Das Wichtigste in Kürze
  • Eine Berufsunfähigkeitsversicherung gehört wie die private Haftpflicht zu den wichtigsten Absicherungen.
  • Die Konditionen sind stark abhängig vom Anbieter, Tarif, den Leistungen sowie individuellen Risikomerkmalen.
  • Je früher Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, desto günstiger ist in der Regel der Beitrag.

Ein Ordner mit der Aufschrift Berufsunfähigkeitsversicherung liegt auf einem Tisch.
Die eigene Arbeitskraft ist für die meisten Menschen die wichtigste finanzielle Grundlage. Fällt das Einkommen durch Krankheit, psychische Belastungen oder einen Unfall weg, kann das schnell existenzielle Folgen haben. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sichert dieses Risiko ab und schließt finanzielle Lücken.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, wann eine BU-Versicherung tatsächlich leistet, welche Ursachen häufig zu Berufsunfähigkeit führen und warum eine Absicherung oft sinnvoll ist. Außerdem zeigen wir, welche Vertragsdetails wichtig sind, mit welchen Beiträgen Sie rechnen sollten und welche Alternativen es zur klassischen Berufsunfähigkeitsversicherung gibt.

1. Wann greift eine Berufsunfähigkeitsversicherung und welche Leistungen zahlt sie?

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung greift dann, wenn Sie Ihrem letzten Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr dauerhaft nachgehen können. In der Regel zahlt der Versicherer eine monatliche Rente, sobald eine Berufsunfähigkeit von mindestens 50 % vorliegt und voraussichtlich über einen längeren Zeitraum besteht.

Damit gehört die BU-Versicherung zu den grundsätzlich notwendigen Absicherungen, da sie direkt Ihre finanzielle Existenz schützt. Im Folgenden erklären wir, welche Leistungen einer Berufsunfähigkeitsversicherung besonders wichtig sind und welche Ausschlüsse es gibt.

1.1. Welche Leistungen zahlt die Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die wichtigste Leistung der Berufsunfähigkeitsversicherungen im Vergleich ist die monatliche BU-Rente. Diese wird im Versicherungsvertrag individuell festgelegt und dient dazu, Ihr wegfallendes Einkommen zumindest teilweise zu ersetzen.

Viele Versicherer zahlen die BU-Rente rückwirkend ab Eintritt der Berufsunfähigkeit, sofern diese später anerkannt wird. Bis eine Berufsunfähigkeit jedoch anerkannt ist, kann einige Zeit vergehen, in der Sie möglicherweise mit Einkommensverlusten rechnen müssen.

Tipp: In einigen Tarifen können Sie zusätzlich Einmalzahlungen zu Beginn der Berufsunfähigkeit vereinbaren, diese sind jedoch nicht die Regel.

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1.2. Wann zahlt eine BU-Versicherung nicht?

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt nicht, wenn der im Vertrag festgeschriebene Prognosezeitraum nicht erreicht wird. Ist im Vertrag etwa eine Dauer von 6 Monaten vereinbart, müssen Sie mindestens für diesen Zeitraum berufsunfähig sein. Achten Sie in jedem Fall auf eine genaue Definition des Prognosezeitraums im Vertrag, damit es später nicht zu Missverständnissen kommt.

Darüber hinaus müssen Sie mit der Versicherung kooperieren und wahre Angaben zu Ihrer Gesundheit und Ihrem Beruf machen. Findet die Versicherung rückwirkend heraus, dass entscheidende Punkte nicht stimmen, kann sie die Leistung verweigern.

Beachten Sie zusätzlich, dass eine vorsätzlich herbeigeführte Berufsunfähigkeit nicht versichert ist. Bei grober Fahrlässigkeit hängt es vom Tarif ab.

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1.3. Wie unterscheidet sich Berufsunfähigkeit von Erwerbsunfähigkeit?

Die Begriffe werden oft verwechselt, unterscheiden sich jedoch deutlich. Bei der Berufsunfähigkeit geht es um die Frage: Können Sie Ihren aktuellen Beruf noch ausüben? Bei der Erwerbsunfähigkeit hingegen wird geprüft, in welchem Ausmaß Sie überhaupt noch irgendeiner Tätigkeit nachgehen können.

