Das Wichtigste in Kürze
  • Alle Kindle-eBook-Reader haben eine Bildschirmdiagonale von 6 Zoll und sind mit einem 4 GB großen, internen Speicher ausgestattet, in den mehrere tausend Bücher passen. Die Kindle-Akkus halten mehrere Wochen durch.
  • Einige Amazon-eBook-Reader haben optional ein UMTS-Modul (3G) für Internet außerhalb von WLAN-Netzen und es gibt Kindle eReader, die günstiger mit Werbung zu kaufen sind. Das neueste und innovativste Modell ist der Kindle Oasis.
  • Die eBook-Reader von Kindle funktionieren in Verbindung mit dem Kindle Shop von Amazon. Von hier laden Sie digitale Bücher der Kindle-Edition herunter und hier werden Ihre Transaktionen gespeichert. Dadurch können Sie nach dem Kauf eines eBooks dieses auf mehreren verknüpften Geräten (Kindle-eReader oder über die Kindle-App) abrufen.

amazon-kindle-test

Mit der größten Auswahl an Büchern aller Buchhändler in Deutschland lockt der Handelsriese Amazon. Vom Bestand der bis zu 3 Millionen Bücher seien mehr als 500.000 Titel exklusiv dem Kindle eBook-Reader vorbehalten, auf dem englischsprachigen Amazon-Portal sind es gar doppelt so viele.

Kindle Oasis (2017) im Buchformat

Geschenkt: Insbesondere, da sich Amazon auch als Vertriebskanal für Selbstverleger anbietet, besteht ein gewaltiger Teil dieser Publikationen aus eher laienhaften Ratgebern, Reiseführern und Esoterischem von “Hobby”-Autoren.

Nichtsdestotrotz – wo Masse ist, ist in diesem Fall auch Klasse: Aktuelle Fachpublikationen oder Bestseller der Belletristik und der Ratgeberliteratur findet man auf Amazon mindestens genauso gut wie auf den anderen einschlägigen Portalen der Buchhandlungsketten Thalia, Hugendubel, Weltbild, und so weiter.

Wie diese Händler möchte auch Amazon seine Kunden so umfänglich wie möglich an die eigenen Services binden. Aus diesem Grund lassen sich neben universellen Dateiformaten wie DOC, PDF oder JPG nur Bücher in den Kindle-Formaten und mit der Endung “.mobi” öffnen. ePub-Dateien der anderen Online-eBook-Händler können nicht angezeigt werden.

In unserem Kindle-Vergleich 2020 haben wir die technischen Daten der Geräte verglichen und zu Kundenrezensionen zu wichtigen Fragen recherchiert:

Wie funktioniert die WiFi-Anmeldung, wie der Kauf und der Download von eBooks? Geht die Bedienung intuitiv vonstatten oder muss man sich erst langwierig eingewöhnen? Halten die Displays Ihre Versprechen? Welche Zusatz-Features gibt es – und: Sind die sinnvoll? Und was hat es eigentlich mit diesen “Spezialangeboten” auf sich?

Kindle Oasis 2017 mit Lichteinstrahlung

Das Display des Kindle Oasis (2017) hält, was es verspricht. Auch bei Licht.

1. Kindle-Vergleich 2020: Amazon gegen den Rest der eBook-Welt

Auf den ersten Blick sind die Amazon Kindle eBook Reader – bis auf das Flaggschiff-Modell, der Kindle Oasis – gestaltet wie die eBook Reader von anderen Marken auch.

Die meisten Kindle-Typen aus dem Hause Amazon, nicht nur die der aktuellen Generation, bekommen von vielen Nutzern gute Bewertungen in Diskussionsforen. Die Modelle anderer Hersteller, z.B. Kobo Glo, Kobo Aura H2O und der Tolino Shine, haben bei eBook-Tests verschiedener Spezialisten, unter anderem auch der Stiftung Warentest, ebenfalls gute Kritiken abgeräumt. Bei den Vergleichen sind jedoch auffallend häufig die Kindle-Modelle Testsieger.

Mobil surfen mit dem Kindle?

