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Abbildung Vergleichssieger Preis-Leistungs-Sieger
Modell Brooks Flyer braun Selle Italia Lady Gel Flow SQlab 621 active (18 cm) SQlab 610 Velo Airthru Velo Wide Channel f Damen Selle SMP TRK Lady
VergleichsergebnisTÜV Siegel TÜV-geprüftes Test- & Vergleichsverfahren
Vergleich.org
Bewertung 1,7 gut
10/2017
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Bewertung 1,8 gut
07/2017
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Bewertung 2,3 gut
10/2017
Kundenwertung
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Sitzposition auf­rechte Hal­tung
z.B. bei Trek­king- und City-Rädern
auf­rechte Hal­tung
z.B. bei Trek­king- und City-Rädern
auf­rechte Hal­tung
z.B. bei Trek­king- und City-Rädern
sport­lich
z.B. bei Rennrad oder Moun­tain­bike
sport­lich
z.B. bei Rennrad oder Moun­tain­bike
auf­rechte Hal­tung
z.B. bei Trek­king- und City-Rädern
auf­rechte Hal­tung
z.B. bei Trek­king- und City-Rädern
Sattelbreite | Sattellänge 175 | 275 mm
nor­male Becken­b­reite
160 | 262 mm
nor­male Becken­b­reite
180 | 277 mm
nor­male bis große Becken­b­reite
140 | 275 mm
sch­male Becken­b­reite
141 | 273 mm
sch­male Becken­b­reite
168 | 250 mm
nor­male Becken­b­reite
177 | 272 mm
nor­male bis große Becken­b­reite
geeignet für Unisex Damen
auch als Her­ren­mo­dell
Unisex
auch mit 21 cm und 24 cm Breite ver­fügbar
Unisex
auch mit 15 cm und 16 cm Breite ver­fügbar
Unisex Damen
auch als Her­ren­mo­dell
Damen
auch als Her­ren­mo­dell
Material Sattelbezug Echt­leder
sehr robust, aber pfle­gein­tensiv
Echt­leder
sehr weich, aber pfle­gein­tensiv
Nanotop
ansch­miegsam, atmungs­aktiv und was­ser­ab­wei­send
Mikro­faser
weich und pfle­ge­leicht
naht­loses Syn­thetik-Ober­ma­te­rial
pfle­ge­leicht und geringe Rei­bung
naht­loses Syn­thetik-Ober­ma­te­rial
pfle­ge­leicht und geringe Rei­bung
naht­loses Syn­thetik-Ober­ma­te­rial
pfle­ge­leicht und geringe Rei­bung
Polsterung
nur Federn; passt sich dem Gesäß nach einiger Zeit per­fekt an
Gel mit Aus­spa­rung in der Mitte
absor­biert Stöße, Dru­ck­ent­las­tung im Damm­be­reich und Luft­strom­küh­lung
Schaum­polster und Stu­fen­form
gute Druck­ver­tei­lung
Mara­thon Foam / Gel und Stu­fen­form
dünn und kom­for­tabel, gute Druck­ver­tei­lung und sta­biler Sitz
Honey­comb-Gel mit Crossbow Sus­pen­sion Schaum mit Aus­spa­rung in der Mitte
hoher Kom­fort, Dru­ck­ent­las­tung im Damm­be­reich und Luft­strom­küh­lung
Polyu­rethan-Polster mit Full-Cut-O-Zone-Aus­spa­rung
weich, Dru­ck­ent­las­tung im Damm­be­reich und Luft­strom­küh­lung
Gewicht 860 g 280 g 635 g 338 g 281 g 318 g 400 g
Vorteile
  • muss ein­ge­fahren werden, dann aber sehr bequem
  • lang­lebig - Kunden berichten von Nut­zung über meh­rere Jahr­zehnte
  • sehr leicht
  • sehr gute Dru­ck­ent­las­tung an Steiß­bein und Damm
  • sehr gute Ver­ar­bei­tung
  • ent­lastet die Len­den­wir­bel­säule - beugt Rücken­sch­merzen vor
  • sehr bequem (bei trai­niertem Becken)
  • gute Ent­las­tung des Damm- und Scham­be­reichs durch Stu­fen­form
  • sehr gute Ver­ar­bei­tung
  • sehr bequem
  • sehr gute Dru­ck­ent­las­tung am Damm
  • sehr gute Ver­ar­bei­tung
  • sehr leicht
  • sehr gute Dru­ck­ent­las­tung an Steiß­bein und Damm
  • ver­rin­gert Schwitzen im Schritt
  • sehr bequem
  • sehr gute Dru­ck­ent­las­tung an Steiß­bein und Damm
Produktdetails Produktdetails Produktdetails Produktdetails Produktdetails
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Fahrradsättel-Kaufberatung: So wählen Sie das richtige Produkt

