Das Wichtigste in Kürze
  • Die besten Kameraversicherungen sind die Foto-Assekuranz von Pergande & Pöthe und Pöppings Fotografenversicherung von Fotoversicherung.com. Sie überzeugen u.a. mit niedrigen Kosten und hohen Erstattungssummen bei Totalschaden.
  • Die Versicherung lohnt sich ab einem Ausrüstungswert von 1.000 bis 1.500 Euro. Bei günstigeren Apparaten sind die Beiträge unverhältnismäßig hoch und der Schutz der Hausratversicherung kann für Sie schon ausreichend sein.
  • Bei grober Unachtsamkeit besteht kein Versicherungsschutz. Für Defekte an der Fotoausrüstung durch ungeschickte Bedienung, versehentliches Fallenlassen oder Verschütten von Wasser leisten die Versicherungen dagegen schon.
  • Kümmern Sie sich am besten direkt nach dem Kauf des Fotoapparats um die Versicherung.

Kameraversicherung test
Was Sie im Zweifel selbst bezahlen können, das müssen Sie nicht unbedingt versichern. Daher sind Elektronikversicherungen zweitrangig, Absicherungen gegen existenzielle Risiken wie Invalidität haben Priorität.

Bei teuren Fotoapparaten können Sie mit einem Versicherungsschutz aber viel sorgenfreier Fotos schießen oder das Equipment durch die Welt transportieren. Für Globetrotter und Berufsfotografen mit sehr teurer Ausrüstung ist eine Absicherung besonders wichtig. Doch zahlen die Versicherungen überhaupt im Ernstfall?

Unser Kameraversicherungs-Vergleich 2020 zeigt, in welchen Fällen die Police etwas nützt und welche Tarife das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bieten.

1. Wie sieht es mit der Leistungen einer Kameraversicherung aus?

1.1. Versicherte Schadensursachen

Der Großteil der Leistungen ist bei allen Versicherungen gleich. So zahlen alle Anbieter im Test bei einem Schaden durch:

  • Brand
  • Explosion
  • Überspannung
  • Kurzschluss
  • Flüssigkeiten
  • falsche Bedienung
  • Bruch und Sturz

Feuer und Explosionen dürften sehr unwahrscheinlich sein und Überspannungen oder Kurzschlüsse können nur auftreten, wenn die Kamera gerade an der Steckdose angeschlossen ist. Die letzten drei Punkte sind daher wesentlich relevanter.

Assona und Friendsurance zahlen auch bei Material- und Konstruktionsfehlern, sofern die Herstellergarantie schon abgelaufen ist und keine Ansprüche mehr aus der gesetzlichen Gewährleistung bestehen.

Nicht versichert sind in der Regel:

  • grobe Fahrlässigkeit
  • Vorsatz
  • Liegenlassen oder Verlieren der Kamera
  • witterungsbedingte Schäden
  • unautorisierte Reparaturen
  • Schäden an der Software
  • Verschleißerscheinungen, außer beeinträchtigende Kratzer an Objektiv oder Linse

Häufige Defekte aufgrund von Abnutzung erleiden die Akkus, jedoch zahlen nur Assona und OnlineVersicherung.de für Akku-Verschleiß.

Den Schadensfall müssen Sie unabhängig von der Ursache unverzüglich melden, bei den meisten Versicherungen heißt das innerhalb von einer oder zwei Wochen.

1.2. Versicherungswert

Kündigen Sie rechtzeitig!

Wenn Sie den Vertrag nicht fristgemäß kündigen, verlängert er sich in der Regel automatisch um zwölf Monate. Bei Assona und OnlineVersicherung.de beträgt die Kündigungsfrist einen Monat. Kunden von Fotoversicherung.com sowie von Pergande & Pöthe müssen unter Einhaltung einer dreimonatigen Frist kündigen.

Die Versicherungen haben die Wahl, ob sie Reparaturkosten erstatten, selbst ein Unternehmen für die Reparatur beauftragen oder Ihnen eine neue bzw. gebrauchte Kamera beschaffen. Entscheidend ist, ob Neuwertersatz oder Zeitwertersatz vereinbart wurde.

Neuwert meint den Betrag, der nötig ist, um die Sache im neuwertigen Zustand gleicher Art und Güte wiederzubeschaffen. Gleiche Art und Güte bedeutet, dass die gleichen Funktionen und Qualitätsmerkmale vorliegen müssen.

Der Zeitwert entspricht dem Neuwert vermindert um das Alter und die Abnutzung zum Schadenzeitpunkt. Bei den meisten Versicherungen stellt der Zeitwert einen bestimmten Prozentsatz des ursprünglichen Kaufpreises dar, der sich jährlich mindert. So besitzt die gleiche Kamera, je nach Tarif, unterschiedliche Zeitwerte.