Optional bietet Amazon die drei Top-Modelle der Kindle Reader als 3G-Version an. Hier ist bereits der Zugang zu mobilem Internet gelegt, das auch keine Zusatzkosten – bis auf den einmalig zu entrichtenden Aufpreis von ca. € 60 – verursacht. Somit wird keine SIM-Karte benötigt. Man schließt hier auch keinen Vertrag für mobiles Internet ab.

Die Einschränkung: Mit dem vorinstallierten Browser können Sie lediglich Amazon und Wikipedia besuchen.

Weitere Informationen zu den 3G-Versionen finden Sie hier.

Neben der komfortablen Verknüpfung mit dem Amazon-eBook-Shop sowie den in dem Zusammenhang zu erwähnenden Abomodellen Amazon Prime und Kindle Unlimited bieten die Kindle-Reader eine besonders gute Display-Qualität und eine bequeme Touch-Bedienung.

Doch der Reihe nach:

1.1. Drei Hochwürden und ein Problemfall

Ohne Drama geht’s wohl nicht: Drei der vier Kindle-eBook-Reader der 2017er-Generation sind technisch fast identisch. Lediglich der Basis-Kindle fällt hier heraus. Ohne klangvollen Nachnamen und ohne besondere Features wendet dieser sich insbesondere an die Kategorie preisbewusste Gelegenheitsleser.

günstiges kindle reader

Die Displaybeleuchtung funktioniert nicht nur auf Balkonien, sondern auch an vielen anderen Urlaubsorten!

Die Top-Modelle der Kindle-Reader – Paperwhite, Oasis und Voyage – spielen in der Championsleague der eReader.

Wo vieles gleich ist, erschließen sich die kaufentscheidenden Unterschiede daher auf den zweiten Blick. Im Unterschied zu unserem allgemeinen eBook-Reader-Vergleich, haben im Kindle-Vergleich 2020 daher die Kriterien

  • Features/Zubehör und
  • Bedienung

eine noch größere Gewichtung erfahren.

Die Bedienung bzw. Benutzerfreundlichkeit, die Anzeigequalität und sonstige Features machen für uns die Haupt-Kriterien aus. Die Software-Ausstattung der Reader ist gut wie gleich ist. Die Hauptaufgaben der Kindles: Sie sollen Texte anzeigen und stressfrei bedienbar sein:

  • Kriterien im Vordergrund: Sinnesqualitäten

    Kriterien Beschreibung
    Display- und Anzeigequalität Die Display-Schärfe, der Kontrast, die Display-Beleuchtung und die generelle Helligkeit sowie die Einstellbarkeit dieser Faktoren fallen hierunter.
    Bedienung Das eBook-Lesen soll nicht stressen, sondern eine Freude machen. Die Bedienung der eReader muss also intuitiv verständlich sein und alle Funktionen ebenso erreichbar wie sinnvoll sein.
    Das Browsen im Internet, das Heran- oder Herauszoomen der Schrift, die Einstellung der Helligkeit, das Markieren und Kopieren von Textpassagen und dergleichen – all diese Funktionen sollen funktionieren, und das möglichst gut.
    Haptik Der Verbraucher erwartet auch von eBook-Readern eine wertige Haptik, gleichzeitig ein möglichst geringes Gewicht. Der eReader soll gut in der Hand liegen, dabei aber dann doch eine gewisse Schwere haben, die hohe Verarbeitungsqualität versichert.
    Features Nackt oder mit Zubehör – das ist hier die Frage. Kommen die meisten eReader ohne jegliche Accessoires, kann genau dieser Punkt matchentscheidend werden.
    Zusammenfassung:

    Damit das Lesen auf dem eReader Freude macht, sind die Kriterien Displayqualität, Bedienung und Haptik ausschlaggebend. Die zugrunde liegende Technik muss die Funktion natürlich ermöglichen – uns kommt es aber vorrangig auf das Leseerlebnis selbst an.

  • Technische Daten und Software-Ausstattung

    Damit die von Amazon bzw. Kindle beworbenen Features tatsächlich allesamt funktionieren, muss natürlich die technische Ausstattung stimmen.

