Riester-Rente Vergleich 2017

Die beste Riester-Rente im Test.

Trotz scharfer Kritik: Riestern ist in einigen Fällen die beste private Altersvorsorge

Das Wichtigste in Kürze
  • Von Riester profitieren vor allem Familien. Um staatliche Zulagen vollständig zu nutzen, ist nur wenig Eigenaufwand nötig.
  • Für klassische Riester-Rentenversicherungen beträgt der Garantiezins 2017 0,9 %. Höhere Renditen, aber geringere Garantien, bringen Riester-Produkte auf Fondsbasis.
  • Die Gebühren für Policen mit Riester stehen stark in der Kritik. Ein Vergleich der Riester-Verträge, insbesondere in Hinblick auf die Kosten, ist daher in jedem Fall ratsam.

Riester-Rente Test

Immer weniger berufstätige Menschen finanzieren immer mehr Renten. Damit die Versicherungsbeiträge nicht weiter steigen und weil eine Verschiebung des Rentenbeginns nach hinten kaum Akzeptanz finden würde, kürzt man die Leistungen der gesetzlichen Rente.

Bislang sind hierzulande Menschen im Alter sogar weniger häufig von Armut betroffen als der Rest der Bevölkerung. Aber die Altersarmut wächst kontinuierlich an. Vor allem gibt es immer mehr über 65-jährige, die nur knapp mit ihrem Geld auskommen.

Private Vorsorge mit Riester sollte die Lösung gegen Altersarmut sein, doch Kritiker zerreißen das Konzept. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen.

Unser Ratgeber zur Riester-Rente 2017 zeigt auf, für wen und unter welchen Bedingungen Riester sinnvoll ist.

1. Wer erhält die Riester-Zulagen?

Die Hauptgruppe derer, die eine Riester-Förderung erhalten können, sind die Rentenversicherungspflichtigen. Dazu gehören u.a. Angestellte, Arbeiter, Handwerker, Landwirte, Soldaten und Zivildienstleistende.

Des Weiteren können Beamte und Richter riestern.

Wessen Ehepartner selbst riestert, der kann ebenfalls einen Riester-Renten-Vertrag abschließen. Hier spricht man von einer indirekten Zulagenberechtigung.

Keine Riester-Förderung erhalten Selbstständige, die nicht verpflichtend Mitglied der gesetzlichen Rentenversicherung sind, Studenten sowie Mini-Jobber.

Damit Selbstständige vom Staat nicht ganz allein gelassen werden, führte die Regierung unter Schröder die Rürup-Rente ein. Da direkte staatliche Zulagen entfallen, sondern lediglich steuerliche Vorteile erzielt werden, eignet sich Rürup hauptsächlich für wohlhabende Selbstständige. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber zur Rürup-Rente.

Gut erklärt wird es noch einmal hier:

2. Vor- und Nachteile der Riester-Rente

2.1. Vor allem Familien profitieren von den Zulagen

Wer riestert, und die Bedingungen zur Höchstförderung erfüllt, erhält eine jährliche Grundzulage von 154 Euro. Ganze 300 Euro im Jahr gibt es für jedes Kind, das nach 2008 geboren ist. Für ältere Nachkommen erhalten Sie 185 Euro im Jahr.

Grundsätzlich gibt es mit Riester Kinderzulagen, solange Sie auch Kindergeld bekommen. Spätestens mit 25 Jahren ist jedoch Schluss mit Kindergeld.

Tipp: Wer spätestens mit 24 Jahren einen Riester-Vertrag abschließt, erhält zusätzlich einmalig 200 Euro vom Staat.

