Das Wichtigste in Kürze
  • Handyversicherungen versprechen im Schadensfall entweder einen finanziellen Ausgleich des Verlusts, die Reparatur des Schadens oder ein Ersatzgerät. In der Realität muss jedoch genau geprüft werden, welche Leistungen der Versicherer trägt und welche selbst bezahlt werden müssen.
  • In der Regel werden Displaybrüche durch Stürze, Brand- und Wasserschäden, Kurzschlüsse sowie Bedienfehler durch die Versicherer ausgeglichen. Unterschiede zwischen den Anbietern ergeben sich vor allem in Fällen von Diebstahl, bei Schäden durch Dritte und Materialfehler.
  • Alle Handyversicherungen zeichnen sich durch ein individuelles Leistungsangebot aus. Darunter befinden sich je nach Anbieter auch Zusatzleistungen wie unbefristete Vertragslaufzeiten, ein Bonus bei Schadensfreiheit oder Verträge ohne Wertverlust des Handys.

Handyversicherung Test

Die Zeiten von robusten, flaschengroßen Mobiltelefonen mit Antenne bis zum Mond sind lange vorbei. Ein modernes Handy oder Smartphone ist kleiner, flacher und handlicher. Leider sind Smartphones aber auch weniger stabil als ihre einstigen Vorfahren.

Schneller als man denkt, sind Display und Akku kaputt, wenn das Handy auf den Boden fällt, ins Wasser plumpst oder beim Aufladen einen Kurzschluss erleidet. Gleich einem Haus oder dem Auto lässt sich aber auch das eigene Handy gegen derartige Gefahren versichern, um in solchen Fällen nicht gänzlich mit leeren Händen dazustehen.

In unserem Handyversicherungs-Vergleich 2020 haben wir die wichtigsten Anbieter auf den Prüfstand gestellt und verraten Ihnen, wie sinnvoll eine solche Versicherung ist und ob sich der Abschluss einer Smartphone-Versicherung überhaupt lohnt.

1. Wofür brauche ich eine Handyversicherung?

Das Grundprinzip einer jeden Versicherung ist das der Risikoübernahme. Indem ich regelmäßig in eine Versicherung einzahle, wird mir im Schadensfall der jeweilige Verlust ganz oder teilweise erstattet.

Auch Handyversicherungen funktionieren nach diesem Prinzip und bieten Ihren Kunden einen finanziellen oder sachlichen Ausgleich, falls das Handy Schaden nimmt oder abhandenkommt.

Entsprechend sind Handyversicherungen grundsätzlich sinnvoll, denn gerade die empfindlichen Smartphones rutschen gerne mal aus der Hand oder fallen einem Diebstahl zum Opfer.

Letztlich entscheidet aber das Verhältnis von eigenem Risikoempfinden, Sachwert sowie das Versicherungsangebot darüber, ob der Abschluss einer Versicherung notwendig ist und welcher Versicherer Ihr persönlicher Handyversicherungs-Testsieger ist.

2. Was umfasst das Leistungspaket von Handyversicherungen?

Handy Wasserschaden

Alle Versicherungen springen bei Wasserschäden ein.

Es gibt viele Wege und Gründe, wie das persönliche Handy durch Selbst- oder Fremdverschulden zu Schaden kommen oder verloren gehen kann. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich über die angegebenen Leistungen einer Handyversicherung genau zu informieren.

Nicht alle Versicherungen stellen hier ein Rundumpaket zur Verfügung und oft offenbaren sich im Kleingedruckten Klauseln zur Einschränkung der angepriesenen Leistungen. Informationen, wie man bei den jeweiligen Handyversicherungen den Schaden meldet, finden Sie hier.

Welche Schäden besonders häufig sind und welche schließlich durch den jeweiligen Versicherer abgedeckt sind, erfahren Sie in diesem Abschnitt unseres Ratgebers.

2.1. Bodenstürze

Stürze sind einer der häufigsten Gründe für Handyschäden und werden von allen, von uns verglichenen Handyversicherungen übernommen, sofern er nicht grob fahrlässig erfolgte. Bei Anbietern, die verschiedene Versicherungsoptionen anbieten, ist die Garantie bei Bodenstürzen bereits im einfachen Grundpaket enthalten.

