Berufsunfähigkeitsversicherung Vergleich 2016

Die besten Berufsunfähigkeitsversicherungen im Test.

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Das Undenkbare denken: Berufsunfähig!

Das Wichtigste in Kürze
  • Alles darf passieren – nur eins nicht: Berufsunfähig!
  • Kaum zu leisten: bezahlbare Prämie und im Falle eines Falles gute Leistungen.
  • Teure Versicherung – (k)eine Lösung?

Berufunfähigkeitsversicherung Test

Die Versicherung greift öfter ein als man denkt: Fast 20 % aller Menschen werden ganz oder zeitweise irgendwann berufsunfähig – laut Deutscher Rentenversicherung (DR) – und die muss es wissen.

Den höchsten Anteil mit über 30 % daran haben übrigens psychische Krankheiten – erst weit abgeschlagen danach kommt der Unfall oder gar Krebs.

Einige bezeichnen die Versicherung als zweitwichtigste überhaupt, jedoch sichern viele Menschen den Fall gar nicht ab. Es ist viel Geld für einen Fall, der doch sehr weit weg erscheint.

57 % der Berufstätigen haben eine solche Versicherung sagt Statista.com. Das heißt aber auch: 43 % nicht. Fast die Hälfte. Was tun?

Eins ist klar: Es stehen einem heute nur noch geringe Mittel aus der gesetzlichen Rentenversicherung in diesem Fall zu. Mehr als die Grundsicherung wird es kaum geben. Deshalb: Die Berufsunfähigkeitsversicherung im Test (auch: BU).

1. Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) im Vergleich

„Gefährliche“ Berufe, dazu zählt alles, was mit körperlicher Arbeit zu tun hat, also Bäcker, Handwerker, Bauarbeiter sind kaum zu versichern. Rauchen spielt eine Rolle. Ihr Lebensalter und wieviel Rente sie haben wollen.

Dann aber zahlt die BU im Falle der Berufsunfähigkeit eine Rente. Wie hoch soll diese sein? Für mehr als 1.500 Euro wird es fast unmöglich, die Prämien zu stemmen, unter 1.000 Euro macht es kaum Sinn.

1.1. Oft hört man, dass Versicherungen im Leistungsfall nicht zahlen, doch nur 3 % der Fälle werden vor Gericht verhandelt, heißt es.

1.2. Die Verpflichtung für eine Versicherung ist natürlich hart, sie muss unter Umständen viele Jahrzehnte zahlen und unter Umständen ist nicht mal mit der Rente Schluss, wenn in die nicht eingezahlt wurde. Also sollten Sie nur leistungsfähige Versicherer wählen, die es garantiert auch in ein paar Jahrzehnten noch gibt.

1.3. Die Berufsunfähigkeit muss komplett ausfallen. 50 % BU sollten reichen, aber es gibt das unschöne Instrument der „abstrakten Verweisung“. Das heißt, Sie könnten noch einen anderen Job machen? Waren Sie vorher Vorstand? Pförtner geht doch auch! Dann müssen Sie als Pförtner arbeiten.

1.4. Wie lange müssen Sie ausfallen, damit die BU zahlt? Es ist keine Arbeitsunfähigkeitsversicherung! Denn: Bereits nach sechs Wochen Krankheit hört der Arbeitgeber auf zu zahlen. Die Berufsunfähigkeit greift regelmäßig aber erst ab einer Prognose von drei Jahren ein. Einige Versicherer zahlen bereits ab sechs Monaten, aber das muss gesondert vereinbart und versichert sein.

Kurz und zum Ansehen auf youtube: 

2. Welche BU-Typen gibt es?

Es sind doch ein paar Typen zu unterscheiden, in die sich die BU aufsplittet. Die unterschiedlichen Arten bezeichnen meist das Zusammengehen mit einer anderen Versicherung. Wer in diesen Kategorien denkt, hat oft das Nachsehen, die Kollateral-Schäden sind zu hoch. Aber in einer Kombination macht es Sinn.

2.1. Reine BU-Versicherung

Natürlich ist das DIE Versicherung, die hier getestet wird. Alle Angebote im Vergleichs-Rechner sind reine Berufsunfähigkeitsversicherungen. Trotzdem sprachen wir zuvor von einer Versicherungsart, die wir ausdrücklich empfehlen und das ist keine von diesen.