Die Erwerbsminderungsrente der gesetzlichen Rentenversicherung erhalten Sie beispielsweise nur bei Erwerbsunfähigkeit. Die Kriterien dafür sind streng, sodass Sie sich nicht auf diese Absicherung verlassen sollten.

Gut zu wissen: Eine Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt häufig auch dann, wenn Sie etwa als selbstständiger Physiotherapeut nicht mehr arbeiten können, in einem anderen Beruf aber schon. Um sich hierbei abzusichern, ist der Verzicht auf die sogenannte abstrakte Verweisung im Vertrag sinnvoll. Diese Regelung finden Sie mittlerweile bei vielen Anbietern.

Aufnahme einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung.

Die BU-Versicherungen im Vergleich kommen nicht für eine kurzfristige Arbeitsunfähigkeit auf. In der Regel ist eine Prognose von mindestens 6 Monaten notwendig. In der Praxis kommt es oft besonders auf den Nachweis an, dass Sie eine Tätigkeit zu mindestens 50 % nicht mehr ausführen können.

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2. Warum ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung grundsätzlich sinnvoll?

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist für viele Menschen deshalb sehr sinnvoll, weil bereits ein längerer krankheitsbedingter Ausfall die eigene finanzielle Stabilität gefährden kann. Rund 25 % der Arbeitnehmer in Deutschland werden mindestens einmal in ihrem Leben berufsunfähig.

Staatliche Leistungen sind zeitlich und in der Höhe eingeschränkt und decken den bisherigen Lebensstandard häufig nicht ausreichend ab. Berufsunfähigkeit trifft nicht nur körperlich arbeitende Personen, sondern zunehmend auch Menschen in Büroberufen.

Im Folgenden zeigen wir Ihnen, welche Risiken besonders häufig sind, welche finanziellen Folgen drohen und für wen sich ein Abschluss besonders lohnt.

2.1. Welche Risiken führen am häufigsten zur Berufsunfähigkeit?

Viele unterschätzen die tatsächlichen Ursachen für Berufsunfähigkeit. Anders als oft angenommen, sind es nicht primär Unfälle, sondern vor allem Krankheiten, die zu Berufsunfähigkeit führen.

Zu den häufigsten Ursachen zählen laut einer Studie von MORGEN & MORGEN (Stand: 2025):

  • Nervenkrankheiten 35,75 %
  • Erkrankungen des Bewegungsapparates 17,85 %
  • Krebs und andere schwere chronische Erkrankungen 16,96 %
  • Sonstige Erkrankungen 16,32 %
  • Unfälle 6,96 %
  • Erkrankungen des Herzens und des Gefäßsystems 6,16 %

Gerade psychische Erkrankungen haben in den letzten Jahren stark zugenommen und sind inzwischen einer der Hauptgründe für Berufsunfähigkeit. Das betrifft nicht nur besonders belastende Berufe, sondern nahezu alle Branchen.

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2.2. Welche finanziellen Folgen drohen ohne Absicherung?

Wenn Sie Ihren Beruf nicht über längere Zeit mehr ausüben können, fällt Ihr Einkommen möglicherweise größtenteils weg. Gleichzeitig laufen viele Ausgaben unverändert weiter, etwa Miete, Kredite oder Versicherungen.

Krankengeld der gesetzlichen Rentenversicherung wird innerhalb von drei Jahren wegen derselben Krankheit maximal 78 Wochen gezahlt, einschließlich der sechs Wochen Lohnfortzahlung. Danach greifen je nach Fall das Arbeitslosengeld 1 oder 2 oder die in der Höhe eingeschränkte Erwerbsminderungsrente.

Selbst Ersparnisse im sechsstelligen Bereich sind irgendwann aufgezehrt, wenn Sie relativ früh berufsunfähig werden. Darüber hinaus sollten Sie auch für Ihren Ruhestand vorsorgen, dessen Rücklagen Sie ohne Berufsunfähigkeitsversicherung wahrscheinlich aufbrauchen müssten.

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2.3. Für wen ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung besonders wichtig?

