Das Wichtigste in Kürze
  • Nikotinkaugummis und -lutschtabletten können Raucher dabei unterstützen, dem Glimmstängel endgültig zu entsagen, da sie Symptome des Nikotinentzugs zu lindern in der Lage sind: Statt zur Zigarette kann bei akutem Rauch-Verlangen zum Kaugummi oder zur Pastille gegriffen werden. Beide lassen den Nikotinspiegel im Blut ansteigen.
  • In der Wirkweise sind die Nikotinersatzprodukte ähnlich, doch gibt es einige Aspekte, die beachtet werden sollten, bevor Sie Nikotinlutschtabletten oder Nikotinkaugummis kaufen. Welches Präparat in welcher Dosierung für Sie das richtige ist, hängt maßgeblich von Ihrem Rauchverhalten ab.
  • Bei falscher Anwendung von nikotinhaltigen Kaugummis und Pastillen kann es zu einer Nikotin-Überdosis kommen. Auch gibt es weitere Einschränkungen, denn Raucher mit Magenschleimhaut-Problemen oder mit Sodbrennen sollten lieber auf andere Präparate zurückgreifen.

nikotinkaugummi test

Eine Deals.com-Umfrage unter Rauchern vom Mai 2014 hat ergeben, dass rund 40 % der Befragten bereits mehrfach vergeblich versucht haben, mit dem Rauchen aufzuhören. Jeder Raucher, der schon einmal probiert hat, sich sein Laster abzugewöhnen und rauchfrei zu leben, weiß, wie schnell so ein Vorhaben scheitern kann.

Zum Erreichen des Rauchstopps können Sie unterstützend auf die unterschiedlichsten Methoden zurückgreifen: angefangen bei der Verhaltenstherapie, über verschreibungspflichtige Medikamente, über Hypnose oder Akupunktur bis hin zur Nikotinersatztherapie.

Wir haben uns im Nikotinkaugummi-Vergleich 2020 mit den beiden wichtigsten Kategorien des oralen Nikotinersatzes auseinandergesetzt: Kaugummis und Lutschtabletten. Erfahren Sie, was für Sie in Frage kommt: Lutschtabletten oder Kaugummis? Oder gar eine Kombination aus beidem? Welche Dosierung die richtige ist, was Gebissprothesenträger beachten müssen und wie man Nikotinersatzmittel richtig anwendet, können Sie außerdem in unserem Ratgeber nachlesen.

1. Reichen Nikotinersatzpräparate zur Raucherentwöhnung allein aus?

raucherin

Mit jedem Zug an der Zigarette atmen Sie mehr als 4.000 schädliche Substanzen ein, die durch das Verbrennen von Tabak freigesetzt werden.

Auf dem Markt gibt es viele unterschiedliche Präparate, die diejenigen, die mit dem Rauchen aufhören wollen, in ihrem Vorhaben unterstützen sollen. Nikotinkaugummis und Nikotinlutschtabletten gelten dabei neben Nikotinpflastern oder Nikotinsprays als zwei besonders erfolgversprechende Hilfsmittel.

Auch Nikotinersatzprodukte (etwa Kaugummis oder Lutschtabletten) enthalten den Wirkstoff Nikotin, den wir in Zigaretten finden und der die eigentliche Ursache der Sucht bildet. Dennoch können solche Produkte helfen, einen Rauchstopp zu erwirken. Zudem ist für die gesundheitlichen Schäden, die durch Zigarettenkonsum hervorgerufen werden können, nicht unbedingt das Nikotin verantwortlich, sondern die vielen anderen giftigen Inhaltsstoffe im Tabakrauch. Das bedeutet: Der Griff zu Nikotinersatz ist gesünder als der Griff zur Zigarette.

Wichtig: Allein Nikotinersatzpräparate werden nicht reichen, um das Rauchen aufzugeben – Motivation und Konsequenz sollten die Grundlage Ihres Vorhabens – mit dem Rauchen aufzuhören – bilden.

Nikotin-Wirkung

zigaretteDer Gehalt an Nikotin (auch Nicotin) in einer Zigarette beträgt rund 0,9 mg, in der Zigarette selbst ist mit 12 mg aber wesentlich mehr Nikotin enthalten. Das meiste davon verbrennt allerdings beim Rauchen, bevor es eingeatmet werden kann.

