Das Wichtigste in Kürze
  • Lederkombis schützen den Fahrer bei Unfällen vor Verletzungen. Sie bestehen aus ca. 1,5 mm dickem Rinds- oder Känguruleder. Sie sind besonders abriebfest und verhindern bei einem Sturz, dass die Haut des Fahrers über den Boden schleift.
  • Die Schutzkleidung wird durch Protektoren verstärkt, die Prellungen an den Gelenken abdämpfen. So genannte Schleifschützer erleichtern das Schlittern über den Asphalt, so dass der Körper die Wucht des Aufpralls nicht absorbiert, sondern in eine lange Rutschbewegung umsetzt.
  • Die besten Lederkombis in unserem Vergleich 2020 vereinen Sicherheit und Tragekomfort. Diese Merkmale korrelieren mit möglichst vielen Protektoren und elastischen Einsätzen. Einteilige Kombis gelten als besonders sicher, Zweiteiler dafür als bequemer.

Motorrad-Lederkombi Test

Vom gemütlichen Cruiser bis zum Geschwindigkeitsjunkie – auf deutschen Straßen sind über 4,2 Millionen Motorräder unterwegs (Stand 2016). Alle Biker verbinden mit dem Fahrspaß auf zwei Rädern das große Gefühl von Freiheit. Dennoch sollte die Sicherheit nicht zu kurz kommen: Neben dem Helm ist eine Motorradkombi deshalb nicht nur Ehrensache, sondern für viele Pflicht. Im folgenden Ratgeber erfahren Sie, worauf man achten sollte, wenn man eine Motorrad-Lederkombi kaufen will und was ein wirklich gutes Modell wie unseren Lederkombi-Vergleichssieger ausmacht.

1. Wie funktioniert eine Lederkombi?

Held Lederkombi Damen

Neben dem Schutz spielt bei Lederkombis für Damen auch das Design eine wichtige Rolle.

Lederkombis sind eine Art der Motorradbekleidung zum Schutz des Fahrers. Sie bestehen aus Tierhaut und verhindern im Falle eines Sturzes vom Motorrad, dass der Fahrer mit seiner bloßen Haut oder dünnen Kleidung über den Asphalt schleift und sich dabei schwer verletzt. Dazu dienen zum einen die Lederhaut selbst und zum anderen eingebaute Schutzelemente wie Protektoren und Schleifschützer. Sie wandeln die Energie des Aufpralls auf dem Boden in eine Rutschbewegung um und verhindern so Brüche.

Die schwarze Kluft deckt den gesamten Körper ab und ist mit Protektoren an Stellen verstärkt, die beim Sturz sehr anfällig für Verletzungen sind. Das sind Schultern, Ellenbogen und Knie sowie die Wirbelsäule. Der empfindliche Kopf wird natürlich mit einem Sturzhelm gesichert. Neben Lederkombis gibt es im Sortiment der Motorradbekleidung auch spezielle Regenkombis mit einer wasserdichten Oberfläche. Unser Motorrad-Lederkombi-Vergleich widmete sich der klassischen Variante.

Tipp: Für eine noch höhere Sicherheit trägt man zu Helm und Kombi am besten Motorradhandschuhe. Um den gesamten Körper zu schützen, kann man seine Ausstattung mit Motorradstiefeln oder Motorradschuhen komplettieren.

Vor- und Nachteile von Motorradbekleidung aus Leder:

  • Schutz vor Prellungen und Brüchen
  • Schutz vor Verbrennungen durch Schleifen über den Asphalt
  • Schutz vor Zugluft und Auskühlen
  • Einschränkung der Beweglichkeit
  • An- und Ausziehen aufwändig

2. Welche Typen von Lederkombis gibt es?

Schutzkleidung zum Motorradfahren muss der Anforderung gerecht werden, effektiv Verletzungen vorzubeugen und den Fahrer zugleich möglichst wenig in seiner Beweglichkeit auf dem Motorrad einzuschränken. Aus dieser Herausforderung haben sich zwei verschiedene Typen von Kombis aus Leder entwickelt, die den Schwerpunkt jeweils auf Komfort oder Sicherheit legen:

Typ Eigenschaften
Einteiler

Einteiler Alpinestars Motegi Lederkombi

Dieser Typ von Motorrad-Lederkombis ist sicherer, da er bei einem Sturz weniger leicht zerreißt als ein Zweiteiler. Passt er richtig, ist er zudem sehr angenehm zu tragen und fühlt sich wie eine zweite Haut an. Ein so passgenaues Stück ist allerdings sehr schwer anzuziehen und so dauert das Ankleiden recht lange. Für den Gang zur Toilette ist diese Kategorie von Motorradkombi zudem schwer abzulegen und man muss sie dafür fast komplett ausziehen. Bei dieser Variante steht anstelle des Komforts aber die Sicherheit im Mittelpunkt. Die Marken mit Einteilern in unserem Vergleich sind Alpinestars und Germanwear.