2. Muss man auch mit Diebstahlschutz achtsam bleiben?

Kameraversicherung urlaubDiebstahl und Raub sind entweder automatisch im Versicherungsschutz inbegriffen oder können dazu gewählt werden. Ohne die Absicherung bei Diebstahl sind die Fotoapparteversicherungen bis zu 30 % günstiger.

Damit der Versicherungsschutz im Schadensfall wirklich greift, müssen eine Reihe von Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden:

Unterwegs müssen die Apparate im persönlichen Gewahrsam geführt werden. Dieser Begriff ist sehr dehnbar und bedeutet letztlich, dass Sie den Diebstahl jederzeit abwehren könnten. Eine offene Handtasche ist somit nicht diebstahlsicher.

Strittiger ist es, wenn in einer vollen U-Bahn oder auf einem bevölkerten Platz die Kamera aus einer Handtasche entwendet wird, welche geschlossen über der Schulter hing. Ein ständiger Blick- und Körperkontakt ist nicht die Voraussetzung für persönlichen Gewahrsam, jedoch fordern die Versicherungen an heiklen Orten eine verstärkte Eigenverantwortung.

Kommt es zu Diebstahl oder Raub, muss der Verlust umgehend bei der Polizei angezeigt werden, damit die Versicherung tätig wird.

Befindet sich die Fotokamera im Auto, muss sie sich in einem nicht einsehbaren Bereich wie dem Handschuhfach oder dem Kofferraum befinden. Teilweise ist die Entwendung aus dem Auto heraus nicht zwischen 22 und 6 Uhr versichert.

3. Mit der Kamera im Ausland: Was müssen Fotografen beachten?

versicherung kamera3.1. Diese Leistungen sind wichtig

Alle Kameraversicherungen im Test bieten weltweiten Versicherungsschutz an und sind somit gut für den Urlaub geeignet – vorausgesetzt, man reist nicht in ein Krisengebiet, denn dort gilt die Versicherung nicht.

Haben Sie eine größere Kamera, die nicht ins Handgepäck passt, sollten Sie darauf achten, dass die Kamera versichert ist, wenn sie in einem verschlossenen und nicht einsehbaren Behälter ist und an eine Gepäckaufbewahrung übergeben wurde.

Fotografieren Sie gerne beim Campen oder Zelten? Dann ist die „Pöppings Fotografenversicherung“ von Fotoversicherung.com gut geeignet. Sie leistet, wenn sich die Kamera in einem verschlossenen Behälter in einem verschlossenen Zelt oder Camping-Wagen befindet. Ebenso versichert aber auch die Foto-Assekuranz Einbruchdiebstahl im Campingwagen.

3.2. Tarife nur für den Urlaub

Wer seinen Fotoapparat hauptsächlich für Reisen braucht und zu Hause das Gerät ruhig in der Ecke stehen lässt, benötigt oft keine Versicherung, die das ganzjährig besteht.

Ist Ihr Apparat nicht älter als drei Monate und Sie möchten nur für den Urlaub eine Versicherung, empfehlen wir Friendsurance, da Sie hier täglich kündigen können.

Ist die Kamera zwischen drei und zwölf Monaten alt, raten wir zu OnlineVersicherung.de, hier sind Kündigungen zum Monatsende möglich. Bei beiden Tarifen gilt jedoch das Kleingedruckte zu lesen: Wenn die Versicherung nicht schnell nach dem Kamerakauf abgeschlossen wird, vergeht eine Wartezeit von mehren Wochen, bevor der Schutz greift.

Im Vergleich zu einer Kameraversicherung mit einer einjährigen Vertragszeit kommen Sie mit diesen Wartezeiten aber dennoch noch günstig weg.

kameraversicherung ausland

4. Wann ist eine Kameraversicherung sinnvoll – und wann springen andere Policen ein

Lohnen sich weitere Technikversicherungen?

fotoausrüstung versichern
Eine Faustregel lautet: je teurer eine Sache ist, desto eher lohnt sich eine Absicherung. Für Laptops mit einem Wert von mindestens 1.000 Euro, die Sie häufig durch die Gegend schleppen, ist eine Elektronikversicherung sinnvoll. Stiftung Warentest und Verbraucherzentralen kritisieren Handyversicherungen, da die Kosten in Relation zu den Leistungen sehr hoch sind.

Bevor Sie sich für eine Kameraversicherung entscheiden, prüfen Sie besser nach, was Ihre Hausratversicherung übernimmt.

