Das Wichtigste in Kürze
  • Sie können Ihr Motorrad mit einer Alarmanlage ausstatten, um bei einem versuchten Diebstahl rechtzeitig informiert zu werden. Gleichzeitig verhindert eine effektive Wegfahrsperre, dass das Bike bewegt werden kann.
  • Je nach Art des Motorrads und dem Einsatzort sind Motorrad-Alarmanlagen mit einem akustischen Alarm (das Motorrad befindet sich in Ihrer Nähe) oder Motorrad-GPS-Tracker mit einem stillen Alarm (entfernter Standort) sinnvoller.
  • Achten Sie bei einer Kaufberatung darauf, dass die Motorrad-Alarmanlage Ihrer technischen Ausrüstung entspricht. Wenn Sie kein leistungsfähiges Smartphone besitzen, können Sie auf die Alarmanlage mit App verzichten und besser eine Motorrad-Alarmanlage mit Pager wählen.

motorrad alarmanlage fernstart

Sie lieben es, mit dem Motorrad unterwegs zu sein? Dann legen Sie sicher auch Wert auf eine gute Ausrüstung, ein hochwertiges Zubehör und pflegen Ihr Motorrad auch dementsprechend. Ihre Fürsorge sollte nicht enden, wenn Sie Ihr Bike nach einer Ausfahrt abstellen. Mit einer Motorrad-Alarmanlage sichern Sie Ihr Motorrad vor einem Diebstahl ab.

Tritt doch einmal der schlimmste Fall ein, orten Sie den Dieb über ein eingebautes GPS-System. In dem Ratgeber von Vergleich.org stellen wir Ihnen die unterschiedlichen Arten von Motorrad-Alarmanlagen vor und geben Ihnen Tipps, worauf Sie achten sollten, wenn Sie eine Motorrad-Alarmanlage kaufen.

1. Elektronisch, analog und digital: Welche Arten von Motorrad-Alarmanlagen gibt es?

Es wird hier und in Motorrad-Alarmanlagen-Tests im Internet grundsätzlich zwischen zwei Kategorien von Motorrad-Alarmanlagen unterschieden, die verschiedene Bedürfnisse befriedigen:

  • Klassische Alarmanlagen für Motorroller und Motorräder reagieren auf das Bewegen der Maschine. Sobald Unbefugte versuchen, das gesicherte Motorrad zu bewegen, wird die Wegfahrsperre aktiviert und/oder es erklingt ein Alarm.
  • Motorrad-Alarmanlagen mit einem integrierten GPS-System geben einen stillen Alarm und sind bestens geeignet, um den Weg des Diebes zu verfolgen. Somit kann die Polizei bei einem Diebstahl die Verfolgung aufnehmen und das Motorrad sicherstellen.

Lernen Sie in den folgenden Abschnitten die Vor- und Nachteile der verschiedenen Typen von Motorrad-Alarmanlagen kennen.

funk motorrad alarmanlage

1.1. Funkalarmanlage und Wegfahrsperre: Umfassender Diebstahlschutz für Motorräder

Die am meisten genutzten Motorrad-Alarmanlagen haben eine integrierte Wegfahrsperre und sind per Funk über eine Fernbedienung steuerbar. Nachdem der Motorradfahrer seine Maschine abgestellt hat, kann er dabei mit Hilfe einer Fernbedienung die Motorrad-Alarmanlagen scharf stellen. Nähert sich jemand dem Motorrad und versucht es zu bewegen, bemerkt das der eingebaute Lagesensor, der über einen eingebauten Mikroprozessor gesteuert wird. Es gibt auch Wegfahrsperren, die nur auf Erschütterungen reagieren und nicht so sensibel wie Alarmanlagen mit Lagesensor sind, der wie ein Bewegungsmelder funktioniert.

Es wird zumeist umgehend die Wegfahrsperre aktiviert und gleichzeitig wird der Alarm ausgelöst. Je nach Modell erklingt nun ein enorm lauter Alarm und oftmals wird damit auch die Lichtmaschine des Motorrads aktiviert. In jedem Fall lenkt der vermeintliche Dieb die Aufmerksamkeit auf sich, die Wegfahrsperre hindert ihn zusätzlich, das Motorrad zu stehlen.