2.2. Brand- und Wasserschäden

Entstandene Schäden durch Flüssigkeiten oder Brand sowie Blitzschlag gehören bei allen Anbietern zu den durch die Versicherungsbeiträge abgedeckten Leistungen. Allerdings werden bei fast allen Versicherungen in unserem Versicherungs-Vergleich Witterungseinflüsse ausgenommen.

2.3. Diebstahl

Kaufbelege aufbewahren

Im Falle eines Schadens muss der Original-Kaufbeleg des Handys vorgewiesen werden. Bitte bewahren Sie diesen daher unbedingt auf. Falls doch mal einer verloren geht, bitten Sie die Verkaufsstelle um eine Kopie des Original-Belegs.

Generell geben alle Anbieter an, auch bei Diebstahl oder Einbruchsdiebstahl den Verlust des Handys auszugleichen. Voraussetzung ist allerdings, dass sich das Handy zuvor nachweisbar in persönlichem Gewahrsam befand und im Falle eines Einbruchdiebstahls in einem verschlossenen Raum, einem nicht einsehbaren Kofferraum oder Handschuhfach eines PKWs befand.

Um Versicherungsanspruch zu erheben, muss der Diebstahl aus dem PKW darüber hinaus zwischen 6 und 22 Uhr erfolgt sein.

Friendsurance spezifizieren ihre AGB in diesem Punkt noch genauer: So darf beim Diebstahl eines Handys aus verschlossenem Raum, kein Zweitschlüssel vorhanden sein. Bei Diebstahl wird zusätzlich zwischen Raub und einfachem Diebstahl unterschieden. Letzteres ist nicht im Versicherungspaket enthalten.

Bei einigen Anbietern ist die Entschädigung bei Diebstahl nicht im Grundpaket enthalten und muss individuell zusätzlich gewählt werden. Hier gilt es, die AGB gründlich durchzulesen. Achten Sie auch darauf, dass in der AGB auch die zusätzlichen Leistungen als versicherte Gefahren und Schäden aufgeführt sind, für das Grundpaket jedoch keine Gültigkeit haben.

Augenscheinlich ist insbesondere der einfache Diebstahlschutz nicht in allen Grundpaketen enthalten.

Dabei wurden 2013 rund 236.500 Handys allein in Deutschland entwendet. Am häufigsten geschieht dies europaweit in Form von Taschendiebstählen. Beliebtester Tatort waren in Deutschland Bars oder Diskotheken. Wann es sich eher nicht lohnt, sein Handy für ein paar Euro mehr auch gegen Diebstahl versichern zu lassen und wann es sinnvoll ist, können Sie aus dieser Tabelle erschließen.

  • jährlich ca. 236.500 Handydiebstähle
  • betroffen sind Großstädte und touristische Gegenden
  • immer mit Handy unterwegs
  • teures, neues Handy
  • gebrauchtes, altes Handy
  • in bevölkerungsarmen Gegenden
  • Handy bleibt oft zu Hause

2.4. Überspannung und Kurzschluss

Gibt Ihr Handy plötzlich den Geist auf, weil es zu einer Überspannung, Induktion oder zu einem Kurzschluss gekommen ist, können Sie ganz auf Ihre Versicherung vertrauen.

Tests von Handyversicherungen zeigen, dass so gut wie alle Handyversicherungen diesen Schaden in ihrer AGB unter den versicherten Gefahren und Schäden auflisten. Allerdings fehlt bei OnlineVersicherung.de der Hinweis auf einen Schadensersatz bei Kurzschluss.

2.5. Akku und Netzteil

Aufgepasst! Unser Handyversicherungs-Vergleich hat gezeigt, dass die Schädigung von wichtigen Zubehörteilen eines Handys nicht in allen Versicherungen enthalten ist.

Während einige Anbieter sowohl das zugehörige Netzteil als auch den Original-Akku mitversichert, verzichten andere Versicherungen auf dieses Angebot.

