Das Wichtigste in Kürze
  • Mit einem Fernglas mit Entfernungsmesser können Sie Objekte vergrößern und bestimmen, wie groß die Distanz zwischen Ihnen und dem mit dem Fernglas fixierten Objekt ist.
  • Es gibt Ferngläser, die automatisch über einen Laserentfernungsmesser die Distanz messen können und Ferngläser, bei denen Sie die Messung über eine Skala auf dem Okular und einem Drehrad am Fernglas vornehmen.
  • Laserbasierte Ferngläser mit Entfernungsmesser sind bequemer und messen genauer als die Ferngläser mit einer Skala auf dem Okular, dafür kosten sie auch ein Vielfaches von diesen.

Laserbasierte Systeme überzeugen im Fernglas mit Entfernungsmesser Test.
Egal, ob Sie Jäger, Tierfreund oder Segler sind: An der Anschaffung eines guten Fernglases führt kein Weg vorbei. Man benötigt es bei der Jagd, zum Beobachten von Tieren und zur Orientierung auf der See. In vielen Fällen ist es jedoch nicht nur wichtig, was man sieht, sondern es stellt sich auch die Frage, wie weit das Wildschwein, der Adler oder die Boje entfernt ist. In diesen Momenten glänzt ein Fernglas mit Entfernungsmesser.

In der Kaufberatung unseres Fernglas-mit-Entfernungsmesser-Vergleichs 2020 erfahren Sie, warum die Messung mit einem laserbasierten System einfacher ist, als die mit einem System, das mit Skala funktioniert und warum Sie zu einem Fernglas mit einem großen Objektiv greifen sollten, wenn Sie Ihr Fernglas in der Dämmerung einsetzen möchten.

1. Garantiert ein Fernglas mit Laser-Entfernungsmesser genaue Ergebnisse?

Grundsätzlich funktionieren Ferngläser auf dieselbe Art und Weise. Durch den Schliff der Linsen wird das Licht so gebrochen, dass die beobachteten Objekte größer erscheinen. Unterschiede gibt es jedoch bei den Entfernungsmessern. Die Entfernungsmessung wird je nach Fernglas auf verschiedene Weise realisiert. Es gibt drei Arten von Entfernungsmessern:

  • Geräte mit Skala auf dem Okular
  • Geräte mit Laserentfernungsmesser
  • Geräte mit Infrarotentfernungsmesser

Die Funktionsweise von Laser- und Infrarotentfernungsmessern ist identisch und unterscheidet sich grundlegend von der Funktionsweise eines Fernglases mit Skala auf dem Okular.

1.1. Laserentfernungsmesser können Sie leicht bedienen

Fernglas mit Entfernungsmesser-Test

Laserbasierte Entfernungsmesser lassen sich kinderleicht bedienen.

Laser- und Infrarotentfernungsmesser sind ausgesprochen einfach zu bedienen. Sie blicken durch das Fernglas und fixieren den Gegenstand, dessen Entfernung Sie messen möchten. Nun drücken Sie einen Knopf am Gehäuse des Geräts. Dieses misst nun automatisch die Distanz zwischen Ihnen und dem fixierten Gegenstand. Der gemessene Wert wird Ihnen direkt auf einem Display angezeigt.

Diese Technologie ist bequem und präzise und die besten Ferngläser mit Entfernungsmesser verfügen über sie. Allerdings ist sie auch sehr teuer und daher gibt es keine günstigen Ferngläser mit Laserentfernungsmesser.

1.2. Messungen per Skala erfordern Vorwissen

Die Messung per Skala auf dem Okular ist komplizierter, zudem bedarf es Vorwissen, um eine Messung durchzuführen. Sie müssen die Höhe oder Breite des Gegenstandes kennen, dessen Entfernung gemessen werden soll. Genau wie beim Fernglas mit Laserentfernungsmesser blicken Sie durch das Fernglas und fixieren den Gegenstand. Im Gegensatz zum Fernglas mit Laserentfernungsmesser werden Sie auf einem der beiden Augen eine Skala sehen, die über eine X- und eine Y-Achse verfügt.