Der Schutz der Hausrat schließt auch Gegenstände ein, die sich im Pkw befinden oder Sie unterwegs mitnehmen. Bei Wertsachen wird jedoch immer nur ein bestimmter Anteil versichert und nicht immer gilt der Schutz im Ausland. Einfacher Diebstahl und Schäden durch falsche Bedienung oder versehentlichem Fallenlassen sind zudem nicht versichert.

Reisenden hilft eine Reisegepäckversicherung weiter, doch sie übernimmt häufig nur 50 % des Zeitwerts.

Verursacht eine andere Person eine Beschädigung an Ihrer Kamera, so muss dieser dafür haften, normalerweise springt hier also die private Haftpflichtversicherung des Anderen ein. Ist Ihnen selbst die Kamera heruntergefallen, gehört das allerdings nicht zu den Aufgaben Ihrer Haftpflicht.

Haben Ihnen nicht bekannte Personen Ihre Kamera mutwillig beschädigt, fällt das wieder in den Aufgabenbereich der Elektronikversicherung und zwar unter Vandalismus oder Sabotage.

5. Reine Fotoapparatversicherungen bieten nur Makler an

kamera equipment versichernGroße Assekuranzen wie bspw. die Allianz versichern Kameras und andere Wertgegenstände nur als Zusatz zur Hausratversicherung.

Die alleinigen Fotoapparateversicherungen schließt man über einzelne Makler und Online-Vermittler ab, die auf Sachversicherungen oder Nischenprodukte spezialisiert sind. Sie vereinbaren mit den Versicherungsgesellschaften eigene Konditionen.

Assona bspw. vertreibt Elektronikversicherungen der genossenschaftlichen R+V Versicherung, OnlineVersicherung.de die der Wertgarantie AG.

Mit einem speziellen Bonussystem fällt das Fintech Friendsurance auf. Jeweils 4 bis 16 seiner Kunden bilden eine „Community“, diese kann sich auch aus einem Bekanntenkreis zusammensetzen, was letztlich Versicherungsbetrug vorbeugen soll.

Nimmt ein Gruppenmitglied die Versicherung in Anspruch, werden dafür die angesammelten Beiträge aus dem Gemeinschaftstopf verwendet. Passiert dagegen nichts, können die Mitglieder am Jahresende bis zu 40 % ihrer Beiträge zurückbekommen.

2016 haben 80 % der Kunden von Friendsurance bei Sachversicherungen Rückzahlungen erhalten, im Durchschnitt waren es ein Drittel der Beiträge.

Sind die Schadenssummen höher als die Beträge der Community, springt eine Ausfallversicherung ein. Mehr als die ursprünglichen Kosten kommen auf die Versicherungskunden jedoch nicht zu.

6. Kameraversicherungen im Vergleich

6.1. Unsere Test-Kriterien

Wir bewerteten die Tarife in sechs Kategorien, in denen die Anbieter jeweils zwischen einem und zehn Punkten erzielten. 50 % der Benotung bezog sich dabei auf den Leistungsumfang, 20 % auf die Flexibilität der Verträge und 30 % auf die Beiträge.

Welche Voraussetzungen für den Abschluss erfüllt werden müssen, also z.B. wie alt die Kamera sein darf und ob Sie auch gewerblich genutzt werden kann, berücksichtigten wir für den Kameraversicherungs-Test nicht. Für diejenigen, die den Vertrag letztlich abschließen, bedeuten die Voraussetzungen schließlich keinen Nachteil.

Kriterium Teilaspekte
Leistungsfälle 20 %
  • Greift der Schutz bei üblicherweise versicherten Gründen für Beschädigung wie Wasser und Sturz?
  • Gibt es auch eine Entschädigung bei Verschleißerscheinungen und anderen Schadensfällen?
  • Sind witterungsbedingte Schäden und andere Fälle ausgeschlossen?
  • Beginnt der Schutz sofort nach Eingang der Beitragszahlung?
Leistungsfälle bei Diebstahl 10 %
  • Wird auch bei nächtlichem Einbruchdiebstahl im Pkw gezahlt?
  • Greift der Schutz auch nach der Übergabe der Kamera an ein Beförderungsunternehmen oder an eine Reisegepäckaufbewahrung?
  • Fällt bei Diebstahl eine erhöhte Selbstbeteiligung an?
Versicherungswert 20 %
  • Wie schnell und wie stark sinkt der maximale Entschädigungswert im Verhältnis zum Kaufpreis?
  • Ist Zubehör automatisch mitversichert (ohne höhere Versicherungssumme)?
Beiträge und Selbstbeteiligung 30 %
  • Kosten bei Kamera von 750 € 10 %
  • Kosten bei Kamera von 2.700 € 10 %
  • Kosten bei Kamera von 4.000 € 10 %
Laufzeiten 10 %
  • Ist der Vertrag jederzeit kündbar?
  • Wenn nein, wie lange geht die Mindestlaufzeit?
Wählbarkeit der Leistungen 10 %
  • Können einzelne Bestandteile wie Diebstahlschutz dazu- oder abgewählt werden?