    In den Hintergrund rücken all jene Punkte für uns vor allem, weil die Kindle-Reader durchweg bei recht hohen Standards angekommen sind. Insofern muss nur der Unterschied zum günstigen Einstiegs-Kindle gemacht werden:

    Kriterien Beschreibung
    Display Alle Kindle-eReader im Vergleich haben Touchscreens, die
    • Graustufen anzeigen,
    • mit der eInk-Technologie ausgestattet sind,
    • beleuchtet sind,
    • 6 Zoll in der Diagonale messen und
    • mit mindestens 1.024 x 758 Pixeln bei 212 bis 300 PPI sehr hohe Auflösungen bieten.
    Speicher Der interne Speicher liegt bei allen eReadern im Vergleich bei mindestens 4 GB. Einen Micro-SD Kartenleser haben die Kindles alle nicht.

    Da das Kopieren von Dateien vom Rechner jedoch bequem und schnell geht, man überdies die Cloud-Speicher-Funktion des Onlinehändlers für seine eBooks nutzen kann und weiterhin eBooks nicht nur auf dem Kindle, sondern auf bis zu sechs Weiteren eReadern oder Smartdevices mit Kindle-App lesen kann, erübrigt sich eigentlich auch die Notwendigkeit einer Speichererweiterung.

    Überhaupt passen bis zu mehrere Tausend eBook-Dateien in den internen Speicher der Kindles. Man muss schon sehr schnell und viel lesen, um diesen Speicherplatz an seine Grenzen zu bringen.

    Schnittstellen Obligatorisch ist der USB-2.0-Port, der bei allen Kindles ebenso vorhanden ist, wie die leicht einzurichtende WLan-Schnittstelle.

    Dank der integrierten Browser kann man also auch direkt mit dem eReader im Netz bzw. im Amazon-Shop surfen und sich online mit neuem Lesestoff bewaffnen. Die neueren Kindle-Geräte Oasis, Voyage und Paperwhite sind auch als Version mit der mobilen Internet-Technologie 3G erhältlich.

    Für dieses Extra werden rund € 60,00 verlangt. Ob dieses Feature wirklich sinnvoll ist, wagen wir hier zu bezweifeln.

    Akku Die Akkulaufzeiten betragen zwischen einem Monat (Amazon Kindle) und bis zu mehreren Monaten (Amazon Kindle Oasis). Der Spitzenreiter (Kindle Oasis) punktet hier besonders durch einen Zweitakku, der in die mitgelieferte Lederhülle eingearbeitet ist und per Magnet an den eReader „andockt“, sobald man diesen mit seiner Hülle umgibt.
    Formate Amazons Kindle-Reader öffnen Kindle-Dateien, die von den anderen Readern nicht abgespielt werden können. Andersherum können die meisten ePub-Dateien nicht mit einem Kindle-Reader geöffnet werden.
    Software
    Das Betriebssystem der Kindle-Modelle basiert wie andere Android-Geräte auf einem Linux-Kernel. Die Bedienung ist intuitiv und selbsterklärend, dafür aber auch recht eingeschränkt: Viel kann man mit den eReadern eigentlich nicht machen, allein schon, weil die im Vergleich zu Smartphones und Tablets doch recht trägen Displays allem Anwendungsspaß ein bisschen im Wege stehen.

    Der spezifischen Aufgabe der eBook-Reader wird das abgespeckte Linux-OS allerdings jeweils voll gerecht. Es macht was es soll. Nicht mehr, aber immerhin auch nicht weniger.

Der Kindle Oasis ist das Lesegerät mit der deutlich längsten Akkulaufzeit im Vergleich: Dank des Zusatzakkus hält der eReader mehrere Monate durch.

2. Hier kommen die Kandidaten im Kindle-Vergleich

helle und dunkle e book reader

Leuchtet im Dunklen! Bis auf den etwas älteren Amazon Kindle, trumpfen alle eReader mit beleuchteten Displays auf. Die Beleuchtung geschieht indes indirekt: Das papierähnliche Display wird von LEDs am Rand angestrahlt. Das schont die Augen und ermöglicht langes Lesevergnügen auch in finsterster Nacht.

Wer zum ersten Mal online mit eReadern konfrontiert wird, mag sich vielleicht fragen, worin der Sinn liegt, sich zusätzlich zum Smartphone, zum Tablet und zur eventuell vorhandenen Bibliothek noch ein Gerät zuzulegen, dessen Hauptaufgabe die Anzeige von Texten ist. Das können Tablets, Smartphones und Bücher schließlich auch.

