Arbeitsrechtsschutz Vergleich 2016

Der beste Berufsrechtsschutz im Test.

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Wenn es ernst wird auf der Arbeit – Arbeitsrechtsschutz Versicherung im Test.

Das Wichtigste in Kürze
  • Deutsche Arbeitnehmer sind im Beruf vor allem gegen den eigenen Arbeitgeber rechtsschutzversichert.
  • Selbständige müssen sich immer selbst und besonders schützen!
  • Arbeitsrechtsschutz gibt es fast nur in Verbindung mit einer Privatrechtsschutz.

Arbeitsrechtsschutzversicherung Test

Der Arbeitsrechtsschutz ist bei Angestellten ein Schutz gegen den Arbeitgeber. Der Selbständige muss dagegen weitere Fälle versichern – zum Beispiel auch Streit aus Vertragsrecht. Selbständige haben deshalb wesentlich teurere Versicherungen. Zeit, die Arbeitsrechtsschutzversicherungen im Test bei Vergleich.org 2016 zu prüfen.

Da die Versicherung für alle Angestellten fast nur als Zusatz zur privaten Rechtsschutzversicherung zu bekommen ist, haben wir uns für einen Rechner entschieden, statt einen Arbeitsrechtsschutzversicherung-Testsieger zu küren. Unseren Ratgeber mit Testsieger zur privaten Rechtsschutz finden sie hier.

Alle großen Marken der Versicherer bieten eine solche Versicherung an. Nur eine Versicherung bietet, so weit ersichtlich, den Schutz separat an, alle anderen nur in Kombination mit der privaten Rechtsschutz. Die Allianz gibt zwingend vor, dass Berufsrechtsschutz mit in die private Rechtsschutzversicherung integriert ist.

1. Was ist für Angestellte versichert? Was für Selbständige ?

1.1. Was müssen Selbständige beachten und was ist abgedeckt?

Der Arbeitsrechtsschutz für Selbständige übernimmt andere Leistungen als der für Arbeitnehmer. Es werden auch Bereiche abgedeckt, die mit der gewerblichen Tätigkeit des Versicherten in Zusammenhang stehen. Bei Selbständigen ist die Gefahr eines Rechtskonfliktes oft höher als bei Angestellten.

In der Regel bietet eine Rechtsschutzversicherung für Selbständige Leistungen in den Kategorien:

  • Vertragsrecht
  • Sachenrecht
  • Arbeitsrechtsschutz
  • Ordnungswidrigkeiten
  • Steuern
  • Sozialgerichtsrechtsschutz

Hier gibt es Selbstbeteiligungen und fast immer eine Wartezeit von drei Monaten. Die meisten Versicherer bieten Arbeitsrechtsschutz-Tarife an, die speziell auf die Bedürfnisse von Selbständigen und Freiberuflern zugeschnitten sind. Viele Versicherungsgesellschaften leisten nicht nur für den Versicherten, sondern auch für dessen Angestellte. Die Arbeitsrechtsschutzversicherung kann außerdem noch zusätzlich mit anderen Rechtsschutzbereichen kombiniert werden, wie zum Beispiel mit dem Mietrechtsschutz, der bei Streitigkeiten rund um das Büro oder die private Mietwohnung einspringt.

1.2. Was ist für Angestellte versichert?

Was kostet ein Kündigungsschutz-Prozess?

Angenommen jemand verdient 3.500 Euro im Monat. Für den Streitwert wird das Gehalt für drei Monate zugrunde gelegt, also 10.500 Euro, das wurde einst so festgelegt, um ein ganzes Arbeitsverhältnis mit einem Wert zu versehen. Laut Prozessrechner der Allianz sind dann für den eigenen Anwalt zu zahlen: 1.820,70 Euro. In der ersten Instanz muss jeder seine Anwaltskosten selber tragen. Das hat der Gesetzgeber so bestimmt, damit niemand Angst hat zu klagen, weil er am Ende noch die Kosten des Gegners tragen muss.

Angestellte haben die gleichen Gründe, einen Arbeitsrechtsschutz abzuschließen, wie Selbständige auch. Bei Angestellten kommt jedoch noch hinzu, dass sie sich durch die Rechtsschutzversicherung gegen Streit mit dem Arbeitgeber wehren können. Ohne Arbeitsrechtsschutz hat man als abhängig Beschäftigter im Fall eines Rechtsstreits hohe Kosten: Denn Anwalts-, Zeugen- und Gerichtskosten können schnell vierstellige Beträge erfordern.

