategorie ein großer Markt mit zahlreichen interessanten Anbietern wie Sumgott, Cube und Canway gebildet, die heute in Testverfahren für MTB-Pedale einbezogen werden können.

Pedal-Typ Eigenschaften
PlattformpedaleAaron MTB Pedale
  • Metall-Zähne oder Metall-Stifte („Pins“) graben sich wie Zähne in die Schuhsohle
  • sicherer Halt
  • besonders rutschfest
  • sehr gut geeignet zum Mountainbiking, Trekking und weiteren Radsportarten
Klickpedale

TIME MTB Pedale

  • sicherer Halt durch fixe Verbindung zwischen Fuß und Pedal per Einrast-Mechanismus
  • für spezielle Fahrradschuhe, an deren Sohle sich eine Metall- oder Kunststoffplatte befindet („Cleat“)
  • Will man die Verbindung lösen, muss man den Fuß leicht drehen
Kombipedale

SHIMANO MTB Kombipedale

  • werden auch „hybride Pedale“ genannt
  • vereinen die Funktionen von Klickpedal und Plattformpedal
  • bei manchen Herstellern bleibt der Halt auf dem Pedal zu gering, wenn man es ohne Einklicken benutzt (wir haben Kombipedale daher nicht berücksichtigt)

MTB Pedale Test

2. Sicher und krafteffizient: Wie wichtig ist der Grip bei MTB-Pedalen?

Ob mit oder ohne Klick, ein gutes Pedal muss Ihrem Fuß einerseits eine sichere Verankerung bieten. Andererseits ist es wichtig, den Fuß bei Bedarf schnell vom Pedal nehmen zu können.

2.1. Plattformpedale: Auftrittsfläche, Pins oder Zacken sorgen für sicheren Halt

Auf einer Abfahrt wird es mal brenzlig oder eine scharfe Kurve steht bevor? Manchmal ist es gut, die Füße spontan schnell vom Pedal nehmen zu können. Diese Bewegungsfreiheit bietet das Plattformpedal.

Bei Plattformpedalen bohren sich Zacken oder „Pins“ (Metallstifte) in die Schuhsohlen und sorgen so für Haftung. Plattformpedale warten mit unterschiedlich vielen Pins pro Pedal-Seite auf. Die Marken Canway und RockBros rangieren mit 12 Pins am oberen Ende der Skala und bieten viel Haftung – auch ohne „Klick“. Wenn sie sich die Pins eines Tages einmal abgenutzt haben, können diese leicht ersetzt werden.

Für ein Mehr an Halt, und somit mehr Sicherheit sorgt auch die Auftrittsfläche des Pedals. Nicht zuletzt sollten Mountainbike-Piloten mit größerer Schuhgröße hier hellhörig werden.

Plattformpedale gibt es in verschiedenen Größen. Die Marke Sumgott bietet mit einer Pedalgröße von 12 x 10 cm eine besonders große Kontaktfläche. Ebenfalls recht großzügige Auflageflächen bieten die Plattformpedale der Marke Cube (10 x 11 cm).

Ein Vorteil des Plattformpedals besteht in seiner Alltagstauglichkeit. Anders als des Klickpedal kann man sie mit Turnschuhen, Sandalen, oder jeglichem herkömmlichen Schuhwerk benutzen.

MTB Pedale Test

Um Hürden und Steigungen zu meistern, ist ein perfekter Halt auf dem Pedal wichtig.

Wenn Sie allerdings Einkerbungen in der Schuhsohle (zum Beispiel von Lederschuhen) vermeiden möchten, empfiehlt es sich, zu einem Plattformpedal mit Zacken zu greifen. Dieses mag weniger Haftung haben, schont aber empfindliche Schuhsolen. Das Modell des Herstellers Wellgo an ist zudem mit Reflektoren ausgestattet, die vor allem im Stadtverkehr für mehr Sichtbarkeit und damit Sicherheit sorgen.