30-jährige mit 2.500 Brutto im Monat Sie zahlt Der Staat zahlt  Gesamt
Monatsbeitrag 87,17 12,83 100
umgerechnet auf 1 Jahr: 1.046 154 1.200
Gesamteinzahlung bis zum 67. Lebensjahr (Rentenbeginn) 36.610 5.390 42.00

2.2. Steuerersparnisse

riester darlehenSowohl die Beiträge zur Riester-Rente, als auch die Zuschüsse lassen sich von der Steuer absetzen. Maximal 2.100 pro Jahr können Sie als Sonderausgaben absetzen. Wer jedoch schon die Höchstförderungen nutzt, kann nur einen Anteil davon steuerlich geltend machen, daher richten sich die Steuerersparnisse eher an Gutverdiener und Kinderlose.

Sobald die Rente ausgezahlt wird, fällt die vollständige Einkommenssteuer auf den Betrag an. Steuerliche Vorteile der Riester-Rente ergeben sich aber daraus, dass Sie im Rentenalter ein deutlich niedrigeres Einkommen haben werden und somit einen niedrigeren Steuersatz.

Außerdem fallen auf die Zinsen aus Riester-Renten – genau wie auf die von ungeförderten Rentenversicherungen – nicht die Abgeltungssteuer von 25 % an.

2.3. Einschränkungen in puncto Flexibilität

Anders als bei ungeförderten Rentenversicherungen kann nicht zwischen einer einmaligen Kapitalauszahlung und einer Leibrente (lebenslanger Rentenbezug) gewählt werden. Lediglich 30 % Ihres Guthabens ist als Sofortrente erhältlich. Eine Riester-Rente lohnt sich nur, wenn Sie alt werden.

Außerdem beginnt die Auszahlung der Riester-Rente frühestens mit 62.

2.4. Hohe Kosten für Abschluss und Verwaltung

Die Kosten der Riester-Verträge gehören zu den großen Nachteilen der Riester-Rente.

Die Gebühren für den Vertragsabschluss belaufen sich auf 3 – 6 % der Beiträge, die auf die ersten 5 Vertragsjahre verteilt werden. Laufende Verwaltungskosten machen etwa 1,5 – 3 % aus.

Für den Anbieterwechsel werden zwischen 50 und 100 Euro fällig, wobei es meist besser ist, bei Unzufriedenheit den Tarif beim selben Anbieter zu wechseln oder den bisherigen Vertrag für Riester ruhen zu lassen.

riester-rente-vertrag

Auch wenn das Interesse an Riester stark nachgelassen hat: Bis Ende 2016 gab es immerhin über 16 Mio. Riester-Verträge. Knapp ein Fünftel davon lässt man ruhen.

3. So erhalten Sie die Höchstförderung

Lediglich 4 Prozent Ihres Bruttoeinkommens müssen Sie jedes Jahr einzahlen, um die Höchstförderung zu erhalten. Ein Vorteil ist, dass die Zulagen hier schon inbegriffen sind.

Der Mindesteigenbetrag pro Jahr beträgt 60 Euro, sodass Geringverdiener mit wenig Eigenaufwand die maximale Förderung erhalten können.

Investieren Sie weniger in die Rente, erhalten Sie eine anteilige Förderung.

4. Sollte man sich für die Altersvorsorge besser selbst um die Geldanlagen kümmern?

Sie sparen jeden Menge Verwaltungsgebühren und müssen kaum bis gar keine Provisionen zahlen, wenn Sie ohne den Versicherungsmantel bspw. mit ETF-Sparplänen vorsorgen oder mit einem Wertpapier-Portfolio.

Außerdem können Sie die Einzahlungen einfacher ruhen lassen und jederzeit auf den kompletten Betrag zugreifen.

Aber: Nur eine Rentenversicherung versichert Langlebigkeit, indem die Rente lebenslang ausgezahlt wird. Der Aspekt ist insbesondere für Personen ohne große Vermögensbestände wichtig.

Außerdem fallen bei Riester-Produkten sowie bei ungeförderten Rentenversicherung nicht die 25 Prozent Abgeltungssteuer auf die Zinsen an.

