- Wäsche kann bei Minusgraden draußen trocknen. Sie friert zunächst steif, das Wasser kann anschließend aber durch Sublimation direkt vom festen in den gasförmigen Zustand übergehen. Das dauert, funktioniert aber tatsächlich.
- Kalte Luft kann weniger Wasserdampf aufnehmen als warme Luft. Deshalb steigt beim Wäschetrocknen in einem kühlen Raum die relative Luftfeuchtigkeit besonders schnell.
- Die dickste Stelle entscheidet, ob die Wäsche wirklich trocken ist. Kapuzen, Hosentaschen, Bündchen, Säume und doppelte Stofflagen können noch feucht sein, obwohl sich der Rest längst trocken anfühlt.

Der große Vorteil am Sommer: Man muss sich keine Gedanken um das Wäschetrocknen machen. Wäscheständer auf den Balkon oder ans offene Fenster, ein bisschen Sonne und Wind und schon ist die Wäsche trocken. Doch sobald die ersten Regentage und kühleres Wetter kommen, wandert die Wäschespinne zurück ins Haus. Handtücher brauchen nun wieder gefühlt eine Ewigkeit und selbst frisch gewaschene Wäsche riecht nach dem Trocknen plötzlich unangenehm muffig.
1. Warum riecht Wäsche schnell muffig?
Feuchte Wäsche liebt schnelles Trocknen. Denn so können sich keine Mikroorganismen bilden, die für die unangenehmen Gerüche zuständig sind. Im Sommer ist das durch Wind und Wärme kein Problem, aber sobald der Trocknungsprozess langsamer wird, zieht auch der Muff ein.
Im Herbst und Winter hat die Luft häufig eine hohe Luftfeuchtigkeit und gleichzeitig lüften wir weniger lange als im Sommer. So kann die Luft weniger Feuchtigkeit aufnehmen, die aus unserer Wäsche gelangt. Denn eine komplette Waschmaschinenladung gibt beim Trocknen eine erhebliche Menge Wasser an die Raumluft ab. Diese Feuchtigkeit muss nun irgendwohin. Bleibt sie in der Wohnung, trocknet nicht nur die Wäsche langsamer, die Luftfeuchtigkeit im Raum steigt ebenfalls.
2. Wäsche nach dem Waschen sofort aus der Maschine nehmen
Eine der wichtigsten Regeln gilt eigentlich das ganze Jahr, wird im Herbst und Winter aber noch wichtiger: Die fertige Wäsche sollte nicht stundenlang in der Waschmaschine liegen bleiben.
Aufgepasst: In der geschlossenen Trommel herrschen ideale Bedingungen für Mikroorganismen und Bakterien.
Hat man die Wäsche doch einmal vergessen und sie hat den typischen Geruch nach „nassem Hund“, dann sollte sie in einem kurzen Programm noch mal gewaschen werden. Denn leider wird dieser Geruch nicht mehr verschwinden.
3. Der richtige Platz für den Wäscheständer bietet Luftzirkulation
Im Herbst und Winter wandert der Wäscheständer bei vielen von draußen zurück in die Wohnung. Nun kommt es auf den perfekten Standort an! Nicht geeignet sind kleine, ungeheizte Räume mit geschlossener Tür. Dort steigt die Luftfeuchtigkeit schnell an und die Wäsche trocknet nur langsam.
Besser ist ein Raum, in dem die Luft gut zirkulieren kann und der regelmäßig gelüftet wird. Den Wäscheständer direkt an eine kalte Außenwand zu stellen, ist ebenfalls keine gute Idee. Denn hier kann sich an der kalten Oberfläche die Feuchtigkeit niederschlagen.