In geringen Dosen ist Nikotin ein Stimulans (wirkt aufputschend), in mittleren Dosen führt es zur Entspannung und in sehr hohen Dosen kann es giftig sein. Eine akute Überdosierung zeigt sich mit Übelkeit und Erbrechen.

Die Aufgabe der Nikotinersatzpräparate ist es, Entzugserscheinungen der Sucht zu reduzieren. Diese Entzugssymptome können zum Beispiel sein:

  • Nervosität, Unruhe
  • Angst
  • Reizbarkeit, Aggressivität
  • depressive Verstimmungen
  • Konzentrationsprobleme
  • Unruhe
  • Schlafstörungen
  • vermehrter Hunger bzw. Appetit

Nikotinersatz kann zwar nur die körperlichen Symptome des Nikotinentzugs lindern, welche meist nach 7 bis 10 Tagen abklingen, aber in der Regel werden dadurch auch die mentalen Belastungen, die mit der Raucherentwöhnung einhergehen, eingedämmt.

Die psychische Abhängigkeit nach Nikotin besteht weitaus länger als die körperliche, denn ein Großteil der Raucher greift nur in bestimmten Situationen zur Zigarette, um so Ärger, Stress oder anderen schwierigen Situationen zu begegnen. Auch Geselligkeit oder geistige Anregung können solche Situationen sein. Wenn sie dann plötzlich nicht mehr die gewohnte Zigarette in den Händen halten, kommt es oft zu einer inneren Leere, mit der sie erst umzugehen lernen müssen.

2. Kauen & Lutschen: Welche zwei Typen der Nikotinersatzprodukte gibt es?

2.1. Nikotinkaugummi und -lutschtablette im Vergleich

Zunächst die beiden Typen der oralen Nikotinzufuhr zum Kauen oder Lutschen als Ersatz für das Rauchen von Zigaretten auf einem Blick:

Art der Nikotinzufuhr Eigenschaften & Eignung
kaugummisKaugummis
  • Zielgruppe: leichte bis mittelstarke Raucher, Geselligkeitsraucher, die unregelmäßig über den Tag verteilt zur Zigarette greifen (zwischen 5 und 15 Zigaretten täglich)
  • Nikotin wird durch das Kauen in der Mundschleimhaut freigesetzt
  • in verschiedenen Geschmacksrichtungen und Wirkstoffstärken (2 bis 4 mg, außerhalb Deutschlands auch 6 mg) erhältlich
  • rezeptfrei, aber apothekenpflichtig (ab 18 Jahren)
  • oft sind Nikotinkaugummis günstiger als Lutschtabletten
  • bekannte Marken bzw. Hersteller: Nicotinell (Novartis) und Nicorette (Johnson & Johnson)
lutschtablettenLutschtabletten / Pastillen
  • Zielgruppe: mittelstarke bis starke Raucher (10 bis 25 Zigaretten täglich)
  • Nikotin wird durch das Lutschen in der Mundschleimhaut freigesetzt
  • in verschiedenen Geschmacksrichtungen und Wirkstoffstärken (1 mg, 2 mg und 4 mg) erhältlich
  • rezeptfrei, aber apothekenpflichtig (ab 18 Jahren)
  • bekannte Marken bzw. Hersteller: Nicotinell (Novartis), Niquitin (GlaxoSmithKline) und Nicorette (Johnson & Johnson)

Neben Kaugummis und Lutschtabletten gibt es auch Nikotinspray, das der oralen Anwendung dient, indem man bei Rauchverlangen ein bis zwei Sprühstöße in den Mund abgibt. Der Vorteil eines solchen Sprays ist die konzentrierte Form und schnellere Wirkung – aber: nicht jeder verträgt diese schnelle Nikotin-Aufnahme. Nikotinlutschtabletten und Nikotinkaugummis im Test haben gezeigt, dass der Körper das Nikotin dabei langsamer aufnimmt.

