Das Wichtigste in Kürze
  • Elektrische Zahnbürsten haben inzwischen in vielen Haushalten die herkömmliche Handzahnbürste ersetzt. Plaque wird um 100 % effektiver entfernt, das Zahnfleisch massiert und der Putzvorgang vereinfacht.
  • Zwei Arten von elektrischen Zahnbürsten werden unterschieden: jene mit rotierend-oszillierenden Bürsten, deren runde Köpfe sich halbkreisförmig hin- und herbewegen und mit zusätzlichen Pulsationen arbeiten und Schallzahnbürsten, die die Zähne durch Vibrationen der länglichen Bürstenköpfe reinigen. In unserem Vergleich wurden beide Zahnbürstentypen berücksichtigt.
  • Je nach Modell besitzen die meisten elektrischen Zahnbürsten verschiedene Reinigungsprogramme: Von „intensiv“ über „zahnaufhellend“ bis „sensitiv“ ist alles an Programmen vertreten, wie unser Vergleich zeigt.

Elektrische Zahnbürste Test

Laut einer Umfrage des Couponing-Anbieters deals.com benutzten im Jahr 2014 ca. 41 Prozent der deutschen Bevölkerung eine elektrische Zahnbürste für die tägliche Zahnreinigung.

Kaum verwunderlich – so ist doch Zähneputzen das gängigste Ritual unter unseren alltäglichen Abläufen.

Warum dieses dann nicht bequem und praktisch gestalten? Einfach auf den Knopf drücken und los geht’s! Mit einer elektrischen Zahnbürste kann selbst für die Kleinen die tägliche Zahnputz-Routine vereinfacht werden. Grund genug, den vibrierenden Bürsten einmal genauer auf den Zahn zu fühlen.

Welche ist die beste elektrische Zahnbürste? Wo liegen die grundlegenden Unterschiede zwischen Schall- und rotierenden Zahnbürsten? Werden die Hersteller-Versprechen erfüllt? In unserem Vergleich elektrischer Zahnbürsten 2020 haben wir das beliebte Putzwerkzeug anhand verschiedener Marken und Hersteller genauer unter die Lupe genommen:

  • Happy Brush
  • Oral B
  • Panasonic
  • Philips

Unter Begutachtung unterschiedlicher Kriterien – Ausstattung und Funktionen, Zahnreinigung, Handhabung, technische Merkmale – wurden die Modelle auf Herz und Nieren geprüft. Neben einer ausführlichen Kaufberatung zeigen wir Ihnen, welche Funktionen Ihr persönlicher elektrische-Zahnbürsten-Testsieger haben sollte, welche Zahnbürste für welchen Typ geeignet ist und geben praktische Tipps für die Mund- und Zahnhygiene.

1. Zahnbürsten-Typen: Bei Parodontitis empfiehlt sich eine elektrische Schallzahnbürste

Elektrische Zahnbürste günstigFür unseren Vergleich haben wir sowohl rotierend-oszillierende Zahnbürsten als auch Schallzahnbürsten berücksichtigt, wobei die Bezeichnung „Schall“ nichts mit der Technologie – die Zahnbürste arbeitet mit Schwingungen – zu tun hat, sondern vielmehr mit der Art des Geräusches.

Rundbürste Unterschied zur Schallzahnbürste

Die Unterschiede der beiden Kategorien sehen Sie im Überblick:

rotierend-oszillierende Zahnbürste Schallzahnbürste
  • runder Bürstenkopf
  • arbeitet mit Rotationen und Pulsationen (Druck)
  • Frequenz: bis zu 8.500 Rotationen pro Minute
  • erfordert Einzelreinigung jedes Zahns
  • Verletzung des Zahnfleischs bei falscher Anwendung möglich
  • länglicher Bürstenkopf
  • arbeitet mit Schwingungen (ohne Druck)
  • Frequenz: bis zu 31.000 Schwingungen pro Minute
  • reinigt größere Flächen
  • schont das Zahnfleisch
Bevor Sie eine elektrische Zahnbürste kaufen, sollten Sie sich die Frage stellen: Welche Anforderungen soll diese erfüllen? Leiden Sie unter freiliegenden Zahnhälsen, Parodontitis oder neigen zur Ausführung horizontaler „Schrubb-Bewegungen“? Dann sollten Sie zu einer zahnfleischschonenden Schallzahnbürste greifen. Ist Ihr Zahnfleisch in einem guten Zustand und beherrschen die richtige Putztechnik, eignet sich eine Rundzahnbürste.

