- Erhältlich sind „echte“ Prepaid-Kreditkarten sowie Debitkarten mit Girokonto. Beide werden weltweit akzeptiert – Einschränkungen sind jedoch möglich.
- Bei Hotel- oder Mietwagenbuchungen kann es aufgrund fehlender Sicherheit zu Problemen kommen.
- Achten Sie auf Ausstellungs- und Jahresgebühren sowie variable Kosten für Fremdwährungen oder Bargeld.

Bargeldloses Bezahlen ist längst zur Selbstverständlichkeit geworden. Doch nicht jeder erhält problemlos eine klassische Kreditkarte, etwa wegen negativer Schufa-Einträge oder fehlendem Einkommen. Prepaid-Kreditkarten schließen diese Lücke: Sie funktionieren ohne Kreditrahmen und lassen sich flexibel aufladen – je nach Anbieter auch von Personen unter 18 Jahren.
In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen, wie genau Prepaid-Kreditkarten funktionieren und welche Unterschiede es zu klassischen Kartenmodellen gibt. Wir beleuchten die wichtigsten Kostenfaktoren, erklären mögliche Einsatzbereiche und zeigen Ihnen, welche Voraussetzungen Sie für die Beantragung erfüllen müssen.
1. Wie funktionieren Prepaid-Kreditkarten und für wen eignen sie sich?
Eine Prepaid-Kreditkarte ist eine unkomplizierte Alternative für Personen, die keinen Zugang zu einer klassischen Kreditkarte haben oder besonders auf die Kosten achten. Im Gegensatz zu typischen Kreditkarten funktioniert das Modell auf Basis von Guthaben, das Sie einfach wieder aufladen können.
Mit einer Prepaid-Kreditkarte können Sie weltweit online und offline bezahlen, wobei sie auch für Minderjährige sowie Menschen mit schwacher Bonität erhältlich ist. In diesem Kapitel erklären wir, wie das genau funktioniert, worin sich verschiedene Kartenarten unterscheiden und für wen sich der Einsatz besonders lohnt.
1.1. Welche Unterschiede gibt es zu klassischen Kreditkarten?
Während klassische Kreditkarten einen Kreditrahmen bieten, der erst am Monatsende oder in Raten zurückgezahlt wird, kann bei einer Prepaid-Kreditkarte nur das ausgegeben werden, was zuvor aufgeladen wurde. Dadurch sinkt das Risiko einer Verschuldung.
Ein weiterer Unterschied liegt in der Bonitätsprüfung. Bei klassischen Karten prüfen Banken die Schufa und vergeben den Kreditrahmen nur bei positiver Bewertung. Prepaid-Kreditkarten sind meist ohne Schufa-Prüfung erhältlich, wodurch sie auch für Personen mit negativen Einträgen und Personen unter 18 Jahren möglich sind.
» Mehr Informationen1.2. Was für unterschiedliche Prepaid-Kreditkarten gibt es?
Prepaid-Kreditkarten werden von Banken und Zahlungsdienstleistern herausgegeben. Die Karten basieren meist auf den bekannten Zahlungssystemen Visa, Mastercard oder American Express. Grundsätzlich lassen sich zwei Varianten unterscheiden:
Physische Prepaid-Karten: Diese Plastikkarten sehen wie normale Kreditkarten aus und sind im stationären Handel sowie online einsetzbar.
Virtuelle Prepaid-Karten: Diese digitale Form ist in erster Linie für Online-Transaktionen gedacht, wobei sie über Smartphone-Apps und mobilen Bezahllösungen auch an Kassenterminals eingesetzt werden können. Im Vergleich mit physischen Karten sind sie günstiger und schneller verfügbar.
Beachten Sie, dass Prepaid-Kreditkarten sowohl mit als auch ohne Girokonto erhältlich sind und streng genommen entsprechend anders bezeichnet werden. So wird zwischen typischen Prepaid-Karten und Debit-Karten unterschieden. Häufig dient der Begriff „Prepaid-Kreditkarte“ einfach als Oberbegriff für Kreditkarten mit Guthaben.
Im Folgenden stellen wir Ihnen einige Unterschiede verschiedener Kartentypen übersichtlich dar:
| Kreditkarten-Art | Funktionsweise |
|---|---|
| Debitkarte |
|
| „Echte“ Prepaid-Karte |
|
| Klassische Kreditkarte |
|
» Mehr Informationen„Anonyme“ Karten im stationären Handel: Auch in einigen Supermärkten oder Tankstellen können Sie Prepaid-Kreditkarten kaufen. Dafür müssen Sie nicht verpflichtend persönlichen Daten angeben. Allerdings können Sie diese Karten dann nur begrenzt aufladen. Darüber hinaus ist die Nutzung stark eingeschränkt, sodass sich dieses „anonyme“ Modell nur vorübergehend und für kleine Beträge eignet.
