Das Wichtigste in Kürze
  • Kühlerfrostschutz basiert auf Glykol und bewahrt Ihren Motor auch vor Korrosion und Überhitzung. Dabei unterscheidet man zwischen silikathaltigen und silikatfreien Gemischen.
  • Ganz maßgeblich für den Kühlerfrostschutzmittel-Kauf sind die Herstellerangaben. Es gibt mehrere Varianten, aber nur die Information in dem Handbuch Ihres Autos sagt, was Sie benutzen müssen.
  • Etwa alle zwei Jahre ist der Komplettaustausch der Kühlerflüssigkeit anzuraten, weil die chemische Wirkung mit der Zeit nachlässt und Ihr Motor anfällig für Rost und Frost werden kann.

Kühlerfrostschutz Test
Wenn man an immer wiederkehrende Aufgaben bei der Autopflege denkt, fallen spontan wohl die üblichen Dinge ein: Tanken, Autowäsche, Reifenwechsel, Ölstandprüfung und das Auffüllen der Scheibenwischanlage. Womit man mitunter scheinbar gar nicht in Berührung kommt, ist das Kühlwasser im Motorkühler. Viele Autofahrer lassen das bei der routinemäßigen Inspektion oder TÜV-Prüfung kontrollieren und eventuelle Missstände beheben.

Wenn das aber mal untergeht, kann der entstehende Schaden enorm sein. Insbesondere im Winter geht nichts mehr, wenn die Flüssigkeit kein Kühlerfrostschutz ist. Dazu kommt, dass der gefühlte Kühlerfrostschutz-Testsieger genau der falsche für Ihr Fahrzeug sein kann. Welche Stolperfallen drohen und worauf Sie achten müssen, erklären wir Ihnen in unserem Kühlerfrostschutz-Vergleich 2020.

1. Welche Aufgaben erfüllt Kühlerfrostschutz?

FrostschutzFrostschutz fürs Kühlwasser ist mittlerweile Standard beim Autozubehör. Die Kühlflüssigkeit leitet die Wärme, die der Motor im Betrieb produziert, effektiv ab und verhindert, dass dieser überhitzt und Schaden nimmt.

Auf den Kühler ist der Motorblock das ganze Jahr über angewiesen. Wenn die Temperaturen im Winter in den Minusbereich sinken, wird es für die Kühlflüssigkeit auch unangenehm, wenn sie nicht mit einem Gefrierschutzmittel ausgestattet ist.

Kühlerfrostschutz

Kühlerfrostschutz, wie hier von der Ur-Marke Glysantin, schützt auch vor Rost und Überhitzung.

Ohne diesen verwandelt sie sich in Eis, dehnt sich aus und kann Leitungen, Schläuche, die Wasserpumpe und auch den ganzen Motorraum empfindlich beschädigen, sodass die Fahrtüchtigkeit Ihres Gefährts im schlimmsten Fall nicht mehr gegeben ist.

Zudem sind im Flüssigkeitsmix praktischerweise Stoffe enthalten, die die Metalle vor innerer Korrosion bewahren, denn Rost ist hier von außen kaum festzustellen. Und um die Aufgabenvielfalt komplett zu machen, ist Kühlerfrostschutzmittel auch als Schmiermittel gebräuchlich.

In unserem Kühlerfrostschutz-Vergleich bringen wir Ihnen in mehreren Kapiteln Klarheit über wichtige Unterscheidungsmerkmale und helfen Ihnen mit unserer Kaufberatung. Zuvor haben wir Ihnen die grundlegenden Vor- und Nachteile von Kühlerfrostschutz aufgelistet:

  • schützt vor Frostbildung der Kühlflüssigkeit
  • verhindert Korrosion und Überhitzung des Motors
  • meistens ist Kühlerfrostschutz günstig
  • falsche Wahl kann Motor schaden
  • Farben und Kürzel verwirren viele Kunden

2. Mit oder ohne Silikat? Das Handbuch gibt Aufschluss

Generell unterteilt man diese Entwicklungen in drei Kategorien von Kühlerschutz-Typen:

2.1. Hybrid (enthält Silikat)

Vorsicht, Säuregefahr!

Als die Entwicklung von Kühler-frostschutz noch am Anfang war, gab es von Volkswagen nur die beiden Produkte G11 und G12. Eines war silikathaltig, das andere silikatfrei. Unklarheit bestand damals, ob man diese arglos mischen durfte. Das Resultat war verheerend: beißende Säure entstand und zerfraß Schläuche und Metall. Auch heute wird dringend davon abgeraten. Sie können aber sehr wohl beispielsweise den Kühler-frostschutz G12 von BASF mit einem G12-Gemisch eines Konkurrenten mischen. Die beste Empfehlung ist aber stets ein Komplettaustausch.

In den ersten Kühlerfrostschutz-Präparaten war Silikat standardmäßig enthalten. Bei dieser Komponente handelt es sich um sandartige Salze und Esterverbindungen von Kieselsäure. Sie sorgen im Motor für eine Schutzschicht, die sich auf die Metall-Oberflächen legt und somit Rostbildung abblockt. Gleichzeitig sind sie in der Lage, Ablagerungen mechanisch abzureiben und so das Motorinnere sauber zu halten.