5. Für wen lohnt sich Riestern nicht?

Zwar sind die Riester-Zuschüsse von Vater Staat besonders für Geringverdiener interessant, wer jedoch im Alter weitgehend auf Grundsicherung angewiesen ist, hat kaum Vorteile durch Riester. Sozialleistungen und die private Rentenversicherung werden miteinander verrechnet. Nicht angerechnet werden bei Alleinstehenden jährlich ein Vermögen von 2.600 Euro und für Eheleute 3.214 Euro.

Für die Riester-Rente plant die Politik zusätzliche Freibeträge von 100 bis 200 Euro.

Mit welchen Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherungen Sie später ungefähr erwartet, können Sie mit dem Renten-Rechner der Debeka berechnen.

riester rente berechnen

Altersarmut sollte mit der Riester-Rente vorgebeugt werden. Letztlich erreicht das Angebot aber gerade Menschen aus dem sozial schwachen Milieu zu wenig.

6. Die Formen von Riester im Vergleich

6.1. Garantiezins auf klassische Riester-Rentenversicherungen

Konventionelle Versicherungsprodukte mit Riester sind sinnvoll für sicherheitsbewusste Sparer, welche die Höhe der späteren Auszahlung möglichst genau einschätzen können wollen.

Auf die Beiträge abzüglich aller Gebühren und Entnahmen für den Versicherungsschutz, sprich die Sparbeiträge, gibt es eine Mindestverzinsung. 2017 beträgt der Garantiezins auf konventionelle Renten- und Lebensversicherungen 0,9 %. Wie unser Riester-Rechner zeigt, unterscheiden sich die Mindestrenten aber auch bei den klassischen Versicherungsprodukten. Das liegt an dem unterschiedlichen Kostenniveau der Versicherung, was ein wesentlicher Faktor für die Auszahlungshöhe ist.

Legt die Versicherung das Geld ihrer Kunden erfolgreich an, ergeben sich daraus Überschüsse. Eine Überschussbeteiligung der Versicherten wird jedoch nicht garantiert.

6.2. Die besten Renditen versprechen Fondssparpläne

Über den Riester-Fondssparplan werden die Sparanteile samt Zulagen in einen Fonds eingezahlt, der in Aktien und/oder Anleihen investiert. Das Fondssparen eignet sich für vor allem für Menschen bis 35, denn sie können wirtschaftlich schwierige Phasen und somit schlechte Kursentwicklungen sozusagen aussitzen.

Bei Riester-Fonds sind die erwarteten Zinsen deutlich höher als bei klassischen Riester-Versicherungen.

Allerdings betragen die laufenden Fondskosten für Fondsmanagement, Depot etc. zwischen 0,5-2 Prozent.

Teilweise werden bestimmte Rentenhöhen garantiert.

Zu den bekanntesten Anbietern gehört Fairr.de mit der Sutor Bank als Partner. Das Fintech legt die Beiträge auch in ein Portfolio mit passiven Fonds (ETFs) an, die einen Index nachzeichnen. Passive Fonds benötigen nur geringes Management und sind somit besonders günstig, ohne dass die Performance darunter leidet.

6.3. Fondsgebunde Riester-Policen

Rentenversicherungen auf Fondsbasis verbinden einen Fondssparplan mit dem Versicherungsmantel. Ein Teil der Sparbeiträge wird in Mischonds investiert. Den oder die verwendeten Fonds können Sie mit Ihrem Berater selbst auswählen und später wechseln, bspw. wenn wegen der kürzeren Anlagedauer ein geringerer Aktienanteil erwünscht ist.

Mittlerweile bieten einige Versicherer auch an, das Geld ETFs statt in aktive Fonds anzulegen, was Gebühren spart.

Die Kosten sind aufgrund der Abschlussprovisionen höher als bei einem Riester-Fondssparplan, wobei dafür die Änderung der Fonds kostenlos ist. Normalerweise garantieren die Versicherungen die eingezahlten Sparbeiträge inklusive Zulagen. Seit 2017 bieten aber auch manche Gesellschaften Verträge mit einer garantierten Verzinsung an.