Das Wichtigste in Kürze
  • Der Fahrradsattel-Vergleich2017 zeigt: Den einen, perfekten Fahrradsattel, der zu jedem Radler passt, gibt es leider nicht. Die Wahl des Fahrradsattels hängt stattdessen davon ab, wie Sie Ihr Becken beim Sitzen belasten. Entscheidend hierfür sind die individuelle Breite des Beckens sowie die Sitzhaltung auf dem Fahrrad.
  • Grundsätzlich gilt: Das meiste Gewicht sollte auf den Sitzhöckern liegen, da Damm- und Genitalbereich entlastet werden sollen. Dort finden sich nämlich viele Blutgefäße und Nervenbahnen, die beim Fahren gequetscht und gereizt werden können. Dann droht Taubheit und im schlimmsten Fall eine dauerhafte Schädigung.
  • Radfahrer, die eine aufrechte Sitzposition einnehmen, sollten einen Sattel wählen, bei dem die Sitzbeinhöcker das meiste Körpergewicht tragen. Das sind die spitzen Enden des Beckens, die sich beim Sitzen abzeichnen. Der Sattel sollte breit genug sein, damit sie stabil auf dem Polster ruhen.
  • Wer die sportliche Rennrad-Position bevorzugt, sollte dagegen zu einem Sattel greifen, der etwas schmaler ist. Da hier die Belastung zwangsläufig mehr im Dammbereich liegt, sollte man auf eine gleichmäßige Druckverteilung achten. Abhilfe schaffen Aussparungen ("O-Zone"), die den Druck von den empfindlichen Stellen fernhalten.

fahrradsattel-test-sattel-weiß
Wer viel mit dem Rad unterwegs ist und so seine Fitness trainiert, kann meist ein Lied davon singen: Schmerzen im Po, Kribbeln oder sogar Taubheit. Häufige Ursache dafür ist ein falscher bzw. nicht zum Fahrer passender Fahrradsattel. Doch das ideale Modell für die eigenen Ansprüche zu finden, ist sehr schwer.

Abhängig ist die Wahl von Faktoren wie der Sitzhaltung, aber auch - und das ist das Problem - von der Anatomie des Fahrradfahrers. Da diese sehr individuell ist, fällt es uns auch im Fahrradsattel-Vergleich 2017 schwer, einen eindeutigen, universellen Vergleichssieger zu bestimmen. Was für den einen ideal ist, kann für den nächsten das genaue Gegenteil sein. In unserer Kaufberatung zum Vergleich geben wir Ihnen Tipps und Hinweise, wie Sie Ihren passenden Fahrradsattel finden.

1. Das Zusammenspiel von Fahrradsattel und Körperbau

1.1. Aufbau eines Fahrradsattels

Hinweise auf einen falschen Fahrradsattel:

Bei Frauen:

  • Wundreibungen und Entzündungen im Schambereich
  • Taubheitsgefühl

Bei Männern:

  • Druck auf Genitalien
  • Schmerzen im Dammbereich
  • Prostatabeschwerden
  • Taubheitsgefühl

Der Fahrradsattel ist der Teil des Fahrrads, der dem Fahrer Halt gibt. Anfänglich gab es sogar Modelle aus Holz oder Metall, die jedoch schnell von Konstruktionen aus Leder abgelöst wurden. Wie ein Pferdesattel sollte der Fahrradsattel dem Radfahrer eine bequeme Sitzfläche bieten. Klassische Fahrradsättel ähneln sich grundsätzlich in der Form. Sie verfügen über eine breitere Sitzfläche, die nach vorn in der sogenannten Sattelnase schmal zuläuft.

gefederte sattelsütze

Eine gefederte Sattelstütze.

Je nach Einsatzgebiet fallen die Größen- und Längenverhältnisse zwischen Sitzfläche und Sattelnase unterschiedlich aus. Der Bezug des Sattels besteht heute in der Regel aus Synthetik-Materialien, aber auch Echt- und Kunstleder kommen immer noch zum Einsatz. Darunter kann sich eine Polsterung aus Schaum oder Gel befinden, es gibt aber auch Konstruktionen, die darauf vollständig verzichten. Eine zusätzliche Federung an der Unterseite des Sattels fängt Stöße ab, ist aber nur dann sinnvoll, wenn das Fahrrad nicht über eine gefederte Sattelstütze verfügt.

Daneben gibt es auch moderne Fahrradsättel, die nur noch entfernt an die klassische Sattelform erinnern. Da einige Radfahrer Probleme damit haben, dass die Sattelnase an den Innenseiten der Oberschenkel reibt, bieten manche Sattel-Hersteller auch Fahrradsättel ohne Sattelnase an.

Diese ähneln der Form nach eher einem ovalen Kissen. Sie eignen sich nur für gemäßigte Fahrten ohne steile Anstiege und Abfahrten. Auch das freihändige Fahren ist damit nicht möglich.

Kurios: Der Comfort Line relax IQ sieht wie eine Art Skelett aus und soll den Bewegungen des Fahrers folgen. Im Praxistest erweist sich das jedoch als impraktikabel, wie Stiftung Warentest in der Ausgabe 08/2013 feststellte.

In den meisten Fahrradsattel-Tests werden die bevorzugten Sitzpositionen - also aufrecht oder sportlich - unterschieden.

Wenn Sie sich darüber hinaus für weitere Fahrradaccessoires interessieren, können wir Ihnen die folgenden Vergleiche empfehlen, in denen wir einige Zubehör-Artikel unter die Lupe genommen haben:

1.2. Anatomische Besonderheiten: Sitzbeinbelaster vs. Schambeinbelaster

Ob ein Fahrradsattel zum jeweiligen Fahrradfahrer passt, lässt sich nicht pauschal sagen. Während etwa Rahmenhöhe oder Helmgröße relativ leicht eine Orientierung für die Wahl des richtigen Modells bieten, ist das bei Sätteln nur sehr schwer möglich. Dabei kommt es vor allem auf die Form des Beckens an. Da diese anatomisch sehr individuell ist und es hierbei auch Unterschiede zwischen Mann und Frau gibt, können wir Ihnen lediglich einige Hinweise geben, worauf Sie bei der Suche nach einem Fahrradsattel achten müssen.