Da silikathaltige Frostschutzmittel fürs Kühlwasser mit der Zeit an Wirkung verlieren, müssen sie etwa alle zwei Jahre oder 60.000 km zurückgelegter Fahrstrecke ausgetauscht werden. Hybrid-Mischungen verbinden organische und anorganische Bestandteile miteinander, um die Korrosion zu verhindern.

2.2. OAT (ohne Silikat)

Silikat

Silikate kommen in der freien Natur vor.

Den Schutz vor Rost bewerkstelligen solche Frostschutzmittel im Kühler mit organischen Salzen. Diese Mischungen halten länger, da die Salze länger wirken als die anorganischen, künstlichen Silikate. So kann ein Wagen mit einem solchen Kühlerfrost-schutzmittel unter Umständen auch drei bis vier Jahre fahren.

Das ersetzt aber nicht den Check durch Sie. Ist kaum noch Kühlflüssigkeit im Kühler oder fahren Sie viel mit dem Auto, kann dieser Richtwert schnell Makulatur sein.

2.3. Si-OAT (enthalten Silikat)

Eine neuere Entwicklung vermischt erneut organische Salze und anorganische Silikate miteinander. Bislang wird Kühlwasser-Frostschutz dieser Prägung vorrangig in Modellen und Marken der Volkswagen-Gruppe (VW, Audi, Porsche, Seat, Skoda, Bentley) sowie neueren LKWs von Mercedes und MAN benutzt.

3. Was bedeuten die G-Kürzel beim Kühlerfrostschutz?

Außer bei alten Porsche 911er-Modellen, der CV2 Ente des französischen Herstellers Citroen und dem klassischen VW Käfer, die allesamt noch mit Luft gekühlt wurden, sind Autos flächendeckend auf Flüssigkeit angewiesen, die im Kühlsystem die Wärme abtransportiert. Der Autobauer Volkswagen und der Chemiekonzern BASF waren federführend in der Produktion von Kühlflüssigkeit. Sie entwickelten unabhängig voneinander zwei Standards, die sich auf dem Markt durchgesetzt haben und mit dem Kürzel G und einer darauffolgenden Zahl voneinander unterschieden werden können.

Das ergibt aktuell (Stand: Dezember 2016) die folgende Einordnung:

Typ Beschreibung

Hybrid

Volkswagen: G11
BASF: G48, G05

OAT

Volkswagen: G12, G12+, G14, G15
BASF: G30, G33, G34

Si-OAT

Volkswagen: G12++, G13
BASF: G40, GG40

Angaben beachten: Motoren sind baulich stets komplexer geworden und werden auch bei der Zusammenstellung unterschiedlicher Materialien immer individueller. Aluminiumlegierungen ändern sich und ehe man sich versieht, vertragen sie sich nicht mehr gut mit Silikat, obwohl das beim Vorgängermodell noch kein Problem war. Deswegen ist ein Blick ins Handbuch Ihres Autos unumgänglich, um den für Ihren Wagen besten Kühlerfrostschutz zu finden.

4. Was sagt die Farbgebung über den Kühlerfrostschutz aus?

Kühlerfrostschutz nachfüllen

Die Farbe sagt beim Kühlerfrost-schutz nichts über Wirksamkeit oder inhaltliche Zusammensetzung aus.

Sehr auffällig ist, dass es beim Antifrost-Mittel für das Kühlwasser unterschiedliche Farbtöne gibt. Neben rotvioletter Färbung findet sich auch grün-bläulicher und gelber Kühlerschutz. Grundsätzlich ist wichtig zu betonen, dass beim Kühlerfrostschutz Farben keinerlei Aussagekraft über die Wirksamkeit des Produkts haben.

Ebenfalls wird fälschlicherweise von vielen Kunden angenommen, dass sie anhand der Färbung Rückschlüsse auf die chemischen Inhaltsstoffe ziehen können. Soll heißen: nur weil er grün ist, ist das kein Garant dafür, dass Sie einen silikatfreien Kühlerfrostschutz kaufen. Jeder Hersteller von Kühlerfrostschutzmittel hat bei der Wahl der Farbe die komplette Gestaltungsfreiheit, weshalb der Blick ins Handbuch und die Abgleichung des richtigen Kürzels alternativlos ist.