Stattgegeben: Der Einwand ist berechtigt. Der große Vorteil und das Alleinstellungsmerkmal des eReaders ist letztendlich nicht, was er macht – Texte anzeigen – sondern wie er es macht: Die Besonderheit der aktuellen eBook-Readern liegt in der Display-Technologie, meist e-Ink, manchmal ePaper genannt.

Die Displays, die der Optik echten Papiers tatsächlich sehr nahe kommen, haben einen gewichtigen Vorteil:

Da sie nicht selbst leuchten, ermüden die Augen nicht so schnell, wie beim Lesen längerer Texte auf dem Tablet oder dem ohnehin meist deutlich kleineren Smartphone-Display.

Ein Nachteil ergibt sich aus dieser Technologie, den man in Kauf nehmen muss:

Die eInk-Displays reagieren deutlich langsamer, als dies von Tablets gewohnt ist. An das Anschauen von Filmen oder das Tippen längerer Texte mit einem eReader ist daher kaum zu denken. Die Darstellung erfolgt überdies in Grautönen.

kindle reader oasis3. Kindle Oasis im Vergleich

kindle reader voyage

Für talentlose Hobby-Weihnachtsmenschen kommt der Kindle Oasis praktischerweise schon fertig und ziemlich schick verpackt.

3.1. Handhabung: Eckig aber eine runde Sache

Der Kindle Oasis kommt in einer edlen Pappschuber-Verpackung in mattem Anthrazit und eignet sich gut als Geschenk.

Und damit nicht genug: Auch das Leder-Cover schält sich aus einer eigenen Schachtel.

kindle reader paperwhite

Der Kindle Oasis hat einen abnehmbaren Leder-Cover-Zusatzakku.

Integriert ist ein zusätzlicher Akku. In Verbindung mit dem eReader selbst schnappen sich Cover und Akku an Ort und Stelle und ergänzen den Oasis, der ebenfalls ein asymmetrisches Gehäuse hat.

kindle klassik

Cover, Akku und eReader selbst verbinden sich zu einem Handschmeichler mit eInk-Display und langer Akkulaufzeit.

Zusammen ergibt das eine eckige, aber sehr runde Sache, die sich wie ein „richtiges“ Buch auf- und zuklappen lässt. Schlüssel, Korkenzieher und umherfliegendes Kleingeld können dem Display so in der geräumigsten Handtasche nichts anhaben.

Anders als bei den anderen aktuellen eReadern sind die Blättertasten beim Oasis an der Seite platziert. Wobei hier übrigens die obere Taste zum Weiter-, die untere zum Zurückblättern dient. Diese Werkseinstellung erscheint zunächst kontraintuitiv, kann aber im Einstellungsmenü geändert werden.

Tipp: Sie können die Tastenbelegung der Blättertasten ändern, falls Sie mit der Belegung im Werkszustand besser zurecht kommen.

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Die Kontakte des Akkus werden von Magneten in Reader und Hülle geknüpft.

Dreht man das Tablet, dreht sich der Inhalt mit. Dabei sind allerdings nur 180°-Drehungen möglich, so dass die Textanzeige nicht versehentlich ins Querformat kippen kann, was die meisten Leser vermutlich nerven würde.

Das asymmetrische Gehäuse macht Sinn: Es ist gleichermaßen für Links- wie Rechtshänder angenehm zu halten.

3.2. Das Display: Mit Tablets können eInk-Displays nicht mithalten

Das Display ist kontraststark und gleichmäßig beleuchtet. So lassen sich auch längere Texte entspannt lesen. Grafiken, Diagramme und Illustrationen lassen sich gut erkennen. Ein- und Aus-Zoomen lässt sich genau so bewerkstelligen, wie man es vom Tablet bzw. Smartphone gewohnt ist.

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Je nach Lesevorliebe kann die Wörterbuchfunktion durchaus hilfreich sein; Nach der Anmeldung des Kindles mit dem Amazon-Account kann man auch die Wikipedia-Verknüpfung nutzen.

Kunden beklagen allerdings häufig den Umgang mit dem Einfügen von Markierungen oder Notizen oder dem Kopieren und Einfügen von Textpassagen. Dieses Problem ist zwar allen eBook-Readern gemein, es ist letztlich ein Zugeständnis, das die eInk-Displays provozieren.