2.2. So funktionieren Nikotinkaugummis und -lutschtabletten

nikotinspray

Eine Alternative zu Lutschtablette und Kaugummi ist Nikotinspray. (hier von der Marke nicostar)

Bringen Nikotinkaugummis oder -pastillen etwas? Das fragen sich viele, die darüber nachdenken, wie sie mit dem Rauchen aufhören können. Lesen Sie, wie Nikotin zum Kauen oder Lutschen funktioniert:

Beim Lutschen der Pastille oder Kauen des Kaugummis vermischt sich das Nikotin mit dem Speichel und gelangt in die Mundschleimhaut. Anschließend erhält unser Gehirn das Signal, dass Nikotin im Körper ist und das Verlangen nach einer Zigarette ist gestillt.

Auf diese Weise sollen Entzugserscheinungen im Zaum gehalten werden. Das Bedürfnis zur Zigarette zu greifen, begründet sich darin, dass der Nikotinspiegel im Blut steigt und fällt, was lustvolle Empfindungen sowie eine Nikotinabhängigkeit hervorruft.

2.3. Formen der Nikotinersatztherapie

Haben Sie den Entschluss gefasst, mit dem Rauchen aufzuhören, können Sie zwischen zwei Formen der Nikotinersatztherapie wählen. Wenn Sie sofort mit dem Rauchen aufhören wollen:

  1. Stufe: In den ersten 6 Wochen greifen Sie bei Rauchverlangen zu Kaugummi oder Lutschtablette.
  2. Stufe: In den folgenden 6 Wochen reduzieren Sie die Anzahl der Kaugummis oder Lutschtabletten auf null.

Eine andere Möglichkeit ist die Reduktionsmethode, bei der Sie zunächst weiter rauchen können und Ihren Zigarettenkonsum langsam reduzieren:

  1. Stufe: In den ersten 6 Wochen reduzieren Sie Ihren Zigarettenkonsum um 50 %. Verspüren Sie ein Rauchverlangen, lutschen Sie eine Tablette oder kauen Sie einen Kaugummi.
  2. Stufe: Innerhalb von 6 Monaten reduzieren Sie Ihren Zigarettenkonsum auf null und greifen bei Rauchverlangen zur Lutschtablette oder zum Kaugummi.
  3. Stufe: Sie rauchen gar nicht mehr und reduzieren die Lutschtabletten oder Kaugummis auf null.

pflaster-pastille-kaugummiKombi-Therapie: Sie können Nikotinpflaster auch zusätzlich zu Nikotinkaugummis oder -lutschtabletten verwenden – dies erhöht die Erfolgschancen vor allem bei sehr starken Rauchern. Die Pflaster sorgen dafür, dass Nikotin langsam und in gleichbleibender Menge ins Blut abgegeben wird. Mit Kaugummi oder Lutschtablette können Sie ein akutes Nikotin-Verlangen stillen, da diese einen raschen Anstieg von Nikotin im Blut bewirken. Wenn Sie sich ausführlich über die Pflaster informieren wollen, besuchen Sie auch unseren Nikotinpflaster-Vergleich.

nikotinlutschtablette-test

3. Kaufberatung für Nikotinpastillen & -kaugummis: Darauf müssen Sie achten

3.1. Nikotinpastillen und Nikotinkaugummis im Test: Was eignet sich besser für mich?

An dieser Stelle können Sie sich einen Überblick über die Vor- und Nachteile von Nikotinkaugummis und -lutschtabletten verschaffen:

    Vorteile
  • einfache Anwendung
  • können das akute Rauchverlangen stillen
  • reduzieren Entzugserscheinungen
    Nachteile
  • Nikotinspiegel im Blut kann nicht dauerhaft aufrechterhalten werden
  • können Mund- und Magenschleimhäute reizen

Ein wichtiger Unterschied zwischen den beiden Präparaten ist: Lutschtabletten sind für Zahnprothesenträger besser geeignet als Kaugummis. Nikotinkaugummi-Tests haben gezeigt, dass Gebissträger wegen der Haftfähigkeit Probleme mit dem Kauen bekommen könnten. Zudem besteht die Gefahr, dass sich festsitzende Inlays oder Plomben durch das Kauen weiter lockern.

nicotinell-2mg

Die 2-mg-Lutschtabletten von Nicotinell eignen sich für Raucher mit mittelstarker Abhängigkeit.