Möchten Sie möglichst ohne Einschränkungen am Zahlungsverkehr teilnehmen, müssen Sie sich identifizieren, egal ob Sie Prepaid-Kreditkarten stationär oder online kaufen.
1.3. Für wen ist eine Prepaid-Kreditkarte besonders geeignet?
Prepaid- oder Debitkarten richten sich an verschiedene Zielgruppen:
- Jugendliche und junge Erwachsene können häufig keine reguläre Kreditkarte bekommen und mit einer Prepaid- oder Debitkarte erste Erfahrungen im bargeldlosen Zahlungsverkehr sammeln. Viele Anbieter setzen allerdings ein Mindestalter von 14 oder 16 Jahren voraus.
- Reisende profitieren von der weltweiten Akzeptanz der Karten und der Möglichkeit, ein fixes Reisebudget aufzuladen. Zudem ist das Verlustrisiko gering, da nur das vorhandene Guthaben betroffen ist.
- Personen mit negativer Schufa nutzen Prepaid-Karten als Zahlungsmittel ohne Risiko einer Ablehnung durch die Bank.
- Personen mit Budgetkontrolle können ein Prepaid-Modell nutzen, um finanzielle Grenzen klar abzustecken.

Bevor Sie sich eine Prepaid-Kreditkarte kaufen, prüfen Sie am besten, ob diese einem klaren Zweck dient. Sind Ihnen Flexibilität und eine hohe Akzeptanz besonders wichtig, sollten Sie bei guter Bonität eine echte Kreditkarte in Erwägung ziehen.
2. Welche Kosten fallen bei Prepaid-Kreditkarten an?
Bei Prepaid-Kreditkarten fallen verschiedene Gebühren an, darunter Ausstellungs- oder Kontoführungsgebühren, wobei auch Gebühren für Bargeldabhebungen oder Fremdwährungen üblich sind. Zwar scheinen einige Prepaid-Kreditkarten zunächst kostenlos, im Laufe der Nutzung können sich dabei aber verschiedene Kosten summieren.
Welche Kostenmodelle es gibt, wie sich Anbieter unterscheiden und worauf Sie besonders achten sollten, erfahren Sie in diesem Kapitel.
2.1. Mit welchen fixen Kosten müssen Sie rechnen?
Selbst bei den besten Prepaid-Kreditkarten müssen Sie mit fixen und variablen Kosten rechnen. Zu den fixen Kosten gehören teilweise einmalige Ausstellungsgebühren, die häufig zwischen 10 und 30 € liegen, aber auch höher ausfallen können. Dazu kommen Grundgebühren, die in der Regel zwischen 25 und 60 € im Jahr liegen.
Einige Anbieter bieten auch kostenlose Prepaid-Kreditkarten an, allerdings nur unter bestimmten Bedingungen, etwa bei regelmäßigem Karteneinsatz oder bei kombinierter Kontoeröffnung. Darüber hinaus können die variablen Kosten bei diesen Angeboten umso höher sein.
» Mehr Informationen2.2. Was für variable Kosten fallen bei Prepaid-Kreditkarten an?
Die laufenden Kosten für Prepaid-Kreditkarten variieren je nach Anbieter deutlich. Zunächst einmal sind Kosten für das Abheben von Bargeld möglich, welche häufig 2 % des Betrags ausmachen, aber auch fest bei 5 € liegen können. Diese Gebühren sind etwa dann relevant, wenn Sie im Urlaub viel Bargeld abheben.
Darüber hinaus sind Gebühren für die Umrechnung in eine fremde Währung üblich, die in der Regel zwischen 1 und 3 % des Umsatzes betragen. Sind Sie also viel im Nicht-EU-Ausland unterwegs, sollten Sie sich diese Gebühren sehr genau ansehen.
Eher selten sind dagegen Gebühren, die pro Aufladung fällig werden.
» Mehr InformationenHinweis: Achten Sie bei Debitkarten auf die Höhe der Dispozinsen! Haben Sie einen Dispositionskredit auf Ihrem Konto eingerichtet, fallen bei der Überziehung des Kontos hohe Zinsen an. Prüfen Sie deshalb vor Vertragsabschluss, ob diese noch im Rahmen sind.
3. Wofür können Prepaid-Kreditkarten am besten eingesetzt werden?
Prepaid-Kreditkarten können vielseitig eingesetzt werden, beim Einkaufen in stationären Läden oder Online-Shops, als Zahlungsmittel auf Reisen oder für den Abschluss verschiedener Abos.