Solche Funk-Alarmanlagen für Motorräder werden über eine Fernbedienung gesteuert. Neben dem Aktivieren und Deaktivieren des elektronischen Diebstahlschutzes bietet sich hier meistens auch die Funktion des Fernstarts an, die in Motorrad-Alarmanlagen-Tests im Internet immer als wichtiges Bewertungskriterium gilt. Außerdem lässt sich bei vielen Modellen die Empfindlichkeit der Alarmanlage über die Fernbedienung in Stufen einstellen.

  • für alle Motorradtypen nutzbar
  • der laute Alarm und der optische Alarm wirken abschreckend
  • Motorrad ist nicht bewegbar
  • bei günstigen Motorrad-Alarmanlagen kann durch das Durchtrennen der Kabel der Alarm verhindert werden
  • bei Diebstahl gibt es kein Tracking
  • Einbau ist etwas aufwändiger

1.2. GPS und Pager: Stiller Alarm und Verfolgung des Diebes

Eine smarte Motorrad-Alarmanlage funktioniert per GPS und Pager. Versucht jemand das Motorrad zu bewegen und ist dabei die Alarmanlage scharf geschaltet, bekommt der Besitzer über eine spezielle App, die vorab installiert werden muss, eine Meldung.

Er weiß also umgehend, dass gerade sein Motorrad gestohlen wird und dank der GPS-Einrichtung kann er die Route auch verfolgen.

GPS Tracker mit Mikrofon

Seit April 2018 sind GPS Tracker mit eingebautem Mikrofon verboten. Die Bundesnetzagentur (BNetzA) definiert diese als „verbotene Sendeanlage“, weshalb sie weder verkauft noch besessen werden dürfen.

Über die App schickt der Besitzer diese Daten direkt an die Polizei, die die Verfolgung aufnehmen kann. Die Lokalisierung ist dank der Übertragung per Satellit sehr genau. Gleichzeitig erlauben es solche Motorrad-Alarmanlagen, die Geschwindigkeit des Motorrads über die Smartphone-App zu drosseln.

Solche Alarmanlagen für Motorräder verfügen oft über einen eingebauten Akku, der das System mit Energie versorgt, wenn die Motorradbatterie leer ist. Das hat den enormen Vorteil, dass Diebe die Motorrad-Alarmanlage durch das Kappen der Elektronik nicht deaktivieren können.

Die leistungsfähigsten und besten Motorrad-Alarmanlagen besitzen oftmals weitere praktische Features und Zubehör wie eine Wegfahrsperre oder einen Bewegungsmelder mit einem lauten Alarmsignal. Damit wird die Hürde, die Diebe nehmen müssen, noch einmal höher.

Ein Nachteil kann es sein, wenn durch die Nutzung vieler Funktionen die Lebensdauer des Akkus beeinträchtigt wird, zudem liegt der Preis für solche Alarmanlagen höher als bei einfachen Motorrad-Alarmsystemen. Trotzdem gehören GPS-Tracker mit Diebstahlschutz oftmals zu den Siegern in Motorrad-Alarmanlagen-Tests im Internet.

  • vielseitiger Schutz durch GPS-Tracking, Drosselung und akustischen Alarm
  • Lokalisierung und Steuerung des Motorrads über App
  • GPS-Funktion kann bei einzelnen Anbietern Kosten verursachen
  • Lebensdauer des Akkus kann eingeschränkt sein

1.3. Bremsscheibenschloss

motorrad alarmanlage bremsscheiben

Bremsscheibenschlösser mit Alarmfunktion sind besonders einfach und günstig.

Ein Klassiker ist das Bremsscheibenschloss. Haben Sie Ihr Motorrad abgestellt, schließen Sie es mit dem Schloss ab und aktivieren die Alarmanlage. Versucht nun jemand unerlaubt das Schloss zu öffnen, erklingt zunächst ein kurzer Warnton, den Sie auch hören, wenn Sie das Schloss mit einem Schlüssel öffnen.

Probiert die Person weiterhin, das Schloss ohne Schlüssel zu öffnen, erklingt ein lauter Alarmton, der in einer belebten Umgebung Aufmerksamkeit erregt. Solche Modelle überzeugen durch ein sehr einfaches Handling und einen günstigen Preis.