Die Vor- und Nachteile von Plattformpedalen noch einmal kurz zusammengefasst:

  • bieten festen Halt durch Zähne oder Pins
  • eignen sich für jeden Radfahrer, da kein Spezialschuhwerk nötig ist
  • mit Reflektoren erhältlich – für mehr Sicherheit im Stadtverkehr
  • Plattform-MTB-Pedale setzen in Farben wie Rot, Orange oder Blau tolle Effekte
  • Zähne oder Pins hinterlassen kleine Kerben in der Schuhsole
  • potentielle Verletzungsgefahr beim Sturz an Zähnen oder Pins

2.2. Klickpedale: Garantiert fester Halt durch Einrast-Mechnismus

MTB Pedale Test

Mit dem richtigen Pedal kommen Sie auch bei Nässe nicht in’s Rutschen.

Für manche ist es Liebe auf den ersten „Klick“. Klickpedale lassen Mensch und Rad zu einer dynamischen Einheit verschmelzen. Klickpedal-Fans schwärmen von einem unvergleichlich dynamischen Fahrgefühl: dem „runden Tritt“.

Mitgelieferte, passende Schuhplatten („Cleats“) verbinden den Schuh mit dem Pedal und sorgen für eine perfekte Kraftübertragung.

Klickpedale gibt es von Shimano, Look, Time und vielen anderen Herstellern. Der Unterschied liegt in den Klicksystemen. Zum Schutz vor Verletzungen bei Gefahrensituationen ist es entscheidend, bei Bedarf schnell aus dem Pedal ausklicken zu können.

Shimano ist für sein SPD-System bekannt, welches ein besonders einfaches Ein- und Ausklicken ermöglicht. Dieses Klickpedalsystem hat sich seit 1988 im Handel bewährt. Klickpedale der Marke Shimano sind mit diesem System Marktführer auf dem Gebiet der MTB-Klickpedale.

Die Vor- und Nachteile von Klickpedalen noch einmal kurz zusammengefasst:

  • Klickpedale sind klein und leicht
  • bieten festen Halt
  • biomechanisch perfekte, gesunde Fußposition (wenn korrekt installiert)
  • das Ein- und Ausklicken des Schuhs (beim Auf- und Absteigen) ist gewöhnungsbedürftig
  • nicht alltagstauglich, da besondere „Klickpedalschuhe“ notwendig sind, welche eine Einklick-Vorrichtung auf der Sohle haben.
  • Cleats sind Verschleißteile und müssen erneuert werden

Fazit: Klickpedale sind leicht, ergonomisch und bieten perfekten Halt auf dem Pedal. Allerdings ist das Ein- und Ausklicken des Schuhs gewöhnungsbedürftig und mindert die Bewegungsfreiheit. Plattformpedale bieten mittels „Pins“ ebenfalls sehr guten Halt, optimale Bewegungsfreiheit und können mit jedem Schuhwerk benutzt werden.

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3. Gewicht: Sind Plattformpedalen so leicht wie Klickpedalen?

Was für Rennradfahrer gilt, ist auch für Mountainbike-Piloten nicht falsch: Leichtigkeit ist Trumpf. Leichte MTB-Pedale tragen vor allem bei Bergauffahrten einen erheblichen Teil zum Fahrkomfort bei.

Leichte MTB-Pedale gibt es sowohl in der Kategorie Klickpedal als auch in der Kategorie Plattformpedal. Die kleinen Klickpedale der Marken Shimano und Look liegen im Gewicht jeweils unter 200 g.

Für Plattformpedale gilt: Durch eine minimalistische Bauform und den Verzicht auf Querverstrebungen kann eine erhebliche Reduktion des Gewichts erzielt werden. Fliegengewichte der Kategorie Plattformpedal sind die Modelle der Marken Wellgo, Alviller sowie Canway.

Der „runde Tritt“ der Klickpedale

Eine besondere Tret-Technik, die per Klickpedal möglich ist: es wird nicht nur nach unten getreten, sondern auch das Pedal wird mit dem Fuß nach oben gezogen. Ein Experiment des Radlabors München hat jedoch erwiesen, dass das Ziehen wenig effizient ist. Die biomechanisch optimale Fußstellung spricht für Klickpedale. Voraussetzung ist aber, dass die Schuhplatten korrekt festgeschraubt wurden (jeweils genau auf Höhe des Fußballens).

