Das Wichtigste in Kürze
  • Handtrainer haben die Wirkung, Finger, Hände und Unterarme zu kräftigen. So kann ein Handtrainer ideal fürs Klettern bzw. als Ergänzung des Klettertrainings eingesetzt werden, da er die Muskulatur in der Hand stärkt.
  • Entscheidend für gelungene Handtrainer-Übungen ist der passende Widerstand: Anfänger sollten, je nach körperlicher Voraussetzung, zunächst mit geringen Widerständen von maximal 30-50 kg starten. Fortgeschrittene können sich bereits an Widerstände jenseits der 60-kg-Grenze heranwagen.
  • Auch im Rahmen einer Therapie können Handtrainer mit geringen Widerständen wertvolle Dienste leisten. So können Gelenke, Muskeln und Sehnen beispielsweise bei Arthrose oder nach operativen Eingriffen wieder an Belastungen gewöhnt werden. Hier gilt natürlich noch stärker, dass ein langsames Herantasten mit leichten Widerständen empfehlenswert ist.

Handtrainer Test

Ihnen fehlt bei der Begrüßung der kräftige Händedruck, der Selbstbewusstsein und Bestimmtheit ausstrahlt? Oder trainieren Sie mit Hanteln, bei denen es auf einen sicheren und festen Griff ankommt? Auch für Kletterer ist es unabdingbar, alles im Griff zu haben, und nicht zuletzt Menschen mit Schmerzen in Händen, Handgelenken oder Unterarmen kann es gut tun, beispielsweise nach einer Verletzung etwas für die Kräftigung von Fingern, Händen und Armen zu tun. Hierfür eignen sich die Handtrainer, die unter anderem auch als Fingerhantel oder Fingertrainer bekannt sind, exzellent.

Wir haben uns die kleinen, aber effektiven Trainingsgeräte in unserem Handtrainer-Vergleich 2020 genau angeschaut und helfen Ihnen bei der Suche nach dem besten Handtrainer für Ihre Bedürfnisse – schließlich sind Handtrainer-Tests rar gesät, auch die Stiftung Warentest hat sich dem Thema noch nicht gewidmet. In unserer Kaufberatung erfahren Sie unter anderem, wie hoch der Trainingswiderstand der Fitnessgeräte sein sollte, für welche Zwecke die verschiedenen Handtrainer-Typen besonders geeignet sind und wie Sie Blasen an den Händen vermeiden können.

1. Handtrainer-Typen: Dienen Fingerhantel für den festen Griff, Handtrainer-Ringe und Bälle für das schonende Training?

In unserem Handtrainer-Vergleich unterscheiden wir vier Arten von Handmuskeltrainern. Alle sorgen für eine Kräftigung von Fingern, Händen und Unterarmen, alle Geräte sind also stets Hand- und Fingertrainer zugleich, da beides kaum isoliert voneinander trainiert werden kann. Und doch weist jede Kategorie häufig einen konkreten Trainingsfokus und spezielle Eigenschaften auf, die wir Ihnen im Folgenden näher vorstellen möchten.

Handtrainer-Kategorie Merkmale
Fingerhantel

Fingerhantel Test

  • besteht in der Regel aus einer Feder, von der zwei Griffe schräg vertikal abgehen
  • Griffe müssen gegen den Widerstand der Feder zusammengedrückt werden
  • erzeugen in der Regel den höchsten Widerstand (zum Teil über 100 kg, häufig zumindest 60-80 kg)
  • manche Modelle mit verstellbarem Widerstand
  • tendenziell kein Fingerhantel-Training einzelner Finger möglich
Fingertrainer

Handtrainer richtig benutzen

  • besteht in der Regel aus einer Fläche für den Handballen und vier separaten Auflagepunkten für die Finger
  • untere Fläche (Handballen) und obere Flächen (Finger) müssen gegen den Widerstand der Federn zusammengedrückt werden
  • jeder Finger – bis auf den Daumen – kann optimal separat trainiert werden
Griffball

Handtrainer Ball

  • Ball zum Trainieren der Hand – auch als Handtrainer-Ball für Handgymnastik oder als Knetball für die Handmuskeln bezeichnet
  • aus Gummi und häufig eiförmig
  • in der Regel recht niedriger Widerstand (unter 25 kg) – auch als Anti-Stress-Handtrainer verwendbar
  • weniger für Kraftaufbau, sondern eher für Entspannung, moderate Kräftigung und Förderung von Heilungsprozessen nach Verletzungen geeignet – Handtrainer kann beispielsweise bei Arthrose helfen
  • universal einsetzbar – zum Beispiel auch als Faszientrainer (Faszien = Teil des Bindesgewebes) unter den Fußsohlen
Handtrainer-Ring