Handyversicherungen Test

2.6. Schäden durch Dritte

Was die Stiftung Warentest sagt

Stiftung Warentest (10/2014) steht Handyversicherungen im Großen und Ganzen eher kritisch gegenüber: „Überlegen Sie gut, ob Sie eine Handyversicherung brauchen. Der Schutz ist nicht billig. Die Leistungen im Schadensfall sind überschaubar. Ein verlorenes Telefon ist ärgerlich, aber es geht nicht um so große Summen“, dass eine Versicherung unbedingt notwendig wäre.

Die Bezeichnung „Dritte“ wird je nach Anbieter unterschiedlich ausgelegt. Häufig gilt, dass für Schäden, die durch eine vorgenommene Reparatur eines Dritten entstanden sind, kein Versicherungsschutz gilt.

Bei einigen Anbietern sind Sie nur dann gegen Sabotage oder Vandalismus abgesichert, wenn nicht klar ist, welche dritte Person den Schaden verursacht hat. Ist die Person bekannt, tritt die entsprechende Haftpflichtversicherung in Kraft.

2.7. Bedienfehler

Die besten Handyversicherungen in unserem Vergleich 2020 übernehmen entstandene Schäden, die durch Bedienfehler entstanden sind. In der Regel wird aber darauf verwiesen, dass die grobe Missachtung der Bedienungsanleitung sowie die Entfremdung des Handys als Gebrauchsgegenstand abseits der üblichen Anwendung nicht versichert werden kann.

3. Weitere Fragen und Antworten zu Handyversicherungen

3.1. Was kostet eine Handyversicherung?

Je nach Versicherung wird der Betrag für den Handyschutz monatlich abgebucht oder in Form einer jährlichen Vorauszahlung abgeglichen. Dabei zeigt die Hochrechnung der Monatspreise, dass diese Anbieter zum Teil deutlich teurer sind als die Versicherungen mit jährlicher Vorauszahlung.

3.2. Wie sinnvoll ist eine Handyversicherung?

Smartphones

Wie wichtig ist Ihnen Ihr Handy?

Eine Handyversicherung wird mit dem aufsteigenden Wert eines Handys immer sinnvoller. Schließlich macht es keinen Sinn, sich eine Versicherung zu leisten, die am Ende teurer ist als der Wert Ihres Handys zum Zeitpunkt des Erstkaufs.

Hingegen kann eine Versicherung für ein sehr teures Handy lohnenswert sein. Im Zweifel entscheidet auch der sentimentale Wert darüber, ob Sie eine Versicherung bevorzugen.

Eine kundenfreundliche Alternative bieten jene Versicherungen, die ihren Kunden einen sogenannten Schadensfrei-Bonus bereitstellen. Es handelt sich hierbei im Schnitt um Beitragsrückzahlungen von bis zu 40 Prozent des Versicherungsbeitrags, die der Kunde im Falle der Nichtschädigung seines Handys zurückerstattet bekommt.

3.3. Wie kündige ich eine Handyversicherung?

Alle Anbieter verlangen stets eine fristgerechte Kündigung. Einige Anbieter setzen diese Frist bei 3 Monaten an, andere Versicherungen verlangen dagegen nur einen Monat.

3.4. Welche Handyversicherungen gibt es fürs iPhone?

Handyversicherungen versichern auch Ihr iPhone. Dabei sind die Leistungspakete für ein iPhone nicht grundsätzlich teurer. Allerdings empfiehlt sich für ein Smartphone mit hohem Kaufpreis ein Versicherungspaket, das einen hohen Ersatzbeitrag garantiert. Bei steigendem Höchstbetrag für eine Ersatzbeschaffung, erhöht sich natürlich auch der Tarif der Versicherung.

3.5. Kann ich auch mit einem Vertrags-Handy eine Versicherung abschließen?

Bei allen Versicherungen lässt sich problemlos ein Vertrags-Handy absichern. Sie können sich allerdings Zeit und Nerven sparen, wenn Sie gleich zu Beginn den Wert des Handys ohne Vertrag, d.h. den regulären Kaufpreis in Erfahrung bringen. Diese Angabe benötigen Sie nämlich in den meisten Versicherungsfällen. Fragen Sie Ihren Bezugshändler oder wenden Sie sich direkt an den Hersteller.

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