Das Wichtigste in Kürze
  • Vor allem Selbstständige in körperlichen Berufen sollten über eine private Unfallversicherung nachdenken.
  • Wer in der Freizeit sportlich sehr aktiv ist, kann sich mit einem Abschluss zusätzlich schützen.
  • Wichtiger als ein günstiger Beitrag sind eine ausreichend hohe Kapitalleistung und verbraucherfreundliche Konditionen.

Unfallversicherungen im Vergleich: Eine Person unterschreibt ein Dokument, in seiner Hand ist ein Symbol zu sehen, welches für Sicherheit steht.
Die finanziellen Folgen eines Unfalls können vielfältig sein, etwa durch Umbauten, Verdienstausfälle oder zusätzlichen Pflegebedarf. Eine private Unfallversicherung soll diese Risiken absichern, ersetzt jedoch nicht automatisch andere wichtige Policen wie die Berufsunfähigkeitsversicherung.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, für wen eine private Unfallversicherung besonders sinnvoll ist, wie sie sich von der gesetzlichen Absicherung unterscheidet und welche Leistungen die Tarife tatsächlich bieten. Außerdem zeigen wir Ihnen, welche Kosten realistisch sind und worauf Sie bei Versicherungssumme, Gliedertaxe und Ausschlüssen achten sollten.

1. Wann ist eine Unfallversicherung sinnvoll?

Eine private Unfallversicherung kann sinnvoll sein, wenn Sie sich gegen finanzielle Folgen von Unfällen im Alltag und in der Freizeit absichern möchten.

Besonders relevant ist sie für Personen, die Hobbys mit einem erhöhten Unfallrisiko nachgehen oder Selbstständige, die körperlich fordernde Tätigkeiten ausüben. Grundsätzlich kann sie eine Option für Personen sein, die nicht gesetzlich unfallversichert sind und keine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen können. Dazu zählen auch Hausfrauen und -männer oder Rentner.

Im Folgenden zeigen wir Ihnen, worin die Unterschiede zwischen gesetzlicher und privater Unfallversicherung sowie der Berufsunfähigkeitsversicherung liegen und wann sich welche Absicherung für Sie lohnt.

1.1. Gesetzliche und private Unfallversicherung: Worin liegt der Unterschied?

Der Unterschied liegt zum einen im Umfang des Versicherungsschutzes. Die gesetzliche Unfallversicherung greift ausschließlich bei Unfällen, die während der Arbeit, des Studiums, in der Schule, am Ausbildungsplatz oder auf dem Weg dorthin passieren. Zum anderen sind Arbeitnehmer, Studenten, Schüler oder Auszubildende in Deutschland automatisch in der gesetzlichen Unfallversicherung versichert.

Die private Unfallversicherung hingegen ist freiwillig und bietet auch im Haushalt, in der Freizeit und im Urlaub Schutz.

Weitere wichtige Unterschiede in der Übersicht:

Art der Versicherung Eigenschaften
Unfallversicherung privat
  • zahlt eine Invaliditätsleistung bei dauerhaftem Gesundheitsschaden infolge eines Unfalls und bietet zusätzliche Leistungen wie Unfallrente oder Krankenhaustagegeld
  • flexibel an individuelle Bedürfnisse anpassbar
  • Beitragshöhe abhängig von Tarif und Umfang der Leistungen
Unfallversicherung gesetzlich
  • vollständig finanziert durch Arbeitgeberbeiträge
  • leistet medizinische Rehabilitation, Berufshilfen und finanzielle Entschädigungen
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1.2. Berufsunfähigkeits- und Unfallversicherungen im Vergleich: Was ist die bessere Alternative?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung bietet grundsätzlich die umfassendere Absicherung. So zahlt sie zusätzlich bei verschiedenen Krankheiten, die dazu führen, dass Sie Ihren Beruf nicht mehr ausüben können.

Dazu gehören auch psychisch bedingte Beeinträchtigungen, die deutlich häufiger zu Berufsunfähigkeit führen als Unfälle.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist daher meist die erste Wahl, wenn Sie Ihr Einkommen langfristig absichern möchten und finanziell von Ihrer Arbeitskraft abhängig sind. Allerdings ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung oft teurer und nicht für jeden abschließbar.

