Das Wichtigste in Kürze
  • Profi-Wetterstationen bestehen aus Innen- und Außenstation. Die Außenstation misst Wetterdaten wie die Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Windstärke oder Windrichtung.
  • Moderne Wetterstationen können die Daten per App direkt auf das Smartphone ausspielen. Klassische Profi-Wetterstationen zeigen die Daten auf dem Display an und können die Daten häufig per USB an einen Computer senden.
  • Die optimale Stelle für eine Wetterstation ist das Dach. Mithilfe eines Mastes können die Sensoren hier alle wichtigen Daten erfassen und weiterleiten. Der Temperatursensor sollte separat angebracht werden und sich im Schatten befinden.

Profi-Wetterstation-Test

Haben Sie schon einmal von der Societes Meteorogica Palatina gehört? Nicht? Das ist nicht etwa ein Zauberspruch von Harry Potter, sondern die Mannheimer Meteorologische Gesellschaft. Sie wurde 1780 gegründet und war die weltweit erste Gesellschaft, die Wetterbeobachtungen durchführte, analysierte und so den Grundstein für die moderne Wetterbeobachtung legte.

Wetter: Heiter bis bewoelktMit den richtigen Sensoren kann heute jeder das Wetter beobachten und analysieren. Das kann eine günstige Wetterstation aus dem Kaufhaus sein – oder eine anspruchsvolle Profi-Wetterstation. In diesem Profi-Wetterstation-Vergleich 2020 haben wir die besten professionellen Wetterstationen für Sie verglichen.

In der obigen Profi-Wetterstation-Test- bzw. Vergleichstabelle finden Sie eine Auswahl an empfehlenswerten Produkten. Im folgenden Ratgeber erfahren Sie, welche Sensoren Sie benötigen und worauf Sie beim Kauf achten sollten.

Wetterstation vor blauem Himmel

1. Wetterstation vs. Profi-Wetterstation: Wo liegt der Unterschied?

Eine gewöhnliche Wetterstation für zu Hause ist meist nur auf den Innenbereich ausgelegt. Das heißt, sie besitzt keine Außensensoren und gibt nur Aufschluss über die Werte im Innenraum.

Außerdem sind die verbauten Sensoren oft minderwertig. Dadurch entstehen Messfehler zwischen 1 und 3 °C und bis zu 20 % Abweichung bei der Luftfeuchtigkeit. Wer es genauer wissen und messen will, ist mit einer professionellen Wetterstation laut Tests besser beraten.

Solche Stationen gibt es in verschiedenen Ausfertigungen, z. B. als Funkwetterstation, Design-Wetterstation oder Wetterstation mit App. Was diese Stationen gemein haben, sind die zusätzlichen Außensensoren. In der Regel messen sie:

  • Regenschirm nicht vergessenTemperatur
  • Windrichtung und -geschwindigkeit
  • Luftdruck und -feuchtigkeit
  • Niederschlag bzw. Regen

Je nach nach Modell zeigen sie auch zusätzliche Informationen wie Wettervorhersage, UV-Strahlungsmenge und Mondphase an. Wie die Sensoren genau funktionieren, erfahren Sie unter 3. Kaufberatung Profi-Wetterstation: Darauf sollten Sie achten.

Außensensoren in ihrem natürlichen Habitat

2. Klassische oder moderne Wetterstation: Welche Profi-Wetterstation-Typen gibt es?

Kategorie Beschreibung
klassische Wetterstation
z. B. TFA Dostmann Nexustfa-dostmann-nexus
  • viele & hochwertige Sensoren
  • Sensor-Technik im Mittelpunkt
  • zweifarbige Displays
  • Daten auslesen nur auf Display oder PC

+ meist viele versch. Auswertungsmodi
+ genaue Außensensoren
- unzeitgemäße Bedienung
- nicht per App steuerbar

moderne Wetterstation
z. B. Netatmo-Wetterstationnetatmo
  • je nach Modell hohe oder reduzierte Sensor-Anzahl
  • einfache Bedienung & Auswertung im Mittelpunkt
  • Wetterstation mit Farbdisplay
  • WLAN-Wetterstation
  • bequemes Auslesen der Daten per Smartphone