Die Rechtsschutzversicherung deckt alle Rechtskosten, die bei einem Arbeitsverhältnis anfallen können. Allerdings muss eine Klage Aussicht auf Erfolg haben, jedoch wird das selten von den Versicherern verneint. Das Konfliktpotential beinhaltet fast nur Ärger mit dem Arbeitgeber:

  • Kündigung 
  • Fehlerhaftes Zeugnis
  • Nichtzahlung des Gehalts
  • Streit um die Betriebsrente
  • Fehlerhafte Gehaltseinstufung

2. Welche Fälle sind nicht abgesichert?

Erfreulicherweise gibt es zum Arbeitsrechtsschutz kaum Lücken. Das liegt am Bundesgerichtshof (BGH). Der BGH hat festgestellt, dass Versicherungsnehmer bereits dann Rechtsschutz bezahlt erhalten, wenn ihr Arbeitgeber nur über den Aufhebungsvertrag verhandeln will. Die Typen der Berufsrechtsschutz unterscheiden sich deshalb nicht sehr stark. Nur zwischen Selbständigen und Angestellten existieren große Unterschiede.

2.1. Tarifstreitigkeiten

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Streiten Gewerkschaft und Arbeitgeber, so steht dafür Ihre Police nicht ein.

2.2. Allgemeine Fragen

Viele Fragen können in einem Arbeitsverhältnis aufkommen, nur hilft hier die Versicherung nicht weiter. Viele Anbieter bieten eine telefonische Beratung in diesen Fällen an, jedoch ist das natürlich keine rechtssichere Auskunft.

2.3. Aufhebungsvertrag, Kündigung liegt nicht vor, keine Aussicht auf Erfolg

In diesen Fällen muss die Arbeitsrechtsschutz nicht zahlen, wenn nur

  • ein Aufhebungsvertrag, der noch nicht vorliegt,
  • eine Kündigung, die noch nicht erteilt ist
  • oder keine Aussicht auf Erfolg besteht.

und viele tun es dann auch nicht, deshalb ganz wichtig: Vorher eine Deckungszusage einholen. Das heißt den Versicherer anfragen, ob er bereit ist, für den vorliegenden Fall zu zahlen.

Die Deckungszusage
Bevor die Rechtsschutz leistet, muss sie zugesagt haben. Deshalb ist vor jeder Maßnahme die Versicherung anzufragen. Gibt sie dann ihren Schutzumfang als gegeben an und erklärt den Versicherungsfall für eingetreten, sagt sie „die Deckung zu“. Diese Anfragen erledigen oft die angefragten Rechtsanwälte gleich mit. Trotzdem ist darauf zu achten, dass vorher keine Kosten anfallen. Also erst die Deckungszusage anfragen, zur Not selbst, dann Rat suchen.

3. Kaufkriterien für ein Berufsrechtsschutz-Modul

Arbeitsrechtsschutz Vergleich

3.1. Wie hoch ist die Selbstbeteiligung?

Die zu zahlende Beteiligung in der Rechtschutz, beeinflusst die Prämie und soll von unnötigen Klagen abhalten. Es ist Geschmackssache, ob man zur Prämie noch eine Selbstbeteiligung zahlen will. Nur empfohlen, wenn das Risiko und die Kosten einer Klage gering erscheinen.

3.2. Wie lang ist die Wartezeit?

Die Wartezeit beträgt fast immer drei Monate, manchmal ist sie auch länger, deshalb lohnt die Nachfrage. Das heißt vor allem, bereits laufende Verfahren werden nicht versichert.

3.3. Wie hoch ist die Haftungssumme?

Hier wird viel spekuliert und hohe Haftungssummen kosten mehr Prämie, aber der Streit ist obsolet. Selbst niedrige Haftungssummen betragen selten weniger als 350.000 Euro und damit kommt man immer aus. Anders wäre es nur bei Haftpflicht-Policen bei besonders gefahrengeneigter Tätigkeit, z. B. Kranführer.

4. Was kostet die Versicherung?

Wie gesagt, sie wird fast nur zusammen mit einer privaten Rechtsschutzversicherung verkauft. Dann unterscheiden sich die Tarife sehr. Für Singles, die als Angestellte Schutz suchen, sind zwischen 120-170 Euro für günstige Versicherungen im Jahr zu berappen, wobei für 170 Euro schon die besten Arbeitsrechtsschutzversicherungen zu haben sind.