Um den Abstand messen zu können, muss sich der Gegenstand auf dem Nullpunkt der beiden Achsen befinden. Nun lesen Sie ab, wie weit sich der Gegenstand über eine der Achsen erstreckt. Für unser Beispiel gehen wir von einem zwölf Meter hohen Kirchturm aus, der sich auf der X-Achse von 0 – 5 erstreckt.

Am Gehäuse des Fernglases befinden Sich zwei Drehräder, die an eine Skala grenzen, von welcher sich letztlich die Entfernung ablesen lässt. Auf dem einen Drehrad stellen Sie die Größe des Objekts ein, dessen Entfernung Sie messen wollen und auf dem anderen Drehrad stellen Sie den Wert ein, den Sie von der Skala abgelesen haben. Für unser Beispiel sind das die Werte 12 und 5. Wenn Sie nun die Drehräder auf die Werte einstellen, können Sie von der Skala die Distanz zwischen Ihnen und dem Kirchturm ablesen.

1.3. Die Unterschiede der beiden Kategorien von Ferngläsern mit Entfernungsmessern auf einen Blick

laserbasiertes System skalenbasiertes System
+ automatische Messung der Distanz in einem Schritt - manuelle Messung in mehreren Schritten
+ kein Vorwissen nötig - Höhe oder Breite des fixierten Gegenstandes muss bekannt sein

2. Kaufkriterien für Ferngläser mit Entfernungsmesser: Worauf sollte man achten?

2.1. Zehnfacher Zoom bringt Sie den Dingen näher

Ein ausgesprochen wichtiges Merkmal eines Fernglases ist der Zoom. Der Zoom gibt an, wie stark das Fernglas die Dinge vergrößert. Schauen Sie durch ein Fernglas, welches über einen zehnfachen Zoom verfügt, sehen Sie die Dinge zehnmal größer als mit bloßem Auge.

Ein anderes Wort für Zoom

Der Zoom wird bei einigen Marken und Herstellern auch als Vergrößerungszahl bezeichnet.

Ein starker Zoom hat den großen Vorteil, dass Sie Dinge, die weit entfernt sind, sehr gut erkennen können. Der Nachteil liegt in dem geringen Bildausschnitt, den Sie aufgrund der starken Vergrößerung sehen können. Wenn Sie beispielsweise Segler sind und mit dem Fernglas Ausschau nach Bojen halten, empfiehlt Ihnen Vergleich.org ein Fernglas mit einem 7-fachen Zoom. Dieses bietet einen größeren Bildausschnitt, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Sie bei Ihrer Suche fündig werden.

Wenn Sie Ihr Fernglas zur Beobachtung von Tieren nutzen, empfehlen wir Ihnen ein Gerät, das mindestens über einen zehnfachen Zoom verfügt.

Die Vor- und Nachteile eines zehnfachen Zooms im Vergleich zu einem siebenfachen Zoom:

  • starke Vergrößerung
  • fängt viel Licht ein
  • kleiner Bildausschnitt

2.2. Ein großes Objektiv sorgt für eine gute Optik

Das Objektiv ist eines der wichtigsten Bestandteile eines Fernglases, da es ausschlaggebend für die Qualität des Bildes ist. Das Objektiv bestimmt, wie viel Licht in Ihr Fernglas fällt. Die Hersteller geben in der Regel den Objektivdurchmesser an. Dieser liegt in den meisten Fällen zwischen 40 und 50 Millimetern. Gute Objektive sind teuer in der Herstellung und Ferngläser, die über ein Qualitätsobjektiv von Marken wie Zeiss, Nikon oder Kahles verfügen, sind dementsprechend teuer.

