Das Wichtigste in Kürze
  • Die gängigen Hauswasserfilter fallen in zwei Kategorien: Wechselfilter und Rückspülfilter. Während bei einem Wechselfilter regelmäßig die Filterkerze getauscht werden muss, bringt ein Rückspülfilter kaum Folgekosten und nur einen geringen Wartungsaufwand mit sich.
  • Einige Rückspülfilter besitzen einen integrierten Druckminderer, der den Wasserdruck im gesamten Haus regelt.
  • Der Einbau eines Hauswasserfilters am Trinkwasseranschluss ist in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben. Die relevanten Normen sind die DIN EN 806 und die DIN 1988.

rückspülfilter test

Warmwasserspeicher, Heizkreisverteiler, Hauswasserfilter – bei der Wasserinstallation eines Ein- oder Mehrfamilienhauses gibt es vieles zu bedenken. Doch im Gegensatz zu den anderen Gerätschaften sind Hauswasserfilter gesetzlich vorgeschrieben.

Vor allem Rückspülfilter haben gewichtige Vorteile und erfreuen sich daher großer Beliebtheit. Sie verfügen über ein auf Dauer ausgelegtes Filtergewebe und verursachen daher planbare Folgekosten. Außerdem können Sie als Hausbesitzer die Wartung selbst vornehmen. Worauf Sie beim Kauf eines Hauswasserfilters mit Rückspülung achten sollten, erklären wir Ihnen in unserem großen Rückspülfilter-Vergleich 2020.

wechselfilter tausch

1. Was sind die Vorteile eines Rückspülfilters gegenüber einem Wechselfilter?

DIN-Normen im Internet

Das kostenfreie Herunterladen von DIN-Normen ist leider nicht möglich. Auf der Seite des Deutschen Instituts für Normierung e.v. (DIN) können Sie die Normen-Texte jedoch kaufen. An Normen-Infopoints, die es in vielen deutschen Großstädten gibt, können Sie alle Normen zudem vor Ort einsehen, ohne dass eine Gebühr fällig wird.

Am Trinkwasseranschluss eines Ein- oder Mehrfamilienhauses mit Metallrohren ist nach der Euronorm DIN EN 806 und der DIN-Norm 1988 die Installation eines Wasserfilters zwingend vorgeschrieben, bei Häusern mit Kunststoffrohren wird es empfohlen. Dabei können verschiedene Arten von Wasserfilter-Anlagen zum Einsatz kommen: Hauswasserstationen mit wechselbarem Feinfilter und solche mit rückspülbarem Wasserfilter.

Modelle mit wechselbarem Feinfilter sind günstiger in der Anschaffung, verursachen jedoch regelmäßige Folgekosten, da spätestens alle sechs Monate die Filterpatrone durch einen Fachmann ausgetauscht werden muss.

Bei einem Rückspülfilter können Sie hingegen den Filter durch das Öffnen eines Kugelventils selbst reinigen (die sogenannte „Rückspülung“), ohne die Trinkwasserversorgung des Hauses währenddessen unterbrechen zu müssen. Trinkwasserfilter mit Rückspülung sind daher auf lange Sicht günstiger, da – außer im Falle eines Defekts – keine Kosten für Ersatzteile anfallen und Sie die Wartung selbst durchführen können.

  • geringere Folgekosten, da Austausch des Filters unnötig
  • Wartung darf auch von Laien durchgeführt werden
  • Trinkwasserversorgung ist auch während der Wartung garantiert
  • höherer Anschaffungspreis
  • geringere Filterfeinheit

rückspülfilter vergleich

2. Kaufberatung: Worauf sollte man beim Rückspülfilter-Kauf achten?

Wenn Sie einen Rückspülfilter kaufen möchten, sind Sie vielleicht erst einmal überfordert mit den technischen Daten und haben Probleme den besten Rückspülfilter für Ihren Hauswasseranschluss zu identifizieren. Zwar stimmen die Daten der meisten rückspülbaren Wasserfilter durch die zu erfüllenden Normen an vielen Stellen überein, doch gibt es durchaus Punkte, an denen sich ein Hauswasserfilter mit Rückspülung von den anderen Modellen abheben kann.

Im folgenden Abschnitt unseres großen Vergleich.org-Ratgebers zum Thema Rückspülfilter erklären wir Ihnen, worauf es bei der Wahl des passenden Wasserfilters mit Rückspülung wirklich ankommt.