+ per App steuerbar
+ moderne Software & Nutzeroberfläche
- teils Zusatzmodule notwendig
- weniger tiefgehende Sensortechnik

Wetterdaten auslesen per Tablet

3. Kaufberatung: Was zeichnet eine gute Profi-Wetterstation aus?

Um die beste Profi-Wetterstation für sich zu finden, sollten Sie einen Blick auf die wichtigsten Kaufkriterien werfen. Allen voran steht natürlich die Frage nach dem Funktionsumfang: Welche Wetterdaten kann die Profi-Funkwetterstation auslesen? Aber auch die Bedienung ist wichtig. In Zeiten von Smart-Home-Produkten sollte auch eine Wetterstation Daten ans Smartphone senden können. Funk ist also ein zentraler Aspekt – das ausgefeilte Display womöglich weniger.

3.1. Das muss jede Station messen können: Temperatur, Luft, Wind und Regen

Wetter: SonnigEine Funk-Wetterstation mit Außensensoren, die nur die Temperatur misst, wäre ziemlich witz- und nutzlos. Wer sich schon den Aufwand macht, eine Funkwetterstation im Garten zu installieren, der will es genau wissen und mehr als nur Temperaturunterschiede beobachten. Dafür braucht er einen Thermograph (Temperaturverlauf), Hygrograph (Luftfeuchtigkeit), ein Anemoskop (Windrichtung), Anemometer (Windgeschwindigkeit) und ein Ombrometer (Niederschlags- bzw. Regenmesser). So werden die einzelnen Werte gemessen:

Temperatur

Um die Temperatur festzustellen, messen die meisten Thermometer die Ausdehnung von Flüssigkeiten oder Gasen in einem Temperatur-Sensor. Es gibt eine ganze Reihe solcher Thermometer, z. B. Ausdehnungsthermometer, Dampfdruckthermometer, Widerstandsthermometer oder Flüssigkristall-Thermometer.

Luft

Ein Hygrometer misst die Luftfeuchtigkeit. Ein Hygrograph erfasst diese Werte im zeitlichen Verlauf. Weit verbreitet sind Haarhygrometer, bei denen die Ausdehnung eines menschlichen Haares oder einer Kunstfaser gemessen wird. Bei günstigen Hygrometern kommen oft aufgerollte Metallstreifen zum Einsatz, die sich ebenfalls entsprechend der Luftfeuchtigkeit ausdehnen. Um den Luftdruck zu messen, benötigen Wetterstationen ein Barometer. Meist besteht es aus einer Dose mit Unterdruck, deren Ausdehnung gemessen wird.

Wind

Wetter: StarkregenEine Wetterstation mit Windmesser arbeitet meist mit zwei Sensoren. Das Anemoskop (auch: Windfahne, Wetterfahne) ist ein bewegliches Element, das sich dem Winddruck entsprechend ausrichtet und so Aufschluss über die Windrichtung gibt. Das Anemometer (auch: Windmesser) besteht aus vier kleinen Halbkugelschalen, die an sich überkreuzenden Stangen befestigt sind. Sie geben Aufschluss über die Windgeschwindigkeit. Es gibt auch Wetterstationen, bei denen beide Sensoren in einem Bauteil integriert sind.

Regen

Eine Wetterstation mit Regenmesser misst das gesammelte Regenwasser über einen vordefinierten Zeitraum. Bei digitalen Regenmessern füllt sich eine kleine Schale im Inneren, die sich ab einer bestimmten Füllmenge leert. Die Häufigkeit der Leerungen gibt Aufschluss über die Niederschlagsmenge.