Je größer das Objektiv Ihres Fernglases ist, desto mehr Licht kann es einsammeln und desto besser ist die Qualität des Bildes. Denn mehr Licht bedeutet ein helleres Bild, was sich positiv auf die Erkennbarkeit auswirkt. Wenn Sie das Fernglas hauptsächlich zum Beobachten nutzen wollen, sollten Sie zu einem Fernglas mit einem 46 – 50 mm großen Objektiv greifen.

Wenn Sie das Fernglas hauptsächlich zum Messen von Distanzen einsetzen, spiel die Qualität des Objektivs eine untergeordnete Rolle. Unter Umständen kommt für Sie dann auch ein Golf-Entfernungsmesser infrage.

2.3. Eine hohe Dämmerungszahl ermöglicht den Einsatz bei ungünstigen Lichtverhältnissen

Fernglas mit entfernungsmesser testsieger

Ein Fernglas mit Entfernungsmesser ist bei der Jagd besonders hilfreich.

Professionelle Anwender von Feldstechern mit Entfernungsmesser können sich nicht nach den Lichtverhältnissen richten, sondern brauchen ein verlässliches Werkzeug, das auch bei schlechtem Licht gute Ergebnisse liefert. Jäger müssen sich beispielsweise nach der Aktivität des Wilds richten und da dieses in der Dämmerung aktiv ist, muss das Fernglas auch dann funktionieren.

Die Dämmerungszahl gibt an, wie gut das Bild eines Fernglases bei widrigen Verhältnissen ist. Je größer die Dämmerungszahl ist, desto besser ist das Bild. Die Dämmerungszahl hängt von dem Durchmesser des Objektivs und der Vergrößerung ab. Beide Werte werden miteinander multipliziert, dann wird von dem Produkt die Quadratwurzel gezogen und dieser Wert ist der Dämmerungszahl.

Bei Ferngläsern mit Entfernungsmesser, die über eine hohe Dämmerungszahl verfügen, handelt es sich nicht um Geräte mit Nachtsicht. In der Dunkelheit werden Sie trotz hoher Dämmerungszahl nichts durch Ihr Fernglas sehen.

Wenn Sie Ihr Fernglas bei schlechten Lichtverhältnissen einsetzen müssen, sollte Sie zu einem Gerät greifen, dessen Dämmerungszahl bei mindestens 20 liegt.

2.4. Dank eines großen Sichtfeldes behalten Sie den Überblick

Das Sichtfeld gibt an, wie groß der Ausschnitt des Bildes ist, den Sie beim Blick durch das Fernglas sehen. Der von den Herstellern angegebene Wert bezieht sich dabei auf die Breite des Sichtfeldes in 1.000 Meter Entfernung. Wenn Sie beispielsweise durch ein Fernglas blicken, das ein Sichtfeld von 120 hat, so überblicken Sie auf 1.000 Meter Entfernung einen Bereich von 120 Metern Breite.

Ein großes Sichtfeld bietet den Vorteil, dass es die Orientierung vereinfacht. Wenn Sie mit Ihrem Fernglas größere Flächen absuchen, sollten Sie zu einem Gerät mit einem Sichtfeld von mindestens 120 m auf 1 km greifen.

2.5. Ferngläser-mit-Entfernungsmesser-Tests zeigen: Eine Antireflexionsbeschichtung sorgt für ein klares Bild

Viele Hersteller bieten Ferngläser mit einer Antireflexionsbeschichtung an. Diese Beschichtung kommt im Inneren des Fernglases zum Einsatz und sorgt dafür, dass möglichst wenig Reflexionen durch die Linse in Ihr Auge gelangen. Das Ergebnis ist ein klares Bild, welches nicht durch unerwünschte Reflexionen verfälscht wird. Dies erleichtert Ihnen die Arbeit, da Ihre Augen weniger schnell ermüden.

Einige Hersteller, wie beispielsweise Steiner und Swarovski, bieten Ferngläser mit Entfernungsmesser an, die mit Stickstoff gefüllt sind. Der Stickstoff verhindert, dass Ihr Fernglas von Innen beschlägt und wirkt sich somit ebenfalls positiv auf die Klarheit des Bildes aus.