TestfazitDie Wahl einer elektrischen Zahnbürste sollte immer von der Anatomie und den zahngesundheitlichen Voraussetzungen des Nutzers abhängig gemacht werden, wie auch unsere Expertin – eine zahnmedizinische Prophylaxeassistentin aus Berlin – empfiehlt. Sind Sie sich über Ihre Zahnbeschaffenheit unsicher, fragen Sie Ihren Zahnarzt um Rat. Dieser kann Ihnen Auskunft zur Anatomie Ihrer Zähne und sogar eine Empfehlung für die richtige Zahnbürste und Tipps zur Zahnputzroutine geben.

2. Ausstattung und Funktion: Sensitiv-Programm ein Muss für empfindliche Zähne

ZahnDie Auswahl auf dem Zahnbürsten-Markt ist groß. Damit Sie im Land der Zahnpflege-Produkte dennoch den Überblick behalten, haben wir Ihnen im Folgenden aufgelistet, welche Funktionen eine gute elektrische Zahnbürste aufweisen sollte:

Essenzielle Funktion Beschreibung Detailaufnahme
verschiedene
Reinigungsprogramme
  • ermöglicht individuelles Zähneputzen
  • absolutes Must-have: Sensitiv-Modus für empfindliche Zähne und Zahnfleisch
  • Bonusprogramme (nicht zwingend notwendig): aufhellen, Zahnfleisch-Massage, Tiefenreinigung
Reinigungsprogramme
Putzzeitsignal (Timer)
  • Minutentimer: Dient zur Einhaltung der von Zahnärzten empfohlenen Putzdauer
  • Quadrantentimer: Gibt an, wie lange die einzelnen Quadranten im Mund geputzt werden sollten
  • beide Putzzeitsignale meist über deutliches Vibrieren der Zahnbürste angezeigt
  • besonders für Kinder von Vorteil, die noch ein vages Zeitempfinden haben
Timer
Ladekontrollleuchte
  • zeigt den Ladestand der Zahnbürste an
  • der Status „in Aufladung“ wird meist durch ein Blinken der Kontrollleuchte angezeigt
Ladekontrollleuchte
Achten Sie auf die Ausstattung und das Zubehör Ihrer Zahnbürste: Dazu gehören eine Ladestation, Ersatzbürstenköpfe und eine Gebrauchsanweisung. Einige Modelle kommen zusätzlich mit Reise-Etui, verfügen über eine Andruckkontrolle, die zu festen Druck anzeigt, oder einen Smart-Guide, der den Putzvorgang überprüft und auf spielerische Weise per Smiley kommuniziert. Letzteres ist zwar nicht zwingend notwendig, aber eine schöne Spielerei für Kinder und Technik-Begeisterte.

Ausstattung

3. Reinigungsleistung: Keine schlechten Ergebnisse

PlaqueWas ist eigentlich Plaque?

Plaque oder bakterieller Zahnbelag bezeichnet die Ansammlung von Bakterien auf der Zahnoberfläche. Langfristig kann Plaque zu Karies und Zahnfleischentzündungen führen und sollte daher bei der täglichen Reinigung und regelmäßigen professionellen Zahnreinigungen beim Zahnarzt entfernt werden.

ZahnhygieneHinsichtlich der Reinigungsleistung gibt es im Elektrische-Zahnbürsten-Vergleich keine großen Unterschiede: Bei richtiger Anwendung liefern alle Produkte gute bis sehr gute Ergebnisse.

Die Reinigungsleistung zeigt sich insbesondere auch durch das saubere Gefühl auf den Zähnen.

Gerade im Vergleich zu einer manuellen Handzahnbürste liefern elektrische Zahnbürsten oft spürbar glatter Zähne, vergleichbar mit einer professionellen Zahnreinigung.

Reinigungsleistung

4. Handhabung und Anwendung: Rundkopfbürsten zeigen sich sehr laut

ZahnfleischIn puncto Handhabung stehen folgende Fragen im Vordergrund: Ist das Gerät handlich? Werden schwer zugängliche Stellen wie Backenzähne gut erreicht? Wie verhält es sich mit der Lautstärke der Zahnbürste?

Elektrische Zahnbürste Anwendung

Etwas schwieriger zu handhaben sind die Geräte mit relativ großen Bürstenköpfen (ca. 2,7 Zentimeter). Elektrische Schallzahnbürsten mit einer Kopfgröße bis zu zwei Zentimeter erreichen nach unseren Erfahrungen die hinteren Backenzähne um einiges besser als ihre großen Brüder.

