Zahnzusatzversicherungen Vergleich 2017

Die besten Zahnzusatzversicherungen im Test.

Zähne zusammenbeißen – ohne Zusatzversicherung werden Arztrechnungen sehr teuer

Das Wichtigste in Kürze
  • Selbst bei den günstigsten Behandlungsmethoden müssen Kassenpatienten ordentlich dazuzahlen. Zudem sind Privatleistungen meist nicht nur ästhetischer, sondern auch qualitativ deutlich besser.
  • Achten Sie bei einem Vergleich der Zahnversicherungen in erster Linie auf den Service rund um Zahnersatz, da hier im Zweifelsfall die größten Kosten entstehen.
  • Die Hälfte der Kinder und Jugendlichen braucht eine Zahnspange. Für sie lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung mit Fokus auf den kieferorthopädischen Leistungen besonders.

Zahnzusatzversicherung Vergleich

War es früher der Stolz des deutschen Gesundheitswesens, ist es heute die offensichtliche „Lücke“: Kassenpatienten bekommen kaum Geld für den Zahnersatz. Dabei braucht ab Mitte 40 fast jeder einen. Die Rechnung dafür kann leicht 2000 Euro pro Zahn betragen. Die Lücken bei der Erstattung füllen sprichwörtlich private Zahnzusatzversicherungen.

Sie sind oft günstig, schon wenige Euros sollen Leistungen für einige tausend Euro erbringen. Dazu wird oft damit geworben, dass die Zahnzusatzversicherung ohne Wartezeit zu haben ist, sogar noch während der Behandlung. Kann das alles stimmen? Unser Ratgeber 2017 klärt die wichtigsten Fragen zum Thema.

Ob eine Zahnversicherung sinnvoll ist oder nicht, hängt davon ab, welche Qualität Sie für Ihr Gebiss wünschen und, ob Sie die nötigen Behandlungskosten im Zweifelsfall ohne Probleme zahlen könnten.

Eine gute Zusammenfassung zu den Kosten der verschiedenen Arten von Zahnersatz zeigt dieses Video vom Bayerischen Rundfunk.

1. Was zahlt die Zahnzusatzversicherung bei Zahnersatz?

Die Kassen zahlen bei Zahnersatz in etwa die Hälfte der Kosten für Standardbehandlungen, also von dem Nötigsten.

1.1. Krone – aus Keramik

Zahnzusatzversicherung Test

Als die Entscheidung getroffen wurde, dass die Krankenversicherung entlastet werden muss, war die Krone das Erste, was in der Zahnmedizin nicht mehr ohne Zuzahlung zu erhalten war. Seitdem gibt es eine neue Entwicklungen und ein besseres Material. Die Krone aus Spezial-Keramik hat Einzug gehalten.

Die gesetzliche Krankenversicherung zahlt immer noch 112 Euro dazu bei durchschnittlichen Kosten von 550 Euro. Das heißt, ca. 440 Euro bleiben offen. Davon übernehmen einige Zusatzversicherungen Kosten, aber längst nicht alle und auch nicht komplett.

Sind die Bedingungen des Tarifs eingehalten, so zahlt nur die Württembergische Versicherung (im Tarif ZGU70 + BZGU20 + ZBU) alles. Lediglich 55 Euro bleiben übrig im Premium Tarif der Allianz, Arag, Axa, Bayrische, HanseMerkur, R+V und einiger kleinerer regionale Versicherer.

1.2. Höchste Handwerkskunst: Implantante

Das Implantat ist eine künstliche Zahnwurzel, auf der eine Prothese oder Krone aufgesetzt wird. Implantate sitzen sehr fest und halten daher lange. Außerdem werden bei dem Einsatz von Implantaten die anderen, natürlichen Zähne geschont. Allerdings handelt es sich um eine Privatleistung. Die GKV zahlt nur den gewöhnlichen Festzuschuss für Zahnersatz von ca. 430 Euro. Jedoch reicht das lange nicht.

  • Ein Implantant schlägt mit 1.200 Euro zu Buche.
  • Ist ein Knochenaufbau dazu erforderlich, kostet das weitere 800 Euro.
  • Die notwendige Krone, die noch aufgesetzt werden muss, ist noch nicht enthalten. Diese ist in dieser Kombination teurer als eine einfache Krone und verschlingt noch einmal 700 Euro.

Zusammen ergeben sich daraus Ausgaben von 2.700 Euro pro Zahn. Die Schutz der privaten Versicherungen geht hier weit auseinander. Viele übernehmen 90 % des offenen Betrags für Implantat und Knochenaufbau. Gerade bei den sehr preiswerten Tarifen wird hier aber auch oft nicht gezahlt.