2.1. Anschlussflansch muss zu Ihren Rohren passen

rückspülfilter vergleich: verbundene rohre

Damit Sie einen Rückspülfilter anschließen können, muss dessen Anschlussflansch den gleichen Durchmesser haben wie die Wasserleitung.

Wenn Sie eine Wasserfilter-Anlage mit Rückspülfilter an Ihrem Hauswasseranschluss installieren möchten, müssen Sie zuerst sichergehen, dass der Anschluss des Rückspülfilters vom Durchmesser her zu den Rohren in Ihrem Keller passt.

Die relevante Angabe ist der Durchmesser des Anschlussflansch. Dieser beträgt meist 1 Zoll, es sind allerdings auch Größen zwischen 1/2 und 1 1/4 Zoll auf dem Markt zu finden. Manchmal finden Sie statt des Durchmessers in Zoll auch die sogenannte Nennweite (abgekürzt: DN, von französisch „diamètre nominal“), die den Innendurchmesser des Rohrs in Millimeter angibt.

Wir haben Ihnen die üblichen Werte in der folgenden Tabelle gegenübergestellt:

Angabe in Zoll Nennweite
1/2 Zoll DN 15
3/4 Zoll DN 20
1 Zoll DN 25
1 1/4 Zoll DN 32

2.2. Transparente Filterglocke und Datumsanzeige zeigen den Zeitpunkt für die nächste Spülung an

Ein Wasserfilter am Hausanschluss muss regelmäßig gereinigt werden, entweder wenn er stark verschmutzt ist oder unabhängig vom Verschmutzungsgrad spätestens alle sechs Monate. Um den Verschmutzungsgrad besser einschätzen zu können, sind die meisten Rückspülfilter mit einer transparenten Filterglocke ausgestattet. So haben Sie einen direkten Blick auf das Filtersieb und können entscheiden, ob Sie den Filter spülen müssen.

Tipp: Wenn Sie ohnehin den Verschmutzungsgrad des Rückspülfilters prüfen und ein wenig Zeit haben, spülen Sie den Filter unabhängig vom Ergebnis. Häufigeres Spülen hat keine negativen Auswirkungen auf die Lebensdauer Ihres Hauswasserfilters mit Rückspülung, oft wird sogar ein monatliches Spülen empfohlen.

Damit Sie die vorgeschriebenen (oder selbstgewählten) Spülabstände nicht vergessen, verfügen viele Wasser-Rückspülfilter über eine zwölfteilige Datumsanzeige. Dort können Sie den Monat einstellen, in dem spätestens die nächste Filter-Reinigung durchgeführt werden sollte.

2.3. Filtergewebe: Edelstahl ist besonders hygienisch

filtergewebe edelstahl

Filtergewebe aus Edelstahl haben hervorragende Eigenschaften in Bezug auf die Hygiene.

Langanhaltende Hygiene ist wahrscheinlich der zentrale Aspekt beim Kauf eines Trinkwasserfilters für die Hauswasserstation. Unabhängig von der Filtertechnik – ob Siebkorbfilter, Kerzenfilter oder Kantenspaltfilter – ist an dieser Stelle vor allem das Material ausschlaggebend, aus dem das Filterelement gebaut ist.

Bei Rückspülfiltern (mit Druckminderer oder ohne) ist das entscheidende Element das Filtergewebe, das aus verschiedenen Materialien gefertigt werden kann. Während bei günstigen Rückspülfiltern gelegentlich Filtergewebe aus Kunststoff zu finden sind, setzen die Hersteller bei den besten Hauswasserfiltern mit Druckminderer auf ein Gewebe aus Edelstahl.

Edelstahl-Filter haben verschiedene Vorteile in Bezug auf die Hygiene:

  • Auf dem silbernen Material sind sämtliche Fremdpartikel schnell zu erkennen. So wissen Sie immer, ob ein Rückspülvorgang notwendig ist.
  • Durch die besonders glatte Oberfläche ist es unwahrscheinlich, dass sich Partikel derart festsetzen, dass Sie auch nach dem Rückspülen im Filter verbleiben.
  • Rostfreier Edelstahl korrodiert nicht und ist damit für die dauerhafte Verwendung geeignet.

Tipp: Je feinmaschiger das Filtergewebe ist, desto mehr Partikel werden aus dem Trinkwasser herausgefiltert. Achten Sie daher auf eine möglichst kleine „obere Durchlassweite“.