Gut zu wissen: Eine Unfallversicherung bietet den Vorteil, dass Sie eine hohe Einmalzahlung zu Beginn des Versicherungsschutzes vereinbaren können, mit der sich sofort notwendige Maßnahmen wie etwa Umbauten leichter finanzieren lassen. Bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist das nicht die Regel. Darüber hinaus setzt eine Unfallversicherung lediglich eine körperliche Beeinträchtigung, jedoch keine Berufsunfähigkeit voraus.

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1.3. Selbstständige: Lohnt sich der Schutz?

Eine Unfallversicherung für Selbstständige ist vor allem dann sinnvoll, wenn sie einem Beruf mit erhöhtem Unfallrisiko nachgehen. Das trifft etwa auf viele Handwerksdienstleistungen zu. Da Selbstständige in den meisten Fällen nicht in der gesetzlichen Unfallversicherung integriert sind, entsteht eine Lücke beim Schutz vor Arbeitsunfällen.

Wer sich als Selbstständiger mit hohem Risiko umfassend absichern möchte, kann die Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer privaten Unfallversicherung erweitern. Bei überwiegend sitzenden Bürotätigkeiten ist eine Unfallversicherung häufig weniger wichtig als eine Berufsunfähigkeitsversicherung.

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1.4. Unfallversicherung für Rentner: Sinnvoll oder nicht?

Auch Rentner sind nach dem Austritt aus dem Berufsleben nicht mehr in der gesetzlichen Unfallversicherung versichert und einem höheren Unfallrisiko ausgesetzt. Bei eher geringen finanziellen Rücklagen kann eine private Unfallversicherung daher sinnvoll sein, da sie den Schutz über die Krankenkasse und Pflegeversicherung noch erweitert.

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1.5. Unfallversicherung für ein Kind: Was sollten Sie beachten?

Grundsätzlich ist eine Unfallversicherung für Kinder nicht zwangsläufig erforderlich. Zwar passieren Kinder viele Missgeschicke, dass diese jedoch zu dauerhaften Schäden führen, ist allerdings sehr selten der Fall.

Ob für Ihr Kind eine private Unfallversicherung sinnvoll ist, hängt daher vom individuellen Risiko ab. Treibt es etwa viel Sport und ist dieser mit einem hohen Risiko verbunden, sollten Sie über einen Abschluss nachdenken. Besucht ein Kind einen Kindergarten oder eine Schule, greift darüber hinaus die gesetzliche Versicherung vor Ort, die auch den Weg dorthin abdeckt.

Ein Mann hat eine Schiene am Knie und geht auf Krücken.

Unfallversicherungs-Testsieger punkten auch mit verbraucherfreundlichen Service-Leistungen. So leisten einige Anbieter einen Teil der Invaliditätssumme schon im Voraus, auch wenn die Invalidität noch nicht abschließend festgestellt ist.

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2. Was deckt eine Unfallversicherung ab?

Eine Unfallversicherung deckt in erster Linie die Folgen einer Invalidität verschiedener Körperteile ab, die direkt auf einen Unfall zurückzuführen ist. Sie greift grundsätzlich nicht bei kurzfristigen Unfallfolgen oder Krankheiten, wobei die genaue Definition eines Unfalls im Tarif entscheidend ist.

Wovon eine Zahlung konkret abhängt und welche Ausschlüsse häufig in Tarife integriert sind, erfahren Sie in folgendem Kapitel.

2.1. Wann zahlt die Unfallversicherung konkret?

Grundsätzlich definieren Unfallversicherungen einen Unfall als ein Ereignis, das plötzlich und unfreiwillig eintritt sowie von außen auf den Körper einwirkt. Einige Beispiele für Unfälle, die dieser Definition entsprechen:

  • Sie fallen bei einer Reparatur von der Leiter.
  • Sie wischen den Boden und rutschen auf dem nassen Boden aus.
  • Sie werden von einem herunterfallenden Ast getroffen.
  • Sie stürzen beim Skifahren.

Damit selbst die beste Unfallversicherung zahlt, muss daraus eine dauerhafte körperliche Einschränkung resultieren, die voraussichtlich mindestens drei Jahre Bestand hat. Diese Beeinträchtigung muss innerhalb einer festgelegten Frist, häufig zwischen 12 und 15 Monaten, ärztlich festgestellt werden.