Das verwundert etwas und natürlich sind die im Versicherungs-Rechner genannten gut und des Abschlusses würdig. Trotzdem gibt es etwas, was die meisten Menschen ärgert: Soviel Geld über so viele Jahre und am Ende passiert mir nichts und ich hab auch nichts davon?

2.2. Versicherung mit Lebens-oder einer Unfallversicherung gekoppelt

berufsunfähigkeitsversicherung test

Dieses Angebot in Kombination mit Unfallversicherungen oder Lebensversicherungen wird ab und an unterbreitet und die meisten professionellen Tester raten davon ab. Die Kosten wären zu hoch, die für die unterschiedlichen Versicherungsarten anfallen.

Dann wären diese Angebote entweder zu schlecht oder teurer als die einzelnen Versicherungen. Da ist was dran. Tatsächlich zahlen Sie wohl beide Beträge die für das Risiko anfallen, dass Sie berufsunfähig werden oder – was Gott verhüten möge – früh sterben.

Gar kein Sinn macht eine Kombination mit Hausratversicherung oder anderen, dazu sollte man dann auch unsere gesonderten Tests bemühen. Hier werden Äpfel und Birne gemischt.

Auf der anderen Seite, wer am Anfang seines Berufslebens steht und für die Risiken – die nun mal da sind – eine Absicherung will, kann sich das sehr wohl als Alternative überlegen und mit einer Klappe alle fliegen (er-)schlagen. Und etwas macht es interessant:

Bedenken Sie bitte: Es gibt zwei Arten von Lebensversicherung: Risiko Lebensversicherung, die nur das Risiko des Todes absichert. Und die Kapitalanlage Lebensversicherung.

Bei letzterer gibt es Geld ausgezahlt. Das scheint uns nicht ganz sinnlos. Viele Jahre oder Jahrzehnte zahlen Sie Geld und im guten Falle – so wie es seien soll, tritt kein Risiko ein. Sie sterben nicht, Sie werden nicht berufsunfähig. Das Geld ist aber weg.

Dann doch lieber etwas mit einer gewissen Auszahlung, auch wenn Sie jetzt wissen, die Auszahlung wird schlechter sein, als bei anderen Anlageformen, aber immerhin. Unsere Empfehlung ist es ausdrücklich nicht: Sehen Sie aber bitte dazu besonders noch unser 2.3..

2.3. Berufsunfähigkeitsversicherung mit Auszahlung – auch als Geldanlage

Das ist für uns die vernünftigste Lösung: Tritt keine Berufsunfähigkeit ein, gibt es am Ende eine Auszahlung. Argumente dagegen:

  • Ja, es ist deutlich weniger als bei einer anderen Geldanlage. Denn der Versicherungsschutz muss abgezogen werden.
  • Und ja, diese Versicherungsart ist in der Prämie teurer. Das muss man sich leisten können und wollen.
  • Nur: 80 % aller arbeitenden Menschen werden nie berufsunfähig. 43 % haben keine Versicherung gegen dieses Risiko. Das ist auch nicht gut, denn ein Risiko von 20 % für unseren wichtigsten Wert ist zu hoch.

Die erste Versicherung dieser Art, von der wir immer wieder Gutes hören, war die Allianz BU Invest Plus. Sie wird nicht sehr aktiv beworben und auch die Wortwahl ist zurückhaltend, doch davon sollte man sich nicht abschrecken lassen.

Auch ist die Anlage in Fonds, zu der immer eine Warnung geschrieben werden muss – aus Haftungsgründen, besser als alles was sonst über die letzten Jahre so angeboten wurde.

Angesichts der Nullzins Politik der Notenbanken ist Fondssparen das Einzige, was derzeit Renditen verspricht. Denn nur über die Kurssteigerungen und Dividenden in Aktien, können derzeit Gewinne erwirtschaftet werden.

Auch wenn die Börsen einmal runter gehen, über die Jahrzehnte ging es immer bergauf und wer diese Zeit hat – und bei der BU geht es um sehr lange Zeiträume – hat bisher immer gewonnen, so auch in 2016.