1.3. Gut gefüllt – Inlays und Kunststoff-Füllungen

Sehr hochwertige, feste Zahnfüllungen heißen Inlays und müssen normalerweise extra im Labor angefertigt werden. Aus Gold kosten einer zwischen 280 und 380 Euro, aus Keramik 350 bis 500 Euro. Die Zusatzversicherungen zahlen von dem ungedeckten Betrag häufig um die 90 %. Fällt ein Inlay heraus, muss die private Krankenzusatzversicherung auch dann zahlen, wenn die Behandlung schon vor Vertragsabschluss durchgeführt wurde.

Da die Kassen übernehmen für Füllungen nur die Kosten der stark kritisierten Amalgam-Füllung, das sind zwischen 25 und 50 Euro pro Zahn.

Günstiger als Inlays und immer noch besser als Amalgan sind Kunststoff-Füllungen, welche die GKV immerhin für die vorderen Zähne übernimmt.

Behandlung Preis
 Krone  550 €
 Implantat  2.700 €  Implantat + Krone

 

 Inlay  350 €
 Füllung / Keramik  180 €

2. Professionelle Zahnreinigung

Es wird empfohlen, zweimal im Jahr eine Professionelle Zahnreinigung (Zahn-Prophylaxe) durchführen zu lassen. Während der etwa einstündigen Behandlung werden  u.a. schädliche Beläge von den den Zähnen und aus den Zahnzwischenräumen entfernt und ein fluoridhaltiges Gel als schützender Film auf die Zähne aufgetragen.

Die Zahn-Prophylase kostet zwischen 60 und 150 Euro und gehört nicht zum Pflichtkatalog der Gesetzlichen. Einige Versicherungen wie die Techniker Krankenkasse oder die AOKs bezuschussen die Intensivreinigung einmal im Jahr mit etwa 40 Euro. Eine Zahnpolicen geben an, davon 100 % zu zuzahlen, dabei ist die maximale Ersttatungshöhe pro Jahr so sehr nach oben begrenzt, dass letztlich nur die Hälfte der Kosten übernommen wird. Aus unserem Rechner zahlt lediglich die Inter wirklich alles.

Angesichts der viel höheren Kosten für andere Zahnbehandlungen kann die Prophylaxe aus Kostensicht aber auch vernachlässigt werden.

3. Kierferorthopädie

zahnversicherung kieferorthopädieFür volljährige Personen zahlt die Krankenkasse hier nur bei sehr schweren Kieferfehlstellungen. Ansonsten bleibt man für eine Zahnspange selbst auf mehrere tausend Euro sitzen. Auch die privaten Versicherer wollen sich nicht in Unkosten stürzen und erstatten nur bis zu einer Höchstgrenze, wenn sie überhaupt für Erwachsene zahlen. Arag bspw. zahlt für volljährige Patienten maximal 1000 € pro Vertragslaufzeit.

Stellte der Arzt die Fehlstellungen im Kiefer schon vor Versicherungsabschluss fest, zahlt die Assekuranz für die entsprechenden Behandlungen nichts.

Aber auch bzw. gerade dann, wenn Sie eine Zahnzusatzversicherungs fürs Kind abschließen, sollte den kieferorthopädischen Leistungen eine besondere Bedeutung beigemessen werden, wie im nächsten Kapitel erklärt wird.

4. Zahnzusatzversicherung für Kinder

Die Gesundheitsprüfung

Bevor die endgültigen Prämien festgelegt werden, müssen die Antragssteller eine Reihe von Gesundheitsfragen beantworten. Gefragt wird u.a., ob bereits Zähne fehlen oder, ob man einmal an Parodontitis (Zahnfleischentzündung) erkrankt ist. Teilweise wird auch verlangt, dass ein Zahnarzt noch ein Gutachten zum aktuellen Zustand des Gebisses erstellt. Das kommt eher bei älteren Antragsstellern vor. Es gibt auch Zahnzusatzversicherungen ohne Gesundheitsfragen, z.B. von Ergo und dem Münchner Verein. Diese sind logischerweise teurer.

Bis zum 18. Geburtstag benötigt jeder zweiter Behandlungen beim Kieferorthopäden.

Die Krankenkasse zahlt erst ab dem 3. Schweregrad und dann in der Regel auch nur 80 %. Stehen die oberen und unteren Schneidezähne bspw. Kante auf Kante, also wenn ein leichter Kreuzbiss vorliegt, wird noch nichts übernommen. Korrekturen, die schneller zum Ergebnis führen oder schöner sind, werden nicht erstattet, ebenso wenig Retainer, welche das Behandlungsergebnis langfristig fixieren.

Die Zahnzusatzversicherungen in unserem Rechner sind auch für Kinder gedacht. Wenn auf Kostenübernahme bei Zahnersatz verzichtet wird, was für Kinder und  Jugendliche in der Regel auch nicht nötig ist, sind die Policen schon für unter 10 Euro im Monat zu haben. Leider machen die Anbieter ihre kieferorthopädischen Leistungen nicht leicht erkennbar. Wenn Sie ein Angebot einfordern, achten Sie besonders auf die Erstattungshöchstgrenzen, Selbstbeteiligungen und darauf, für welche Leistungen außerhalb des Kassenbereichs die Privatversicherung überhaupt tätig wird.