Hinweis: Achten Sie vor dem Abschluss genau auf mögliche Ausschlüsse und möglichst lange Fristen. Wenn Sie diese versäumen, kann die Versicherung die Leistung verweigern. In vielen Tarifen lässt sich die Definition eines Unfalls allerdings noch erweitern, sodass auch der Schutz weitreichender ist.

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2.2. Was für Ereignisse gelten nicht als Unfall?

Nicht jedes Ereignis, das umgangssprachlich als „Unfall“ bezeichnet wird, ist auch versichert. Die Versicherungsbedingungen definieren den Unfall sehr genau. Einige Beispiele für Ereignisse, die je nach Tarif oder grundsätzlich ausgeschlossen sind:

  • Fehlende äußere Einwirkung: Inneren Ursachen wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle treten zwar plötzlich auf, ein äußerer Einfluss lässt sich allerdings schwer nachweisen. Unfallversicherungs-Testsieger leisten aber auch dann, wenn Sie etwa durch einen Herzinfarkt mit dem Fahrrad stürzen.
  • Allmähliche Gesundheitsschäden: Dauerhafte Belastung oder Verschleiß sind keine plötzlich eintretenden Ereignisse. Die gesundheitlichen Folgen sind daher in der Regel nicht abgedeckt.
  • Bewusst herbeigeführte Ereignisse: Selbstverletzungen oder Suizidversuche sind keine unfreiwilligen Ereignisse und daher grundsätzlich ausgeschlossen.

Gut zu wissen: Auch die Teilnahme an Extremsportarten kann je nach Tarif ausgeschlossen sein. Wenn Sie risikoreiche Hobbys haben, prüfen Sie genau, ob diese im Tarif eingeschlossen sind oder separat abgesichert werden müssen.

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2.3. Welche Rolle spielen Vorerkrankungen und grobe Fahrlässigkeit?

Vorerkrankungen können die Leistung deutlich beeinflussen. Viele Versicherer berücksichtigen sogenannte Mitwirkungsanteile. Wenn eine bestehende Erkrankung dazu beigetragen hat, dass die Unfallfolgen schwerer ausfallen, kann die Leistung gekürzt werden.

Beispiel: Sie stürzen und verletzen sich, wobei eine bestehende Knochenerkrankung die Folgen verschlimmert. Die Versicherung zahlt unter Umständen nur anteilig.

Beachten Sie, dass es unterschiedliche Regelungen zu grob fahrlässigem Verhalten geben kann. Einige Tarife schließen ein Verhalten aus, bei dem allgemeine Sorgfaltspflichten missachtet werden, und es daraufhin zu einem Unfall kommt. Immer häufiger wird jedoch auf den Einwand grober Fahrlässigkeit verzichtet.

Nicht versichert sind grundsätzlich Unfälle unter starkem Alkoholeinfluss oder Drogenkonsum.

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2.4. Welche weiteren Ausschlüsse sollten Sie in den Bedingungen genau prüfen?

Die konkreten Ausschlüsse unterscheiden sich je nach Anbieter und Tarif teilweise erheblich. Zusätzlich wichtig können etwa folgende Regelungen sein:

  • Alkoholklauseln: Ab welchen Promillewerten entfällt der Schutz?
  • Infektionen und Vergiftungen: Sind diese mitversichert oder ausgeschlossen?
  • Psychische Folgen: Werden diese anerkannt oder nicht?

Insbesondere bei auffallend günstigen Tarifen können Fallstricke lauern, sodass Sie die Versicherungsbedingungen immer genau prüfen sollten.

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2.5. Wie kann der Unfallbegriff in der Versicherung noch erweitert werden?

In einigen Tarifen kann den Unfallbegriff über „plötzlich, von außen, unfreiwillig“ hinaus erweitert werden. Dadurch können Eigenbewegungen wie Verrenkungen, Verletzungen durch erhöhten Kraftaufwand, Infektionen nach Insektenstichen, Vergiftungen oder bestimmte innere Ursachen mitversichert sein.

Auch psychische Folgen können zum Teil eingeschlossen werden, allerdings kann sich durch entsprechende Erweiterungen der Tarif deutlich verteuern.