Grundsätzlich gilt: Jeder, der auf sein Arbeitseinkommen angewiesen ist, sollte über eine Berufsunfähigkeitsversicherung nachdenken. Dennoch gibt es Gruppen, für die eine Versicherung besonders wichtig ist:

  • Berufseinsteiger haben meist noch keine finanziellen Rücklagen aufgebaut und können eine BU-Versicherung relativ günstig abschließen.
  • Familien mit einem Hauptverdiener tragen ein erhöhtes Risiko, da die finanzielle Sicherheit von lediglich einer Person abhängt.
  • Selbstständige und Freiberufler erhalten oft nur sehr geringe staatliche Leistungen.
  • Menschen mit körperlich belastenden Berufen haben ein höheres Risiko für gesundheitliche Einschränkungen.
Ein Arzt untersucht einen Patienten mit einem Stethoskop.

Bei der Gesundheitsprüfung der Berufsunfähigkeitsversicherungen im Vergleich müssen Sie in der Regel nicht zum Arzt, sondern lediglich Fragen zu Ihrer Gesundheit beantworten. Die Fragebögen können sich dabei allerdings deutlich unterscheiden. Laut diverser Tests zu Berufsunfähigkeitsversicherungen sind möglichst verständliche und faire Fragen ein wichtiger Faktor – auch für spätere Leistungen im Schadenfall.

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3. Welche Vertragsbestandteile sollten Sie genau prüfen?

Die Qualität der Berufsunfähigkeitsversicherungen im Vergleich hängt maßgeblich von den konkreten Vertragsbedingungen ab. Nicht jede Police bietet automatisch den passenden Schutz.

Entscheidend ist, wie eindeutig die Leistungen geregelt sind und wie flexibel sich der Vertrag an Ihre Lebenssituation anpassen lässt. Bereits kleine Unterschiede in den Bedingungen können im Leistungsfall große Auswirkungen haben.

Im Folgenden zeigen wir Ihnen, welche Punkte Sie besonders sorgfältig prüfen sollten.

3.1. Wie hoch sollte die monatliche BU-Rente sein?

Die Höhe der vereinbarten BU-Rente ist einer der wichtigsten Faktoren. Sie bestimmt, ob Sie im Ernstfall Ihren Lebensstandard so gut wie möglich halten können oder deutliche finanzielle Einschnitte hinnehmen müssen.

Als Orientierung sollte die monatliche BU-Rente etwa 60 bis 80 % Ihres Nettoeinkommens abdecken. So stellen Sie sicher, dass laufende Kosten weiterhin bezahlt werden können. Berücksichtigen Sie dabei auch laufende Kredite oder Finanzierungen und Rücklagen für unvorhergesehene Kosten.

Wichtig: Eine zu niedrig angesetzte Rente führt schnell zu Versorgungslücken. Gleichzeitig sollten Sie darauf achten, dass die Beiträge langfristig bezahlbar bleiben.

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3.2. Abstrakte und konkrete Verweisung: Was bedeutet das?

Ein zentraler Punkt in den Vertragsbedingungen ist die sogenannte Verweisung. Sie regelt, ob der Versicherer Sie auf eine andere berufliche Tätigkeit verweisen darf, die Sie grundsätzlich noch ausüben könnten oder es bereits tun.

Dabei wird unterschieden zwischen:

  • Abstrakte Verweisung: Der Versicherer kann Sie auf eine andere berufliche Tätigkeit verweisen, auch wenn Sie diese aktuell gar nicht ausüben und die Leistung verweigern. Allerdings muss diese Tätigkeit ein ähnliches Qualifikationsprofil aufweisen und Ihrer bisherigen Lebensstellung entsprechen.

Beispiel: Sie können Ihrer Tätigkeit als Chirurgin aufgrund einer körperlichen Einschränkung nicht mehr nachgehen und nehmen auch keine neue Arbeit an. Die BU-Versicherung könnte etwa auf eine Stellenausschreibung für eine medizinische Gutachterin einer Versicherung verweisen.

