Das Wichtigste in Kürze
  • Als Potenzmittel werden in erster Linie potenzsteigernde Präparate zum oralen Einnehmen bezeichnet. Davon abzugrenzen sind Potenz- und Erektionshilfen wie z.B. Penispumpe oder Penisringe, die bei Potenzproblemen ebenso Abhilfe leisten können.
  • Potenzmittel in Tests zeigen, dass nur Medizinprodukte mit chemischen Inhaltsstoffen eine verlässliche Wirksamkeit besitzen, die wissenschaftlich nachweisbar ist. Natürliche Potenzmittel ohne Rezept beinhalten meist traditionelle pflanzliche Heilmittel, denen eine potenzsteigernde Wirkung nachgesagt wird.
  • Zusätzlich oder als Alternative zu Pflanzenstoffen kommt in rezeptfreien Potenzmitteln häufig die Aminosäure L-Arginin vor. Diese unterstützt die Produktion des Botenstoffes Stickoxyd, der u.a. für die männliche Erektion zuständig ist. Eine zusätzliche Aufnahme von L-Arginin kann helfen, wenn Ihr Körper zu wenig von diesem Stoff produziert.

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Potenzstörung ist nach wie vor eines der großen Tabuthemen in unserer Gesellschaft. Die Zahl der Betroffenen ist hoch: 25% der deutschen Männer über 30 Jahre (Fokus) leiden unter Erektionsproblemen. Dabei handelt es sich für die Betroffenen um ein sehr ernstes Problem, das nicht selten Beziehungskrisen oder Depressionen zur Folge haben kann. Diverse Mittel wie das allseits bekannte Viagra versprechen, medizinisch Abhilfe zu schaffen – erfordern jedoch stets den Besuch beim Arzt, da es die meisten chemischen Präparate nur auf Rezept zu kaufen gibt.

Alternativ gibt es jedoch auch natürliche und rezeptfreie Potenzmittel, die insbesondere bei leichteren Erektionsproblemen für ein glücklicheres Liebesleben sorgen sollen. In unserem Potenzmittel-Vergleich 2022 haben wir diese rezeptfreien Mittel für Sie im Rahmen unserer Kaufberatung näher unter die Lupe genommen. Wir erklären Ihnen, ob und wie Wirkstoffe wie Maca, Ginseng oder L-Arginin Ihre Potenz steigern können und bieten Ihnen außerdem einen Überblick über den bisherigen Stand an studiengesicherten Erkenntnissen zu diesem Thema.

1. Haben chemische Potenzmittel Nebenwirkungen?

Wenn Sie unter einer erektilen Dysfunktion (kurz: Potenzstörung) leiden, haben Sie unterschiedliche Präparate als Hilfsmittel zur Wahl. Bevor Sie sich jedoch für ein Mittel entscheiden, sollten Sie die Ursache der Erektionsstörung vorher von einem Urologen abklären lassen, denn die Gründe können vielfältig sein. Neben psychischen Faktoren wie Stress, Depressionen und Ängsten, können Impotenz auch eine ganze Reihe an organischen Ursachen zu Grunde liegen. Dazu gehören z.B. Herzkrankheiten, Erkrankungen der Prostata, Schilddrüsenüber- oder unterfunktion sowie Diabetes oder Leber- und Nierenleiden. Nicht selten entscheidet der Grund der Potenzstörung auch über das für Sie richtige Potenzmittel.

1.1. Arzneimittel sollten Sie nur auf ärztlichen Rat hin einnehmen

Arzneimittel für Potenzstörungen beinhalten stets einen der vier Wirkstoffe (sowohl Markenprodukte als auch Potenzmittel-Generika):

  1. Tadalafil (vertrieben unter dem Namen Cialis)
  2. Sildenafil (vertrieben unter dem Namen Viagra)
  3. Vardenafil (vertrieben unter dem Namen Levitra)
  4. Avanafil (neuestes Potenzmittel mit besonders schneller Wirkung; vertrieben unter dem Namen Spedra)

Diese Mittel enthalten den sogenannten PDE-5-Hemmer. Leiden Sie unter Erektionsstörungen, dann bedeutet dies, dass bei sexueller Erregung zu wenig Blut in Ihren Penis fließt und es zu keiner vollständigen Erektion kommt. PDE-5-Hemmer unterstützen die Weitung der Gefäße, sodass mehr Blut ins Glied gelangen kann. Dies ist vor allem dann hilfreich, wenn Ihre Potenzstörung eine organische Ursache hat, z.B. bei einer Erkrankung der Blutgefäße.