4. Haltbarkeit: Aluminiumlegierung und verdichtete Kugellager für dauerhafte Freude am Pedal

Die Haltbarkeit von MTB-Pedalsystemen ist von Material, Verarbeitung und der Versiegelung des Kugellagers abhängig. Alle in unserem MTB-Vergleich 2020 berücksichtigten Modelle überzeugen durch hochwertige Materialien.

Die meisten Pedal-Körper sind aus Aluminium (bzw. Aluminiumlegierung) gefertigt und bieten somit einen guten Rostschutz. Ein neuerer Standard sind Achsen aus CrMo-Stahl (auch „CroMo“ genannt). CrMo-Stahl ist für seine besondere Bruchfestigkeit bekannt.

Das Kugellager ist sozusagen das „Herz“ eines jeden Pedals. Es ist für die geschmeidige Drehung des Pedals verantwortlich. Fängt bei einem MTB-Pedale-Test etwas an zu quietschen, so deutet dies auf Verschleiß im Kugellager hin.

Ein gedichtetes Kugellager ist ein Plus, da es das Eindringen von Staub und Nässe verhindert und die Pedale langlebiger macht. Dies traf bei allen verglichenen Modellen zu.

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Aluminium, Stahl, Titan: Welches Material kann was?

Aluminium, Stahl und Titan sind heutzutage die wichtigsten Materialien für hochwertige Fahrräder. Bei Fahrradpedalen werden hauptsächlich Aluminium-, Stahl- und Titanlegierungen verwendet. Aluminium ist am leichtesten. Es ist zwar weniger fest als Stahl, aber dafür elastischer. Das Besondere an Titan ist, dass es noch elastischer als Aluminium und dabei fast so fest wie Stahl ist.

5. Farbe: Bunte MTB-Pedale sind ein schicker Blickfang

Ob klassisch schwarz oder poppig bunt, Pedale gibt es längst nicht mehr nur in Schwarz oder Silber. Ob Pedale in Grün, Blau, Rot, Orange oder Gold – hier ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Design-Liebhaber können die Farbe ihrer Pedale genau auf ihr Fahrrad abstimmen. Insbesondere die Marken RockBros und Cube bestechen durch eine besonders unkonventionelle Palette. RockBros bietet zudem bis zu dreifarbige Pedale an – definitiv ein Hingucker.

6. MTB-Pedale: Was sagt die Stiftung Warentest?

Noch hat die Stiftung Warentest keinen MTB-Pedale-Test veröffentlicht. Seitens der Stiftung Warentest steht also noch kein MTB-Pedale-Testsieger fest. Doch finden Sie auf der Stiftung Warentest-Website auch interessante Specials. Wir empfehlen Ihnen das Stiftung Warentest Special zum Thema „Fahrradkauf“.

MTB Pedale Test

7. Fragen und Antworten zum Thema MTB-Pedale

Sie fragen sich, wie man MTB-Pedale montiert, oder möchten mehr über das Klickpedal-System von Look erfahren? Solche Fragen rund ums Pedal lassen sich leicht klären.

7.1. Wie funktioniert die Montage von MTB-Pedalen?

Zur Montage wird lediglich ein Inbus-Schlüssel oder Maulschlüssel benötigt. Beachten Sie gegebenenfalls, welches Pedal auf welche Seite gehört (siehe Angabe auf Pedal).

Verschlissene oder rostige Gewinde können das Abmontieren erschweren. Ob ein höherer Kraftaufwand beim Wechseln nötig wird, hängt in erster Linie vom Zustand Ihrer Altpedale ab. Dafür ist die Installation des neuen Paars in der Regel im Handumdrehen geschafft.

7.2. Welches Klick-System benutzt Look?

Bei MTB-Pedalen der Marke Look kommt ein „S-Track-System“ zum Einsatz. Look war seit den 1960er Jahren als Spezialist auf dem Gebiet Skibindungen bekannt. Dieses Wissen hat Look in den 1980ern auf den Marktbereich Klickpedale übertragen.