  • Konkrete Verweisung: Eine Verweisung kann erfolgen, wenn Sie nach Eintritt der Berufsunfähigkeit einen anderen Beruf bereits aufgenommen haben, der Ihrer bisherigen Lebensstellung entspricht.

Beispiel: Sie können Ihrer Tätigkeit als Chirurgin aufgrund einer körperlichen Einschränkung nicht mehr nachgehen, arbeiten jedoch in der Folge als Gutachterin für eine Versicherung. Je nach Qualifikationsniveau und Gehalt könnte die BU-Versicherung die Leistung verweigern.

Tipp: Für Sie als Versicherungsnehmer ist es in der Regel vorteilhaft, wenn die abstrakte Verweisung ausgeschlossen ist. Die konkrete Verweisung ist allerdings nach wie vor Bestandteil vieler Tarife.

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3.3. Welche Rolle spielen Nachversicherungsgarantien und Dynamik?

Aufnahme eines Lexikon-Eintrags zur Berufsunfähigkeitsrente.

Selbst die beste BU-Versicherung kann zu Versorgungslücken führen, wenn Sie nicht auf Sie abgestimmt ist. Darüber hinaus sollten Sie sich auch mit dem Kleingedruckten beschäftigen. Es ist empfehlenswert, sich vor einem Abschluss persönlich beraten zu lassen.

Ihr Leben verändert sich im Laufe der Zeit, etwa durch Gehaltserhöhungen, Familiengründung oder Immobilienkauf. Eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung sollte darauf flexibel reagieren können.

Dabei sollten Sie vor allem auf zwei Bausteine achten. Zum einen ermöglicht es Ihnen eine Nachversicherungsgarantie, die BU-Rente zu bestimmten Anlässen, wie etwa Heirat, Geburt eines Kindes zu erhöhen, ohne noch einmal die Gesundheit prüfen zu müssen.

Zum anderen sollte die versicherte Rente durch eine integrierte Beitragsdynamik regelmäßig automatisch erhöht werden, meist jedes Jahr um einen festen Prozentsatz. So gleichen Sie Inflation und steigende Lebenshaltungskosten aus.

Ohne diese Optionen besteht die Gefahr, dass Ihre Absicherung im Laufe der Jahre an Wert verliert und im Ernstfall nicht mehr ausreicht.

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3.4. Wie lange sollte die Laufzeit einer BU-Versicherung sein?

Die Laufzeit einer Berufsunfähigkeitsversicherung sollte idealerweise bis zum gesetzlichen Renteneintritt reichen, meist bis 67 Jahre. So vermeiden Sie Versorgungslücken kurz vor dem Ruhestand.

Eine kürzere Laufzeit senkt zwar den Beitrag, kann aber riskant sein, wenn Sie später berufsunfähig werden. Darüber hinaus ist eine Anpassung der Laufzeit häufig nicht einfach möglich und setzt eine erneute Gesundheitsprüfung voraus.

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3.5. Kann man eine BU-Versicherung trotz Vorerkrankungen abschließen?

Mit Vorerkrankungen ist der Abschluss einer BU-Versicherung zwar schwieriger, aber dennoch oft möglich. Allerdings müssen Sie sich dann auf Risikozuschläge einstellen. Versicherer lehnen Anträge teilweise auch aufgrund unvollständiger oder fehlerhafter Angaben ab.

Ein Tipp aus der Praxis: Es kann sinnvoll sein, vorab eine anonyme Risikovoranfrage über einen Versicherungsmakler zu stellen. So erfahren Sie, zu welchen Konditionen ein Abschluss möglich ist, ohne dass eine Ablehnung direkt in Ihrer Versicherungsakte vermerkt wird.

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3.6. Was ist die beste Berufsunfähigkeitsversicherung laut Stiftung Warentest?

Die Stiftung Warentest hat im Mai 2024 67 Berufsunfähigkeitsversicherungen getestet, von denen 38 sehr gut abgeschnitten haben. Darunter Tarife bekannter Versicherer wie Advigon, Allianz, Axa, Ergo oder CosmoDirekt.

Auch in unserer Vergleichstabelle finden Sie empfehlenswerte Anbieter anschaulich gegenübergestellt.

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4. Was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung und wovon hängt der Beitrag ab?

