Die meisten von uns nutzen das Handy ständig: soziale Medien, Internet, fotografieren, Musik hören, für E-Mails, Kalender, Einkaufslisten, zum Spielen und Streamen und sogar Kalorien tracken. Manchmal telefonieren wir sogar noch. Doch während wir es unzählige Male am Tag in der Hand halten, denken wir selten darüber nach, wie viele Bakterien und Keime sich darauf ansammeln. Studien zeigen, dass die größten Keimherde nicht in öffentlichen Toiletten, sondern auf Alltagsgegenständen wie Türklinken oder Telefonen zu finden sind. Und genau hier stellt sich die Frage: Was ist eigentlich mit unserem Smartphone?

Eine Frau reinigt behutsam den Kamerabereich eines Smartphones. Sie blickt dabei von oben herab auf das Smartphone, dass sie in den Händen hält. Dafür benutzt sie ein kleines Tuch. Im Hintergrund ist eine Tischplatte zu sehen, auf der ein Ladekabel liegt.

Beim Reinigen des Smartphones sollten Sie immer vorsichtig vorgehen, um empfindliche Teile wie die Kameras nicht zu beschädigen oder zu zerkratzen.

1. Warum ist das Reinigen des Smartphones so wichtig?

Würde man sein Handy nur zuhause benutzen, wäre eigentlich alles gut. Denn dann kommt es im besten Fall nur mit unserem eigenen Körper in Berührung und somit mit unseren eigenen Keimen. In der Realität sieht es jedoch anders aus: Unser Smartphone kommt direkt und indirekt, mit unzähligen Oberflächen in Kontakt – vom Esstisch über den Imbisstresen bis hin zur Türklinke. Mit jeder Berührung unserer Hand gelangen die Keime auf das Display und die Rückseite des Geräts. Wer sein Handy nicht reinigt, riskiert, dass sich diese Erreger auf dem Gerät ansammeln und durch die Hände oder beim Telefonieren in den Körper gelangen können.

Aber nicht nur unsere Gesundheit ist ein wichtiger Aspekt, sondern auch die Haltbarkeit des Gerätes kann durch das Reinigen erheblich verlängert werden. Denn Schmutz und Staub können zusätzlich die Technik des Smartphones beeinträchtigen. Ablagerungen in den Anschlüssen oder Lautsprechern führen langfristig zu Funktionsstörungen. Eine regelmäßige Reinigung verlängert daher die Lebensdauer des Geräts und sorgt dafür, dass es optimal bedienerfreundlich bleibt.

Ein sauberes Telefon hinterlässt übrigens auch bei anderen einen besseren Eindruck. Fingerabdrücke, Staub und Flecken auf dem Display wirken ungepflegt und können sogar die Nutzung richtig erschweren.

2. Schritt für Schritt zu einem sauberen Handy

Schritt 1: Reinigung vorbereiten

Vor der Reinigung sollten Sie immer das Gerät ausschalten und alle Zubehörteile wie Hüllen, Ringe, Halterungen, Schutzfolien oder Kopfhörer entfernen. Eine Ausnahme sind Folien, die fest mit dem Bildschirm verbunden sind und beim Ablösen beschädigt werden. Ist alles entfernt, kann man alle Ecken, Anschlüsse und Kanten erreichen.

Schritt 2: Das richtige Reinigungsmaterial

Das A und O ist das richtige Tuch! Oft werden kleine Tücher beim Kauf der Schutzfolie mitgeliefert. Sollte man keines bekommen haben, benötigt man ein weiches, fusselfreies Mikrofasertuch, um Kratzer auf dem Display zu vermeiden. Normale Küchentücher oder Taschentücher sind zu grob und können die Oberfläche beschädigen. Brillenputztücher sind dafür optimal (aber bitte nicht die abgepackten und in Flüssigkeit getränkten!). Für hartnäckige Verschmutzungen kann man das Tuch leicht mit destilliertem Wasser oder einer speziellen Display-Reinigungslösung befeuchten. Zum Schluss vorsichtig alles abwischen.

Schritt 3: Vorsicht bei der Desinfektion

Möchte man Keime abtöten, eignet sich Isopropanol (70 %). Ein paar Tropfen auf das Mikrofasertuch geben und damit vorsichtig über das Display und die Rückseite des Geräts wischen. Niemals das Reinigungsmittel direkt auf das Smartphone sprühen, denn schnell ist zu viel Flüssigkeit auf der Oberfläche, die dann in die Öffnungen eindringen und Schäden verursachen kann.