Allerdings ergeben sich einige Einschränkungen im Vergleich zu klassischen Kreditkarten. So kann es bei einigen Hotels oder bei der Buchung eines Mietwagens Probleme geben. In diesem Kapitel zeigen wir Ihnen, welche typischen Einsatzbereiche problemlos möglich sind und wo die Grenzen liegen.
3.1. Einkaufen, Restaurants oder digitale Abos: Was ist mit einer aufladbaren Kreditkarte möglich?

Gratis-Prepaid-Karten können im Ausland unerwartete Zusatzkosten verursachen, wenn hohe Fremdwährungsgebühren anfallen.
Die Akzeptanz von Prepaid-Kreditkarten ist sowohl im stationären Einzelhandel als auch beim Online-Shopping hoch. In diesem Bereich sind Einschränkungen im Vergleich zu einer normalen Kreditkarte möglich, aber selten. Auch in Restaurants werden Visa und Mastercard in der Regel akzeptiert.
Anders sieht es bei Dienstleistungen aus, die eine Sicherheit durch eine Kaution voraussetzen. Dies ist etwa bei Hotel- oder Mietwagenbuchungen häufiger der Fall. Zusätzlich kann es bei einigen Abo-Verträgen Probleme geben, weil dem Anbieter die Sicherheit zukünftiger Einzahlungen fehlt.
Hier kommt es auch auf die Höhe der Raten an. Bei einem Software-Abo mit einer Monatsrate von 20 Euro sollte es deutlich weniger Probleme geben als bei einem Auto-Abo mit Raten von mehreren hundert Euro.
» Mehr Informationen3.2. Eignen sich Prepaid-Kreditkarten im Vergleich für Reisen ins Ausland?
Prepaid-Kreditkarten können im Ausland grundsätzlich genutzt werden. Da die Karten auf Visa oder Mastercard basieren, werden sie in der Regel weltweit akzeptiert. Ein Vorteil ist die effektive Kostenkontrolle, da das Guthaben Ihnen ein Limit setzt. Zusätzlich erhöhen Sie den Schutz gegen Missbrauch durch Diebstahl oder zu hohe Abbuchungen.
Im Vergleich zu einer regulären Kreditkarte kann es auch hier wieder zu Schwierigkeiten bei Hotels oder Mietwagenfirmen kommen. Im Handel ist die Akzeptanz einer aufladbaren Kreditkarte in vielen Reisegebieten deutlich besser, wobei Sie auch hier nicht die absolute Sicherheit einer klassischen Karte haben.
» Mehr InformationenBei ausreichender Bonität: Nutzen Sie die Prepaid-Kreditkarte auf Reisen zusätzlich zu einer klassischen Kreditkarte. So erhalten Sie eine hohe Akzeptanz, können sich aber auch Budgets für tägliche Ausgaben setzen. Mit etwas Bargeld sichern Sie sich für die Fälle ab, in denen keine Kartenzahlung möglich ist.
3.3. Können die Karten bei digitalen Zahlungsdienstleistern hinterlegt werden?
Die besten Prepaid-Kreditkarten lassen sich in digitale Zahlungssysteme wie Apple Pay, Google Pay oder Samsung Pay integrieren. Dafür müssen Sie die virtuelle Version Ihrer Karte in der entsprechenden App auf Ihrem Smartphone hinterlegen. So können Sie kontaktlos im stationären Handel bezahlen und erhalten eine zusätzliche Möglichkeit bei Online-Bezahlungen.
» Mehr Informationen4. Wer kann eine Prepaid-Kreditkarte bestellen und wie läuft der Vorgang ab?
Eine Prepaid-Kreditkarte können die meisten Personen bekommen, da keine Bonitätsprüfung durch die Schufa notwendig ist. Als Bedingung wird häufig ein Mindestalter von 14 bis 16 Jahren genannt, wobei Minderjährige die Zustimmung der Eltern benötigen.
Daher ist sie auch für Schüler, Studenten, Geringverdiener oder Personen mit einer schlechten Bonität verfügbar. Im Folgenden gehen wir näher auf den Antragsprozess ein.
4.1. Welche Voraussetzungen gelten für die Beantragung?
Auch wenn die Hürden niedrig sind, gelten einige Grundanforderungen. In der Regel wird ein Wohnsitz in Deutschland verlangt. Außerdem muss ein gültiger Personalausweis oder Reisepass vorgezeigt werden.
Bei Minderjährigen ist zudem eine Zustimmung der Erziehungsberechtigten notwendig. Manche Anbieter verlangen zusätzlich ein Verifizierungsverfahren wie PostIdent oder Video-Ident. Eine Schufa-Prüfung ist in der Regel nur bei einer Debit-Karte mit Dispokreditrahmen erforderlich.