Versicherer Produkt Name der BU Monatliche Zahlung (Zahl- oder Nettobetrag)
Nürnberger Investment BU-Versicherung  76
 Axa SBU BG 66
Allianz BU Invest Plus 58
 IDUNA Leben Premium BUV  74

Auch wenn in manchen Foren wie z.B. bei Wallstreet Online wüst gegen diese Form geschimpft wird, es finden sich hier auch die ruhigen und besonnenen Antworten:

  • Ist jemand, der Fonds spart, über Jahrzehnte genauso diszipliniert, wie jemand, der seine Berufsunfähigkeit absichert? Wohl eher nicht.
  • Sie schaffen also Kapital, das zum Ende Ihres Arbeitslebens mit Zins und Zinseszins zur Verfügung steht.
  • Und es ist auch eine Altersvorsorge.
  • Und das absolute Killer-Argument:

Die Ein- wie die Auszahlung ist steuerfrei.

  • Der Mensch hat eine BU. 20 % werden berufsunfähig, 43 % haben keine Versicherung, das Risiko ist zu hoch.
  • Greift die BU nicht ein, dann gibt es am Ende eine Auszahlung. Das eingezahlte Geld ist nicht weg.
  • Die Ein- wie Auszahlung ist steuerfrei
  • Eine reine BU ist billiger.
  • Ein reiner Fonds erwirtschaftet mehr Rendite.

3. Darauf müssen Sie achten

Berufsunfähigkeit – Beamte

Beamte brauchen keine BU-Versicherung. Auch die sog. Dienstunfähigkeit, die Versicherer gerne versichern würden, ist ein so geringes Risiko, das kaum ein Fall denkbar ist, der das attraktiv macht gegenüber der bestehenden Versorgung.

Der Beitrag wird von vier Faktoren bestimmt:

  • dem Alter bei Vertragsbeginn,
  • dem Beruf,
  • der Höhe der Rente und
  • der Laufzeit des Vertrages.

Für eine 30-jährige Angestellte, die nicht raucht und im Büro tätig ist, liegt er zwischen 45-60 Euro für 1.000 – 1.500 € Rente im Monat, auch wenn es immer wieder Lockangebote gibt, die mit 18 Euro werben.

Ab 40 Jahren können Vorerkrankungen und Berufswahl auch dazu führen, dass keine private Versicherung mehr zu bekommen ist. Körperlich berufstätige Menschen wie Maurer haben auch gerne überhaupt Probleme eine Versicherung zu bekommen.

Der gefährlichste Beruf ist übrigens Gerüstbauer. Über 50 % ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie arbeitsunfähig werden. Der ungefährlichste? Physiker! 93 % halten bis zur Rente durch – sagt Statista.com – der lebende Beweis: Frau Dr. Angela Merkel! Die promovierte Physikerin arbeitet immer noch!

3.1. Wieviel sollte die Rente im Falle eines Falles sein?

Der Bund der Versicherten rät zu 1.000 Euro. Reicht Ihnen das heute zum Leben? Realistischer sind wohl 1.500 Euro, denn mit der Rente entfällt der Anspruch auf Hartz IV etc.

Tipp: Keine Rente unter 1.000 Euro vereinbaren! Darunter macht es keinen Sinn, denn sie wird verrechnet mit allen Leistungen des Staates, die zur Grundsicherung dienen. Achtung! Immer wieder locken Versicherungen mit ganz niedrigen Prämien, die aber nur z.B. 600 Euro Rente erbringen würden. Und ein kleiner Betrag im Monat macht viel aus im Jahr.

3.2. Gesundheitsprüfung

Sie müssen vor Versicherungsabschluss einen Gesundheitsscheck absolvieren und auch alle Vorerkrankungen angeben. Hier ist Vorsicht geboten! Im Leistungsfall muss eine private Versicherung viele Jahre hohe Summen zahlen.

Entdecken diese einen Fehler, werden die Versicherungen oft genug versuchen, der Leistung zu entkommen. Nicht wenige Versicherungen schauen erst dann genau auf Ihre Angaben zum Gesundheitszustand und den Vorerkrankungen.

Haben Sie etwas verschwiegen? Dann kann die Versicherung jede Leistung verweigern.

Verjährung
Seit 2003 gilt eine zehnjährige Verjährung für eine Falschangabe bei der BU, vorher waren es 30 Jahre!

Und vor Abschluss der Versicherung ist es auch für junge Menschen viel Lauferei. Die Versicherung will Befunde von allen möglichen Ärzten haben.