Schwierig gestaltet sich das Lesen von Mangas und Graphic Novels. Es liegt in der Natur des Genres, dass hier Platz benötigt wird. Die 6″-Displays sind generell wenig geeignet. Geduldige können versuchen, entsprechend heranzuzoomen und dann jeweils die Ansicht zu verschieben.

3.3. Fazit: Für den Preis gibt es kaum bessere Technik

Der Oasis ist ein teurer, aber auch sehr guter Kindle. Für den Preis gibt es kaum bessere Technik – die ist in schließlich auch beim Paperwhite und beim Voyage quasi dieselbe – dafür aber ein vernünftiges Design, das mit seiner programmatischen Asymmetrie Mut zeigt.

Eine integrierte Schutzhülle (und dann auch noch aus Leder) bieten weder die anderen Kindles noch die Konkurrenz.

Ob dies den Aufpreis rechtfertigt, oder dieser den Oasis eher zum Geburtstagsgeschenk adelt, steht auf einem anderen Blatt.

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4. Welche Vorzüge bietet der Kindle Voyage im Vergleich?

4.1. Handhabung: Gute Bedienbarkeit, doch fast schon zu leicht

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Beim Kindle Voyage versteckt sich der Ein-/Ausschalter auf der Rückseite.

Etwas weniger spektakulär ist das Kindle Voyage in einem Pappschuber untergebracht.

Etwas schmaler, dafür etwas länger als der Oasis, bietet der Voyage einem ebenfalls 6″ messenden Display Platz im Gehäuse, wo es plan mit der Front abschließt.

Die Ein-/Aus-Taste befindet sich hier eingelassen in die gummierte Rückseite.

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Die Linien an den Seitenrändern markieren druckempfindliche Stellen: Drückt man stärker zu, als beim normalen Festhalten des eReaders, wird umgeblättert.

Die grauen Linien an den Seitenränder ersetzen die Blättertasten. Die technische Lösung verhindert hierbei, dass man diese Touch-Flächen versehentlich drückt: Die Tastflächen sind druckempfindlich, reagieren aber erst auf bewusst festeres Drücken. Umblättern wird durch ein sanftes Vibrieren bestätigt.

Da man, wie von anderen eBook-Readern her bekannt, die Seiten auch durch Antippen des Displays umblättern kann, lässt sich der Sinn dieses Features allerdings in Frage stellen.

4.2. Display: Sehr gute Lesbarkeit dank Belichtungsmesser

Da Betriebssystem und Funktionen alles in allem denen des Oasis gleichen, gibt es hier fast keine Überraschungen.

Das Display ist State-of-the-Art, bietet neben der in dieser Preisklasse obligatorischen Beleuchtung eine sehr hohe Auflösung und hohen Kontrast: Hiermit lassen sich auch dicke Wälzer fantastisch lesen.

Ein zugegeben schönes Feature ist der integrierte Belichtungsmesser. Ist dieser aktiviert, passt der eReader seine interne Beleuchtung automatisch und schrittweise dem Umgebungslicht an.

4.3. Fazit: Höherer Preis dank technischer Spielerei

Zwischen den Stühlen des Topmodells Oasis und der Standard-Version Paperwhite sitzt der Voyage preislich. Sind der Belichtungsmesser und seine automatische Funktion noch sinnvolle Erweiterungen gegenüber dem Paperwhite, stellen Kunden die druckempfindlichen Blättertasten eher in Frage. Dieses Feature geht eher als technische Spielerei durch – trägt aber sicherlich sein übriges zum höheren Preis bei.

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5. Was macht den Kindle Paperwhite im Vergleich so besonders?

5.1. Handhabung: Das Gewicht von zwei Tafeln Schokolade

Das günstigste Kindle mit Display-Beleuchtung kommt wie alle Kindles in einer mattschwarzen Verpackung daher. Nur die USB-Schnittstelle und der Power-Taster durchstoßen das ansonsten matte, an der Rückseite gummierte Gehäuse.

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Schlicht: Der Kindle Paperwhite

Das Display schließt, anders als beim Voyage und Oasis, nicht plan mit der Oberfläche des eReaders ab. Blättertasten gibt es hier nicht: Die Seiten werden per Antippen des Displays umgeblättert.