Der wichtigste Orientierungspunkt ist der Abstand der Sitzbeinhöcker. Dieser entscheidet zusammen mit Ihrer bevorzugten Sitzposition darüber, ob Sie ein Sitzbeinbelaster oder ein Schambeinbelaster sind. Im Fahrradsattel-Vergleich finden Sie Modelle aus beiden Kategorien.

Die Sitzbeinhöcker sind Teil des Beckens. Es handelt sich dabei um die nach unten gewölbten „Knochen-Spitzen“, auf denen beim Sitzen das Gewicht lagert. Hier setzen zahlreiche Teile der Gesäßmuskulatur an. Überlagert werden die Sitzknochen von mehr oder weniger dicken Fettpolstern, die jedoch keinen Einfluss auf deren Abstand haben. Konkret heißt das: Ein übergewichtiger Mensch hat nicht automatisch einen weiteren Sitzbeinhöcker-Abstand als ein normalgewichtiger.

fahrradsattel damen herren

Die Sitzbeinhöcker der Frau (rechts) sind in der Regel weniger spitz und haben einen größeren Abstand zueinander.

Grundsätzlich gilt auch: Der Abstand ist bei Frauen in der Regel größer als bei Männern. Bei Frauen liegt er im Durchschnitt bei 9 bis 17 cm, bei Männern sind es 6 - 16 cm. Deshalb bieten viele Hersteller spezielle Fahrradsättel für Damen und Fahrradsättel für Herren an. Der Wert ist und bleibt jedoch individuell - und muss daher vor dem Kauf eines Fahrradsattels gemessen werden. Mitunter passt eben auch ein Herren-Fahrradsattel für eine Frau und umgekehrt.

1.2.1. Abstand der Sitzbeinhöcker bestimmen
sattel vergleich

Für gute Messergebnisse sollte die Sitzfläche hart und eben sein.

In einem Fahrradladen oder Fachgeschäft für Sport können Sie sich mithilfe von druckempfindlichen Folien vermessen lassen. Das ist allerdings recht umständlich. Eine einfache Methode für Zuhause stellt der Wellpappen-Test dar, wie auch die meisten Fahrradsattel-Tests zeigen.

Dafür benötigen Sie einen harten, flachen Stuhl, eine kleine Bank oder Kiste sowie ein etwa 30 x 30 cm großes Stück Wellpappe. Für den Test sollten Sie eine möglichst dünne Hose tragen. Gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Platzieren Sie die Wellpappe auf dem Stuhl.
  2. Setzen Sie sich aufrecht auf den Stuhl.
  3. Heben Sie anschließend die Füße leicht an. Die Bank oder Kiste dient als Ablagefläche für die Füße.
  4. Sie sollten nun spüren, wie Sie die Sitzknochen belasten. Diese zeichnen sich deutlich auf der Wellpappe ab.
  5. Anschließend markieren Sie die Vertiefungen, die auf der Wellpappe entstanden sind, mit einem Kreis.
  6. Messen Sie den Abstand von Mittelpunkt zu Mittelpunkt der beiden Kreise - das ist der Abstand Ihrer Sitzbeinhöcker.

Hinweis: Zeichnen sich die Abdrücke Ihrer Sitzknochen unterschiedlich groß ab, kann eine Becken-Fehlstellung vorliegen. In diesem Fall sollten Sie nach einem Fahrradsattel suchen, der beweglicher ist und der Tretbewegung folgt. So werden die Bandscheiben entlastet und Rückenproblemen vorgebeugt.

1.2.2. Sitzbeinbelaster
fahrradsattel bequem

Bei aufrechter Haltung geht der meiste Druck auf das Sitzbein.

Beim Sitzbeinbelaster lagert das meiste Gewicht auf den Sitzbeinhöckern. Der Damm- bzw. Schambereich ist dagegen weitgehend entlastet. Diese Position nimmt der Radfahrer häufig dann ein, wenn er eine eher aufrechte Haltung auf dem Fahrrad bevorzugt. Dies ist z.B. beim Hollandrad oder beim City-Rad der Fall.

Insgesamt ist das die entspannteste Position für das Gesäß. Vor allem anfangs schmerzt aber selbst bei der Wahl des richtigen Sattels das Sitzbein durch den Druck. Dieses ist jedoch - wie der Name schon sagt - eben für das Sitzen da und gewöhnt sich nach kurzer Zeit an die Belastung, sodass der Sattel bequemer wird.

Wichtig: Der Sattel muss im Bereich der Sitzknochen breit genug sein. Andernfalls sitzen diese auf den Kanten des Sattels auf und finden keinen Halt - das kann mit der Zeit sehr schmerzhaft werden.

Tipp: Achten Sie darauf, dass der Fahrradsattel keine groben Nähte an den Kanten hat. Diese können reiben - und hinterlassen mitunter schon einmal Löcher in der Hose.

1.2.3. Schambeinbelaster
fahrradsattel polsterung

Bei vorgebeugter Haltung geht der meiste Druck auf das Schambein.

Besonders wer eine sportliche Haltung auf dem Bike einnimmt - mit nach vorn gebeugtem Rücken - belastet das Schambein stärker als die Sitzbeine. Das ist z. B. beim Rennrad oder beim Triathlon-Rad der Fall.

Hier sitzt der Lenker tiefer als der Sattel, sodass der Fahrer einen geringeren Windwiderstand bietet. Der Radfahrer kippt dann mit dem Becken automatisch etwas nach vorn und der Druck verlagert sich auf die Schambeinkufen.

