Wie lagern Sie Ihre Sportsachen? Wochenlang in der Trainingstasche? Oder mit Weichspüler gewaschen in der Schublade? Beides ist nicht gut. Das Pflegen der Sportkleidung ist ein bisschen komplexer als bei unserer normalen Kleidung, denn sie tendiert zu hartnäckigen Gerüchen und einer verkürzten Lebensdauer, wenn sie nicht richtig gewaschen wird. Wie Sie Ihre Sportkleidung richtig waschen und lange Freude daran haben, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Funktionale Textilien sind hochentwickelte Materialien, die darauf ausgelegt sind, Feuchtigkeit optimal vom Körper wegzuleiten und für ein angenehmes Klima zu sorgen. Genau diese Eigenschaften erfordern jedoch eine angepasste Waschroutine, um Geruchsbildung zu vermeiden und die Fasern zu schonen. Denn werfen wir sie einfach so in die Waschmaschine, kann es dazu führen, dass unsere hochwertigen Fitnessleggins oder atmungsaktiven Lauftops schnell ihre Form und Funktion verlieren. Ganz zu schweigen von den unangenehmen Gerüchen, die sich festsetzen können.
So pflegen Sie Ihre Sportsachen richtig
1. An die Luft nach dem Training
Sobald Sie Ihre Sportkleidung ausgezogen haben, ist der erste und wichtigste Schritt: die Sportbekleidung aufhängen! Raus aus der Sporttasche und an die Luft. Denn feuchte Textilien sind ein idealer Nährboden für Bakterien, die die Ursache für unangenehme Gerüche sind. In einer geschlossenen Sporttasche finden diese optimale Bedingungen vor, um sich zu vermehren; sie wirkt wie ein Brutkasten für Bakterienkolonien. Besonders wenn Feuchtigkeit durch ein nasses Handtuch hinzukommt, können sich im schlimmsten Fall sogar Schimmelsporen bilden.
Immer zuerst alles trocknen und dann die Sportkleidung in den Wäschekorb werfen.
2. Die richtige Wahl des Waschmittels
Für die Wäsche von Sportsachen gilt: Weniger Waschmittel ist mehr! Das richtige Waschmittel ist wirklich wichtig und macht den Unterschied. Vermeiden Sie aggressive Waschmittel, Weichspüler und Bleichmittel. Denn diese können die speziellen Fasern von Funktionskleidung angreifen, ihre Atmungsaktivität beeinträchtigen und Rückstände hinterlassen, die Gerüche binden.
Besser geeignet sind:
- Spezial-Waschmittel für Funktionssachen: Diese sind darauf ausgelegt, Schweißgerüche effektiv zu neutralisieren, ohne die empfindlichen Fasern zu beschädigen. Sie enthalten oft antibakterielle Wirkstoffe.
- Flüssigwaschmittel statt Pulver, denn Pulver wird schlechter aus den engmaschigen Fasern ausgespült und hinterlässt Rückstände.
- Kein Weichspüler! Weichspüler verklebt die Poren der Funktionsfasern und beeinträchtigt die Feuchtigkeitsregulation und Atmungsaktivität erheblich.
- Bleichmittel greift die Elastizität der Materialien und die Farben an.
- Gegen Gerüche hilft auch Essig. Einfach Tops, Leggings, Laufjacken und co. einweichen, danach normal waschen. Eine weitere Möglichkeit ist ein Hygienespüler aus der Drogerie, den man in das für den Weichspüler vorgesehene Fach der Waschmaschine gibt. Aber Achtung: Bitte sparsam anwenden, da dieser das sensible Bakterienumfeld in Kläranlagen ebenfalls angreift!
3. Die richtige Temperatur und das richtige Programm
Funktionskleidung sollte generell bei niedrigeren Temperaturen gewaschen werden. Meist reichen 30°C völlig aus, um Bakterien und Gerüche zu bekämpfen, gerade wenn Sie ein Spezial-Waschmittel für Sportkleidung verwenden. Höhere Temperaturen können die Fasern schädigen, ihre Elastizität verringern und die Funktionsfähigkeit beeinträchtigen.
Wählen Sie das Schon- oder Synthetikprogramm Ihrer Waschmaschine. Niemals in die Kochwäsche werfen! Diese ist für die meisten Funktionsmaterialien schlichtweg zu heiß. Und geben Sie der Kleidung genug Raum, damit das Wasser und das Waschmittel gut zirkulieren können und die Kleidung gründlich ausgespült wird.
4. Trennen ist Trumpf
Wie bei jeder Wäsche ist auch bei der Sportkleidung das richtige Sortieren der Wäsche entscheidend. Geben Sie Ihre Sportsachen nicht einfach so mit in die normale Wäsche.
Waschen Sie Ihre Funktionskleidung immer getrennt von Handtüchern, Baumwollshirts oder Jeans. Diese raueren Materialien können die empfindlichen Fasern Ihrer Sportbekleidung beschädigen. Denken Sie dran, die Reißverschlüsse und Klettverschlüsse zu schließen. Dies verhindert, dass sich andere Kleidungsstücke daran verfangen und dabei beschädigt werden.
5. Richtig trocknen
Das Trocknen ist ein weiterer kritischer Punkt. Das Wichtigste ist: Sportkleidung nie in den Wäschetrockner geben! Die Hitze im Trockner kann die empfindlichen Elasthan- und Polyesterfasern dauerhaft schädigen, die Kleidung verformen und ihre Atmungsaktivität zerstören.

Hängen Sie Ihre Sportkleidung auf einem Bügel an die Luft zu trocknen. Vorsicht jedoch bei direkter Sonne, denn diese kann Farben ausbleichen.
Wringen Sie die Kleidung vorsichtig aus (nicht verdrehen!) und lassen Sie sie dann an der Luft trocknen. Hängen Sie Ihre Sportkleidung am besten auf einen Bügel oder auf die Leine. Aber nicht in die direkte Sonne, da farbige Kleidung ausbleichen kann.
Tipp, wenn es schnell gehen muss: Rollen Sie die Kleidung mit einem trockenen Handtuch auf, um überschüssige Feuchtigkeit aufzusaugen. Und dann ab damit auf die Leine.
Mit diesen Tipps stellen Sie sicher, dass Ihre Sportkleidung nicht nur hygienisch frisch bleibt, sondern auch ihre funktionellen Eigenschaften über lange Zeit behält. Und labberige Sportleggings und ausgeleierte Shirts gehören der Vergangenheit an.
Zur Autorin
Sabine Haag gehört zu den erfolgreichsten Ordnungsexpert:innen Deutschlands. Bereits seit 2012 – und damit lange bevor das Thema Ordnung in den Sozialen Medien groß wurde – teilt sie ihre Expertise auf ihrer Website Ordnungsliebe.net und gibt darüber hinaus sowohl auf Instagram als auch auf ihrem YouTube-Kanal hilfreiche Ordnungs-Tipps. Mit ihrem selbst erarbeiteten und umfangreichen Wissen bildet sie außerdem als Trainerin angehende Ordnungsexpert:innen aus.
Bildnachweise: Adobe Stock/Soloviova Liudmyla, Adobe Stock/Tamara (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)















Helfen Sie anderen Lesern von Vergleich.org und hinterlassen Sie den ersten Kommentar zum Thema Richtig waschen: So bleibt die Sportkleidung länger schön!.