Schritt 4: Reinigung der Anschlüsse und Lautsprecher

Jetzt ist Fingerspitzengefühl gefragt! Für die kleinen Öffnungen, wie den Ladeanschluss oder die Lautsprecher, eignet sich eine weiche Zahnbürste oder ein spezieller Reinigungsstift. Wattestäbchen funktionieren auch. Damit vorsichtig über die betroffenen Stellen fahren, um Staub und Schmutz zu entfernen. Bitte nicht zu viel Druck ausüben, um die empfindlichen Bauteile nicht zu beschädigen oder den Schmutz noch tiefer in die Öffnung zu drücken.

Eine Person reinigt die Ladenbuchse eines Smartphones mit einem speziellen Reinigungspinsel.

Bei Anschlüssen und Ports gehen Sie behutsam vor und benutzen am besten spezielle Pinsel oder weiche Bürsten.

Schritt 5: Zubehör säubern

Ist das Handy sauber, sind die Zubehörteile an der Reihe. Auch diese dürfen mit Alkohol abgewischt werden. Silikonhüllen können in einer Lösung aus warmem Wasser und etwas Spülmittel gewaschen werden. Alles schön abwischen und ebenfalls gut trocknen lassen. Lederetuis mit einer speziell für Leder entwickelten Sattelseife reinigen und anschließend mit einer Lederspülung behandeln.

Kopfhörer, Ladegeräte und anderes Zubehör können Sie mit einem feuchten Tuch abwischen und anschließend gut trocknen lassen. Auch hier gilt wie beim Smartphone: nie richtig nass werden lassen!

Falls Ihr Telefon an einem Band hängt ist das vielleicht der perfekte Zeitpunkt, dieses auch einmal abzuwischen. Erst wenn alles wieder getrocknet ist, dann können die einzelnen Smartphonekomponenten wieder zusammengesetzt werden.

3. Diese Reiniger bitte NIE benutzen

Während man beim Putzen auch mal kreativ werden darf, was den Reiniger betrifft, sollte man beim Smartphone keine Experimente wagen. Deshalb nutzen Sie bitte niemals diese Mittel für Ihr Handy:

  • Fenster- oder Haushaltsreiniger
  • Druckluft
  • Sprühreiniger für Aerosole
  • Lösungsmittel
  • Bleiche
  • Ammoniak
  • Schleifpulver
  • Wasserstoffperoxid

4. Dranbleiben und regelmäßig wiederholen

Eine einmalige Reinigung reicht nicht aus und nach dem ersten Versuch ist vielleicht noch gar nicht alles sauber geworden. Um das Smartphone dauerhaft sauber und hygienisch zu halten, sollte man es mindestens einmal pro Woche reinigen. Wenn man es besonders häufig nutzt oder in einer Umgebung mit viel Schmutz unterwegs ist, sogar öfter. Oft reicht es dann aber aus, nur die Oberflächen mit Alkohol abzuwischen.

Und: Ein sauberes Handy nutzt wenig, wenn die Hände, die es bedienen, voller Keime sind. Also regelmäßig die Hände waschen!

Wussten Sie das schon? Fun Facts zu Handys und Smartphones:

  • Die meisten Menschen berühren den Bildschirm ihres Smartphones über 2.600 Mal am Tag.
  • Die meisten in Japan verkauften Handys (fast 90%) sind wasserdicht, damit man sie unter der Dusche benutzt kann.
  • Die Zahlen variieren, aber in der Vergangenheit überstieg die Zahl der sich im Umlauf befindenden Handys die der Zahnbürsten mit 4 Mrd. zu 3,5 Mrd.
  • Die erste SMS wurde am 3. Dezember 1992 gesendet und lautete „Merry Christmas“.

Zur Autorin

Sabine Haag gehört zu den erfolgreichsten Ordnungsexpert:innen Deutschlands. Bereits seit 2012 – und damit lange bevor das Thema Ordnung in den Sozialen Medien groß wurde – teilt sie ihre Expertise auf ihrer Website Ordnungsliebe.net und gibt darüber hinaus sowohl auf Instagram als auch auf ihrem YouTube-Kanal hilfreiche Ordnungs-Tipps. Mit ihrem selbst erarbeiteten und umfangreichen Wissen bildet sie außerdem als Trainerin angehende Ordnungsexpert:innen aus.

Bildnachweise: Adobe Stock/dikushin, Adobe Stock/elenavolf (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)