2.6. Ein wasserfestes Fernglas können Sie bei schlechtem Wetter und auf der See einsetzen

Marine-Fernglas im Einsatz.

Ein Skipper mit Marine-Fernglas.

Wenn Sie ein Fernglas mit Entfernungsmesser kaufen, sollten Sie darauf achten, dass es sich um ein wasserfestes Exemplar handelt. Sollte Wasser in das Innere Ihres Fernglases gelangen, nimmt dieses Schaden, da das Wasser Einfluss auf die Art und Weise hat, wie das Licht in Ihrem Fernrohr gebrochen wird. Dadurch können gravierende Verschiebungen im Bild entstehen, die Ihr Fernglas im schlimmsten Falle nutzlos machen.

Ein wasserdichtes Fernglas mit Entfernungsmesser erschließt Ihnen auch viele Einsatzgebiete. So können Sie es problemlos beim Segeln einsetzen und auch auf der Jagd bekommen Sie bei schlechtem Wetter keine Probleme.

2.7. Ein Kompass erleichtert die Orientierung

Einige Ferngläser mit Entfernungsmesser verfügen zusätzlich noch über einen Kompass und zeigen neben der Entfernung auch die Himmelsrichtung an, in welche das Fernglas ausgerichtet ist. Dies geschieht bei einigen Modellen direkt auf einem Okular. Dort wird Ihnen ein Wert zwischen 0 und 359 Grad angezeigt.

Andere Modelle verfügen über einen digitalen Kompass, die Himmelsrichtung wird Ihnen auf einem kleinen Bildschirm dargestellt. Für Naturfreunde, die sich abseits fester Wege bewegen, oder in Gruppen Beobachtungen anstellen, ist ein Kompass besonders praktisch, da er sowohl die Orientierung als auch die Kommunikation erleichtert.

Ein Fernglas mit Entfernungsmesser und Kompass erleichtert die Orientierung

3. Gibt es Ferngläser mit Entfernungsmesser bei der Stiftung Warentest?

Die Stiftung Warentest hat im Jahre 2006 Ferngläser getestet. Obwohl sich technisch seitdem nicht besonders viel getan hat, sind die meisten Modelle, die die Stiftung Warentest untersuchte, nicht mehr erhältlich.

Zudem wurden bei dem damaligen Test leider keine Ferngläser mit Entfernungsmesser berücksichtigt und so wurde auch kein Fernglas-mit-Entfernungsmesser-Testsieger gekürt.

4. Fragen und Antworten rund um das Thema Fernglas mit Entfernungsmesser

4.1. Wofür stehen die Zahlen im Produktnamen?

Im Produktnamen von Ferngläsern mit Entfernungsmesser finden sich häufig zwei Zahlen wie beispielsweise 8×56, oder 8×42. Diese Zahlen stehen für die Vergrößerung (8-fach) und den Objektivdurchmesser (56 mm).

Da es sich bei diesen Angaben um die wichtigsten Merkmale eines Fernglases handelt, können Sie auf den ersten Blick sehen, ob das jeweilige Fernglas für Sie infrage kommt.

4.2. Wie unterscheiden sich nautische und militärische Ferngläser?

Weder die Bezeichnung nautisches Fernglas (häufig auch Marine-Feldstecher) noch die Bezeichnung militärisches Fernglas ist geschützt. Hersteller können diese Namen vergeben, ohne dass das Fernglas bestimmte Auflagen zu erfüllen hat oder einen bestimmten Fernglas-mit-Entfernungsmesser-Test durchlaufen musste.

Die beiden Typen-Bezeichnungen werden gerne vergeben, um auf bestimmte Eigenschaften der Ferngläser hinzuweisen. Der Name Marine-Fernglas soll zeigen, dass das Modell besonders wasserfest ist und militärische Ferngläser sollen besonders robust wirken und verfügen zudem häufig über einen Kompass.