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3. Welche Leistungen zahlt eine private Unfallversicherung?

Die wichtigste Leistung ist eine einmalige Kapitalzahlung, deren Höhe vom Invaliditätsgrad und der vereinbarten Versicherungssumme abhängt. Zusätzlich können je nach Tarif Leistungen wie eine Unfallrente, Krankenhaustagegeld, kosmetische Operationen oder die Übernahme von Bergungs- und Behandlungskosten enthalten sein.

Im Folgenden geben wir Ihnen einen Überblick.

3.1. Was ist die Invaliditätssumme bei einer Unfallversicherung?

Test der Unfallversicherungen: Ein Mann sitzt mit einer Armprothese an einem Laptop.

Verlieren Sie infolge eines privaten Unfalls ein Körperteil, können Sie die Kapitalleistung auch für zusätzliche Behandlungen oder spezielle Prothesen einsetzen, die von der Krankenkasse nicht oder nur zum Teil übernommen werden. Die besten Unfallversicherungen im Vergleich leisten bereits ab einer Invalidität von 1 %.

Die Invaliditätssumme ist eine Einmalzahlung der Unfallversicherung, die Sie für Umbauten, Pflege oder Einkommensausfälle nutzen können. Daher ist diese Leistung entscheidend für Ihre finanzielle Absicherung.

Die vereinbarte Versicherungssumme im Tarif bildet die Basis für die ausgezahlte Invaliditätssumme und sollte in der Höhe auf Ihren Bedarf im Versicherungsfall abgestimmt sein.

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3.2. Welche Versicherungssumme ist empfehlenswert?

Als Orientierung gilt mindestens das 3- bis 6-Fache Ihres Jahresbruttoeinkommens. Für Kinder oder nicht erwerbstätige Personen sollten Sie ebenfalls eine ausreichend hohe Summe wählen, da hier keine Einkommensabsicherung greift.

Tipp: Setzen Sie lieber etwas höher an. Eine Versicherung, die Ihnen im Schadenfall kaum hilft, ist wenig sinnvoll. Häufig werden die finanziellen Folgen eines schweren Unfalls unterschätzt.

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3.3. Welche Rolle spielen Gliedertaxe und Progression?

Die Gliedertaxe und die sogenannte Progression gehören zu den wichtigsten Stellschrauben einer Unfallversicherung.

Dabei werden einzelnen Körperteilen tabellarisch Prozentwerte zugeordnet, womit der Grad der Auszahlung im Schadenfall bestimmt wird. Versicherungen können verschiedene Gliedertaxen anwenden, die je nach Gewichtung Vor- und Nachteile für Versicherte bieten.

Mit einer sinnvoll gewählten Progression können Sie dafür sorgen, dass die Leistung bei schweren Invaliditätsgraden überproportional ansteigt.

Beispiel: Sie schließen einen Tarif mit einer Versicherungssumme von 200.000 Euro ab. Nach einiger Zeit ist Ihre Schulter durch einen Unfall dauerhaft geschädigt.

Laut Gliedertaxe Ihres Tarifs ist der Invalidität dieses Körperbereichs ein Invaliditätsgrad von 50 % zugeordnet. Entsprechend erhalten Sie auch 50 % der Versicherungssumme ausgezahlt, also 100.000 Euro. Bei einer vereinbarten Progression von 200 % und einem linearen Progressionsmodell würde die Auszahlung auf 200.000 Euro ansteigen.

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3.4. Was bieten Zusatzleistungen bei Unfallversicherungen?

Neben der Invaliditätsleistung bieten viele Tarife zusätzliche Bausteine, die den Versicherungsschutz erweitern.

Typische Zusatzleistungen sind:

  • Unfallrente: Monatliche Zahlung bei schwerer Invalidität.
  • Krankenhaustagegeld: Finanzielle Unterstützung für jeden Tag im Krankenhaus.
  • Genesungsgeld: Anschlussleistung nach einem Krankenhausaufenthalt.
  • Todesfallleistung: Einmalzahlung an Hinterbliebene.
  • Bergungskosten: Übernahme von Rettungs- und Suchkosten.
  • Kosmetische Operationen: Leistungen nach sichtbaren Verletzungen.