In diesen Bereichen befinden sich viele Blutgefäße und Nervenbahnen. Wie einige Fahrradsattel-Tests zeigen, kann zu viel Belastung hier zu Schmerzen und bleibenden Schäden führen.

Da das Schambein bei Frauen etwas tiefer liegt als bei Männern, drückt es bei einer sportlichen Haltung schneller auf die Sattelnase - ein Grund, warum diese bei Damensätteln häufig kürzer und schmaler ausfällt.

Bei Männern lastet der Druck dagegen vorrangig auf dem Dammbereich. Da in dieser Region auch die empfindliche Prostata und Nerven liegen, die für die Erektion verantwortlich sind, sollte man unbedingt darauf achten, Quetschungen zu vermeiden.

Grundsätzlich sollte der richtige Sattel helfen, das Schambein zu entlasten. Treten Taubheitsgefühl oder Schmerzen auf, hilft es mitunter, den Sattel ein paar Millimeter nach vorn zu verstellen. So wird der Druck etwas stärker auf die Sitzbeinhöcker verlagert. Gegebenenfalls kann der Fahrradsattel auch leicht geneigt werden, jedoch nicht mehr als 3°, da er sonst nicht mehr ausreichend Halt bietet.

1.3. Die richtige Sitzposition

Fahrradfahren ist gut für die Fitness. Egal ob aufrechte, moderate oder sportliche Haltung: Nur wer richtig sitzt, vermeidet Fehlbelastungen! Daher wollen wir Ihnen in unserem Fahrradsattel-Vergleich einige Tipps und Hinweise geben.

Achten Sie darauf, dass der Kopf, Rücken und die Hüfte in etwa eine gerade Linie bilden. Der Rücken ist gestreckt, der Fahrer bildet weder ein Hohlkreuz noch einen Rundrücken. Der Nacken und die Schultern bleiben dabei möglichst entspannt. Um Stöße und Unebenheiten abfangen zu können, empfiehlt es sich, die Arme leicht anzuwinkeln.

Fehlhaltung Folge
Rundrücken Der Druck lastet auf dem Schambein. Um das zu vermeiden, kippt das Becken nach hinten - man macht einen Rundrücken. Hierdurch werden Bandscheiben und Wirbelapparat stark belastet. Rückenprobleme sind eine häufige Folge. Ursache ist meist ein Sattel in falscher Breite oder mit zu starker Neigung nach vorn.
Hohlkreuz Besonders bei untrainierten Radfahrern kippt das Becken häufig nach vorn. Der Fahrer macht ein Hohlkreuz. Hierdurch entsteht ein hoher Druck im Schambeinbereich. Um diese Fehlhaltung zu vermeiden, hilft Muskeltraining für den Rücken.

Die Sitzposition richtet sich nach der Art des Fahrrads und bestimmt, wie viel Druck auf dem Sattel lastet.

  • Auf dem Triathlon-Rad „liegt“ der Fahrer beinahe, er beugt sich flach über den Lenker und bietet wenig Angriffsfläche für Wind.
  • Bei der sportlichen Rennrad- oder Mountainbike-Position ist der Fahrer gestreckt und weit nach vorn gebeugt.
  • Sind Sattel und Lenker auf gleicher Höhe, nimmt man eine moderate, leicht nach vorn gebeugte Haltung ein. Dies ist häufig bei Trekking- oder Touren-Rädern der Fall.
  • Auf dem City-Rad und dem Hollandrad sitzt der Fahrer nahezu aufrecht, der Lenker ist höher als der Sattel montiert.
Sitzposition Druck auf dem Sattel Druck auf Pedalen und Lenker
sportlich (z.B. Rennrad) 10 % 90 %
moderat (z.B. Tourenrad) 30 % 70 %
aufrecht (z.B. City-Rad) 50 bis 70 % 30 bis 50 %

Fahrradsattel Test Ledersattel

2. Fahrradsattel-Typen

2.1. Der Sattel für das City-Rad

Der SQlab 621 active ist ein breiter Fahrradsattel für City-Räder.

Der SQlab 621 active ist ein breiter Fahrradsattel für City-Räder.

Auf dem City-Rad nimmt der Radfahrer eine nahezu aufrechte Position ein. Daher lastet das Gewicht zu einem sehr großen Teil auf den dafür vorgesehenen Sitzbeinhöcker, die Gefahr von Quetschungen im Genitalbereich ist sehr niedrig.

Da die Rückenmuskulatur bei dieser Fahrweise jedoch entspannt ist, kann das Fahren auf dem City-Rad oder Hollandrad eine höhere Belastung für Bandscheiben und Wirbel darstellen. Stöße werden von der Muskulatur nicht abgefangen, sodass mit dem City-Rad grundsätzlich keine langen Fahrstrecken zurückgelegt werden sollten.

Der Fahrradsattel-Vergleich zeigt, dass der Sattel für das City-Rad im hinteren Bereich sehr breit ist und damit eine gute Auflagefläche für die Sitzbeinhöcker bietet. Um Unebenheiten des Geländes besser abfedern zu können, verfügen sie meist über eine starke Polsterung und Federung.

Bei längerer Fahrt kann diese jedoch als unangenehm empfunden werden: Sie gibt dem Gewicht des Fahrers stärker nach, das Becken findet nicht ausreichend Halt und beginnt zu „schwimmen“. Dadurch entsteht mehr Reibung - die Gefahr sind wunde Stellen und Entzündungen.