Bei den Rundbürsten kommt zwar jedes Gerät ausreichend an die schweren Stellen heran, es zeigt sich jedoch ein anderes Problem: die Lautstärke. Im Vergleich zu den mit Schwingungen arbeitenden Schallbürsten ist der Großteil der rotierenden Bürsten in der Anwendung unangenehm laut.

Vermutlich eine Gewöhnungssache – für geräuschempfindliche Personen dennoch ein Minuspunkt.

Testfazit 2Rotierend-oszillierenden Geräte sind um einiges lauter als die Schallzahnbürsten. Wen die Lautstärke bei der täglichen Anwendung nicht stört, für den eignen sich Rundkopfzahnbürsten. Es gilt wieder die Prämisse, dass Ihre Zähne die Voraussetzungen für die Wahl einer solchen Zahnbürste erfüllen sollten.

5. Die richtige Anwendung macht’s! – Tipps zur richtigen Mundhygiene

Zahnbürste für KinderDamit Sie beim Putzen mit Ihrer elektrischen Zahnbürste nichts falsch machen, ein wichtiger Hinweis: Überlassen Sie das Putzen Ihrer elektrischen Zahnbürste. Dafür müssen Sie die Bürste nur auf die Zähne halten und an ihnen entlangführen, ganz ohne Druck.

Wichtig ist, alle Flächen – also Kau-, Außen- und Innenflächen – zu bearbeiten.

Je nach Art der elektrischen Zahnbürste unterscheidet sich die genaue Vorgehensweise beim Putzen:

Anwendung einer Rundkopfbürste Anwendung einer Schallzahnbürste
  • Jeden Zahn einzeln putzen!
  • Setzen Sie die Zahnbürste auf den Zahnflächen auf und warten Sie einen Moment, damit die Bürste den Zahn reinigen kann. Ziehen Sie den Bürstenkopf dann vom Zahnfleischrand weg.
  • Um das Zahnfleisch zu massieren, führen Sie den Bürstenkopf sanft über den Zahnfleischrand. Es gilt: Nicht schrubben!
  • Wichtig: Achten Sie darauf, dass der Druck auf Zahn und Zahnfleisch nicht zu stark ist. Neigen Sie grundsätzlich dazu, Ihre Zahnbürste zu fest auf die Zähne zu pressen, empfiehlt sich ein Produkt mit Andruckkontrolle. Diese hilft Ihnen, den Druck auf die Zähne mittels einer Kontrollleuchte oder einem Vibrationssignal zu kontrollieren.
  • Hier können Sie mehrere Zähne auf einmal erreichen! Dies resultiert aus dem länglichen Bürstenkopf, der gleichzeitig mehrere – meistens 2 – Zähne auf einmal erfasst.
  • Weniger Zahnpasta ist mehr! Verteilen Sie die Zahnpasta am besten schon vor dem Einschalten der Zahnbürste im Mund und beginnen Sie erst dann mit dem Putzen.
  • Lassen Sie die Zahnbürste über die Zähne gleiten – pro Zahn ca. 3 – 4 Sekunden. Wie auch beim Putzen mit einer Rundkopfbürste gilt: Befolgen Sie die Zahnputzregel „Von Rot nach Weiß“.
  • Gewöhnen Sie sich eine feste Zahnputz-Routine an: 1.) Außenflächen, 2.) Innenflächen, 3.) Kauflächen.

Zahnpflege Tipps

Weitere nützliche Zahnpflege-Tipps:

  • Mindestens zwei Minuten putzen:
    Natürlich ersetzt die Verwendung einer elektrischen Zahnbürste nicht das morgendliche und abendliche Zähneputzen. Minimum hierbei sind zwei Minuten. Praktisch: Viele Zahnbürsten signalisieren durch einen Minutentimer, wann das Ende der Putzzeit erreicht ist.
  • Bürste sorgfältig reinigen:
    Nach dem Zähenputzen sollten Sie die Zahnbürste unter fließendem Wasser gereinigt werden. Einige Modelle werden heutzutage sogar mit einem Ultraschall-Reinigungsgerät geliefert, was die Bürstenköpfe von Bakterien-Rückständen befreit.
  • Aufsteckbürste regelmäßig wechseln:
    Neben der Reinigung des Bürstenkopfes sollten Sie diesen auch ungefähr alle drei Monate austauschen. Für Vergessliche: Viele Bürstenköpfe verfügen über einen Farbverlauf, der angibt, wann die Bürste gewechselt werden sollte.
  • Verwenden Sie Zahnseide:
    Die Zahnzwischenräume sollten regelmäßig mit Zahnseide oder sogenannten Interdentalbürsten gereinigt werden. Nur so kann Plaque, der sich zwischen den Zähnen bildet, effektiv vorgebeugt werden. Jede noch so gute Zahnbürste kann nicht ausreichend in die Zwischenräume gelangen.