2. Kaufkriterien für Motorrad-Alarmanlagen: Warum sollte man genau überlegen, was man wirklich braucht?

Motorrad-Alarmanlage-Test

Motorrad-Alarmanlagen sollten nach den persönlichen Lebensumständen ausgewählt werden.

Bei der Auswahl einer Alarmanlage für Ihr Motorrad sollten Sie nicht nur auf die Marke, sondern vor allem auf die Funktionsweise und die Eigenschaften des jeweiligen Gerätes achten. Es hängt entscheidend von Ihren persönlichen Lebensumständen ab, welche Alarmanlage am besten für Sie geeignet ist.

Hier stellen wir von Vergleich.org die drei wichtigsten Kauffaktoren vor, die auch in unserem Motorrad-Alarmanlagen-Vergleich 2020 berücksichtigt werden.

2.1. Technologie: Beachten Sie Ihr technisches Verständnis

Bei der Auswahl der Motorrad-Alarmanlage sollten Sie bedenken, welche technischen Voraussetzungen Sie erfüllen und wie hoch der Aufwand für den Schutz Ihres Motorrades sein darf. So benötigen Sie keinen Motorrad-GPS-Tracker mit stillem Alarm, wenn Sie gar kein Smartphone besitzen, über das Sie informiert werden könnten.

Tipp: Grundsätzlich gilt, dass Sie eine Motorrad-Alarmanlage wählen sollten, mit deren technischen Möglichkeiten Sie vertraut sind.

2.2. Alarmtyp: Standort des Motorrads beachten

Vor dem Kauf einer Motorrad-Alarmanlage sollten Sie über die angedachte Nutzung des Zubehörs nachdenken. Eine Alarmanlage mit akustischem Signal ergibt nur dann Sinn, wenn Sie das Motorrad in der Nähe Ihrer Wohnumgebung abstellen.

Kommt es dann zu einem versuchten Diebstahl, können Sie unmittelbar handeln. Dasselbe gilt für einen optischen Alarm, indem die Scheinwerfer blinken. Stellen Sie Ihr Motorrad in einer angemieteten Garage ab, die in einem unbewohnten Gebiet liegt, sind diese Alarmtypen nicht geeignet.

Ein stiller Alarm, der Sie über den versuchten Diebstahl per SMS informiert, in Kombination mit einem GPS-Tracker ist hier sehr viel sinnvoller.

2.3. Lautstärke: Achten Sie auf die Umgebung

Damit eine Alarmanlage auch gehört wird, sollte sie ausreichend laut sein. Die ausgewählten Motorrad-Alarmanlagen mit akustischem Alarm von Vergleich.org haben alle eine Lautstärke zwischen 110 dB und 125 dB.

motorrad alarmanlage mit pager

Über Lichtsignale kann zusätzlich zum akustischen Alarm Aufmerksamkeit geschaffen werden.

Ob die etwas leisere Anlage ausreichend ist oder es doch die lautere sein soll, hängt auch von der Umgebung ab, in der Sie Ihr Motorrad abstellen möchten. Handelt es sich um eine eher ruhige Nebenstraße oder einen Hinterhof, reicht die Motorrad-Alarmanlage mit 100 dB aus.

An lauteren Straßen oder wenn sich die Garage, in der Sie das Bike abstellen, etwas abseits des Wohnhauses befindet, empfehlen wir von Vergleich.org den Kauf einer Alarmanlage mit 125 dB.

Lautstärke in Dezibel Ursachenbeispiel
20 bis 40 dB Weckerticken
40 bis 60 dB Gesprächslautstärke, Radio im Hintergrund
60 bis 80 dB vorbeifahrendes Auto, lautes Gespräch, Rasenmäher
80 bis 110 dB vorbeifahrender LKW, Motorsäge
110 dB Diskolautstärke, Presslufthammer, Kreissäge
120 dB Schmerzgrenze
125 dB Explosionen, Rockkonzert

3. Montage: Ist das Einbauen von Motorradalarmanlagen ohne Profis möglich?

motorrad alarmanlage einbauen

Wenn Ihr Motorrad beim Kauf noch keine Alarmanlage integriert hat, dann können Sie Ihren Roller oder das Bike auch nachrüsten. Dazu müssen Sie nur die Motorrad-Alarmanlage eines Herstellers wählen, dessen Alarmanlagen und ggfs. Zubehör für Ihren Roller oder Ihr Bike geeignet sind.