Doch die medizinischen Wirkstoffe sind nicht für jeden reine Heilsbringer und bescheren nicht immer eine Potenzsteigerung. So haben diese Mittel eine durchschnittliche Erfolgsrate von 70 – 80 % (bei Gabe der max. Dosis). Eine 100%-ige Garantie, dass die Einnahme von Viagra, Levitra und Co. Ihre Erektionsprobleme vollständig und dauerhaft löst, gibt es nicht. Auch müssen Sie bei der Einnahme mit Nebenwirkungen wie Kopf- und Muskelschmerzen, Sehstörungen und Verdauungsbeschwerden rechnen.

Achtung: Nach einem Schlaganfall oder einem Herzinfarkt sowie bei einer Herzschwäche oder einer Erkrankung der Herzkranzgefäße wird von der Einnahme von PDE-5-Hemmern abgeraten. Aufgrund möglicher Nebenwirkungen sollten Sie stets mit Ihrem Arzt abklären, ob ein medizinisches Potenzmittel für Sie ratsam ist.viagra tablette

1.2. Natürliche Alternativen: Pflanzenstoffe und Arminosäuren

Potenzmittel mit homöopathischen oder natürlichen Wirkstoffen sind rezeptfrei und freiverkäuflich zu erwerben, weswegen wir uns in diesem Vergleich ausschließlich auf diese konzentrieren. Es gibt sie in Form von Potenzpillen, Tropfen, Potenzcremes, Pasten oder als Potenzgel zu kaufen. Sie bieten gegenüber den chemischen Mitteln einige Vorteile, aber auch entscheidende Nachteile. Für viele Männer bedeutet der Griff zu alternativen Produkten vor allem, dass ihnen dadurch ein vorheriger Arztbesuch erspart bleibt, der für sie mit großer Scham besetzt ist. Rein pflanzliche Mittel besitzen praktisch keine Nebenwirkungen, weshalb die Einnahme nicht schädlich ist und zumindest unter diesem Gesichtspunkt nichts gegen das Ausprobieren solcher Präparate spricht. Die Wirksamkeit muss jedoch aufgrund bisheriger Studien- und Testergebnisse deutlich angezweifelt werden (mehr dazu erwartet Sie in Kapitel 4).

Auch, wenn man eine Vielzahl an Substanzen in alternativen Potenzmitteln finden kann, lassen sich grob drei verschiedene Kategorie von natürlichen Potenzmitteln einteilen:

Typ Beschreibung
Rein pflanzliche Mittel

pflanzliches mittel

Diese Potenzmittel beinhalten lediglich Stoffe diverser Heilpflanzen wie Maca, Guarana, Ginseng oder Tribulus, denen eine potenzsteigernde Wirkung nachgesagt wird (Veganer sollten aufpassen – die Kapselhüllen können tierische Gelantine enthalten!). Manchmal sind diese zusätzlich noch mit verschiedenen Vitaminen angereichert. Es gibt sie sowohl für die regelmäßige Langzeit- als auch für die Kurzzeit-Anwendung (ca. 1 Stunde vor dem Geschlechtsakt).

Langzeitpräparate sind meist für Männer und Frauen geeignet

x Kurzzeit-Präparate meist nur für Männer geeignet

Mittel mit L-Arginin

l-arginin

Potenzmittel dieser Art enthalten die Aminosäure L-Arginin. Diese unterstützt die Produktion des Neurotransmitters Stickoxyd (NO), der wiederum die Erweiterung der Blutgefäße steuert. Normalerweise wird die Aminosäure über die Nahrung aufgenommen. Geschieht dies nur unzureichend, kann eine Therapie mit L-Arginin helfen, die Erektion zu verbessern. Um herauszufinden, ob bei Ihnen ein L-Arginin-Mangel vorliegt, sind jedoch aufwendige und kostspielige Bluttests nötig.

x Potenzmittel nur für Männer geeignet

Aphrodisiaka

aphrodisiakum

Ein Aphrodisiakum wird meist als Tropfen verkauft. Es handelt sich hierbei nicht um ein klassisches Erektionsmittel, sondern um ein Präparat, das die Libido durch berauschende und betörende Inhaltsstoffe befeuern und so die Manneskraft entfalten soll. Meist ist jedoch die Hauptzutat eines Aphrodisiakums H2O, d.h. ganz normales Wasser.