2.4. Integrierter Druckminderer hilft, Wasser zu sparen

Häufig wird bei einem Hauswasseranschluss nicht nur ein Wasserfilter benötigt, sondern auch ein Druckminderer. Dieser reduziert den Eingangsdruck der öffentlichen Wasserversorgung auf ein für den Hausgebrauch passendes niedrigeres Niveau. So hilft er, den Wasserverbrauch zu senken, und garantiert einen gleichbleibenden Wasserdruck im Haus (denn der Druck im öffentlichen Wasserdruck ist häufig Schwankungen unterworfen).

Um den Installationsaufwand gering zu halten, sind viele Rückspülfilter mit Druckminderern ausgestattet.

manometer

An einem Manometer können Sie den derzeit anliegenden Druck ablessen.

2.5. Betriebsdruck und Wassertemperatur unterscheiden sich kaum

Bei den technischen Parametern, unter denen ein Rückspülfilter betrieben werden kann, gibt es nur geringe Unterschiede zwischen den verschiedenen Modellen. Bei den Angaben zum Betriebsdruck ist der maximale Druck entscheidend, denn ein zu hoher Wasserdruck kann auch einen Rückspülfilter mit Druckminderer beschädigen.

Bei fast allen Rückspülfiltern im Vergleich liegt der maximale Betriebsdruck bei 16 bar, nur ausgesprochen günstige Rückspülfilter weisen einen niedrigeren Wert auf. Damit Sie den Wasserdruck ohne zusätzliche Gerätschaften prüfen können, verfügen die meisten Hauswasserfilter mit Druckminderer über eine Druckanzeige, das sogenannte „Manometer“.

Die höchstmögliche Wassertemperatur liegt üblicherweise im Bereich von 30 bis 40 °C. Da in Deutschland die Wasserleitungen unterirdisch verlegt sind, übersteigt die Temperatur des Kaltwassers nur selten 15 °C. Eine Beschädigung des Rückspülfilters durch zu heißes Wasser ist daher so gut wie ausgeschlossen.

3. Gibt es einen Rückspülfilter-Test bei der Stiftung Warentest?

Die Stiftung Warentest hat bislang noch keinen Rückspülfilter-Test durchgeführt. Welche Kriterien die Stiftung für einen Rückspülfilter mit Testsieger-Qualitäten ansetzen würde oder ob Sie einen integrierten Druckminderer als elementar ansehen, ist daher nicht bekannt.

hauswasserfilter mit rückspülung

4. Die wichtigsten Hersteller von Rückspülfiltern

Unter den Firmen, die Rückspülfilter und Hauswasserstationen herstellen, finden sich große Marken, wie Buderus, daneben aber auch viele (für den Laien) unbekanntere Hersteller. Oder haben Sie schon einmal von Optiline oder BWT gehört? Damit Sie den Überblick nicht verlieren, haben wir Ihnen die wichtigsten Hersteller von Hauswasserfiltern mit Rückspülung zusammengestellt, die in den meisten Rückspülfilter-Tests und Vergleichen zu finden sind:

  • Buderus
  • BWT
  • Grünbeck
  • Judo
  • Optiline
  • Reisser
  • SYR

5. Vergleich.org-FAQ: Häufige Fragen zu Rückspülfiltern

  • Gibt es auch automatische Rückspülfilter auf dem Markt?

    Ja, einige Hersteller haben auch Haus-Wasserfilter im Programm, bei denen die Rückspülung automatisch ausgelöst wird – entweder zu einem vorprogrammierten Zeitpunkt oder wenn die Differenz zwischen Eingangs- und Ausgangsdruck zu groß wird. Leider können Rückspülfilter, die sich automatisiert selbst reinigen, fast ausschließlich über den Fachhandel bezogen werden. Daher haben wir Geräte dieses Typs nicht in unsere Vergleich.org-Produkttabelle aufgenommen.
  • Ersetzt der Rückspülfilter meinen Tischwasserfilter?

    Nein! Ein tragbarer Wasserfilter für Trinkwasser erfüllt einen anderen Zweck als der Hauswasserfilter mit Rückspülung. Denn häufig sollen Tisch-Wasserfilter Kalk aus dem Leitungswasser filtern und so den Geschmack von Heißgetränken wie Tee oder Kaffee verbessern. Ein Hauswasserfilter beeinflusst den Kalkgehalt des Wassers (oder umgangssprachlich: „die Wasserhärte“) hingegen nicht. Dazu wäre ein spezielles Gerät zur Wasseraufbereitung (Wasserenthärtungsanlage oder Entkalkungsanlage) notwendig.
    Weitere Details und passende Produkte finden Sie in unserem Tischwasserfilter-Vergleich, aber mit etwas Glück können Sie einen günstigen Wasserfilter auch bei Lidl oder Rossmann erstehen.