Mit einem Gewicht, das gut zwei Tafeln Schokolade entspricht, liegt der Paperwhite leicht in der Hand.

5.2. Display: Kein automatisches Drehen, keine Beleuchtungsanpassung

Betriebssystem und Funktionen sind bis auf Displaydrehung und automatische Beleuchtungsanpassung quasi dieselben wie bei den Top-Modellen der Reihe (siehe oben). Das Display ist auch in der eingelassenen Form kontrastreich, bietet eine gleichfalls sehr hohe Auflösung und lässt sich dank geringer Reaktionszeiten auch gut bedienen.

Den Paperwhite bietet Amazon in vier verschiedenen Ausführungen an: Neben der Auswahl zwischen der Nur- WLAN-Version und optionalem mobilem 3G-Internet, steht auch noch die Paperwhite Mit-Spezialangeboten-Version zur Verfügung. Mit dieser lassen sich 20 € gegenüber der „normalen“ Version sparen.

Mit Spezialangeboten sparen? Ja, richtig gelesen: Hinter dem Terminus versteckt Amazon einen durch Display-Werbung quersubventionierten (= werbefinanzierten) Rabatt. Statt eines Bildschirmschoners flattern also beim Paperwhite mit Spezialangeboten Werbeanzeigen auf das Display. Zumindest wer seinen Kindle eReader rein privat nutzt, dürfte damit meist kein Problem haben.

5.3. Fazit: Kein Schnickschnack, dafür am meisten Kindle fürs Geld

Beim Paperwhite gibt es am meisten Kindle fürs Geld: Ohne Schnickschnack wie Blättertasten, plane Gehäusefront oder eine automatische Helligkeitsregulierung kommt der Paperwhite recht „nackt“ daher. Der Funktionalität und letztlich dem Lesevergnügen steht das jedoch kein bisschen im Wege. Wer sich für die „Spezialangebote“ entscheidet, kann dazu noch sparen.

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6. Wie schneidet der klassische Kindle im Vergleich ab?

6.1. Handhabung: Weniger griffig dank fehlender Gummierung

Dem Paperwhite optisch sehr nahe steht der ebenfalls in wertiger Verpackung erscheinende Kindle, bei dem bereits der fehlende Nachname auf den Status des Geräts schließen lässt: Hier kommt ein eReader in der Basisausstattung und ohne jegliche Extras.

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Akku leer? Das kann auch bei allen anderen Modellen passieren. Ohne Beleuchtung kommt dieser Kindle allerdings als einziger daher.

Beginnend beim Gehäuse: Dieses lässt die von den anderen aktuellen Kindles und auch von anderen aktuellen eBook-Readern gewohnte Gummierung vermissen.

Das Display liegt hier deutlich tiefer im Gehäuse, als beim Paperwhite – und überhaupt ist das Display das große Manko dieses Geräts, denn hier überschreitet es die Grenze von „preiswert“ zu „billig“:

6.2. Display: Geringe Auflösung ohne Beleuchtung

Wer sich für den Kauf des günstigsten Kindle entscheidet, muss auf einiges mehr verzichten, als auf optische oder haptische Schmankerl: Das Display des Basis-Kindles ist nicht beleuchtet und hat auch eine deutlich geringere Auflösung, als die anderen Geräte der Reihe.

6.3. Fazit: Die fehlende Displaybeleuchtung ist ein echtes Manko

Auch wenn sich die sonstige Funktionalität kaum von den anderen Kindles unterscheidet, merkt man hier, warum die Displaybeleuchtung eigentlich zeitgemäß ist. Während man über die leicht pixelige Darstellung der Buchstaben noch hinwegsehen kann, ist die fehlende Displaybeleuchtung schon ein Manko.

Die Differenz zum teuren Kindle Oasis könnte kaum größer sein.

Für einen bestimmten Käuferkreis bleibt dieses Gerät dennoch für Kunden empfehlenswert: Wer sicher weiß, dass der Kindle nur tagsüber verwendet wird und wer eher Kurzgeschichten oder Essays als lange Schmöker liest, kann hier ein Schnäppchen machen.

Bildnachweise: Amazon.com (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)