Innenstation an einer Wand

3.2. Noch mehr wissen: Wettervorhersage, Mondphase und UV-Strahlung

Schon gewusst? Fakten übers Wetter.
  • über 2.000 Gewitter ziehen pro Minute über die Erde
  • Regentropfen können mit über 30 km/h fallen
  • Die kälteste je aufgezeichnete Temperatur liegt bei -89,2 °C
  • Hitzewellen können Bahngleise verformen
  • Würmer kommen an die Oberfläche, bevor eine Flut eintritt

(Quelle: National Geographic)

Aufgrund der Wetterdaten, die eine Funk-Wetterstation mit Außensensor erhebt, kann es eine Wettervorhersage abgeben. Bei vielen Wetterstationen mit Vorhersage bezieht sich das nur auf die nächsten 12 Stunden, andere prognostizieren das Wetter für mehrere Tage. Je langfristiger diese Vorhersage ist, desto ungenauer ist sie.

Bei Vorhersagen für die nächsten Stunden liefern Profi-Funk-Wetterstationen sehr zuverlässige lokale Vorhersagen. Bei Vorhersagen für die nächsten Tage sind Vorhersagen von Wetterdiensten zuverlässiger, denn sie beziehen auch Satellitendaten in die Prognose mit ein.

Digitale Wetterstationen mit UV-Index warnen vor hoher UV-Strahlung. Auf einer Skala von 1 bis 15 informieren sie über das Risiko, Hautschäden aufgrund von Sonneneinstrahlung zu erleiden. Ab einem Wert von 6 sollten Sie Sonnencreme nutzen und längere Aufenthalte in der Sonne vermeiden. Wer sich für die zu- und abnehmenden Lichtgestalten des Mondes interessiert, sollte außerdem Augenmerk auf eine Mondphasen-Funktion legen.

3.3. Bedienung: Per App, USB oder nur am Gerät?

Ambitionierte Hobby-Meteorologen wollen nicht nur wissen, wie warm, feucht oder windig es gerade ist. Sie wollen auch wissen, wie sich das Wetter entwickelt. Deswegen können Profi-Wetterstationen aufgezeichnete Wetterdaten anzeigen und im besten Fall auch über Computer oder Smartphones ausspielen.

Mond-IconDiese Funktion ist allerdings nicht bei allen Geräten gegeben. Die Wetterdaten von hochwertigen, älteren Modellen können Sie oft per USB-Kabel an einem PC auslesen. Doch ist die Software teils leider stark veraltet und nicht unbedingt kompatibel mit Windows 10 oder Mac.

Bequemer sind digitale Wetterstationen mit WLAN, die mit dazugehöriger App daherkommen. Hier ermitteln die Außensensoren die Wetterdaten und leiten sie entweder direkt oder über eine Innenstation an Ihr Mobiltelefon weiter. Auf dem Bildschirm werden die Daten übersichtlich aufbereitet und können schnell miteinander verglichen werden.

Bei günstigen Profi-Wetterstationen müssen Sie oft auf PC- und App-Kompatibilität verzichten (so auch bei manchen absoluten Top-Modellen, die eher für den professionellen Einsatz konzipiert sind). In diesem Fall können Sie sich die Daten nur auf der Innenstation grafisch aufbereiten lassen. Wem das reicht, ist mit solchen Stationen gut ausgerüstet. WLAN-Wetterstationen mit App sind bequemer – sofern Sie sich mit dem Umgang mit dem Smartphone wohl fühlen.

Nachdenklich stimmendes Bild einer Wetterstation vorm Sonnenaufgang

3.4. Reichweite der Außenstation

Bevor Sie eine Profi-Wetterstation kaufen, sollten Sie wissen, wie groß die zu überbrückende Distanz zwischen Innen- und Außenstation ist. Die Reichweite liegt je nach Gerät zwischen 30 und 300 Metern. Dieser Wert entspringt allerdings einer Messung auf offenem Feld ohne Hindernisse. Je mehr Wände, Fenster, Bäume oder andere Störquellen zwischen Außen- und Innenstation liegen, desto geringer wird die Reichweite. Sie können die Angabe des Herstellers getrost halbieren, um einen realistischeren Wert zu erhalten.