Weiterhin können Ihnen folgende Punkte helfen, Ihren persönlichen Nikotintabletten- oder Nikotinkaugummi-Testsieger zu finden:

  • Nikotinkaugummis eignen sich am ehesten für Gelegenheitsraucher, die leicht bis mittelstark abhängig sind und unregelmäßig über den Tag verteilt rauchen – circa 5 bis 15 Zigaretten pro Tag.
  • Nikotinlutschtabletten eignen sich auch für stärkere Raucher, da ein höherer Nikotinspiegel im Blut erreicht wird als mit Kaugummis – circa 10 bis 25 Zigaretten pro Tag.

3.2. Die richtige Wirkstoffstärke: 1, 2 oder 4 mg?

In Deutschland werden Nikotinlutschtabletten und -kaugummis in unterschiedlichen Wirkstoffstärken verkauft: 1 mg, 2 mg und 4 mg. Sie benötigen zwar kein Rezept vom Arzt, erhalten die Rauchstopp-Mittel allerdings ausschließlich in der Apotheke oder können Sie online kaufen.

Erst ab 18 Jahren: Da Nikotinkaugummis und -lutschtabletten den Wirkstoff Nikotin enthalten, dürfen diese nur an Personen ab 18 Jahren abgegeben werden. Nikotinlutschtabletten und Nikotinkaugummis dürfen in Drogerien (etwa Rossmann oder dm) nicht verkauft werden.

Tipp: Ob der beste Nikotinkaugummi für Sie 2 oder 4 mg Nikotin enthalten sollte, hängt maßgeblich davon ab, wie viele Zigaretten Sie für gewöhnlich täglich rauchen; genauso verhält es sich bei der Nikotinlutschtabletten-Dosierung.

Die Tabelle zeigt Richtwerte für die Nikotinlutschtabletten- und Nikotinkaugummi-Dosierung:

Zigaretten pro Tag Abhängigkeitsgrad Dosierung
leichte abhängigkeit weniger als 20 Zigaretten täglich leichte Abhängigkeit Lutschtabletten: 1 mg
Kaugummis: 2 mg
mittlere Abhängigkeit zwischen 20 und 30 Zigaretten täglich mittlere Abhängigkeit Lutschtabletten: 1 bis 2 mg
Kaugummis: 2 bis 4 mg
starke Abhängigkeit mehr als 30 Zigaretten täglich starke Abhängigkeit Lutschtabletten: 2 bis 4 mg
Kaugummis: 4 mg

Stiftung Warentest hat sich in einem Beitrag mit dem Thema Raucherentwöhnung mit Nikotinersatzmitteln (Ausgabe 08/2003) auseinandergesetzt. Starken Rauchern empfiehlt Stiftung Warentest Nikotinpflaster, mäßigen Rauchern bei Rauchverlangen Kaugummis und Lutschtabletten.

4. Wie werden Nikotinlutschtabletten und -kaugummis richtig angewendet?

Es kann zu Nikotinlutschtabletten- oder Nikotinkaugummi-Nebenwirkungen oder zu einer Überdosierung kommen, wenn Sie die Präparate falsch anwenden. Sie sollten sich die Packungsbeilage genau durchlesen, bevor Sie Gebrauch von den Mitteln machen.

Wichtig: Sowohl für Nikotinkaugummis als auch für Nikotinlutschpastillen gilt, beide nur solange kauen oder lutschen, bis ein pfeffriger Geschmack in Ihrem Mund entsteht – der Geschmack zeigt an, dass Nikotin freigesetzt wird. Anschließend lassen Sie die Pastille oder den Kaugummi zwischen Zahnfleisch und Wange ruhen.

lutschpastillen gegen rauchen

Nikotinlutschtabletten sollten Sie niemals kauen. Achten Sie auch darauf, diese sehr langsam zu lutschen.

Sobald der pfeffrige, kräftige Geschmack in Ihrem Mund durch das Nikotin entsteht, sollten Sie nicht weiter kauen oder lutschen, bis der Geschmack wieder nachlässt. In dieser Zeit wird das freigesetzte Nikotin in die Mundschleimhaut aufgenommen und gelangt in Ihren Blutkreislauf.