Wer mit dem Fahrrad nur schnell zum Supermarkt fährt und damit Einkäufe transportiert, sonst aber eher selten damit unterwegs ist, kann einen solchen City-Rad-Sattel wählen. Die Vor- und Nachteile des City-Rad-Sattels gegenüber anderen Sattel-Kategorien noch einmal im Überblick:

  • gute Verteilung des Gewichts beim Sitzen
  • kaum Druckstellen
  • auf Kurzstrecken sehr bequem
  • höhere Belastung für den Rücken
  • für Langstrecken ungeeignet
  • weniger Halt für das Becken

2.2. Der Sattel für das Trekking-Rad und das Touren-Rad

trekkingrad für lange touren

Typisches Trekkingrad für lange Touren.

Beim Trekking- oder Touren-Rad verbringt der Fahrer häufig deutlich mehr Zeit auf dem Sattel. Bei diesen Rädern nimmt man automatisch eine etwas nach vorn gebeugte Haltung ein, sodass sich die Auflagepunkte des Beckens auf dem Sattel verändern. Je gebeugter die Haltung, desto weiter verlagern sie sich von den Sitzbeinhöckern weg zu den Schambeinkufen.

Sättel für Trekking-Bikes sind dementsprechend schmaler und länger als jene für das City-Rad. Sie verfügen in der Regel über eine geringere Polsterung, da der Sattel dem Fahrer so einen besseren Halt gibt. Eine elastische Sattelschale sorgt dafür, dass sich das Gewicht möglichst gleichmäßig auf den gesamten Sattel verteilt und so Druck von Damm- und Schambereich genommen wird.

Untrainierte Fahrer empfinden diese Sattel häufig als hart und unbequem, wie wir im Fahrradsattel-Vergleich feststellen konnten. Die Vor- und Nachteile des Trekking-Rad-Sattels gegenüber anderen Sattel-Kategorien noch einmal im Überblick:

  • relativ gleichmäßige Verteilung des Gewichts beim Sitzen
  • guter Halt für das Becken
  • viel Stabilität vor allem auf Langstrecken
  • höhere Belastung für den Damm- und Schambereich, mitunter leichte Druckstellen
  • für Untrainierte ungeeignet

2.3. Der Sattel für das Rennrad und das Mountainbike

mountainbike sattel rennrad

Typischer Rennrad- und Mountainbike-Sattel mit spitz zulaufender Form.

Wie der Touren-Sattel ist der Rennrad-Sattel besonders schmal und länglich. Da es beim Zeitfahren vor allem auch auf reduziertes Gewicht ankommt, werden diese Sättel in der Regel aus besonders leichten Materialien gefertigt. Sie verzichten dementsprechend auch auf eine schwere Federung.

Der Mountainbike-Sattel muss der Belastung durch Unebenheiten und Stöße besonders gut standhalten. Zwar sitzt der Fahrer bei rasanten Abfahrten und steilen Anstiegen häufig nicht auf dem Sattel, sondern steht in den Pedalen, gleichzeitig muss ihm der Sattel dennoch einen guten Halt bieten.

3. Kaufkriterien: Darauf müssen Sie achten, wenn Sie einen Fahrradsattel kaufen

Vor dem Kauf eines Fahrradsattels sollten Sie einen Fahrradsattel-Test heranziehen. So finden Sie leicht heraus, worauf Sie bei der Wahl Ihres geeigneten Modells achten sollten. Nachfolgend haben wir kurz die Kriterien zusammengestellt, die für den Kauf ausschlaggebend sein sollten.

3.1. Sattelbreite und -länge

Entscheidend für guten Sitzkomfort beim Kauf eines Fahrradsattels sind die gewählte Sattelbreite und -länge. Ermitteln Sie vor dem Kauf zunächst den Abstand der Sitzbeinhöcker wie unter 1.2.1. beschrieben. Je nachdem, welche Sitzhaltung Sie auf dem Fahrrad einnehmen, addieren Sie zu dem gemessenen Wert folgende Aufschläge hinzu:

Beugungswinkel (Sitzposition) Aufschläge
< 15° (aufrecht) + 4 cm
bis 15° (moderat) + 3 cm
bis 30° (gebeugt) + 2 cm
bis 45° (gestreckt) + 1 cm
> 45° (flach) + 0 cm

Wichtig: Bei der Wahl der Sattelbreite geht es nicht um die absoluten Maße des Sattels! Stattdessen wird hier die tatsächliche Nutzfläche bestimmt. Häufig flacht die Form des Fahrradsattels zu den Kanten hin leicht ab. Dann liegen beim Sitzen die Beckenknochen womöglich nicht mehr richtig auf. Achten Sie daher genau auf die Herstellerangaben!

Auch die Sattelnase sollte weder zu kurz, noch zu lang sein. Sie bietet Halt und verhindert ein Hin-und-her-wackeln des Beckens bei höherer Trittfrequenz. Ist die Nase zu breit, reiben womöglich die Oberschenkel zu stark daran. Gerade bei sportlicher Haltung sollte sie jedoch auch nicht zu schmal ausfallen, da sich sonst das Gewicht auf eine zu geringe Fläche konzentriert. Dies gilt insbesondere für Männer.

Was ist eine O-Zone?

schambeinaussparung fahrradsattelAls O-Zone bezeichnen einige Hersteller eine Vertiefung bzw. Aussparung, die längs in der Mitte des Fahrradsattels verläuft. Hierbei kann es sich um eine Art Rinne oder einen vollständigen Durchbruch handeln. Letzteres wird auch als Full-Cut-O-Zone bezeichnet. Die Vertiefung sorgt dafür, dass weniger Druck direkt auf dem Damm- bzw. Schambereich lastet. Das kann hilfreich sein, um Schmerzen zu vermeiden.

