
Campingurlaub bedeutete früher vor allem Freiheit, Natur und Reduzieren auf das Wesentlichste. Dann kam die Pandemie-Zeit und bescherte Camping-Urlauben und Wohnwagenromantik einen bis heute ungebrochenen Trend. Doch neben aller Glampingmöglichkeiten und rollenden 5-Sterne-Hotelzimmern zeigt die aktuelle Vergleich.org-Umfrage: Bodenständigkeit und Einfachheit bleiben Merkmale der Campingurlaube. Neben klassischer Grundausstattung sind vor allem Sicherheit, Kühlung, Stromversorgung und Kaffeegenuss gefragt.
Camping galt lange als minimalistische Urlaubsform: Zelt aufbauen, Kocher anschmeißen, praktische Kleidung, Natur genießen. Vor allem seit der Covid-Pandemie hat sich hier viel entwickelt. Wohnwagen, Wohnmobile und Camper liegen ungebrochen im Trend. Sie werden zudem immer komfortabler und sind oft voll ausgestattet. Doch ganz so luxuriös brauchen es viele Deutsche offenbar gar nicht. Eine aktuelle Umfrage von Vergleich.org zeigt: Wer in den Campingurlaub fährt, setzt vor allem auf praktische, kleine Komforthelfer, die die klassische Campingplatzerfahrung ergänzen.
Wohnmobil ist die beliebteste Campingform
Wir wollten von den Befragten wissen, welche Campingform für sie am ehesten infrage kommt. Das Wohnmobil liegt mit 26 Prozent vorn. Dahinter folgen Wohnwagen mit 18 Prozent sowie jeweils das klassische Camping im Zelt und eine Mietunterkunft auf einem Campingplatz mit 17 Prozent.
Deutlich seltener genannt werden Campervan oder Campingbus mit 6 Prozent, Glamping mit 3 Prozent und das Dachzelt auf dem Auto mit 2 Prozent. Das zeigt: Sowohl die Luxusform des Glampings als auch die richtig reduzierte Variante im Zelt auf dem Autodach sind nicht so attraktiv wie die komfortable Mitte.
Auch interessant: Nur 11 Prozent der Befragten geben an, dass keine der genannten Campingformen für sie infrage kommt.
Die Ergebnisse zeigen, dass Camping vor allem dann attraktiv ist, wenn es mit einem Mindestmaß an Bequemlichkeit neben der Flexibilität und Freiheitserfahrung verbunden ist. Auch die liebste Beschäftigung im Urlaub, die Freude am Essen, darf nicht zu kurz kommen. Daher werden Komfortgegenstände, die sich um das leibliche Wohl kümmern, zuerst eingepackt.
Kühlbox, Sonnenschutz und Powerbank fast gleichauf
Vergleich.org bat die Befragten, aus einer Liste möglicher Campingausstattung jene Dinge auszuwählen, die für sie unverzichtbar sind – unter der Voraussetzung, dass die Ausrüstung rund um den Schlaf und Kleidung bereits eingeplant ist. Ganz oben auf der Packliste steht das Campingkocher– oder Grill-Equipment: 64 Prozent der Befragten halten es im Campingurlaub für essenziell. Fast ebenso wichtig ist das Thema Sicherheit: 62 Prozent nennen das Erste-Hilfe-Set. Auch gemütliches Sitzen und Essen ist ein Muss. Ein Campingstuhl oder Campingtisch gehören für 57 Prozent unbedingt dazu.
Direkt dahinter wird es eng. Mit jeweils 49 Prozent nennen die Hälfte der Befragten eine elektrische Kühlbox, Sonnen- und Regenschutz sowie eine Powerbank oder ein Solar-Ladegerät als unverzichtbar. Moderne Campingausstattung ist damit weit entfernt von Luxus, aber angenehm und bequem darf es schon sein. Gekühlte Lebensmittel, Schatten am Platz und nutzbare Smartphones gehören für viele selbstverständlich zum Campingkomfort.
Kaffee schlägt Bluetooth-Box und Mini-Beamer deutlich
Und Kaffee! Ohne den geht es auch auf dem Zeltplatz nicht. 41 Prozent der Befragten halten eine Kaffeemaschine oder einen Kaffeekocher für unverzichtbar. Damit liegt Kaffee als Camping-Extra deutlich vor klassischen Freizeit-Gadgets wie einer Bluetooth-Box mit 18 Prozent oder einem Mini-Beamer für Filmabende mit 7 Prozent. Film, Musik und Fernsehen sind eher was für zuhause als unterwegs.
Luxus-Gadgets oder verspielte Extras mit geringem Mehrwert spielen beim Camping eine untergeordnete Rolle. Ein mobiler WLAN-Router wird beispielsweise noch von 24 Prozent als unverzichtbarer Gegenstand genannt, damit das gewohnte Online-Leben weitergehen kann. Eine Campingdusche bzw. ein Duschzelt ist für 22 Prozent wichtig für die private Körperhygiene. Komfortartikel wie eine Hängematte (14 Prozent), einen USB-Ventilator (13 Prozent) oder einen Outdoor-Teppich für saubere Füße (13 Prozent) begeistern nur wenige Liebhaber. Noch ausgefallenere Extras wie ein aufblasbarer Sessel erreichen lediglich 9 Prozent.
Eine vernünftige Lampe oder Lichterkette wird dagegen von mehr als einem Drittel der Befragten als wichtig bewertet. 36 Prozent möchten darauf nicht verzichten. Praktisch denken ist wichtiger als Bequemlichkeit. Das zeigt sich daran, dass Gegenstände wie ein Mückenschutzgerät mit 30 Prozent sowie Werkzeuge oder Multitools auf sogar 32 Prozent häufig ausgewählt werden.
Die moderne Camping-Packliste lautet daher nicht „weniger ist mehr“, sondern eher: Was den Urlaub einfacher, entschleunigter und sicherer macht, darf mit.
Quellenangabe:
Vergleich.org, eigene Umfrage vom 21.05.2026 mit MakeOpinion, 503 Teilnehmer:innen. Mehrfachantworten waren möglich.
Bildnachweise: VGL/KI-generiert (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)














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