Wenn Sie ununterbrochen Kauen oder Lutschen wird mehr Nikotin freigesetzt, als Ihre Mundschleimhaut aufnehmen kann. Sie würden das Nikotin herunterschlucken und es kann zum Beispiel zu Brennen und Kratzen im Hals kommen und Ihre Schleimhäute in Mund und Magen werden gereizt.

5. Rauchentwöhnung mit Nikotinersatz: Nebenwirkungen & Überdosierung

nicorette-4mg

Nicorette-Kaugummi mit einer Dosierung von 4 mg Nikotin je Stück. Die tägliche Nikotinkaugummi-Menge soll während der Raucherentwöhnung 8 bis 12 Kaugummis betragen.

Bei falscher Anwendung kommt es zu Nebenwirkungen bzw. zur Überdosierung durch Nikotinkaugummis oder -lutschtabletten.

Symptome einer Nikotin-Überdosis können sein:

  • kalter Schweiß
  • Schwindel und Übelkeit
  • Sodbrennen
  • stark erhöhter Speichelfluss
  • Schlafstörungen
  • Kopfschmerzen

Nikotinlutschpastille oder Nikotinkaugummi verschluckt? Hier ist eine Vergiftungsgefahr relativ gering, weil das Nikotin ohne Lutschen oder Kauen schlecht vom Organismus aufgenommen wird.

Vor der Nikotinlutschpastillen- oder Nikotinkaugummi-Anwendung sollten Sie den Beipackzettel Ihres Präparats aufmerksam lesen, denn nicht für jedermann sind die Mittel geeignet. Bei einem Magengeschwür oder Sodbrennen zum Beispiel würden Kaugummis und Lutschtabletten Ihre Beschwerden noch weiter verstärken.

Nichtraucher oder Gelegenheitsraucher (damit ist gemeint: etwa eine Zigarette pro Tag oder weniger) sollten Nikotinersatzpräparate nicht anwenden, da es schnell zu Gegenanzeigen und Überdosierungen kommen kann.

Rücksprache mit Ihrem Arzt halten und vorsichtig bei der Anwendung sollten Sie sein, wenn Sie zum Beispiel:

schwangerschaft-rauchen

Nikotinkaugummis für Schwangere? Greifen Sie während der Schwangerschaft lieber auf nikotinhaltige Präparate zurück als auf Zigaretten.

  • kürzlich einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten haben
  • unter Schmerzen im Brustkorb leiden (Angina pectoris)
  • bei bestehenden Herzerkrankungen
  • bei Bluthochdruck
  • bei Lebererkrankungen
  • bei Nierenerkrankungen
  • unter Diabetes (Zuckerkrankheit) leiden
  • bei einer Schilddrüsenüberfunktion
  • bei Magengeschwüren
  • oder bei einer Entzündung der Speiseröhre.

Nikotinersatzpräparate während der Schwangerschaft oder Stillzeit? Eine eindeutige Antwort zu diesem Thema lässt sich nicht liefern. Zurzeit gibt es noch keine klinischen Studien, die zeigen, ob Nikotin auf die Entwicklung und Gesundheit des Fötus Auswirkungen hat.

Schwangere und Stillende sollten generell versuchen, ohne Medikamente bzw. Nikotinersatzprodukte auf das Rauchen zu verzichten. Allerdings gilt: Während der Schwangerschaft ist es gesünder, auf Nikotinkaugummis und -lutschtabletten zurückzugreifen, als zur Zigarette zu greifen, da die Risiken und Nebenwirkungen durch Rauchen weitaus höher sind als durch nikotinhaltige Präparate.

6. Nikotinkaugummis und -lutschtabletten: Fragen und Antworten

6.1. Nimmt man bei der Raucherentwöhnung immer an Gewicht zu?

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Häufig nehmen Leute, die noch bis zur vor kurzem geraucht haben, an Gewicht zu, da sie mehr Appetit auf Süßigkeiten oder Chips haben.

Beim Nikotinentzug muss sich auch unser Stoffwechsel umstellen, denn bei fehlendem Nikotin im Körper benötigt der Stoffwechsel zunächst mehr Zeit, um Fette und Kohlenhydrate zu verdauen.