5. Welche Hersteller von Kühlerfrostschutz sind beliebt?

Bei BASF wurde der Name des bis heute erhältlichen Glysantin für viele Kunden zum Synonym für Kühlerfrostschutz. Volkswagen und BASF waren zwar die entwicklerischen Vorreiter und haben die Kürzel auf dem Markt etabliert, doch mit der Zeit haben sich mehrere Konkurrenz-Hersteller versammelt, die zwar der ähnlichen Rezeptur folgen, aber genauso brauchbare Marken-Produkte herausgebracht haben. Wir zeigen Ihnen einige davon:

  • BASF
  • Volkswagen
  • Cartechnik
  • Protecton
  • Mannol
  • KasoTec
  • Pemco
  • Febi Bilstein
  • Caramba
  • Rowe
  • Motul
  • Kuler
  • Eurolub
  • Motorex
  • Mopar
  • Kolda
  • Nigrin

Kühlerfrostschutz mischen

6. Fragen und Antworten rund um das Thema Kühlerfrostschutz

6.1. Was sagt die Stiftung Warentest zu Kühlerfrostschutzmitteln?

Glykol

Nicht verwechseln: Scheibenfrostschutz-mittel bekämpfen Eis beim Wischwasser und gehören nicht in den Kühler! zu unserem Vergleich von Scheibenfrostschutzmittel geht es hier.

Eher in die Kategorie Kurioses fällt, was wir bei der Stiftung Warentest zum Thema Kühlerfrostschutz-Test gefunden haben. Das Testportal verweist auf einen historischen Artikel aus dem Jahr 1966, in dem man einem der geprüften Kühlmittel einen Totalausfall bescheinigte.

Was auffällt: schon damals schützten die Produkte allesamt gegen Frost und die meisten auch gegen Korrosion. Wie auch die meisten Kühlerfrostschutz-Tests zeigen, gibt es bei den heutigen, technischen Entwicklungen und chemischen Kenntnissen in dieser Hinsicht quasi keine Schwachstellen mehr.

6.2. Wie entsorge ich Kühlerfrostschutz?

Wenn Sie alten Kühlerfrostschutz aus dem Kühlertank abgelassen und aufgefangen haben oder eine abgestandene Packung loswerden wollen, weil Sie sich ob des Wirkungsgrads nicht mehr sicher sind, ist eine fachgerechte Entsorgung Pflicht. Einfach in den Hausmüll können die giftigen Chemikalien nicht entsorgt werden. Die richtigen Anlaufstellen wären etwa ein Schadstoffmobil oder ein Abfallbetrieb, der diese Art von Sondermüll annimmt.

6.3. Welches Wasser soll ich zum Mischen verwenden?

Wenn Sie Kühlerfrostschutz nicht schon als Fertigmischung, sondern als Konzentrat gekauft haben, müssen Sie es noch in das richtige Mischverhältnis setzen. Dabei helfen für gewöhnlich die Herstellerangaben. Bei der Frage, welches Wasser zum Mischen verwendet werden sollte, gibt es die klare Empfehlung, destilliertes Wasser zu verwenden.

Es ist chemisch gereinigt und weist keinerlei Kalk auf, der sich (anders als bei hartem oder weicherem Wasser) im Kühler oder den Schläuchen ablagern könnte. Zudem können bestimmte Bestandteile der Anti-Korrosionswirkung von zu hartem Wasser neutralisiert werden.

Destillierter Irrtum: Chemisch von allen Nährstoffen und Salzen gereinigtes Wasser reichert diese an, indem es sie aus der Umgebung, in der es sich befindet, herauslöst. Aufgrund dieses Vorgangs sind des Öfteren Stimmen zu hören, die von der Benutzung destillierten Wassers abraten, weil es das Kühlsystem angreift und für Rost sorge. Füllen Sie es pur in den Kühler, mag das sogar stimmen. Bedenken Sie jedoch, dass es durch die Vermischung mit dem Kühlerfrostschutz-Konzentrat bereits nicht mehr neutral ist und diese schädliche Wirkung nicht mehr entfaltet. Nicht umsonst empfehlen die Hersteller diese Art des Wassers als die optimale Lösung.

6.4. Wie erkenne ich, ob das Kühlerfrostschutzmittel gewechselt werden muss?

Frostschutzprüfer

Ein Frostschutzprüfer gibt an, bis zu welchen Tiefsttemperaturen der Schutz noch gegeben ist.

Auf den Behältern vom Motor-Frostschutz finden sich Empfehlungen, wie lange er sich im Kühler aufhalten sollte. Daran sollten Sie sich dringend halten, doch es kann nicht schaden, den Füllstand zwischendurch zu überprüfen.

Wenn Sie überprüfen wollen, wie wirksam die Kühlflüssigkeit noch ist, gibt Ihnen ein Frostschutzprüfer, auch Messspindel genannt, Aufschluss darüber. Einfach ins Wasser halten und auf die Skala schauen, welche Gradzahl angezeigt wird. Das ist die ermittelte Tiefsttemperatur, bis zu der das Kühlwasser vom Frostschutz noch vor der Eisstarre geschützt wird.

Wird nur noch eine Gradzahl von -20 °C oder wärmer angegeben, sollte ein Austausch stattfinden. Auch, wenn der Gefrierpunkt von normalem Wasser noch lange nicht in Sicht ist, können Winter in manchen Regionen auch unvorhergesehen eisig werden und schon stehen der Motor und Sie vor Problemen.

Ein anschauliches Video, in dem Sie die Benutzung eines solchen Frostschutzprüfers sehen können, finden Sie hier: