Das Wichtigste in Kürze
  • Ab einem Alter von etwa 6 Monaten beginnen Babys, sich für das Essen der Großen zu interessieren – ein Zeichen dafür, dass sie sehr bald Platz am Esstisch nehmen sollten. Die Voraussetzung: ein eigener Hochstuhl.
  • Ein Tischsitz ist ein besonderer Hochstuhl, der sich vor allem dann eignet, wenn Sie auf Reisen gehen möchten: Er lässt sich schnell zusammenklappen und ist sehr leicht zu transportieren. Im Handumdrehen haben Sie ihn am Tisch montiert.
  • Achten Sie beim Kauf vor allem darauf, dass der Tischsitz sicher ist: Er sollte gut verarbeitet sein und einen Sicherheitsgurt aufweisen.

Tischsitz Test

Ein Meilenstein in der Entwicklung eines jeden Babys: Plötzlich darf es mit Mama und Papa auf Augenhöhe am Tisch sitzen. Und auch für die Eltern bedeutet das gemeinsame Essen ein Stück weit Entlastung – vorbei sind die Zeiten, in denen nur einer von beiden ungestört Nahrung zu sich nehmen konnte, weil der andere das Kind halten musste.

Voraussetzung dafür, dass der Sohnemann oder das Töchterlein Platz an der großen Tafel nehmen kann, ist ein ordentlicher Kinderstuhl. Tischsitze sind leicht montiert, nehmen wenig Platz ein und eignen sich besonders gut unterwegs und auf Reisen. Doch beim Kauf gilt es ein paar Dinge zu beachten, die wir Ihnen in unserem Tischsitz-Vergleich gerne näher erläutern möchten.

1. Übt sich früh, was ein Meister werden will?

Babyartikel

Auf Augenhöhe dabei: Ein Tischsitz macht’s möglich.

Dass Kinder beginnen, sich für die Nahrung der Erwachsenen und der größeren Geschwister zu interessieren, geschieht etwa ab dem sechsten Lebensmonat. In diesem Alter nuckeln, saugen und lutschen sie an allem, das sie in die Finger bekommen können – alles, was die Großen essen, möchten sie nun auch gerne probieren. Voraussetzung dafür, dass Babys Platz im Hochstuhl nehmen können, ist aber, dass sie bereits in der Lage sind, aufrecht zu sitzen, ohne dabei zusammenzusacken.

Sobald Ihr Kind mit am Tisch sitzt, hat es keine Sonderstellung mehr. Das bedeutet zum einen, dass es nun keine separaten „Baby-Esszeiten“ mehr gibt, zum anderen aber auch, dass der oder die Kleine nun beinahe all das mitessen kann, was die Großen auch zu sich nehmen, sei es Gemüse, ein Ei, weiches Brot oder Käse. Wichtig ist, dass die Speisen, die zubereitet werden, gesund sind und dass Ihr Kind nicht das Gefühl hat, essen zu müssen – die Nahrungsaufnahme sollte immer ein Angebot sein und kein Zwang.

Tischsitz Hauck

Gegessen wird, wenn das Essen auf dem Tisch steht: Auch die Kleinen sollten feste Regeln lernen.

Zudem sollten Sie von Anfang an Tischregeln aufstellen. Das oberste Gebot lautet: „Gegessen wird am Tisch“ –legen Sie feste Mahlzeiten (etwa drei Hauptmahlzeiten und zwei Zwischenmahlzeiten) fest und halten Sie diese ein. Wenn Ihr Baby den ganzen Tag mit Keksen oder anderen Leckereien durchs Haus läuft, wird es später am Tisch keinen Hunger mehr haben.

Eine weitere wichtige Regel sollte lauten: „Wir fangen erst dann an, wenn alle sitzen und etwas auf dem Teller haben“. Auch ein Grundgespür für Tischmanieren sollte vermittelt werden. Selbstverständlich kann man nicht erwarten, dass die Kleinen im Alter von 10 Monaten schon kleckerfrei sind – dass sie mit ihrem Essen aber nicht absichtlich herummatschen dürfen, müssen sie lernen.

Um diese Regeln durchsetzen zu können, benötigen Sie neben viel Geduld, Verständnis und Konsequenz auch die richtige Ausrüstung. Unentbehrlich: ein eigener Kindersitz. In der Kaufberatung zu unserem Tischsitz-Vergleich 2020 erfahren Sie, welche verschiedenen Arten von Hochstühlen es gibt und worauf Sie beim Kauf besonders achten sollten.

2. Welche Kinderhochstuhl-Typen gibt es?

Es gibt viele Möglichkeiten, Ihr Baby am Esstisch zu platzieren. Zwischen welchen Arten von Hochstühlen man unterscheidet, erklären wir Ihnen in folgender Tabelle:

Kategorie Beschreibung
Treppenhochstuhl

Stokke Tripp Trapp

  • wird häufig auch als „Tripp Trapp“ Stuhl bezeichnet (Deonym)
  • treppenförmige Konstruktion – separate Abstellfläche für die Füße
  • geeignet ab Sitzalter
  • hoher Nutzungskomfort: hier finden nicht nur Kleinkinder, sondern auch Schulkinder und mitunter auch Erwachsene Platz
  • „wächst mit“ – individuell einstellbar
  • keine Babyschale, dafür Anschnallgurt (optional)
Kombihochstuhl

kombihochstuhl-baby

  • klassischer Kindersitz
  • Kind hat sein eigenes Tischchen – kann auf Wunsch abmontiert werden
  • auch als „kleiner Stuhl“ oder Tisch nutzbar
  • hoher Komfort: die meisten Modelle weisen eine bequeme Polsterung auf
  • sehr hohe Sicherheit: „Gitter“ und Anschnallgurt

 

Mehrzweckhochstuhl

Tischsitz Ikea

  • optisches Highlight: gibt es in vielen unterschiedlichen Farben und Mustern – von schlicht bis verspielt
  • Mehrzweck: Rückenlehne kann so weit nach hinten verstellt werden, dass das Kind darin liegen kann – daher schon vor dem Sitzalter nutzbar
  • hoher Komfort: die meisten Modelle verfügen über eine bequeme Polsterung
  • hohe Sicherheit: Anschnallgurt
  • sehr leichte Reinigung
  • lässt sich in der Regel zusammenklappen
Tischsitz/Reisehochstuhl

Babywippe

  • Hochstuhl, der an der Tischplatte festgeklemmt wird
  • besonders gut für unterwegs geeignet – häufig ist im Lieferumfang eine Transporttasche enthalten
  • hygienisch: Kind muss in Cafés oder Restaurants nicht in fremden (ggf. schmutzigen) Kinder-Stühlen sitzen
  • leichte Montage

3. Kaufkriterien für Tischsitze: Worauf sollte man achten?

3.1. Material

Tischsitz Puppe

Dass beim Essen gekleckert und gekrümelt wird, kommt häufig vor. Gut, wenn der Tischsitz waschbar ist.

Die meisten Tischsitze bestehen aus einem Metallgestell (häufig Aluminium) und einem Stoffbezug (oft Polyester oder ein anderer synthetischer Stoff).

Vorteile: Aluminium ist vergleichsweise leicht, die Sitze lassen sich also in der Regel sehr gut einpacken und ohne großen Kraftaufwand von Ort zu Ort transportieren. Polyester ist besonders reißfest und lässt sich zudem sehr gut abwischen – unterschätzen Sie nicht, wie schnell ein solcher Stuhl schmutzig werden kann.

Die Klemmen, mit deren Hilfe der Sitz am Tisch befestigt wird, sollten eine Gummibeschichtung aufweisen – andernfalls besteht die Gefahr, dass sie unschöne Kratzer auf der Tischplatte hinterlassen.

Tipp: Bei vielen Tischsitzen lässt sich der Stoffbezug abnehmen und per Hand oder in der Waschmaschine waschen. Achten Sie auf die Angaben des Herstellers!

3.2. Tragkraft

Verschiedene Tischsitz-Tests zeigen, dass die meisten Modelle bis etwa 15 kg belastbar sind. Ein Körpergewicht von 15 kg erreichen Kinder im Durchschnitt, wenn sie zwischen zwei und drei Jahre alt sind. Viel länger sollten sie aber sowieso nicht im Tischsitz sitzen: irgendwann wird es Zeit für einen eigenen Stuhl.

3.3. Sicherheitsgurt

Babymarkt

Sicherheit geht immer vor: Tischsitz nur mit Gurt!

Dass Ihr Tischsitz einen Gurt aufweist, ist besonders wichtig, denn: Sicherheit geht immer vor. Mithilfe eines Gurts können Sie Ihr Kind anschnallen und so verhindern, dass es aus dem Stuhl herausklettert oder -rutscht und möglicherweise sogar stürzt.

Der derzeitige Standard sind Drei-Punkt-Gurte, es gibt aber auch Modelle mit Fünf-Punkt-Gurt, die besonders sicher sein sollen. Ein Fünf-Punkt-Gurt verfügt über zusätzliche Schultergurte, die verhindern sollen, dass Ihr Kind im Stuhl aufstehen kann.

Generell ist es für Kleinkinder aber schwierig, in einem Tischsitz aufzustehen, da die Beine hier frei in der Luft hängen und es kein „Trittbrett“ gibt. Ein Drei-Punkt-Gurt reicht also normalerweise aus.

Achtung: Grundsätzlich sollten Sie Ihr Kind niemals unbeaufsichtigt im Tischsitz sitzen lassen! Außerdem empfehlen wir Ihnen, den Sitz regelmäßig auf Stabilität und festen Halt zu prüfen. Es ist wichtig, dass Sie Ihren Tischsitz nur an Tischen anbringen, die fest und stabil sind – Glastische, Campingtische oder Tische mit nur einem Standfuß sind ungeeignet.

3.4. Tischplatte

Wenn Sie einen Tischsitz kaufen möchten, sollten Sie zunächst ausmessen, wie dick die Platte Ihres Esstischs ist. Die meisten Tischsitze eignen sich für Tischplatten mit einer Höhe von zwischen 2 und 9 cm. Sie sollten aber unbedingt auf die Angaben des Herstellers achten – je nach Modell kommt es hier zu erheblichen Unterschieden.

3.5. Besonderheiten

Tischsitz Fillikid

In einer Tasche am Rückenteil lassen sich Lätzchen und Co. verstauen.

Achten Sie beim Kauf auch darauf, welche Extras Ihr Favorit bietet. Einige Modelle werden mit praktischer Transporttasche geliefert, die besonders nützlich ist, wenn Sie den Tischsitz mit auf Reisen nehmen möchten.

Außerdem verfügen viele Tischsitze über eine Tasche am Rückenteil, in der Sie Lätzchen und Co. verstauen können.

Vereinzelt können Tischsitze weitere Spezialfunktionen aufweisen: So bietet der Babyartikel-Hersteller Chicco z.B. einen Tischsitz, der sich um 360° drehen lässt. Ob eine solche Funktion tatsächlich unverzichtbar ist, ist fraglich – dennoch kann sie sich in bestimmten Situationen als hilfreich erweisen.

Hilfreiche Tipps und Tricks rund ums Thema Beikost für Babys erhalten Sie in folgendem Video:

4. Fragen und Antworten rund um das Thema Tischsitz fürs Baby

4.1. Was sagt die Stiftung Warentest?

Apropos Ernährung…

Nicht nur das Essen ist wichtig – Kinder sollten auch ausreichend trinken! Wo immer sich Ihr Kleines aufhält, die Trinkflasche sollte stets in der Nähe sein. Als Getränk ist Leitungswasser die erste Wahl. Für etwas Abwechslung eignen sich Kräuter- oder Früchtetees oder Gemüsesäfte und Fruchtsaftschorlen (ein Teil Fruchtsaft, drei Teile Wasser). Wichtig ist, dass Getränke, die viel Zucker enthalten, vermieden werden.

Einen spezifischen Tischsitz-Testsieger hat die Stiftung Warentest bisher noch nicht gekürt. In der Ausgabe test 03/2003 hat sich das Institut aber näher mit anderen Arten von Hochstühlen beschäftigt. Auf dem Prüfstand standen 15 verschiedene Stühle, darunter auch Tisch-Stuhl-Kombinationen und „mitwachsende“ Treppenhochstühle. Einen separaten Tischsitz-Test hat es aber noch nicht gegeben.

Das Ergebnis war relativ ernüchternd: Fast jeder zweite Stuhl wurde als „nicht sicher genug“ eingestuft. In vielen Fällen hätte die Gefahr bestanden, dass das Kind durchrutschen könne. Einige Stühle seien nicht „kippsicher“ gewesen.

Gleichzeitig räumten die Wissenschaftler aber auch ein, dass kein Stuhl 100-prozentige Sicherheit bieten kann. Wir raten Ihnen deswegen, Ihr Kind auf keinen Fall unbeaufsichtigt zu lassen, solange es im Hochstuhl sitzt – erst recht nicht über längere Zeitspannen.

4.2. Welche Marken und Hersteller sollte man kennen?

Auf der Suche nach dem besten Tischsitz werden Sie über den einen oder anderen Namen stolpern. Zu den wichtigsten Marken und Herstellern gehören z.B.:

  • Chicco
  • Haba
  • CHIC 4 BABY
  • smileBaby
  • Fillikid
  • Safety 1st
  • Haberkorn
  • United Kids
  • FoppaPedretti
  • Inglesina
  • Sunnybaby
  • roba
  • Superfit
  • Phil & Teds
  • Hauck
  • Brevi

4.3. Wie lange sollte mein Kind am Tisch sitzen bleiben?

Tischsitz gebraucht

Tischneulinge dürfen aufstehen, sobald sie aufgegessen haben.

Natürlich sollen Kinder schon früh Tischmanieren erlernen. Ob die Regel „Wir bleiben so lange sitzen, bis alle fertig sind“ eingehalten wird, sollte aber auch vom Alter des Nachwuchses abhängen.

Insbesondere „Tischneulinge“ können noch nicht so lange still sitzen. Deswegen ist es in Ordnung, wenn Babys oder Kleinkinder aufstehen, sobald sie aufgegessen haben. Etwa ab dem Kindergartenalter können Sie dann allerdings erwarten, dass Ihr Kind am Tisch bleibt – auch, wenn es selber fertig gegessen hat.

4.4. Ab welchem Alter kann ich mein Kind in einen Tischsitz setzen?

Die meisten Hersteller von Tischsitzen für Babys geben ein Mindestalter von etwa sechs Monaten an. Eine wichtigere Rolle als das Alter spielt aber die körperliche Entwicklung Ihres Kindes: Einige Kinder sind sechs Monate alt und können bereits alleine aufrecht sitzen, andere sind älter als acht Monate und noch nicht dazu in der Lage. Achten Sie also zunächst darauf, ob Ihr Baby sitzen kann, ohne dabei in sich zusammenzusacken – erst dann ist es bereit für einen Hochstuhl.

Zum Schluss noch einmal die Vor- und Nachteile eines Tischsitzes im Überblick:

  • lässt sich sehr leicht montieren
  • in der Regel zusammenklappbar – leichter Transport
  • besonders gut für Reisen geeignet
  • hygienisch: Ihr Kind muss nicht in fremden Stühlen sitzen
  • kein Trittbrett: Füße hängen in der Luft
  • weniger komfortabel als andere Hochstühle