Ganze Familien kommen für 140 Euro bis 200 Euro weg, wobei es für 200 Euro schon sehr leistungsfähige Versicherungen gibt. Die Kollegen von Finanztip empfehlen in ihrer Kaufberatung für günstige Tarife den Rechner Comfortplan.

Arbeitsrechtschutz VergleichFür leistungsstarke Versicherer wird Mr-Money empfohlen. Hersteller dieser Rechener sind allerdings Versicherungsagenturen die an den Abschlüssen verdienen. Unsere Versuchsreihen stimmen mit den Ergebnissen aber überein. Wir gingen dabei aus von einer 30-jährigen Angestellten, die eine neue Versicherung sucht – ohne Vorschäden, die bei einer anderen Versicherung gemeldet wurden, wenn das gefragt wurde.

Insgesamt kann festgestellt werden, dass die Kosten nur für Berufsrechtsschutz 45-55 % der Gesamt-Tarifkosten einer Rechtsschutzversicherung ausmachen. Jedoch ist die einzige singulär zu erwerbende Rechtsschutz kaum billiger, als die reguläre Rechtsschutz desselben Anbieters. Kurz, hier werden große Risiken von den Anbietern gesehen, nicht zu Unrecht, 2015 soll es 420.000 Kündigungs-Klagen gegeben haben.

Tipp: Auch Angestellte können die Versicherung gegenüber der Steuer geltend machen. Hier werden 40 – 60 % der Kosten anerkannt. Sie muss geltend gemacht werden in der sog. Anlage N zur Steuererklärung.

5. Arbeitsrechtsschutz bei der Stiftung Warentest

Der Finanztest der Stiftung Warentest hat Arbeitsrechtsschutzversicherungen im Test schon gehabt, jedoch nur mit der privaten Rechtsschutz zusammen getestet, weshalb es auch keinen Testsieger gab. Gleiches gilt für nahezu alle anderen großen Testsportale, die nur Umfang und Leistungsfähigkeit überprüfen, aber keine Arbeitsrechtsschutzversicherung zum Testsieger küren mochten.

6. Wer braucht die Versicherung als Angestellter?

Die Versicherung ist wohl nur sinnvoll, wenn mit Auseinandersetzungen mit dem Arbeitgeber um den Arbeitsplatz zu rechnen ist. So werden sie auch oft Beamten angeboten, für die wenig bis gar kein Anwendungsbedarf besteht. Das gleiche gilt eigentlich auch für Angestellte der öffentlichen Hand. Viele sprechen von Risikobranchen oder Risikoarbeitgebern, zu denen die Versicherung empfohlen sei. Ja und zunehmend zu Streitigkeiten, die aus betrieblichen Rentenansprüchen resultieren könnten. Hier ist ein großes Konfliktpotential für die Zukunft zu sehen, wenn die Betriebsrente zunehmend die „Riester-Renten“ ersetzen soll – oder es bereits tut. Hier sind Schadenbeispiele gut erklärt:

7. Und als Selbständige?

Als Selbständige drohen sehr viel mehr Klagen und Klagemöglichkeiten, weshalb die Versicherung ausdrücklich empfohlen sei. Es sei aber darauf hingewiesen, dass sie nur Sinn macht, wenn keine Überversicherung besteht und der Umfang der Tätigkeit das hergibt. Die meisten merken an, dass unter 50.000 Euro Jahresumsatz kein Bedarf besteht. Intelligenter ist es wohl zu unterscheiden, indem sich die Selbständige fragt: Hat meine Tätigkeit ein großes Konfliktpotential?

  • Selbständig? Rechtsschutz empfohlen ab 50.000 Euro Umsatz oder Konfliktpotential.
  • Angestellt in einer Branche, die schrumpft? Rechtsschutz empfohlen.
  • Angestellt in einem schwierigen Umfeld mit viel Stress? Auch im Verhältnis zum Arbeitgeber
  • Angestellter und Ärger um die Betriebsrente ist zu befürchten? Rechtsschutz abschließen!
  • Beamte benötigen fast nie die Hilfe eine Arbeitsrechtsschutz
  • Angestellter der öffentlichen Hand ohne Konfliktpotential brauchen auch keine Versicherung

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