Ring-Handtrainer

  • Ring zum Trainieren der Hand
  • aus Gummi und ringförmig
  • in der Regel recht niedriger Widerstand (unter 25 kg)
  • weniger für Kraftaufbau, sondern eher für Entspannung, moderate Kräftigung und Förderung von Heilungsprozessen nach Verletzungen geeignet
  • Besonderheit: Handtrainer-Ring wird nicht gepresst, sondern per Fingerkraft auseinander gedrückt
Suchen Sie den besten Handtrainer für das maximale Finger-, Hand- und Unterarmtraining, sollten Sie sich eine Fingerhantel kaufen.

Geht es Ihnen darum, vor allem einzelne Finger zu stärken, um beispielsweise die Saiten einer Gitarre besser greifen zu können, empfiehlt sich hingegen eher der Fingertrainer.

Für ein moderates Training, das sich unter anderem auch bei gesundheitlichen Problemen im Bereich Finger, Hand und Handgelenk eignet, sind Sie wiederum mit einem Griffball (auch Hand-Trainingsball genannt) oder einem Handtrainer-Ring am besten beraten.

2. Kaufkriterien für Handtrainer: Je höher der Widerstand, desto anspruchsvoller das Training?

Sie möchten Ihre Handmuskeln trainieren und dafür den passenden Handtrainer kaufen, wissen aber noch nicht so recht, worauf Sie dabei zu achten haben? Im Internet gibt es kaum Unterstützung in Form von Handtrainer-Tests, weswegen wir Ihnen in unserem Vergleich die wichtigsten Kaufkriterien vorstellen möchten. In Ergänzung zu den im ersten Kapitel bereits beschriebenen Typen sind folgende Aspekte besonders zu beachten:

  • maximaler Widerstand
  • verstellbarer Widerstand
  • Verarbeitungsqualität und Handhabbarkeit

2.1. Maximaler Widerstand: 10 kg für sanftes Training, ab 60 kg wird es sportlich

Handtrainer: Wie viel kg Widerstand und wie oft benutzen?

Bei der Klärung dieser Fragen sollten gesundheitliche Aspekte stets Vorrang genießen. Trainieren Sie immer nur so oft und so schwer, sodass keine Schmerzen entstehen. Insbesondere bei Reaktionen im Bereich des Handrückens und -gelenks sollten Sie eine Trainingspause einlegen und gegebenenfalls Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin halten.

Sollten Sie keine Schmerzen verspüren, können Sie theoretisch mehrmals am Tag mit beliebig schwerem Widerstand trainieren – vorausgesetzt, Sie gönnen den Sehnen und Muskeln auch Tage der Regeneration.

Möchten Sie Ihren Hand-Trainer weniger als Sport-Training, sondern eher als therapeutische Maßnahme hinzuziehen, um Schmerzen in Fingern, Händen oder Handgelenken zu mindern, sollte auch der Widerstand, der stets in kg bemessen wird, nicht zu hoch ausfallen. Für gesundheitliche Zwecke sollte das Trainingsgerät also im Idealfall zwischen 10 und maximal 30 kg liegen.

Bevorzugen Sie ein etwas intensiveres Sport-Programm, das gleichzeitig aber nicht die Handdruckkraft eines Sportlers erfordert, empfehlen wir Ihnen einen maximalen Trainingswiderstand von 30 (noch recht moderat) bis unter 60 kg (bereits recht anspruchsvoll).

Wollen Sie hingegen Ihre Handmuskeln trainieren, um besser klettern zu können, oder beim Hanteltraining einen sichereren Griff zu haben, sind Widerstände ab 60 kg empfehlenswert.

Um solche Werte zu finden, ist in der Regel eine Fingerhantel nötig. Bei 60, 70 oder auch 80 kg erwartet Sie ein intensives Handmuskeltraining, das gerade ungeübte Personen zu Beginn noch etwas überfordern könnte. Je höher der Widerstand letztlich ist, desto besser können Sie dafür Ihre Handkraft aufbauen. Bei einem Widerstand von über 100 kg erwartet Sie allerdings schon ein extrem intensives Krafttraining für die Hand.