In der Regel liegt dem Alarmanlagen-Set alles bei, was für die Installation am Motorrad benötigt wird. Eine ausführliche Bedienungsanleitung hilft dabei, Schritt für Schritt den Aufbau zu vollziehen.

motorrad alarmanlage app

Smarte Motorrad-Alarmanlagen werden über eine App auf dem Smartphone gesteuert.

Eine Motorrad-Alarmanlage mit akustischem Signal und Wegfahrsperre kann mit etwas technischem Verständnis selbstständig eingebaut werden. Dazu müssen die Kabel der Alarmanlage lediglich mit den notwendigen Kabeln verbunden werden. Kommt es zu dem Versuch eines Diebstahls, werden je nach Typ der Alarmanlage beispielsweise die Verbindungen zur Zündung unterbrochen.

Um die Alarmanlage einzubauen, wird lediglich die Sitzbank, unter der sich die Technik des Motorrades befindet, abgeschraubt. Auch in einem Roller hat eine Alarmanlage Platz, da sie nur wenige Zentimeter groß ist. Alternativ gibt es Motorrad-Alarmanlagen, die mit einem Magneten an der Maschine angebracht werden.

Auch ein GPS-Tracker wird im Innenraum des Motorrades verbaut. Dazu wird dieser an die Batterie angeschlossen. Etwas komplizierter ist der Einbau, wenn in multifunktionalen Motorrad-Alarmanlagen auch die Lichtanlage gesteuert werden soll. Dann braucht es gute Kenntnisse oder einen Techniker, der die notwendige Verkabelung macht.

Tipp: Die etwas teureren Modelle, die auf GPS basieren, haben häufig einen integrierten Akku, der regelmäßig aufgeladen werden sollte. Ist dieser Notfallakku leer, kann das System keine Nachricht an das Smartphone schicken.

4. Fragen und Antworten rund um das Thema Motorrad-Alarmanlagen

Motorrad Alarmanlage Diebstahlschutz

Es gibt eine große Auswahl an Motorrad-Alarmanlagen mit verschiedenen Funktionen. Hier beantworten wir Ihnen die zwei häufigsten Fragen, die beim Kauf einer Alarmanlage für Motorroller und Bikes entstehen.

4.1. Was ist der Unterschied zwischen einer Motorrad-Alarmanlage mit Pager und einer mit App?

Sowohl Motorrad Alarmanlagen mit App als auch mit Pager sind Funk-Alarmanlagen und beide gehören bei Tests im Internet immer wieder zu den Motorrad-Alarmanlagen-Testsiegern.

Der Pager ist zumeist ein kleines Gerät, das wie eine Fernbedienung funktioniert. Damit lässt sich das Motorrad auch aus der Ferne starten bzw. der Alarm aus- und anschalten. Sie funktioniert wie eine Fernbedienung und wird gern am Schlüsselbund befestigt.

Arbeitet eine Motorrad-Alarmanlage mit einer App, installieren Sie diese auf Ihrem Smartphone. Über diese App können Sie dann dieselben Funktionen nutzen wie mit einem klassischen Pager. Der Vorteil an einer Alarmanlagen-App: Sie haben sie mit Ihrem Handy immer bei sich und können den Pager nicht verlieren.

4.2. Wie wird die Motorrad-Alarmanlage mit Strom versorgt?

Es gibt unterschiedliche Formen der Energieversorgung. Bremsscheibenschlösser mit Motorrad-Alarmanlage werden direkt an der Bremsscheibe angebracht und funktionieren mit Batterien.

Motorrad Alarmanlage SMS

Über einen GPS Tracker mit Diebstahlschutz erhalten Sie alle Informationen auf Ihr Smartphone.

Alarmanlagen, die in dem Motorrad verbaut sind, werden oftmals über die Motorradbatterie mit Strom versorgt. Einige Modelle verfügen über einen Notfallakku, damit die Funk-Alarmanlage auch ohne Batterie Alarm geben.

Bisher gibt es noch keinen Motorrad-Alarmanlagen-Test der Stiftung Warentest. Sollte ein solcher Test erscheinen, werden sicher auch die Energieversorgung und Akkuleistung eine gewichtige Rolle in der Bewertung spielen, wie es bei anderen Motorrad-Alarmanlagen-Tests im Internet der Fall ist.