Pro: Stabil und sicher bei Sturz
x Con: Schwer anzuziehen

Zweiteiler
zweiteiler
Diese Art der Lederkombis bestehen aus Motorradjacke und -hose. Sie sind leichter an- und auszuziehen. Außerdem kann man sie seiner Statur einfacher anpassen, wenn man Ober- und Unterteil in verschie-denen Größen braucht. Bei einem Sturz kommt es dann darauf an, dass beide Teile sicher miteinander verbunden sind. Dafür muss ein fester Reißverschluss im Leder und nicht dem Textilfutter vernäht sein. Die feste Verbindung ist auch notwendig, damit während der Fahrt keine Zugluft durch den Zwischen-raum eindringt. Die beliebtesten Hersteller mit Zweiteilern in unserem Vergleich sind Dainese und Büse, die auch in fast jedem Motorrad-Lederkombi Test auftauchen.

Pro: Bequem und schnell anzuziehen
x Con: Weniger stabil

3. Welche Kaufkriterien für die beste Motorrad-Lederkombi sind entscheidend?

Zertifizierte Protektoren

In unserem Lederkombi-Vergleich haben wir so genannte zertifizierte Protektoren hervorgehoben. Diese Schutzelemente genügen den Ansprüchen der Europäischen Norm (EN) und sind daher erwiesenermaßen besonders verlässlich. Motorsport-experten empfehlen, nur Kombis mit EN-Zertifizierung zu tragen.

3.1. Schutzfunktion

Die hauptsächliche Aufgabe von Motorradbekleidung ist selbstverständlich der Schutz des Fahrers. Zum Wohl der Sicherheit sollte auch wer auf der Suche nach einer günstigen Lederkombi ist, in dieser Hinsicht keine Abstriche machen. Gute Produkte in unserem Lederkombi-Vergleich wie die von Alpinestars und Dainese besitzen das folgende Zubehör, das für die Sicherheit unerlässlich ist:

  • Protektoren: Aufsätze aus robustem Material, die Prellungen an den Gelenken abdämpfen
  • Schleifer: Aufsätze aus gleitfähigem Material, die das Gleiten über den Boden erleichtern
  • Sicherheitsnähte: Robuste Nähte hinter einer Abdeckung, die beim Rutschen über Asphalt nicht reißen

3.2. Komfort

Büse Aragon Zweiteiler Lederkombi

Elastische Einsätze und Reißverschlüsse erhöhen den Komfort des Modells Aragon von Büse.

Gerade auf langen Touren macht es sich bemerkbar, ob die Motorradkombi bequem ist. Der Tragekomfort ist letztlich auch für die Sicherheit relevant, da drückende und zwickende Kleidung den Fahrer ablenken kann. Deshalb besitzen viele Kombis eingearbeitete Elastikelemente, die sich in verschiedenen Sitzhaltungen dehnen. Ein- und Zweiteiler haben jeweils eigene Schwachstellen in Sachen Komfort. Einteilige Kombis bieten weniger Möglichkeiten, sie der eigenen Statur anzupassen, so dass man beim Kauf genau prüfen sollte, ob auch im Sitzen auf dem Motorrad nichts drückt.

Bei einem Zweiteiler kann man unterschiedliche Größen für Motorradjacke und Motorradhose kombinieren. Dabei sollte man jeweils die gleiche Marke wählen, damit der Reißverschluss als verbindendes Element beider Teile zusammenpasst. Einige Biker empfinden Zweiteiler aber als zugig, weil durch den Reißverschluss Luft eindringen kann. In der Summe gilt der Zweiteiler aber bei Damen und Herren gleichermaßen als bequemer, da er schnell an- und auszuziehen ist und man z.B. die Motorradjacke für einen Stopp im Lokal einfach ablegen kann.

4. Wie lässt sich die Motorrad-Lederkombi pflegen?

Damen-Lederkombis

Bei Motorradbekleidung für Damen spielt die Optik eine wichtige Rolle. Enge Schnitte, stretchige Einsätze und schicke Aufnäher stehen hoch im Kurs. So schön eine stilechte Bikerästhetik auch ist: Bei Damen-Lederkombis sollte die Sicherheit dennoch nicht zu kurz kommen, auch wenn man für gelegentliche Ausfahrten die Motorrad-Lederkombi günstig kaufen möchte.

Grundsätzlich können Motorrad-Lederkombis mit Lederpflegeprodukten wie Sprays und Pflegefetten und behandelt werden. Wenn die Kombi geschmeidig bleibt, reißt sie im Falle eines Unfalls weniger leicht. Man sollte die Lederkombi-Pflege aber sparsam betreiben, damit sich die Poren in der Tierhaut nicht mit Fetten zusetzen und die Atmungsfähigkeit der Kombi abnimmt. Wer sie aber regelmäßig mit einer dünnen Schicht Fett einreibt, erhält die Kombi geschmeidig.