Testfazit 3Beim Zähneputzen sollten Sie die richtige Putztechnik immer der Wahl der Zahnbürste angepasst werden. Bei elektrischen Produkten gilt jedoch prinzipiell: Ihre Zahnbürste übernimmt die Arbeit, nicht Sie! Denken Sie daran, jede Stelle Ihres Gebisses zu behandeln und achten Sie dabei auf den Druck – je weniger, desto besser. Durch einen geringeren Druck kann das Gemisch aus Zahncreme und Speichel besser in die Zahnzwischenräume gelangen, womit diese effektiver gereinigt werden.

6. Elektrische Zahnbürsten bei der Stiftung Warentest

HandzahnbürsteDie Stiftung Warentest hat in ihrer Ausgabe 01/2017 einen Test zu elektrischen Zahnbürsten veröffentlicht. Testsieger wurde die Oral B Pro 3000, die sowohl in der Zahnreinigung als auch in den Umwelteigenschaften mit dem Testurteil „sehr gut“ abschloss.

7. Noch Fragen zum Thema Elektrische Zahnbürsten?

UltraschallzahnbürsteIm abschließenden Kapitel unseres elektrische-Zahnbürsten-Vergleichs beantworten wir weitere wichtige Fragen zum Thema.

7.1. Putzt eine Elektrozahnbürste gründlicher als eine Handzahnbürste?

Im Grunde können mit einer Handzahnbürste ähnlich gute Ergebnisse erreicht werden wie mit einer elektrischen Zahnbürste. Dies erfordert allerdings eine sehr gute Putztechnik.

Setzt man die Handzahnbürste zu gerade an, erreichen die einzelnen Borsten oftmals nicht ausreichend die Zahnzwischenräume. Zudem sollten Sie die von Zahnärzten empfohlene Zahnputzzeit eingehalten werden.

Handzahnbürste

7.2. Ist eine elektrische Zahnbürste für Kinder sinnvoll?

Diese Frage ist nicht mit einem einfachen Ja zu beantworten. Beherrscht Ihr Kind die richtige Putztechnik und reinigt sich seine Zähne gewissenhaft, ist ein elektrisches Gerät nicht zwingend notwendig.

Falls Ihr Kind das Zähneputzen manchmal vernachlässigt oder manche Stellen nicht gründlich putzt, kann auch eine günstige elektrische Zahnbürste durchaus sinnvoll sein.

Die Vorteile einer elektrischen Zahnbürste im Vergleich zu einer Handzahnbürste haben wir für Sie zusammengefasst:

  • nimmt einen großen Teil der Arbeit ab
  • schwer zugängliche Stellen im Mundraum einfacher erreichbar
  • verschiedene Funktionen (Timer, Vibrationen etc.) vereinfachen das Putzen
  • elektrische Kinderzahnbürsten: spezielle Funktionen, um Kinder spielend an das Zähneputzen heranführen
  • liegen teils recht schwer in der Hand
  • modellabhängig: oftmals komplizierte Bedienung

7.3. Zu welcher Zahnbürsten-Art sollte man bei einer festen Zahnspange greifen?

Zahnspangenträgern wird oftmals eine Rundzahnbürste mit einem speziellen KFO-Aufatz (Kieferorthopädischer Aufsatz oder auch Orthodontic-Aufsatz) empfohlen. Bei diesem ist der Bürstenkopf so beschaffen, dass die Zahnfläche besonders gut erreicht werden kann. Der Bürstenkopf putzt um die einzelnen Brackets.

Voraussetzung sollte sein, dass der Nutzer keine freiliegenden Zahnhälse besitzt. Um die Bereiche hinter dem Draht sowie die Zahnzwischenräume zu reinigen, kann man auf sogenannte Interdentalbürsten zurückgreifen. Diese erreichen die schwer zugänglichen Stellen am besten. Für die Zahnfleischpflege eignet sich eine keimreduzierende Mundspülung, die Chlorhexidin oder Fluorid beinhaltet.

KFI-Aufsätze

Speziell für Zahnspangenträger geeignet: Orthodontic-Aufsätze von Oral B.