Tropfen als Potenzmittel für Frauen und Männer geeignet

In der Theorie klingen natürliche und rezeptfreie Mittel aufgrund der Werbebotschaften der Hersteller vielversprechend und im Bezug auf Nebenwirkungen harmlos – vor allem verglichen mit den chemischen Alternativen. Tatsächlich sollten Sie allerdings nicht zu viel von diesen Präparaten erwarten, denn die medizinische Wirkung konnte bislang nicht bestätigt werden.

Wir empfehlen: Wenn Sie nur unter leichten bis mittelschweren Potenzproblemen leiden, kann es zumindest nicht schaden, zunächst ein natürliches Mittel auszuprobieren.

Hier sehen Sie noch einmal zusammengefasst die Vor- und Nachteile eines chemischen Potenzmittels gegenüber eines rezeptfreien Präparates:

    Vorteile
  • höhere Wirksamkeit
  • medizinisch gesicherte Wirkung
  • genaue Angaben über Inhaltsstoffe
  • mit ärztlicher Aufsicht verbunden
    Nachteile
  • kann Schamgefühl auslösen
  • bei manchen Vorerkrankungen nicht anwendbar
  • kann Nebenwirkungen haben

3. Gibt es bei Potenzmitteln den Placebo-Effekt?

L-Arginin in Lebensmittelnl-arginin lebensmittel

Die Arminosäure L-Arginin, die im menschlichen Organismus eine gefäßerweiternde Funktion hat, nehmen wir normalerweise über unsere tägliche Nahrung auf. In diesen Lebensmitteln steckt besonders viel L-Arginin (gerechnet auf 100 g):


  • Erdnüsse = 3.460 mg
  • Sojabohnen = 2.200 mg
  • Haselnüsse = 2.030 mg
  • Garnelen = 1.740 mg
  • Hammelfleisch = 1.400 mg
  • Hühnerbrust = 1.350 mg
  • Thunfisch = 1.250 mg
  • Haferflocken = 870 mg

Auch wenn einige der pflanzlichen Substanzen in hoher Dosierung Eigenschaften besitzen können, die sich positiv auf die Potenz auswirken, so sind diese in Potenzmitteln nur in sehr geringer Menge vorhanden. Daher sollten Sie nach der Einnahme normalerweise keinerlei Effekt verspüren können. Dennoch werden Sie gerade im Netz immer wieder auf eine nicht geringe Anzahl an Menschen stoßen, die die Wirksamkeit dieser Mittel bestätigen. Doch wie kann dies sein?

Gerade dann, wenn der Erektionsstörung psychische Ursachen statt organischer zu Grunde liegen, spielt der Placebo-Effekt bei der Einnahme eines Potenzmittels eine große Rolle. Allein Ihre Erwartenshaltung gegenüber einer Wirkung kann bei Einnahme eines sonst wirkungslosen Präparats dazu führen, dass sich Ihr Leiden tatsächlich verbessert und sich Ihre Erektionsstörung verringert.

Bis heute ist der Placebo-Effekt Bestandteil der medizinischen Forschung, denn seine genaue Wirkungsweise ist noch nicht geklärt. Dass er jedoch funktionieren kann und zwar auch dann, wenn Sie wissen, dass es sich bei der Einnahme um ein Placebo handelt, gilt als erwiesen.

impotenz

4. Gibt es einen Potenzmittel-Test bei der Stiftung Warentest?

Einen zuverlässigen Potenzmittel-Test können Sie sowohl bei der Stiftung Warentest als auch bei der Ökotest finden. Letztere untersuchte im Jahr 2003 ausschließlich medizinische Potenzmittel in Hinblick auf ihre Verträglichkeit und Wirksamkeit und stellte pflanzliche Alternativen nur am Rande vor.

Ausführlicher behandelte Ökotest das Thema zuletzt im Jahr 2012. Hier wurden sowohl rezeptpflichtige Arzneimittel als auch alternative potenzsteigernde Mittel untersucht. Während Produkte mit L-Arginin bei leichten Erektionstörungen kleine, positive Verbesserungen zeigten, konnte die Heilwirkung der rein pflanzlichen Produkte nicht bestätigt werden. Diese wurden alle mit einem ?mangelhaft? (5,0) oder ?ungenügend? (6,0) bewertet, sodass ein echter Potenzmittel-Testsieger hier nicht zu verzeichnen war. Ähnlich vernichtend war auch das Fazit der Ökotest:

?Hilfe gibt es nur auf Rezept: Während die Wirksamkeit der meisten rezeptpflichtigen Arzneimittel belegt ist, taugen die Präparate aus dem Sexshop bestenfalls als Gag, da es an Nutzenbelegen mangelt.?