In jedem Fall sollte die Kombi vor dem Winter eingefettet werden. Man sollte aber überprüfen, ob die Motorrad-Lederkombi eine regenfeste Beschichtung hat. Dann eignen sich handelsübliche Lederfette nicht. Solche Kombis können nur mit speziellen Reinigungsmittel gepflegt werden, die das Material nicht wasserdurchlässig werden lassen. In jedem Fall tut es der Motorradkombi gut, wenn sie mit Imprägnierspray behandelt wird.

5. Welche Vorschriften gelten zur Schutzkleidung für Biker?

Das Gesetz kann den Schutz von Motorradfahrern nur zu einem gewissen Teil verordnen. Es gilt eine Helmpflicht nach § 21a, Abs. 2 der StVO. Man muss sich also in jedem Fall einen Motorradhelm kaufen. Darüber hinaus gibt es keine Vorgaben dazu, wie man sich selbst auf dem Motorrad schützt. Wenn man aber keine Schutzkleidung trägt und sich bei einem Unfall verletzt, muss man den Schaden zum Teil mittragen. Jeder Verkehrsteilnehmer muss dafür sorgen, dass er selbst bei einem Unfall möglichst nicht zu Schaden kommt. So lange also nichts passiert, kann man mit Motorradhelm und T-Shirt fahren – dann muss man das Verletzungsrisiko aber auch mittragen.

Tipp: Auf den Seiten der Stiftung Warentest kann man nachlesen, wie die Rechtslage rund um das Thema Motorradfahren ist. Einen eigenen Motorrad-Lederkombi-Test mit dazugehörigem Motorrad-Lederkombi-Testsieger hat die Stiftung dagegen bisher nicht zu bieten.

6. Fragen und Antworten rund um Lederkombis

  • 6.1 Wie eng sollte eine Motorradkombi sitzen?

    Gerade Motorradbekleidung für Damen wird oft in engen Schnitten angeboten. Entscheidend ist, wie sich die Kombi anfühlt, wenn man damit auf dem Motorrad sitzt. Da die meisten Fahrer gerne noch ein Shirt oder Funktionskleidung unter die Kombi ziehen, ist es sinnvoll, diese nicht allzu eng zu kaufen. Sie sollte nicht die Schultern und Arme in ihrer Beweglichkeit einschränken. Das Auf- und Absteigen vom Bike sollte problemlos mit der Motorradhose funktionieren. Gleichzeitig ist zu bedenken, dass Leder ein Naturmaterial ist, das sich nach einiger Zeit etwas ausdehnt. Viele Biker tragen die Kombi erst einmal ein, bevor sie damit aufs Motorrad steigen.
  • 6.2 Kann man eine Lederkombi waschen?

    Will man seine Motorrad-Lederkombi reinigen, kann man dafür auch Wasser verwenden. Entweder man putzt sie mit einem feuchten Schwamm und sanfter Seife oder man steckt sie in die Waschmaschine und startet den Schonwaschgang. Aufs Schleudern sollte man unbedingt verzichten. Nach dem Reinigen die Kombi zum Trocknen aufhängen und mit Lederpflege einreiben. Alternativ kann man die Kombi auch in eine Textilreinigung geben. Im Zweifel sollte man immer die Angaben vom Hersteller beachten.
  • 6.3 Was trägt man am besten unter einer Lederkombi?

    Egal, ob man im Sommer oder Winter fahren möchte – es ist sinnvoll, unter der Motorradkombi noch eine Schicht Kleidung zu tragen. Diese absorbiert den Schweiß und kann leichter gereinigt werden als die Motorrad-Lederjacke selbst. Die meisten Biker empfinden es am angenehmsten, Funktionswäsche unter der Lederkombi zu tragen. Diese ist nahtlos und scheuert daher nicht. Außerdem reguliert sie die Körpertemperatur auf angenehme Weise unter der schwarzen Tierhaut.
  • 6.4 Wozu dient der Höcker an einigen Lederkombis?

    Der Rückenhöcker oder Buckel findet sich vor allem an Motorradjacken für Herren und kommt aus dem professionellen Motorsport. Dort dient er der Aerodynamik, also der Minimierung von Luftwiderstand beim Fahren. Diese Funktion spielt in der Kaufberatung aber keine Rolle, da sie bei nicht-professionellen Fahrern nicht zum Tragen kommt. Allerdings schützt der Buckel im Falle eines Sturzes davor, dass der Hals nach hinten überstreckt wird, indem er den Bewegungsspielraum des Helms nach hinten begrenzt.

Im folgenden Produkttest erfahren Sie, wie sich Motorrad-Lederkombis gegenüber Textilprodukten schlagen:

  • Alpinestars
  • Held
  • Dainese
  • ixs
  • Berek
  • Tschul
  • German Wear
  • livin4limit
  • Büse