Die Kosten einer Berufsunfähigkeitsversicherung variieren stark. Während einige Versicherte nur wenige Dutzend Euro im Monat zahlen, können die Beiträge in anderen Fällen deutlich höher ausfallen.

Der Preis hängt immer von Ihrem individuellen Risikoprofil und den gewählten Vertragsdetails ab. Im Folgenden erfahren Sie, welche Faktoren die Beitragshöhe beeinflussen und wie sich Tarife bei den Kosten unterscheiden können.

4.1. Welche Faktoren beeinflussen die Beitragshöhe?

Die Versicherungsbeiträge werden anhand verschiedener persönlicher Kriterien berechnet. Versicherer bewerten dabei auch das Risiko, mit dem Sie Ihren Beruf langfristig ausüben können.

Neben der Höhe der BU-Rente spielt vor allem das Alter eine wichtige Rolle. Es ist empfehlenswert, eine Berufsunfähigkeitsversicherung möglichst früh abzuschließen. Je jünger Sie beim Abschluss sind, desto günstiger sind in der Regel die Beiträge.

Darüber hinaus haben Beruf und Gesundheitszustand große Auswirkungen auf die Höhe der Prämien. Körperlich belastende oder risikoreiche Berufe wie etwa Dachdecker sind meist teurer als Bürotätigkeiten.

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4.2. Mit welchen Kosten müssen Sie für verschiedene Tarife rechnen?

Besonders deutlich werden die Unterschiede, wenn man günstige Basistarife und leistungsstarke Premium-Tarife vergleicht. Die Beiträge werden immer individuell berechnet, die folgenden Beispiele zeigen Ihnen jedoch typische Preisrahmen und wichtige Leistungsdetails.

Beispiel 1: Angestellte im Büro, 28 Jahre, keine Vorerkrankungen.

Günstiger BU-Tarif: ca. 45 bis 70 Euro monatlich

  • BU-Rente von 1.500 Euro monatlich
  • Laufzeit bis 65 Jahre
  • Beitragsbefreiung im Leistungsfall
  • Eingeschränkte Nachversicherungsmöglichkeiten
  • Oft einfache Dynamik oder optional zubuchbar

Leistungsstarker Tarif: ca. 75 bis 130 Euro monatlich

  • BU-Rente von 2.000 Euro monatlich
  • Laufzeit bis 67 Jahre
  • Verzicht auf abstrakte Verweisung
  • Umfangreiche Nachversicherungsgarantie ohne Gesundheitsprüfung
  • Garantierte Rentensteigerung im Leistungsfall
  • Flexible Dynamik und gute Prognosezeiträume

Beispiel 2: Elektriker mit körperlicher Belastung und Außeneinsätzen, 35 Jahre, keine Vorerkrankungen.

Günstiger BU-Tarif: ca. 110 bis 180 Euro monatlich

  • BU-Rente von 1.500 Euro monatlich
  • Laufzeit bis 65 Jahre
  • Beitragsbefreiung im Leistungsfall
  • Weniger flexible Vertragsoptionen
  • Teilweise eingeschränkte Dynamik

Leistungsstarker Tarif: ca. 190 bis 320 Euro monatlich

  • BU-Rente von 2.000 bis 2.500 Euro monatlich
  • Laufzeit bis 67 Jahre
  • Verzicht auf abstrakte Verweisung
  • Erweiterte Nachversicherung bei Heirat, Gehaltssprung oder Immobilienkauf
  • Garantierte Rentensteigerung im Leistungsfall
  • Kundenfreundliche Bedingungen bei Teilzeit oder Berufswechsel

Tipp: Günstige Tarife können eine solide Grundabsicherung bieten. Leistungsstarke Tarife kosten mehr, punkten aber oft mit besseren Bedingungen und mehr Flexibilität. Vergleichen Sie nicht nur den Beitrag, sondern in erster Linie das Verhältnis zwischen Preis und Leistung.

Eine Person liegt in einem Krankenhausbett.

Die BU-Versicherungen im Vergleich zahlen auch, wenn Sie infolge einer schweren Krankheit berufsunfähig werden. Darüber hinaus sind Unfälle und psychische Leiden wie Burnout versichert.