Nicht jeder Zusatzbaustein ist automatisch sinnvoll. Prüfen Sie genau, welche Leistungen zu Ihrer Lebenssituation passen. Wenn Sie etwa viel beim Klettern unterwegs sind, sollten Sie entsprechend Bergungs- und Transportkosten mitversichern.

Bei Leistungen wie Unfallrente oder Krankenhaustagegeld lohnt es sich, Alternativen wie die BU-Rente oder eine separate Krankentagegeldversicherung zu vergleichen. Möchten Sie Hinterbliebende im Todesfall absichern, steht Ihnen auch eine Risikolebensversicherung zur Auswahl.

Eine verletzte Person sitzt am Boden einer Produktionshalle während sich ein anderer Arbeiter um sie kümmert.

Die gesetzliche Unfallversicherung greift nur bei Arbeits- und Wegeunfällen. Dennoch ist es meist nicht notwendig, eine private Unfallversicherung nur für die Freizeit abzuschließen. Es sei denn, Sie leben sehr aktiv und gehen Sportarten mit hohem Verletzungsrisiko nach.

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4. Was kostet eine Unfallversicherung?

Die Kosten für eine Unfallversicherung können stark variieren. Einfache Tarife gibt es bereits für wenige Euro im Monat, während leistungsstarke Policen für Personen in hoher Risikoklasse wesentlich teurer sind.

Entscheidend ist jedoch nicht der Preis allein, sondern das Verhältnis von Beitrag und Leistung. Welche Faktoren die Kosten beeinflussen und wie Sie Tarife sinnvoll vergleichen, erfahren Sie im Folgenden.

4.1. Welche Faktoren beeinflussen die Höhe der Beiträge?

Die Beitragshöhe einer Unfallversicherung richtet sich nach mehreren individuellen Merkmalen. Sehr hohen Einfluss hat die Höhe der Versicherungssumme. Steigt diese Komponente stark an, erhöht sich auch Ihr Beitrag deutlich.

Dazu kommen weitere typische Einflussfaktoren:

  • Alter: Jüngere Personen zahlen tendenziell geringere Beiträge als ältere.
  • Beruf: Körperlich riskante Bereiche wie etwa das Handwerk führen auch zu höheren Kosten.
  • Freizeitverhalten: Risikoreiche Hobbys wie Klettern oder Motorsport können den Beitrag erhöhen.
  • Zusatzleistungen: Bausteine wie Unfallrente oder Krankenhaustagegeld verteuern den Tarif.

Darüber hinaus hat Ihre Gesundheit Einfluss auf die Kosten. Bevor Sie eine Unfallversicherung abschließen können, müssen Sie bei mehreren Versicherern einen Fragebogen über Ihren Gesundheitsstand ausfüllen. Je nach Anbieter kann der Fragebogen unterschiedlich lang sein. Beantworten Sie diese Fragen allerdings nicht wahrheitsgemäß, müssen Sie im Schadenfall möglicherweise mit Kürzungen rechnen.

Tipp: Durch eine jährliche Zahlung können Sie im Vergleich zu einer monatlichen Abrechnung zusätzlich Beiträge sparen.

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4.2. Wie unterscheiden sich günstige und leistungsstarke Tarife?

Günstige Tarife wirken auf den ersten Blick attraktiv, bieten jedoch häufig nur einen eingeschränkten Schutz.

Typische Merkmale günstiger Policen:

  • Niedrige Versicherungssummen
  • Keine oder geringe Progression
  • Schwächere Gliedertaxe
  • Mehr Ausschlüsse in den Bedingungen

Beispiel: Ein 35-jähriger Selbstständiger mit Bürojob und geringem Unfallrisiko, keine Vorerkrankungen, kaum Zusatzleistungen. Bei einer Versicherungssumme zwischen 50.000 bis 100.000 Euro ohne Progression müsste diese Person etwa mit einem monatlichen Beitrag von 3 bis 6 Euro rechnen.