Jedoch sollte man bedenken, dass dadurch das Gewicht insgesamt auf einer noch kleineren Fläche, nämlich den Rändern der O-Zone lastet. Praktisch ist der vollständige Durchbruch bei sehr sportlichen Fahrern, da er auch für eine gute Belüftung und Wärmeableitung sorgt.

Übrigens: Zwar sind sogenannte Damensattel fürs Fahrrad oft kürzer als die vergleichbaren Herren-Modelle, anatomisch wirklich notwendig ist dies jedoch nicht. Begründet wird diese Sattelform häufig damit, dass das Schambein bei Frauen tiefer liegt als bei Männern. Bei einer nach vorn gebeugten Haltung berühre es daher eher die Sattelnase, was zu unangenehmem Druckschmerz führen kann.

Sinnvoller als eine kürzere Sattelnase sind dagegen Modelle mit einer Stufenform, bei denen die Auflage für das Sitzbein deutlich höher liegt als die Sattelnase, wie beispielsweise der SQlab 621 active.

3.2. Polsterung

Bei der Sattelpolsterung gibt es im Prinzip drei Alternativen:

  • Gel-Polsterung
  • Schaum-Polsterung
  • keine Polsterung

Der große Unterschied zwischen Schaum-Polsterung und Gel-Polsterung besteht in der unterschiedlichen Druckverteilung. Während Schaumstoff punktuell nachgibt und so ein Einsinken der Sitzbeinhöcker ermöglicht, passt sich das Gel der Form des Knochens an.

Der Druck verteilt sich gleichmäßig auf das umliegende Material, sodass ein Gegendruck entsteht. Dieser stabilisiert die Position des Fahrradfahrers und vergrößert letztlich die Fläche, auf der das Gewicht aufliegt. Dabei darf das Gel jedoch nicht zu weich sein, damit das Gel nicht vollständig verdrängt werden kann.

fahrradsattel sitzbeinhoecker

Daneben gibt es auch Sättel bei denen vollständig auf eine Polsterung verzichtet wird. Diese sind meist aus Leder. Ein Beispiel sind die Fahrradsättel der Firma Brooks. Hier passt sich das Obermaterial nach einiger Zeit an die Anatomie des Fahrers an, sodass eine Polsterung unnötig wird.

Eine stärkere Polsterung benötigen Sie nur dann, wenn Sie selten Radfahren, da dann die Gesäßmuskulatur noch nicht so stark trainiert ist, dass ein schmerzfreies Sitzen ohne Polster möglich wäre. Je weicher die Polsterung, desto weniger eignet sich der Fahrradsattel allerdings für längere Strecken. Da die Polsterung mit der Zeit nachgibt, gerät das Becken bei höherer Trittfrequenz leicht ins Schlingern und findet keinen Halt mehr. So kommt es zu Reibung, die zum Wundscheuern führen kann.

3.3. Federung

Nicht alle Fahrradsattel verfügen über eine Federung. Diese ist nur dann relevant, wenn die Sattelstütze Ihres Fahrrads nicht selbst bereits gefedert ist. Die Federung soll dafür sorgen, dass Unebenheiten und Stöße kompensiert werden. Dies stellt vor allem für den Rücken eine große Entlastung dar. Je aufrechter Sie auf dem Bike sitzen, desto eher sollten Sie auf ein Modell mit Federung zurückgreifen.

3.4. Obermaterial

Einer der bekanntesten Hersteller von Fahrradsätteln aus Leder ist Brooks.

Einer der bekanntesten Hersteller von Fahrradsätteln aus Leder ist Brooks.

Die ersten Fahrradsättel bestanden häufig aus Holz oder Metall. Da diese sehr unbequem waren, wurden sie relativ schnell von einem anderen Material abgelöst: Leder. Hierin besteht eine Ähnlichkeit zum Pferdesattel. Leder ist ein Naturmaterial, das viele Vorteile bietet. Auch heute noch zählen Leder-Fahrradsättel zu den hochwertigsten Modellen – trotz (oder gerade wegen) ihrem rustikalen Aussehen.

Fahrradsättel aus Leder passen sich der Anatomie des Fahrers mit der Zeit perfekt an – aus diesem Grund benötigen sie in der Regel keine Polsterung. Zu Beginn ist das Material allerdings relativ hart - es lohnt sich also nur dann, wenn Sie viel und regelmäßig mit dem Bike unterwegs sind.

Wer mit dem Fahrrad die Fitness trainiert, ist damit gut beraten. Auch unser Fahrradsattel Vergleichssieger für die aufrechte und moderate Sitzposition von Selle Italia ist mit Echtleder bezogen.

brooks fahrradsattel fett

Brooks-Fahrradsattel-Fett.

Weitere Vorteile bestehen darin, dass Leder im Winter gut isoliert und wärmt, im Sommer wiederum Schweiß und Wärme gut ableiten kann. Allerdings: Der Pflegeaufwand bei einem Fahrradsattel aus Leder ist relativ hoch. Das Material muss regelmäßig, aber sparsam gefettet werden, sonst wird es brüchig und es kann Wasser eindringen.

Bei guter Pflege sind Leder-Fahrradsattel sehr langlebig - mancher Kunde hat sein Modell schon über zwei Jahrzehnte in Gebrauch. Daher empfehlen wir Ihnen in unserem Fahrradsattel-Vergleich besonders die Modelle aus Leder.