Wie hoch die Garantien bei den fondsgebundenen Riester-Rentenversicherungen sind, wird in unserem Riester-Rechner durch die Risikostufen 1 bis 5 angegeben.

6.4. Preiswerte Banksparpläne für ältere Sparer

Ein Riester-Banksparplan ist relativ flexibel, u.a. weil auch Sofortrenten möglich sind, und sicher. Die Anbieter verlangen keine Abschlussprovisionen, deshalb handelt es sich hier um die günstigste Form der Riester-Rente, was insbesondere für ältere Kunden vorteilhaft ist.

Die Verzinsung ist variabel und orientiert sich an den marktüblichen Sparzinsen. Momentan ist sie also sehr niedrig. Wie hoch Ihr Guthaben ist, können Sie jederzeit einsehen.

Da Provisionen fehlen, sind Riester-Banksparpläne für die Anbieterseite kaum attraktiv. Bis Ende 2016 haben zumindest noch einige Genossenschaftsbanken und Sparkassen dieses Produkt angeboten und das Angebot dann aber eingestellt. 2017 wollen manche Banken eventuell wieder Sparpläne für Riester einführen.

7. Altersvorsorge dank Eigenheim

riester etfSeit 2008 gibt es das Wohn-Riestern, auch als Eigenheim-Rente bekannt. Diese Variante ist für Sparer interessant, die später in den eigenen vier Wänden leben möchten. Die Sparbeiträge aus dem Riester-Vertrag können für den Bau oder Erwerb einer Immobilie genutzt werden.

Wer ein Darlehen braucht, kann staatliche Zulagen und Steuervorteile für die Rückzahlung des Baukredits nutzen. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Riester-Förderung für das Bausparen zu nutzen.

8. Die Anbieter der Riester-Rente im Test

8.1. Vergleich des Institut für Vorsorge und Finanzplanung

Das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVP) prüfte 2016 69 Riester-Tarife auf Herz und Nieren. 35 % der Gesamtnote machte die Unternehmensqualität aus, 30 % die Renditechancen, 25 % die Flexibilität des Vertrags und 10 % Transparenz und Service.

In der Kategorie der klassischen Rentenversicherungen wurde die Allianz mit „RiesterRente Klassik“ Vergleichssieger. Der Versicherungsriese hat für das Unternehmens (Stabilität, Ertragskraft, Markterfolg) eine 1,0 erhalten und 1,1 für die Flexibilität des Tarifs.

Den zweiten Platz in diesem Riesterrenten-Test belegten die Alte Leipziger mit dem Produkt FiskAl sowie die R+V.

In der Kategorie der fondsgebundenen Policen mit Garantie auf die Sparbeiträge stammten ebenfalls die besten Riester-Renten von der Allianz und der Alten Leipziger. Es folgte auf Platz drei die Stuttgarter.

8.2. Riester-Renten-Test im Auftrag von Focus Money

Das Analysehaus Franke und Bornberg untersuchte ebenfalls 2016 Riester-Policen. Die Bewertung des Unternehmens (Finanzstärkte) floss mit 20 % in die Gesamtnote ein und wurde somit geringer gewichtet als bei dem IVP. Jeweils 40 % der Bewertung machten Vertragsbedingungen und Leistungen aus.

Zu den Vertragsbedingungen zählt, wie transparent, flexibel und kundenfreundlichen die Tarife gestaltet sind und, ob es Fallstricken gibt. Bei Leistungen werden Überschüsse und Mindestrenten gleichermaßen gewichtet.

Die Tarife wurden nach Garantiehöhe eingeteilt. In diesem Riester-Test erhielt eine ganze Reihe von Tarifen die Bestnote:

  • Allianz
  • HUK-Coburg
  • R+V
  • Alte Leipziger
  • Axa
  • Stuttgarter
  • Hannoversche
  • HUK24

 

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