Leistungsstarke Tarife hingegen zeichnen sich aus durch:

  • Hohe Grundsummen
  • Deutliche Progression bei schweren Unfällen
  • Sinnvolle erweiterte Leistungen (z. B. Bergungskosten, kosmetische Operationen)
  • Verbraucherfreundlichere Vertragsbedingungen

Beispiel: Ein 35-jähriger selbstständiger Handwerker mit hohem Unfallrisiko sowie erweiterten Zusatzleistungen. Bei einer Versicherungssumme von 200.000 Euro und einer Progression von 250 % bis 500 % müsste diese Person etwa mit einem monatlichen Beitrag von mindestens 50 Euro rechnen.

Beachten Sie, dass sehr günstige Tarife häufig kaum über das hinausgehen, was Ihnen eine Berufsunfähigkeitsversicherung bei Unfällen bietet. Selbstständige in körperlichen Berufen sollten besonders darauf achten, dass keine unnötigen Versorgungslücken entstehen.

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4.3. Welche Anforderungen erfüllen die besten Unfallversicherungen der Stiftung Warentest?

Die Stiftung Warentest hat in ihrem Test (Stand: Februar 2026) 120 Unfallversicherungen unter die Lupe genommen. Als sehr wichtiges Kriterium erachtet die Stiftung Warentest eine möglichst hohe Invaliditätssumme in den Tarifen, die auch schon bei geringer Invalidität von 1 % auszahlen. Darüber hinaus wird eine möglichst weite Auslegung des Unfallbegriffs empfohlen.

Acht Tarife schnitten dabei sehr gut, viele weitere immerhin mit der Bewertung „gut“ ab.

Eine Pflegerin hilft einem älteren Mann mit einer Krücke beim Laufen.

Die besten Unfallversicherungen für Rentner bieten neben einer angemessenen Sofortleistung auch sogenannte Assistance-Leistungen wie Fahrdienste oder Haushaltshilfen.

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5. FAQ – Häufig gestellte Fragen von Lesern, die nach Unfallversicherung-Tests oder -Vergleichen suchen

5.1. Gilt der Versicherungsschutz auch im Ausland?

Die privaten Unfallversicherungen im Vergleich bieten in der Regel weltweiten Schutz, unabhängig davon, ob Sie sich im Urlaub oder auf Geschäftsreise befinden. Achten Sie jedoch auf mögliche Einschränkungen bei längeren Auslandsaufenthalten sowie auf Zusatzleistungen wie Bergungskosten oder Rücktransport.

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5.2. Kann man die Unfallversicherung im Vergleich jederzeit kündigen?

Eine Kündigung ist meist nur zum Ende der Vertragslaufzeit möglich, wobei eine Kündigungsfrist eingehalten werden muss. Zusätzlich besteht ein Sonderkündigungsrecht, etwa nach einem Schadensfall oder bei Beitragserhöhungen durch den Versicherer.

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5.3. Welche Sportarten sind mitversichert?

Die meisten gängigen Freizeit- und Breitensportarten sind in der Regel mitversichert. Dazu zählen etwa Fußball, Radfahren oder Skifahren. Einschränkungen können etwa bei Extremsportarten oder Motorsport bestehen, die teilweise ausgeschlossen oder nur gegen Aufpreis versichert sind.

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5.4. Gibt es Unfallversicherungen auch für Familien?

Viele Versicherer bieten spezielle Familien-Unfallversicherungen an. Diese bündeln den Schutz für Eltern und Kinder in einem gemeinsamen Vertrag und sind oft günstiger als mehrere Einzelpolicen.

Wichtig ist zu prüfen, ob alle Familienmitglieder gleichwertig abgesichert sind, welche Leistungen für Kinder gelten und wie sich Änderungen wie Geburt, Trennung oder volljährige Kinder auf den Vertrag auswirken.

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5.5. Welche Unfallversicherung ist die beste?

Die beste Unfallversicherung ist die, die zu Ihrem persönlichen Risiko und Absicherungsbedarf passt. Wichtig sind in jedem Fall eine ausreichend hohe Invaliditätssumme sowie kundenfreundliche Bedingungen ohne unnötige Ausschlüsse.

Achten Sie besonders auf lange Melde- und Feststellungsfristen, damit Ansprüche nicht verfallen. Darüber hinaus auf Tarife, die auch bei grober Fahrlässigkeit leisten und bei Bedarf Leistungen wie Bergungskosten oder kosmetische Operationen enthalten.

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Quellenverzeichnis