Hinweis: Leder setzt mit zunehmender Nutzungsdauer zwangsläufig eine Patina an - der lackartige Glanz geht mit der Zeit also verloren.

Als Alternative zu Leder verwenden die meisten Hersteller heutzutage jedoch Synthetik-Materialien wie Kunstleder oder PVC. Diese sind robust und pflegeleicht. Hier sollten Sie vor allem darauf achten, dass der Sattel wasserdicht ist. Sonst saugt er sich beim Regen voll - was bei der nächsten Fahrt zu einer unangenehmen Überraschung führen kann.

3.5. Wenn kein Sattel passt: Maßsattel anfertigen lassen

maßsattel anfertigen lassen

Lassen Sie sich einen maßgeschneiderten Sattel anfertigen.

Auch wenn die Hersteller versuchen, mit einem breiten Spektrum an Sätteln die Bedürfnisse aller Radfahrer abzudecken, gelingt das manchmal doch nicht. Eine Becken- oder Hüftfehlstellung kann dazu führen, dass Ihnen kein Sattel ausreichend Halt und Komfort bietet. In diesem Fall besteht die Möglichkeit, sich einen Sattel maßanfertigen zu lassen.

Eine Firma, die diesen Dienst anbietet, ist gebioMized. Bei einem qualifizierten Fachhändler können Sie Ihr Gesäß genau vermessen lassen. Dabei wird ermittelt, wie die Gewichtsverteilung sowohl in Ruhe als auch in Bewegung aussieht.

Anschließend wird ein Fahrradsattel angefertigt, der genau auf Ihre Ansprüche zugeschnitten ist. Das fertige Stück schlägt allerdings mit mehreren hundert Euro zu Buche.

3.6. Fahrradsattel-Hersteller

An dieser Stelle möchten wir Ihnen einige der bekanntesten Hersteller von Fahrradsätteln kurz vorstellen.

Hersteller Wissenswertes
Brooks Der englische Hersteller ist bekannt für die klassischen und rustikal anmutenden Ledersättel. 1878 entwickelte der Gründer John Boultby Brooks den ersten ledernen Fahrradsattel - zuvor waren nur Modelle aus Eisen oder Holz bekannt. Noch heute gelten die Produkte als äußerst hochwertig und langlebig, kosten allerdings auch etwas mehr als Synthetik-Fahrradsättel. Seit 2002 gehört das Unternehmen zu Selle Royal.
Selle Italia Der italienische Fahrradsattel-Hersteller wurde 1897 in der Nähe von Mailand gegründet. Mit dem speziellen idMatch-System können Fachverkäufer feststellen, ob der Fahrradsattel zum Nutzer passt.
Selle Royal Selle Royal ist ein italienischer Hersteller von Fahrradsätteln. Gegründet wurde das Unternehmen 1956. Heute gilt es als der Marktführer im Bereich Fahrradsattel. Zum Unternehmen gehören weitere Marken wie Brooks und Fizik (auch: Fi'zi:k).
Selle SMP 1947 gründet Martino Schiavon die Firma Selle SMP in Padua, Venetien. Seither produziert das Unternehmen Fahrradsättel von höchster Qualität – und das immer noch ausschließlich in Italien.
SQlab SQlab ist ein deutscher Fahrradsattel-Hersteller, der sich auf die Entwicklung ergonomischer Produkte spezialisiert hat. Als erster Hersteller hat SQlab sogenannte Stufensattel entwickelt, bei denen die Sattelnase tiefer liegt als die Sitzfläche. Darüber hinaus bietet SQlab mit der active-Produktreihe Fahrradsättel an, die dem Becken beim Treten in der Bewegung folgen und dadurch den Rücken entlasten.
Velo Velo ist eine taiwanesische Marke. Bekannt sind die Sättel vor allem, weil sie an vielen Fahrrädern bereits ab Werk montiert sind.

Weitere Hersteller sind:

  • BBB
  • Bontrager
  • Comfort Line
  • CON-TEC
  • Ergon
  • Fizik
  • Fuxon
  • Pro
  • Prologo
  • Ritchey
  • San Marco
  • SDG
  • Specialized
  • Sportourer
  • Terry

4. So pflegen Sie Ihren Fahrradsattel

Lederfett zur Fahrradsattel-Pflege von Brooks.

Lederfett zur Fahrradsattel-Pflege von Brooks.

Je nachdem, aus welchem Material der Bezug Ihres Fahrradsattels besteht, ist ein gewisses Maß an Pflege notwendig, damit Sie lange Ihre Freude daran haben. Synthetik-Materialien sollten Sie bei Bedarf mit einem feuchten Lappen abreiben, mehr Pflege brauchen diese Produkte meist nicht.

Ein Fahrradsattel aus Leder muss dagegen mit speziellem Fett (ähnlich einer Schuhcreme) eingerieben werden. Nur so bleibt das Material geschmeidig und unempfindlich gegenüber Wasser. Allerdings sollte man es mit dem Einfetten auch nicht übertreiben: Zu viel Fett kann dafür sorgen, dass das Leder sehr weich wird und aus der Form gerät – dann ist die Stabilität des Sattels dahin! Hier ist ein gesundes Mittelmaß sinnvoll.