Auch hier gilt, dass die Versicherung nicht erst dann abgeschlossen werden soll, wenn bereits Probleme mit dem Kiefer festgestellt worden sind. So kann auch schon zu Beginn der Grundschulzeit eine Zahnzusatzversicherung sinnvoll sein, da viele Eingriffe für das Gebiss schon bei Neun – und Zehnjährigen gemacht werden.

zahnzusatzversicherung kind

Gesundheit fängt im Mund an: Schlechte Mundhygiene kann Lungenentzündungen verursachen, da die Bakterien sich rasch zu den Atemwegen begeben. Zu dem Ergebnis kam eine Studie der Uni Barcelona. Eine andere Studie deutet darauf hin, dass Parodontose durch das Auslösen von Entzündungsprozessen Arterienverkalkungen begünstigt.

5. Zahnzusatzversicherungen im Test

5.1. Untersuchung der Stiftung Warentest

Finanztest prüfte im November 2016 209 Zahnzusatzversicherungen. Das Tochtermagazin von Stiftung Warentest bewertete ausschließlich die Leistungen bei Zahnersatz, ohne, dass die Höhe der Beiträge berücksichtigt wurden. Besonders günstige Zahnzusatzversicherungen erhielten daher keine guten Noten.

Vergleichssieger der Zahnzusatzversicherungen wurde die DFV mit dem Tarif „Zahnschutz Exklusiv“, welche gleichzeitig mit „ZahnschutzBasis“ einen der letzten Plätze belegete.

Insgesamt schnitten 66 Tarife sehr gut ab. Besser als 1,3 waren u.a. von der HanseMerkur die Produkte EZ+EZT(+EZP), zwei Tarife von der Ergo, ZAB+ZAE+ZBB(+ZBE) sowie Dent Premium-U von Axa.

5.2. Zahnversicherungs-Vergleich von Ökotest

Im Oktober 2015 untersuchte Ökotest 65 Tarife und bewertete anhand einer Musterrechnung für medizinisch notwendige Behandlungen. Dabei blieb der Musterpatient nach dem Zuschuss der Krankenkassen für umfassenden Zahnersatz und Behandlungen auf knapp 5.600 Euro sitzen.

Im Test ging es nun darum, wie viel die Zusatzversicherungen davon übernehmen. 6 Versicherungsprodukte belegten den 1. Rang. Die Vergleichssieger der Zahnversicherungen waren die Bayerische mit den Tarifen „VIP Dental Prestige“ und „Dental Komfort“, ebenfalls mit 2 Tarifen die Inter, Janitos sowie die Debeka.

Auch hier wurden die Beitragshöhen nicht berücksichtigt.

6. Fragen und Antworten rund um das Thema Zahnzusatz

  • Wann lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung?

    Für Menschen, die Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung sind, wird es ab Mitte 30 empfohlen. Wer eine private Krankenversicherung hat, sollte bei der Auswahl der Tarifbausteine auf eine umfassende Berücksichtigung der Zahnmedizin achten.
  • Gibt es Zahnzusatzversicherungen ohne Wartezeit?

    Viele Assekuranzen verlangen 3, 6 oder 8 Monate Wartefrist, bevor sie zahlen. Zudem sind die Erstattungen in den ersten 3 – 5 Jahren Vertragslaufzeit stärker nach oben begrenzt als später. Tarife ohne Wartezeit gibt es z.B. bei der Halleschen oder bei Ergo. Letztere erlaubt auch noch den Einstieg während Behandlungen. Solche Angebote haben ihren Preis und sollten gut überlegt sein. Die Beiträge für die Zahnzusatzversicherung müssen schließlich auch danach noch lange gezahlt werden.
  • Wann sollte man die Zahnversicherung wechseln?

    Sie können erst nach zwei Jahren eine Zahnzusatzversicherung kündigen. In der Regel ist der Termin zum 1. Januar, um in eine andere Marke zu wechseln (bei drei Monaten Kündigungsfrist). Haben Sie jedoch einen Tarif mit Altersrückstellungen abgeschlossen, verlieren Sie bei Kündigung ihre bisherigen Einzahlungen.
  • Worauf muss ich beim Zahnarzt achten?

    Der Zahnarzt muss einen Heil- und Kostenplan erstellen, den sog. Behandlungsplan und diesen für verbindlich erklären. Sonst stellt er Ihnen Kosten in Rechnung, die nicht vereinbart waren oder mit denen Sie nicht gerechnet haben und die die Versicherung nicht übernimmt. Wichtig ist, dass die Kosten der Hersteller des Zahnersatzes (Krone, Inlay) auch ausgewiesen sind.

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