» Mehr Informationen4.2. Wie funktioniert die Beantragung Schritt für Schritt?
Die Beantragung läuft bei den meisten Anbietern vollständig online ab. Der Ablauf gliedert sich typischerweise wie folgt:
- Anbieter auswählen und Konditionen prüfen.
- Online-Antrag ausfüllen.
- Identitätsnachweis durchführen – etwa per Video-Ident.
- Erste Aufladung des Guthabens vornehmen.
- Karte wird postalisch oder digital zur Verfügung gestellt.
Je nach Anbieter dauert es bei virtuellen Karten wenige Stunden bis zu einer Woche bei physischen Karten, bis sie genutzt werden können.

Der Erfahrung nach werden Prepaid-Kreditkarten durchaus von verschiedenen Hotels akzeptiert, die Auswahl ist dabei aber deutlich kleiner.
5. FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Prepaid-Kreditkarten im Vergleich
5.1. Wo und wie kann man Prepaid-Kreditkarten aufladen?
Möglich ist eine Aufladung per Banküberweisung vom Girokonto oder sofort per App, PayPal oder Sofortüberweisung. Alternativ sind auch Bareinzahlungen am Bankschalter oder in Partnergeschäften möglich, sowie der Kauf von Aufladebons.
» Mehr Informationen5.2. Gibt es Limits bei der Aufladung?
Auch bei den besten Prepaid-Kreditkarten gelten häufig Höchstbeträge, sowohl für die einmalige Aufladung als auch für das maximale Kartenguthaben. Diese Limits hängen vom Anbieter ab und können bei mehreren tausend Euro im Jahr liegen.
» Mehr Informationen5.3. Was sind die Nachteile einer Prepaid-Kreditkarte?
Prepaid-Kreditkarten bringen zwar mehr Kostenkontrolle mit sich, haben jedoch auch einige Einschränkungen. Ein wesentlicher Nachteil ist die eingeschränkte Akzeptanz: Einige Autovermietungen, Hotels oder Online-Dienste akzeptieren ausschließlich klassische Kreditkarten mit Kreditrahmen.
Zudem muss das Guthaben vor der Nutzung aufgeladen werden – ist kein ausreichendes Guthaben vorhanden, wird die Zahlung abgelehnt. Das kann etwa bei spontanen Zahlungen oder Notfällen problematisch sein.
» Mehr Informationen5.4. Welche ist die beste Prepaid-Kreditkarte?
Welche Prepaid-Kreditkarte für Sie am besten geeignet ist, hängt von Ihren individuellen Bedürfnissen ab. Wenn Sie zum Beispiel viel im Nicht-EU-Ausland unterwegs sind, sollten Sie auf geringe Fremdwährungsgebühren achten. Einige Anbieter verzichten komplett auf Jahresgebühren, wobei Sie dann mit höheren Kosten bei der Nutzung rechnen müssen.
Beachten Sie auch den Unterschied zwischen „echten“ Prepaid-Kreditkarten und Debit-Karten mit Girokonto. Die Verbindung mit einem Bankkonto kann Ihnen durch die Einrichtung eines Dispokredits mehr Flexibilität einräumen. Typische Prepaid-Kreditkarten sind der Erfahrung nach jedoch besser zur Budgetkontrolle geeignet.
Wenn Sie über eine gute Bonität verfügen und berufstätig sind, raten wir Ihnen grundsätzlich zu einer echten Kreditkarte. Diese können Sie auch mit einer aufladbaren Variante kombinieren.
» Mehr Informationen5.5. Wo ist eine Prepaid-Kreditkarte erhältlich?
Prepaid-Kreditkarten können Sie online bei vielen Banken, Direktbanken und FinTech-Anbietern beantragen. Auch größere Supermarkt- oder Drogerieketten bieten teilweise Prepaid-Kreditkarten an, die Sie direkt vor Ort kaufen und auch eingeschränkt anonym nutzen können.
Für eine unbeschränkte Nutzung müssen Sie die Karten immer mit Ihren persönlichen Daten online aktivieren.
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Danke, für Ihren interessanten Vergleich. Gerade für die Bezahlsicherheit im Netz ist das Vorhandensein von 3D Secure wichtig. Leider vermisse ich diesen Punkt in Ihrer Aufzählung. Die Netbank macht dazu auf ihrer Seite keine Aussage. Ich hatte auf einer anderen Seite gelesen, dass diese Karte ohne SecureCode ausgestattet ist.
Ist es für Händler im Netz möglich, einen Teil des Bezahlbetrages wieder auf die Karte zurück zu buchen (z.B. im Zuge einer Reisestornierung)? Wenn ja, wie hoch sind die Kosten?