3.5. Smarte Wetterstationen erfordern oft Zusatzmodule

Wetter: UnwetterNeue, smarte Internet-Wetterstationen, wie z. B. die Netatmo-Wetterstation, bestechen durch auffälliges Design. Auffällig deswegen, weil sie auffällig unauffällig aussehen. Rein optisch könnten sie ebenso ein Voice-Assistent oder der Motion-Sensor einer Spielkonsole sein. Das hat einen Nachteil: Sie sind nicht mit der üppigen Sensor-Vielfalt der klassischen Wetterstationen ausgestattet, kosten aber ähnlich viel.

Wer damit auch Wind und Niederschlag messen möchte, braucht zusätzliche Module. Die kosten rund 70 bis 100 Euro und treiben den Preis für eine Komplettausstattung in die Höhe. Einen Vorteil hat das natürlich auch: Wem Wind und Regen egal sind, muss dafür nicht zahlen.

Für ambitionierte Hobby-Meteorologen eignen sich deswegen klassische Wetterstationen mit PC-Anbindung am besten. Ein echter Profi-Wetterstation-Testsieger verfügt über alle Sensoren und eine zusätzliche Wetterstation-App-Anbindung.

Digitale Wetterstation auf Tisch

4. Was gibt es zudem über Wetterstationen zu wissen?

4.1. Ihre Klimazone ist ebenfalls ein Kaufkriterium

Bei mildem Klima liefern auch gewöhnliche Wetterstationen halbwegs zuverlässige Daten. Leben Sie allerdings am Meer oder in den Bergen, sind die Sensoren permanent extremen Bedingungen ausgesetzt. Hier liefert nur eine hochwertige Profi-Wetterstation verlässliche Daten.

4.2. Tipps zum Montieren einer Wetterstation

  • Innenstation zentral anbringen: Achten Sie darauf, dass sich die Innenstation nicht in unmittelbarer Nähe zu Heizkörpern oder Fenstern befindet. Andernfalls kann es zu unerwünschten Abweichungen bei den Messungen kommen.
  • Thermometer-IconReichweite testen: Bevor Sie Innen- und Außenstation fest verbauen, experimentieren Sie mit der Reichweite. Testen Sie, ab welchem Punkt das Signal abbricht, um die maximale Distanz zwischen den Stationen zu ermitteln.
  • Außensensor – ab in den Schatten: Der Temperatursensor der Außenstation sollte sich permanent im Schatten befinden, um Temperaturabweichungen durch direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden.
  • Windig sollte es sein: Damit die Windsensoren verlässliche Daten erheben, montieren Sie die Sensoren an einer Stelle, die nicht windgeschützt ist.
  • Das Dach winkt: Eine geeignete Stelle für eine Wetterstation ist das Dach. Hier können Sie einen Mast befestigen, an den Sie die Sensoren anbringen. Der Temperatursensor sollte ein separates Funkthermometer an einer schattigen Stelle Richtung Norden sein.

4.3. Wetterstation selber bauen: So geht’s

Eine Wetterstation mit Temperatur- und Luftsensoren selber zu bauen, ist relativ aufwendig und erfordert technisches Wissen und Geschick. Wer nur ein wenig basteln will, kann sich an selbstgebauten Hygro- und Barometern versuchen. Und das geht so:

Wind-, Regen- und Temperatursensoren auf einem Mast

5. Fragen und Antworten zu Profi-Wetterstationen

  • Profi-Wetterstation-Test: Was sagt die Stiftung Warentest?

    Bislang hat die Stiftung Warentest keinen Profi-Wetterstation-Test durchgeführt, folglich wurde auch kein Profi-Wetterstation-Testsieger ermittelt.
  • Welche Marken und Hersteller von Profi-Wetterstationen gibt es?

    Die Hersteller Bresser und Netatmo punkten mit modernen, App-fähigen Wetterstationen. Beliebt sind außerdem Modelle von TFA, Technoline, Mebus, Hama, Davis, Conrad, Oregon Scientific, TCM und Huger. Übrigens: Mit einer Satelliten-Wetterstation erhalten Sie die Wetterdaten direkt von einem Satelliten und müssen keine Außensensoren verbauen.