Das Wichtigste in Kürze
  • Fliegenruten, auch Fliegenfischruten genannt, sind Angelruten, welche speziell für die Angelmethode Fliegenfischen konstruiert sind. Da beim Fliegenfischen im Gegensatz zu anderen Angelmethoden kein zusätzliches Gewicht den Köderwurf beschleunigt, sondern das Gewicht der verwendeten Schnur, ist die Wurftechnik grundlegend anders. Dies wirkt sich wiederum auf den Aufbau der Rute und damit auch auf die entscheidenden Kaufkriterien aus. Zweifelsohne bilden das verwendete Material, die Rutenlänge und allem voran die Einteilung in die sogenannte AFFTA-Klasse die wichtigsten Kriterien, wenn Sie eine Fliegenrute kaufen wollen.

1. Was versteht man unter AFFTA-Klasse?

Bei den AFFTA-Klassen (American Fly Fishing Trade Association) handelt es sich um ein weltweit standardisiertes Maß zur Einordnung von Fliegenruten. Dem zugrunde liegt ein Messverfahren, welches das Keulengewicht einer Fliegenschnur auf den ersten 30 Fuß des Wurfes bestimmt. Daraufhin werden die Ruten in AFFTA-Klassen von 0 bis 15 eingeteilt.

Die Einteilung ist für Verbraucher eine große Hilfe, denn beim Fliegenfischen sollten Rute, Fliegenschnur und Rolle gut aufeinander abgestimmt sein. Beispielsweise sollte eine Fliegenrute der Klasse 5 auch eine Fliegenschnur der AFFTA-Klasse 5 führen. Eine Fliegenrute der Klasse 3 demzufolge auch eine Fliegenschnur der AFFTA-Klasse 3.

Für Anfänger sind Hintergründe zu Messverfahren und Rutenabstimmung anfangs nur schwer zu überblicken. Verzagen Sie nicht! Wählen Sie in diesem Fall am besten ein fertiges Fliegenruten-Set aus der Vergleichstabelle, wenn Sie bei der eigenen Zusammenstellung des Equipments noch unsicher sind.

2. Welche Fliegenrute eignet sich für welchen Zielfisch?

Hierbei handelt es sich um eine Gretchenfrage in Bezug auf Ihre Wahl der richtigen Fliegenrute. Und auch hier hilft die besagte AFFTA-Klassifizierung weiter.

Den verschiedenen AFFTA-Klassen sind bestimmte Zielfische zugeordnet. Die AFFTA-Klassen helfen demnach bei der Orientierung, wenn Sie sich für eine Fliegenrute aus dem Fliegenruten-Vergleich entscheiden müssen. Laut AFFTA-Klassifizierung eignen sich die Klassen für folgende Zielfisch:

  • 0 bis 3: Weißfische
  • 4 bis 5: Forellen und großer Weißfisch
  • 6 bis 8: große Forellen und kleinere Raubfische
  • 9 bis 10: Lachse, Huchen, größere Raubfische oder kleinere Meeresfische
  • 10 bis 15: große Salzwasserfische (z. B. Marlin oder Barrakuda)

Die AFFTA-Klasse der Rute wird entweder als „Klasse“ oder mit dem Symbol „#“ auf der Rute gekennzeichnet. Gerade im amerikanischen Raum ist auch das Kürzel „wt“ (weight line) verbreitet, welches die Schnurklasse angibt, die wiederum der AFFTA-Klasse entspricht.

Vereinfacht lässt sich festhalten, dass eine höhere AFFTA-Klasse eine schwerere Fliegenrute kennzeichnet. Je schwerer die Rute bzw. je höher die AFFTA-Klasse, desto schwerer der entsprechende Zielfisch.

Ein guter Einstieg in die Fliegenfischerei sind Ruten der Klassen 3 bis 5. Diese eignen sich besonders gut im Süßwasser des nord- und mitteleuropäischen Raums.

3. Wie beeinflussen Material und Länge die Leistung der Fliegenrute?

Wie diverse Fliegenruten-Tests im Internet zeigen, beeinflussen Länge und Material vor allem die maximal erreichbaren Wurfweiten und Wurfgeschwindigkeiten der Fliegenruten.

Je länger und flexibler die Rute, desto weitere Wurfentfernungen lassen sich erreichen. Materialien wie Kohlenstoff sorgen für leichte Ruten von unter 500 g Eigengewicht, mit denen sich auch einhändig bequem fischen lässt. Gerade für Anfänger, aber auch Kinder, sind Fliegenruten aus leichtem Kohlenstoff empfehlenswert.

Heutzutage setzen fast alle Hersteller bei der Konstruktion neuer Fliegenruten auf Kohlenstoff als Material. Kohlenstoff ist extrem leicht und dennoch besonders stabil.

Qualitätsunterschiede der Kohlefaser-Ruten lassen sich anhand der Herstellung ableiten. Häufig trifft man auf Angaben wie „IM 7 Carbon“ oder „30T Carbon“, wie bei Fliegenruten von Greys oder MAXIMUMCATCH.

Tatsächlich ist die Klassifizierung in „IM“-Gruppen nicht sonderlich hilfreich, da diesen kein einheitliches System zugrunde liegt, sondern die Kennzeichnung von den Herstellern nach unterschiedlichen Grundlagen vergeben wird.

Geeigneter zur Einordnung sind Angaben zum Herstellungsverfahren der Kohlenstoffruten, wenn diese sich auf den Pressdruck der Kohlefaser beziehen.

Beispielsweise wurden die Kohlefasern einer 40T-Kohlenstoff-Rute unter einem deutlich höheren Pressdruck pro Quadratzentimeter hergestellt, als die Kohlefasern einer 24T-Kohlenstoff-Rute. Man spricht diesbezüglich von der „carbon tonnage“ oder auch von „Tonnencarbon“.

Im Ergebnis sind Fliegenruten, die unter höherem Druck hergestellt werden, bei mindestens gleichwertiger Performance deutlich leichter. Sie gehören damit zu den besten Fliegenruten auf dem Markt. Daraus ergibt sich auch ihr höherer Preis.

Zudem wird neben dem Eigengewicht der blanken Ruten – umgangssprachlich „Blanks“ genannt – auch die Flexibilität maßgeblich durch das Material bestimmt. Glasfaser-Ruten gelten als leichte und extrem flexible Alternative zu Kohlefasern.

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