Fingerhantel Übungen

2.2. Verstellbarer Widerstand: Ideal für Einsteiger, die ambitionierte Trainingsziele haben

Handtrainer Seerose

Verstellbarer Handtrainer – hier von 10 bis 40 kg Widerstand in sieben einstellbaren Stufen.

Manche Handtrainings-Geräte ermöglichen es, den Widerstand so einzustellen, dass er zum aktuellen Trainingsfortschritt passt. Möchten Sie also gerade mit dem Hand-Training beginnen, haben zugleich aber Ambitionen, in Zukunft kräftiger zudrücken zu können, ist ein verstellbarer Widerstand genau das Richtige für Sie.

Gleiches gilt für den Fall, dass mehrere Personen mit unterschiedlich ausgeprägter Hand-Muskulatur das Gerät nutzen, sodass der eine nicht mit zu viel und der andere nicht mit zu wenig Widerstand an seiner Griffkraft und Unterarm-Muskulatur arbeiten muss.

Möchten Sie eine besonders große Diskrepanz zwischen minimalem und maximalem Widerstand, empfehlen sich Geräte, die sich beispielsweise von rund 20 bis 80 kg einstellen lassen. Möchten Sie hingegen gar nicht in den allzu sportlichen Bereich abdriften, reichen womöglich bereits Modelle mit einstellbaren Widerständen von circa 10 bis 30 oder 40 kg.

In der Regel lässt sich der Widerstand nur bei Fingerhanteln variabel einstellen. Griffbälle und Handtrainer-Ringe hingegen werden häufig in 3er-Sets verkauft, bei denen jeder Ring bzw. Trainingsball für die Hand eine eigene bestimmte Widerstandsstärke aufweist. Der Widerstand variiert hier häufig in 5 kg-Schritten von ungefähr 13, 18 und 23 kg.

2.3. Verarbeitungsqualität und Handhabbarkeit: Profi-Equipment kann Blasen an den Händen verursachen

Hinsichtlich der Verarbeitungsqualität kommt es bei den Fingerhanteln, die mit Federn arbeiten, natürlich in erster Linie darauf an, dass ebendiese Federn lange halten und auch nach Jahren noch den gewünschten Widerstand bieten. Dies ist in der Regel der Fall – allerdings kann es bei manchem Produkten vorkommen, dass die Feder mit der Zeit zu quietschen beginnt. Gelegentlich können sich die Geräte (hier vor allem die Fingertrainer) auch ein wenig verhaken.

Möchten Sie sich mit derlei Problemchen nicht herumplagen, lohnt sich also der Griff zu einem hochwertig verarbeiteten Handtrainer.

Tipp! Ob ein günstiger Handtrainer von einer unbekannteren Marke oder ein kostspieligerer Handtrainer-Testsieger: Jedes Gerät kann nach einiger Zeit anfangen, zu quietschen. Deshalb lohnt es sich bei allen Geräten, die mit Federn und Gelenken arbeiten, eine regelmäßige Reinigung vorzunehmen und die unter besonderer Belastung stehenden Elemente gelegentlich auch zu schmieren bzw. zu ölen.

Carpe Diem Handtrainer Fingerhantel

Handtrainer vom Hersteller Carpe Diem mit separaten Griff-Überzügen.

Auch bei der Handhabbarkeit gibt es zwischen den unterschiedlichen Sport-Geräten für das Hand- und Unterarmtraining keine gravierenden Abweichungen.

Die Auffälligste ist wohl bei den Griffen vorhanden: Fingerhanteln, insbesondere diejenigen mit hohem Widerstand, weisen häufig keine Gummierung oder Schaumstoffüberzug an den Griffen auf.

Dies hat zur Folge, dass nach den ersten Trainingseinheiten Blasen an den Händen entstehen können – vor allem natürlich bei Trainierenden, die eine derartige Beanspruchung der Hände und Finger noch nicht gewohnt sind.

Lassen Sie die Blasen jedoch abklingen, wird die Haut widerstandsfähiger und das Problem hat sich nach wenigen Trainingseinheiten von alleine gelöst.

Möchten Sie es gar nicht soweit kommen lassen, empfehlen sich Handgriff-Trainer mit Schaumstoffgriffen oder zumindest Gummierungen, die einen guten Teil der entstehenden Reibung entschärfen.

6. Aus dem Internet und anderen Medien: Was sagen Handtrainer-Tests und weitere Berichte?