Da beispielsweise OnlineVersicherung.de nur Apparate bis zu einem Wert von 3.000 Euro versichert, gewichteten wir hier die Prämien einer Kamera für 750 Euro und einer für 2.700 Euro mit jeweils 15 %.

Einen Service-Test führten wir nicht durch, wobei uns unter anderem auf unsere Mails an Pergande & Pöthe und an Fotoversicherung.com zügig Antworten gegeben wurden und auch der Kontakt über den Chat-Support, den etwa Friendsurance anbietet, gut funktionierte.

6.2. Die besten Kameraversicherungen

kameraversicherung günstigUm als Testsieger in Frage zu kommen, sollten die Kameraversicherungen zunächst einmal durchgängig den Neuwert versichern. Der Versicherungsmakler Pergande & Pöthe ist hierfür ein Beispiel, dessen Produkt Foto-Assekuranz genau dies erfüllt.

Bei dem Umfang der versicherten Schadensursachen fällt positiv auf, dass auch ein Software-Schaden erstattet wird, wenn er durch Probleme an der Hardware entstanden ist.

Ein anderes Beispiel wäre Fotoversicherung.com mit der Fotografenversicherung des Maklers Sven Pöpping. Dieses Produkt bietet einen hervorragenden Diebstahlschutz, so ist z.B. Einbruchdiebstahl im Pkw auch nachts versichert sowie in Campingwägen oder Zelten. Außerdem erstattet die „Pöppings Fotografenversicherung“ den Neuwert der Ausrüstung, solange der Zeitwert mindestens 50 % des Kaufpreises beträgt.

Tipp: Wenn Sie einen Vertrag abschließen, sollten Sie bei einer günstigere Prämie mit Selbstbeteiligung darauf achten, wie stark diese Summe im zweiten schadenfreien reduziert wird.

6.3. Auch andere Anbieter sind empfehlenswert

Online-Makler wie Friendsurance mit dem ElektronikSchutzbrief können mit der Laufzeit des Vertrags überzeugen. Es fallen nur Beiträge für die ganz konkret benötigten Tage an, da Sie den Vertrag täglich kündigen können.

Damit ist Friendsurance sowie jeder andere Anbieter mit diesem Laufzeitmodell interessant für Hobbyfotografen, die ihre neue Kamera nur für einen kurzen Zeitraum versichern lassen wollen, etwa für eine anstehende Reise.

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Positiv fällt bei einigen Versicherungen wie Friendsurance auch auf, dass sich der maximale Entschädigungswert im Vergleich zu den anderen Zeitwert-Versicherungen nur langsam reduziert.

Der Versicherer Assona beispielsweise schneidet bei den versicherten Schadensursachen sehr gut ab, da hier ab dem 2. Jahr auch für Abnutzungserscheinungen und für einen neuen Akku gezahlt wird, wenn der bisherige nicht mehr die Hälfte seiner ursprünglichen Kapazität aufweist.

Ein großer Nachteil an dem Tarif BestProtect von Assona ist die lange Mindestlaufzeit von 24 Monaten. Wen das nicht stört und wer einen Fotoapparat bis ca. 1.500 € versichern möchte, findet bei Assona eine passende Police. Bei solchen Modellen mit langer Laufzeit profitieren beide Partien von einer guter Planbarkeit.

Wollen Sie sich hingegen nicht zu lange binden, kann ein Vertrag, der quartalsweise oder sogar monatlich kündbar ist, interessant sein. Ein gutes Beispiel wäre Hepster mit 30 Tagen Kündigungsfrist. Bei diesem Anbieter fällt zudem auf, dass auch der Akku-Verschleiß als Versicherungsfall gilt.

6.4. Module speziell für günstige Kameras

Einige Policen, wie sie etwa von Schutzklick und OnlineVersicherung.de angeboten werden, eine hohe Versicherungsprämie allem ab einem Versicherungswert von mehr als 1.500 Euro auf. Wessen Kamera einen Totalschaden erleidet, erhält bei einem solchen Anbieter oftmals nur eine geringe Entschädigung, da der Zeitwert ab dem 2. Jahr am schnellsten sinkt.

Lässt man bei diesen Anbietern den eh schon eingeschränkten Diebstahlschutz weg, sind die Beiträge bis zu 30 % niedriger. Interessant sind Versicherungen wie diese, wenn Sie eine relativ günstige Kamera ohne Leistungen bei Diebstahl für nicht länger als zwölf Monate versichern wollen.