5. Fahrradsattel-Test bei Stiftung Warentest

Die Stiftung Warentest hat in der Ausgabe 08/2013 verschiedene Fahrradsättel miteinander verglichen. Getestet wurden 13 Sättel mit 17 Fahrradfahrern. Dabei wurde jedoch kein Fahrradsattel Vergleichssieger ermittelt. Stattdessen standen am Ende des Fahrradsattel-Tests Empfehlungen, für welchen Fahrertyp welcher Sattel mehr oder weniger geeignet ist. Unterschieden wurde in

  • Fahrer mit kleinem Sitzknochenabstand mit sportlicher Haltung
  • Fahrer mit großem Sitzknochenabstand mit sportlicher Haltung
  • Fahrer mit kleinem Sitzknochenabstand mit aufrechter Haltung
  • Fahrer mit großem Sitzknochenabstand mit aufrechter Haltung

Als bester Fahrradsattel schnitt der Comfort Line Wing Sports ab, der für fast alle Ansprüche sehr komfortabel war. Durchgefallen (weil unbequem und unpraktisch) ist der relax IQ vom selben Hersteller – er passte zu keinem Fahrertyp.

6. Fragen und Antworten rund um Fahrradsättel

6.1. Auf welchem Fahrradsattel schwitzt man nicht?

Fahrradsattel ohne Nase von Selle Royal.

Fahrradsattel ohne Nase von Selle Royal.

Gerade Fahrradfahrer, die sehr sportlich unterwegs sind oder lange Touren auf dem Drahtesel zurücklegen, kennen das Problem, dass sich im Sommer irgendwann die Wärme im Schritt staut. Man fängt an zu schwitzen - das kann unangenehm werden.

Abhilfe schaffen Fahrradsattel mit einer Full-Cut-O-Zone, einem Durchbruch in der Mitte, der zudem den Damm- und Schambereich entlastet. Auch ein Ledersattel kann eine Alternative darstellen, da das Material besonders atmungsaktiv ist.

6.2. Warum sind Fahrradsättel so hart?

bequemlichkeit komfort sattel

Zu Beginn sind die meisten Sättel noch recht unbequem.

Untrainierte und Gelegenheitsfahrer empfinden viele Fahrradsättel als zu hart und fragen sich, warum sie nicht besser gepolstert sind. Dies hat damit zu tun, dass die Polsterung bei längerer Nutzung weicher wird und nachgibt. Dadurch findet das Becken weniger Halt und wackelt auf dem Sattel hin und her. So entsteht Reibung, was zu wunden Stellen führen kann.

Die Sitzbeinhöcker, auf denen das Gewicht beim Sitzen lasten soll, sind anfangs sehr empfindlich, gewöhnen sich jedoch schnell an die Belastung, sodass ein härterer Sattel dann eine bessere Wahl ist.

6.3. Was ist ein polnischer Fahrradsattel?

Als polnischen Fahrradsattel bezeichnet man ein Fahrrad, bei dem der Sattel geklaut oder abmontiert wurde und bei dem man entsprechend nur noch auf dem blanken Rahmen sitzen würde.

Solche Redewendungen bewegen sich allerdings auf sehr klischeebeladenem und somit dünnem Eis – nicht zuletzt, weil die Realität in den seltensten Fällen mit dem Inhalt übereinstimmt. Mit ihnen geht häufig eine diskriminierende, unter Umständen verletzende und im schlimmsten Fall latent rassistisch auffassbare Note einher, weshalb wir uns deutlich davon distanzieren möchten.

6.4. Welcher Fahrradsattel ist gut bei Prostatabeschwerden?

Weitere Vergleiche rund um das Bike:

Die Prostata ist eine Drüse, die ein Leben lang wächst. Je älter Mann wird, desto wahrscheinlicher treten damit Probleme auf. Bei Prostatabeschwerden suchen Sie unbedingt Ihren Arzt auf!

Da die Drüse sehr Druckempfindlich ist, darf auf keinen Fall Druck auf dem Dammbereich ausgeübt werden. Dementsprechend vorsichtig müssen Sie beim Radfahren sein. Nach einer Prostata-OP ist Radfahren, wenn überhaupt, nur mit einem Fahrradsattel ohne Sattelnase erlaubt.

6.5. Welcher Fahrradsattel ist gut bei Rückenproblemen?

welcher fahrradsattel bei rückenschmerzen

Insbesondere das Radfahren mit aufrechtem Oberkörper kann zu Rückenschmerzen führen.

Bei Rückenproblemen empfiehlt sich ein Fahrradsattel, der die Bandscheiben entlastet. Hier sollten Sie zuerst auf eine etwas nach vorn gebeugte Sitzposition achten.

Je aufrechter Sie auf dem Bike sitzen, desto entspannter ist die Rückenmuskulatur. Das führt dazu, dass Schläge und Stöße nicht mehr abgefangen, sondern direkt an den Knochenapparat weitergegeben werden - Rückenschmerzen sind die Folge.

Greifen Sie zu einem Fahrradsattel, der der Trittbewegung folgt, wie z.B. aus der SQlab active Produktreihe.

Kommentare (2)
  1. Helmut :

    Vielen Dank für Ihre hilfreichen Informationen. Ich werde mir in absehbarer Zeit ein e-Bike (MTB) kaufen, dieses werde ich sicherlich mit einem empfohlenen Sattel ausrüsten.

    Antworten
  2. hajo :

    ... ich fahre seit über 30 Jahren einen Brooks mit Federn. Genau den einen. Perfekt, nie Probleme mit irgendetwas, über die eigentlich alle Freunde mit Plastiksätteln jammern nach 50 km.
    Ich ziehe immer einen Schoner drüber wenn das Rad steht, nicht nur bei Regenwetter, damit die Sonne das Leder nicht schädigt. Passt. Er sollte noch so lange halten wie ich Fahrrad fahren will.

    Antworten
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