3.3. Höhe der Prämie

Vergleichen, vergleichen, vergleichen, selbst bei den mit „sehr gut“ getesteten Versicherern gab es Beitragsunterschiede von bis zu 1.500 Euro! Das gilt für eine 30-jährige Kundin. Umso älter Sie werden, desto teurer wird es und umso größer werden auch die Tarif-Unterschiede.

berufsunfähigkeitsversicherung Vergleich

4. Darauf BESONDERS achten!

Der BU-Versicherer hat über die Jahre die Möglichkeit, seinen Beitrag zu erhöhen. Und zwar von dem jetzt gezahlten Netto- oder sog. Zahlbetrag auf den tatsächlich erforderlichen Brutto-Tarif.

Einige werben jetzt mit niedrigen Prämien zum Abschluss und erhöhen dann gewaltig.

Derzeit gibt es kaum Zinsen, auch nicht für Versicherer, deshalb müssen viele wohl auch außerplanmäßig Prämien erhöhen.

Wie entkommen Sie dieser „Falle“? Leider nicht so einfach, denn die Klausel wird kaum aus dem Vertrag zu verhandeln sein.

Also keine zu niedrige Versicherung abschließen. Für diesen Schutz bei Versicherungen bleiben, die groß genug sind, um auch in Jahrzehnten noch zahlen zu können. Und: Die dafür bekannt sind, solide zu rechnen.

Ist der Schutz im Vergleich zu billig? Die Hälfte von den anderen? Finger weg! Hier ist die Erhöhung sicher zu erwarten.

5. In welchem Alter soll ich eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen?

Das ist eine kritische Frage, denn wird sie zu spät abgeschlossen, kriegen die meisten Menschen keine mehr – oder sie ist zu teuer. Zu früh frustriert sie den Menschen, ständige Zahlungen ohne absehbares Ergebnis, es sei denn unserem Tipp aus 2.3. wurde gefolgt.

Wann man einsteigen soll, wird sehr unterschiedlich besprochen und die Versicherung würde natürlich am liebsten uns im Kindergarten dazu verpflichten, aber tatsächlich liest man den Tipp: Im letzten Schuljahr. Als Schüler!

Macht unter einem Gesichtspunkt tatsächlich Sinn: Sollte das Kind absehbar einen körperlichen Beruf wählen, z.B. weil dem Vater der Betrieb gehört, wie Dachdecker, Spengler etc., bekommt es erst gar keine Versicherung mehr, sobald mit der Lehre angefangen wurde.

Für alle anderen: Es gilt 2 Jahre nach Berufseinstieg oder spätestens mit 35 Jahren.

6. Berufsunfähigkeitsversicherungs Testsieger bei der Stiftung Warentest

Berufunfähigkeitsversicherung Test

Die Stiftung Warentest hat im Juli 2015 private Berufsunfähigkeitsversicherer einem ausgiebigen Test unterzogen. Das Ergebnis war: 50 Prozent der getesteten Anbieter wurden mit einem “sehr gut” bewertet.

Die Provinzial Rheinland gewann den Test als beste Berufsunfähigkeitsversicherung, gleich auf Rang 2 mit der „Europa“, ein Direktversicherer.

Bei Ökotest konnten 2014 die Bayerische, der Volkswohl Bund und die Barmenia mit den besten Bedingungen und Tarifen überzeugen.

7. Fragen und Antworten zur BU

  • Ab welchem Alter soll ich eine BU abschließen?

    Zwei Jahre nach Berufsstart oder rund um den 30. nicht später als zum 35. Geburtstag.
  • Worauf muss ich bei meinen monatlichen Beiträgen besonders achten?

    Die Versicherung sollte sich selbst begrenzen, was die mögliche Erhöhung der Beiträge angeht. Sonst wird der Nettobetrag einfach erhöht zum sog. Bruttobetrag. Das kann dann sehr viel mehr Geld sein.
  • Lohnt ein Kombi-Produkt mit Lebensversicherung oder etwas anderem?

    Das Produkt mit einer Lebensversicherung z.B. lohnt sich laut den meisten Testern nicht. Wir sehen das dann anders, wenn am Ende der Laufzeit eine Auszahlung an Sie steht und die BU damit auch eine Kapitalanlage ist.
  • Wann erhalte ich eine Berufsunfähigkeits-Rente?

    Sie müssen zu mehr als 50 % berufsunfähig sein, die Ärzte der Versicherung müssen das bestätigen, mit einer Prognose, dass diese Unfähigkeit wenigstens 36 Monate (3 Jahre) anhält.

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