Luftzirkulation hilft, dass die Wäsche schneller trocknet.
Bitte Abstand halten!
Den Wäscheständer bitte nie zu voll hängen! Zwischen den einzelnen Kleidungsstücken sollte immer die Luft zirkulieren können. Als Faustregel gilt: Dicke Wäschestücke brauchen mehr Platz. Handtücher, Jeans, Sweatshirts oder Bettwäsche hängt man so auf, dass möglichst viel Fläche mit Luft in Kontakt kommt.
4. Richtig schleudern spart viel Trockenzeit
Je weniger Wasser nach dem Waschgang in der Wäsche steckt, desto schneller trocknet sie. Bei robusten Textilien kann deshalb eine höhere Schleuderdrehzahl sinnvoll sein, sofern das Pflegeetikett dies zulässt. Das spart später Trockenzeit und reduziert gleichzeitig die Menge an Feuchtigkeit, die in die Raumluft gelangt. Noch ein Tipp: Ist die Waschmaschine ein älteres Modell und hat wenig Umdrehungen, dann kann eine externe Schleuder Wunder wirken.
5. Im Herbst lieber kurz und kräftig lüften
Beim Trocknen in der Wohnung steigt die Luftfeuchtigkeit, die wir wieder nach draußen leiten möchten. Ein Fenster über Stunden nur zu kippen, ist dabei nicht die beste Lösung, effektiver ist Stoßlüften mit weit geöffnetem Fenster. Noch schneller funktioniert der Luftaustausch, wenn kurzzeitig gegenüberliegende Fenster geöffnet werden können und Durchzug entsteht. Ich finde deshalb ein Hygrometer im Herbst und Winter ausgesprochen praktisch. Damit muss man nicht raten, wie feucht die Raumluft gerade ist, sondern kann sehen, wann Lüften sinnvoll ist.
6. Heizung an oder aus – wann trocknet Wäsche besser?
Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte, was aber nicht bedeutet, dass der Wäscheständer direkt vor die Heizung gehört. Wichtig ist nämlich die Kombination aus Wärme und Luftaustausch. Nur zu heizen, ohne die zusätzliche Feuchtigkeit nach draußen zu bringen, löst das Problem nicht.
Tipp: Ein kleiner Ventilator kann erstaunlich viel bewirken! Wäsche braucht zum Trocknen nicht nur Wärme, sondern vor allem Luftbewegung. Ein kleiner Ventilator, der für Luftbewegung im Raum sorgt, kann die Trockenzeit erheblich verkürzen. Er simuliert quasi einen Sommerwind.

Ein Ventilator ist in der Lage, die Trocknung deutlich zu beschleunigen.
Wann ein Luftentfeuchter sinnvoll sein kann
Wer regelmäßig größere Mengen Wäsche in der Wohnung trocknen muss und dabei dauerhaft mit hoher Luftfeuchtigkeit kämpft, sollte über einen Luftentfeuchter nachdenken. Er hilft, die Luft im Raum zu entfeuchten, ersetzt allerdings nicht das Lüften.
7. Warum Wäsche manchmal erst im Schrank muffig wird
Auf der Wäschespinne riecht noch alles gut, aber nach ein paar Tagen im Kleiderschrank bekommt die Wäsche einen unangenehmen, muffigen Geruch. Das Problem: Die Wäsche fühlt sich fast trocken an und kommt direkt zusammengelegt in den Kleiderschrank. Tatsächlich befindet sich aber noch Restfeuchtigkeit in den Fasern, im Schrank kann die Luft nicht richtig zirkulieren, und so entwickelt sich der typische unangenehme Geruch erst nach einiger Zeit. Die Wäsche also immer erst dann wegräumen, wenn sie vollständig trocken ist.
Tipp: Lassen Sie die Wäsche lieber einen Tag länger draußen liegen und dicke Kapuzen, Bündchen, Hosentaschen und Säume noch mal extra kontrollieren.
Im Herbst und Winter also immer darauf achten, dass die Wäsche so schnell wie möglich trocknet und ohne Restfeuchtigkeit in den Schrank geräumt wird. So vermeidet man den unangenehmen, muffigen Geruch und kann sicher sein, dass alles in perfektem Zustand ist.
Zur Autorin
Sabine Haag gehört zu den erfolgreichsten Ordnungsexpert:innen Deutschlands. Bereits seit 2012 – und damit lange bevor das Thema Ordnung in den Sozialen Medien groß wurde – teilt sie ihre Expertise auf ihrer Website Ordnungsliebe.net und gibt darüber hinaus sowohl auf Instagram als auch auf ihrem YouTube-Kanal hilfreiche Ordnungs-Tipps. Mit ihrem selbst erarbeiteten und umfangreichen Wissen bildet sie außerdem als Trainerin angehende Ordnungsexpert:innen aus.
Bildnachweise: Adobe Stock/Pixel-Shot, Adobe Stock/Sonya Monshtein, VGL/KI-generiert (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)















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