Bitte beachten Sie: Wir haben den Aspekt der Wirksamkeit in unserem Produktvergleich nicht berücksichtigt, da diese bei allen rezeptfreien und natürlichen Potenzmitteln in Frage gestellt werden muss. Daher haben wir uns bei unserer Bewertung lediglich an unterscheidbaren Kriterien orientiert.

5. Unser Fazit: Schrauben Sie Ihre Erwartungen zurück

urologen

Auch, wenn es Ihnen vielleicht unangenehm ist: Die Behandlung von massiven Potenzstörungen gehört in die Hände eines Facharztes. Darauf weisen seriöse Potenzmittel-Tests hin.

Insbesondere dann, wenn Sie bereits länger unter starken Potenzstörungen leiden, sollte der Weg am Arztbesuch nicht vorbei führen. Dieser sollte zunächst die Ursachen für die Impotenz umfassend ermitteln, damit er Ihnen im Anschluss das für Sie beste Potenzmittel verschreiben und die Erektionsstörung beheben kann.

Haben Sie nur leichte oder mäßige Schwierigkeiten, eine Erektion zu bekommen, dann spricht zunächst nichts dagegen, ein rezeptfreies Mittel auszuprobieren und ein natürliches Potenzmittel zu kaufen. Wunder sollten Sie jedoch nicht erwarten.

Außerdem raten wir Ihnen, ein Mittel mit L-Arginin einem rein pflanzlichen vorzuziehen. Auch wenn die Wirksamkeit der zusätzlich zugeführten Aminosäure noch nicht hinreichend belegt ist, so deutet doch vieles darauf hin, dass es zumindest bei einer leichten Potenzschwäche helfen kann. Da pflanzliche Potenzmittel in Tests und in Studien bislang keinerlei Wirkung gezeigt haben, können Sie hierauf getrost verzichten.

6. Fragen und Antworten rund um das Thema Potenzmittel

6.1. Wie kann ich auf natürlichem Wege meine Erektionsfähigkeit steigern?

Neben einem allgemein gesunden Lebensstil, zu dem Sport ebenso gehört wie eine ausgewogene Ernährung, können Sie Ihre Erektionsfähigkeit z.B. mit Beckenbodengymnastik verbessern. Auch gibt es einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen Rauchen, Übergewicht und Erektionsproblemen. Beides wirkt sich negativ auf die Gefäßgesundheit aus, was wiederum Potenzprobleme zur Folge haben kann. Zwar wird Selbsthilfe bei Impotenz die Problematik alleine nicht beheben, aber Sie können den Besserungsprozess aktiv unterstützen.

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6.2. Was kosten Potenzmittel im Schnitt?

Potenzsteigernde Arzneimittel Freiverkäufliche Potenzmittel
  • Viagra & Viagra-Generika: ca. 2 – 5 Euro pro Tablette
  • Levitra : ca. 12,50 Euro pro Tabletteviagra pille
  • Cialis: ca. 17,50 Euro pro Tablette
  • Präparat zur kurzzeitigen Einnahme: ca. 8 – 10 Euro pro Tablettetribulus
  • Präparat zur langfristigen Einnahme: ca. 0,20 Euro pro Tablette

Achtung: Erwerben Sie medizinische Potenzmittel nur in Apotheken und kaufen Sie niemals rezeptpflichtige und günstige Potenzmittel illegal im Internet. Hierbei handelt es sich häufig um Fälschungen, die nicht selten verunreinigt sind. Mehr dazu können Sie hier lesen.

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6.3. Welches Potenzmittel hat die wenigsten Nebenwirkungen?

Bei den medizinischen Potenzmitteln hat der Wirkstoff Vardenafil (Levitra) in puncto Verträglichkeit die Nase vorn. Doch auch Tadalafil (Cialis) wird meist gut vertragen.

Die meisten natürlichen und rezeptfreien Potenzmittel zeigen im Allgemeinen nur relativ wenig bis gar keine Nebenwirkungen, sodass Sie sich – außer Sie leiden unter einer Unverträglichkeit gegenüber einem bestimmten Inhaltsstoff – darüber keine allzu großen Gedanken machen müssen.

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6.4. Kann ich Potenzmittel einnehmen, wenn ich hohen Blutdruck habe?

Ja. Normalerweise gibt es bei der Einnahme von Potenztabletten keine Probleme, wenn Sie hohen Blutdruck haben; selbst dann, wenn Sie gleichzeitig blutdrucksenkende Mittel einnehmen.

Sogenannte Alphablocker bilden hier eine Ausnahme. Hier sollten Sie unbedingt vor einer möglichen Einnahme einen Arzt konsultieren.

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