Zudem greifen viele Menschen, die mit dem Rauchen aufhören, zu einem Zigaretten-Ersatz. In der Regel sind dies Süßigkeiten oder vermehrtes Essen. Auf diese Weise kommt es zu einer Gewichtszunahme. Achten Sie während Ihres Nikotinentzugs darauf, sich ausgewogen und gesund zu ernähren und Sport zu treiben. Auch Sport kann eine Art Ersatz für das Rauchen darstellen – noch dazu ein gesunder.

6.2. Wie lange kann ich Kaugummis und Lutschtabletten mit Nikotin einnehmen?

Nikotinersatzmittel sind nicht als Dauerlösung gedacht. In den Nikotinlutschtabletten- oder Nikotinkaugummi-Beipackzetteln ist oft von einer Einnahmezeit von 6 bis 12 Wochen die Rede. Nikotinlutschtabletten- und Nikotinkaugummi-Erfahrungsberichte zeigen: länger als 6 Monate sollten diese nicht eingenommen werden.

Nikotin alleine hat, so das Deutsche Krebsforschungszentrum, ein geringeres Suchtpotenzial als Zigaretten, in denen noch zahlreiche weitere Giftstoffe enthalten sind, und der Nikotinersatz gilt auch als gesünder als das Rauchen, dennoch: Bislang konnte nicht geklärt werden, inwiefern und in welcher Dosierung Nikotin selbst Krebs auslösen kann.

6.3. Gibt es nikotinfreie Mittel, die mir beim Rauchen aufhören helfen können?

planto caps

Rauchfrei ohne Nikotin: Pflanzliche Kapseln ohne Nikotin sollen beim Rauchstopp helfen. (hier SMOKSAN+ von plantoCAPS)

Wer während seines Rauchstopps auf Nikotin verzichten will, kann auf spezielle pflanzliche Kapseln zurückgreifen, die dabei helfen sollen, den Nikotinentzug zu erleichtern. Solche Nahrungsergänzungsmittel enthalten meistens andere anregende Substanzen als Ersatz, wie zum Beispiel Extrakte aus Acerola, grünem Tee, Passionsblumen oder Hopfen.

Oftmals sind unter den Inhaltsstoffen noch Vitamine, wie etwa Biotin (Vitamin B7), welche zur Funktion des Nervensystems beitragen sollen und einen positiven Einfluss auf den Stoffwechsel oder die Schleimhäute von etwa Nase, Mund oder Lunge haben sollen. Hierbei handelt es sich um Bereiche unseres Organismus, die durch das Rauchen gesundheitliche Beeinträchtigungen davongetragen haben können.

Biotinmangel bei Rauchern: Gerade als Raucher ist es wichtig, sich ausreichend mit Vitamin B7 zu versorgen, denn sie können leichter einen Biotinmangel bekommen als Nichtraucher. Interessieren Sie sich für Präparate mit Vitamin B7, sollten Sie einen Blick auf unseren Biotin-Vergleich werfen.

6.4. Abhängig von Nikotinkaugummis? Ist eine Nikotinlutschtabletten- oder eine Nikotinkaugummi-Sucht möglich?

Aus einer n-tv-Meldung von Dezember 2016 geht hervor, dass die Möglichkeit besteht, dass Zigarettenersatz süchtig macht. Aber: Laut Einschätzung der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen, ist das Risiko, eine Nikotinlutschtabletten- oder Nikotinkaugummi-Abhängigkeit zu erleiden, eher gering – insofern man sich an den für die Behandlung vorgegebenen Zeitraum von 6 bis 12 Wochen hält.

Ob man von Nikotinersatz abhängig wird, hängt auch damit zusammen, wie schnell das Nikotin im Gehirn freigesetzt wird: Je schneller, desto höher die Suchtgefahr. Bei einem Nikotinpflaster beginnt die Wirkung nach rund 15 Minuten und geht über mehrere Stunden; Nikotinkaugummis oder -lutschtabletten wirken nach 5 bis 7 Minuten. Zum Vergleich: Bei einer Zigarette setzt die Wirkung schon nach 20 Sekunden ein.

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