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5. Welche Alternativen gibt es zur Berufsunfähigkeitsversicherung?

Nicht jeder kann oder möchte eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, etwa aufgrund von hohen Beiträgen oder gesundheitlichen Einschränkungen.

In solchen Fällen gibt es alternative Absicherungen, die zumindest einen Teil des Risikos abdecken können. Allerdings gilt: Keine dieser Optionen bietet den gleichen umfassenden Schutz wie eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Daher sollten Sie genau prüfen, welche Leistungen im jeweiligen Fall tatsächlich greifen und wo Einschränkungen bestehen.

5.1. Was leisten Erwerbsunfähigkeits- und Grundfähigkeitsversicherungen?

Wenn eine klassische BU-Versicherung nicht infrage kommt, können die Erwerbsunfähigkeitsversicherung oder die Grundfähigkeitsversicherung Alternativen sein. Zwar bieten sie nur eingeschränkten Schutz, sind allerdings auch spürbar günstiger.

  • Erwerbsunfähigkeitsversicherung: Diese zahlt eine Rente nur dann, wenn Sie gar keiner beruflichen Tätigkeit mehr nachgehen können, unabhängig von Ihrem bisherigen Beruf. Die Voraussetzungen sind damit deutlich strenger als bei der BU-Versicherung.
  • Grundfähigkeitsversicherung: Hier erhalten Sie Leistungen, wenn bestimmte grundlegende Fähigkeiten verloren gehen, etwa Sehen, Gehen oder Greifen. Die Zahlung ist also an konkrete körperliche Einschränkungen gekoppelt, nicht an Ihre berufliche Tätigkeit.

Eine weitere Möglichkeit ist die sogenannte Dread-Disease-Versicherung, die lediglich bei bestimmten schweren Erkrankungen greift.

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5.2. Ist eine Unfallversicherung eine gute Alternative zur BU-Versicherung?

Eine Unfallversicherung ist keine vollwertige Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie leistet in der Regel nur bei dauerhaften Folgen eines Unfalls, nicht jedoch bei Krankheiten, die überwiegend für Berufsunfähigkeit verantwortlich sind.

Sinnvoll ist eine private Unfallversicherung häufig für Selbstständige mit einem hohen Unfallrisiko, wie etwa Handwerker. Dabei kann sie sogar zusätzlich zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen werden, notfalls aber auch als Ersatz.

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6. FAQ – Häufige Fragen von Lesern, die nach Berufsunfähigkeitsversicherung-Tests oder -Vergleichen suchen

6.1. Welche Berufsunfähigkeitsversicherung ist die beste?

Die beste Berufsunfähigkeitsversicherung ist nicht pauschal ein bestimmter Anbieter, sondern der Tarif, der zu Ihrem Beruf, Gesundheitszustand und Absicherungsbedarf passt.

Wichtig sind starke Bedingungen wie der Verzicht auf abstrakte Verweisung, ausreichende BU-Rente, Nachversicherungsgarantien und faire Leistungsprüfung. Auch stabile Beiträge und gute Finanzkraft des Versicherers zählen.

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6.2. Kann ich meine BU-Versicherung später kündigen oder anpassen?

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung kann grundsätzlich gekündigt oder angepasst werden. Eine Kündigung beendet jedoch den wichtigen Schutz vollständig.

Oft sinnvoller sind Alternativen wie Beitragsreduzierung, niedrigere Rente, Beitragsstundung oder Nachversicherung bei verändertem Bedarf.

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6.3. Was passiert bei einem Berufswechsel?

Ein Berufswechsel verändert einen bestehenden BU-Vertrag meist nicht. Der Versicherungsschutz bleibt in der Regel zu den vereinbarten Bedingungen bestehen.

Wechseln Sie in einen weniger riskanten Beruf, sinkt der Beitrag normalerweise nicht automatisch. Manche Tarife bieten Anpassungsoptionen. Prüfen Sie deshalb regelmäßig, ob Ihr Vertrag noch zu Ihrer beruflichen Situation passt.

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Quellenverzeichnis