Ein Streuwagen, mit dem Rasen auf Erde ausgesäht wird.

Statt Rasensamen oder Düngemittel mit der Hand aufzutragen, bevorzugen viele Gartenaffine die Verwendung eines Streuwagens – vor allem bei größeren Flächen. Neben der Zeitersparnis und der rückenschonenden Anwendung sprechen sich viele zudem für ein gleichmäßigeres Ergebnis aus. Dies erzielen Sie allerdings nur, wenn Sie den Streuwagen auch korrekt anwenden. In diesem Ratgeber besprechen wir, wann ein Streuwagen im Garten zum Einsatz kommt, wie sie diesen nutzen und ob Sie den Wagen ausschließlich für Anwendungen im Garten verwenden können.

1. Wann setzen Sie einen Streuwagen im Garten am besten ein?

Mit einem Streuwagen lassen sich Rasensamen ausbringen, ebenso wie Düngemittel. Als vorteilhaft gilt, dass sich die Mittel auf diese Weise gleichmäßig auf eine Fläche auftragen lassen. Dies ist wichtig, um auf der einen Seite eine Überdüngung zu vermeiden und auf der anderen Seite und ein einheitliches Rasenbild zu erzielen. Zum Düngen eignet sich neben feinkörnigem Granulat auch Streugut in Pulverform.

Oft werden die Streuwagen auch als Düngerstreuer bezeichnet, da sie vielerorts vor allem zum Auftragen von Düngemitteln verwendet werden.

Außerdem kommen die praktischen Streuwagen auch zum Einsatz, um Bodenaktivatoren auf den Rasen aufzutragen, ebenso wie Unkraut- oder Moosvernichter. Überdies ist auch das Ausbringen von Wildblumensamen auf diese Weise möglich.

1.1. Kann der Streuwagen auch bei Glätte für Salz oder Splitt verwendet werden?

Neben dem Auftragen von Düngemittel und dem Säen von Rasen kann der Streuwagen auch während der kalten Jahreszeit nützlich sein: So können Sie ihn auch zum Verteilen von Streusalz oder Splitt nutzen, um gegen glatte Untergründe vorzugehen.

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2. Gibt es unterschiedliche Streuwagen?

Streuwagen ist nicht gleich Streuwagen: Angeboten werden Walzenstreuer, Schleuderstreuer und Handstreuer. Nun fragen Sie sich vielleicht, ob ein klassischer Streuwagen oder doch ein Handstreuer die bessere Wahl wäre. Nachfolgend stellen wir Ihnen die unterschiedlichen Modelle vor.

Ein Streuwagen mit Dosierungshebel.

Ein Streuwagen mit Dosierungshebel lässt Sie die Menge des Düngers oder Streusalzes genauer einstellen.

2.1. Walzenstreuer

Der Walzenstreuer gilt als Klassiker unter den Streuwagen: Durch kleine Öffnungen im Gehäuseboden fällt das Streumittel auf den Untergrund. Die Weite der Öffnungslöcher kann individuell angepasst werden. Um Einstellungen am Rasensamen-Streuwagen vorzunehmen, sind diese oft mit einer Stellschraube oder einem Dosierhebel ausgestattet. Außerdem wird die Menge des Streuguts mittels einer sich rotierenden Walze reguliert.

Infrage kommt der Walzenstreuer als Gerät zum Rasen säen kleiner sowie mittelgroßer Flächen ebenso wie für verwinkelte Bereiche. Hierbei haben die Walzenstreuer oft eine Streubreite von 30 bis 60 Zentimetern.

2.2. Schleuderstreuer

Schleuderstreuer werfen das Streugut in nahezu alle Richtungen ab – lediglich nach hinten und somit in Richtung des Anwenders wird das Streumittel nicht geschleudert. Oft werden die Schleudersteuer auch als Zentrifugalstreuer bezeichnet, da die Rasensamen oder der Dünger mittels Zentrifugalkraft verteilt wird, nachdem das Produkt auf einen sich drehenden Streuteller fällt.

Geeignet sind die Schleuderstreuer aufgrund der hohen Reichweite von bis zu sechs Metern für mittelgroße sowie große Flächen. Die Streubreite wird hierbei durch die Schrittgeschwindigkeit bedingt.

Für verwinkelte Flächen eignet sich diese Maschine zum Säen von Rasen sowie zum Auftragen von Dünger allerdings nur bedingt, da der Auswurf wenig präzise ist.

2.3. Handstreuer

Neben den Streuwagen gibt es auch die kleineren Handstreuer. Hierbei handelt es sich um die tragbare Variante eines Schleudersteuers, ausgestattet mit Griff und manueller Kurbel. Alternativ gibt es auch Modelle, bei denen das Streugut herausgeschüttelt wird – ähnlich wie bei einem Salzstreuer.

Infrage kommen diese sehr handlichen Streuer für kleine Flächen wie zum Beispiel Wege oder Einfahrten. Außerdem können Sie auch an schwer zugänglichen Bereichen mit diesem Gerät Rasen säen oder Düngemittel verteilen.

Ein Handstreuer für den Garten.

Handstreuer sind seltener und eignen sich eher für kleine Flächen.

3. Anwendung in der Praxis: Wie streuen Sie Dünger richtig aus?

Um mit einem Streuwagen Rasen zu säen oder Dünger aufzutragen, gehen Sie wie folgt vor:

  1. Befüllen des Streuwagens: Füllen Sie das Streugut auf einem festen Untergrund ein, beispielsweise im Keller, der Garage oder der Terrasse. Befüllen Sie den Wagen unmittelbar auf der Wiese bzw. dem Boden, könnten die Rasensamen oder das Düngemittel in zu großen Mengen auf den Boden gelangen.
  2. Wählen Sie eine geeignete Streustufe: Informationen hierzu finden Sie meist auf den Verpackungen des Düngemittels oder der Rasensamen. Insbesondere bei Dünger ist die Wahl einer geeigneten Stufe wichtig, um eine Überdüngung des Untergrunds zu vermeiden.
  3. Ziehen Sie gerade Bahnen: Bewegen Sie den Streuwagen in geraden Bahnen. Idealerweise sollten sich die Fahrspuren leicht überlappen, um so Lücken zu vermeiden.
  4. Abdrehen des Düngerstreuers: Bleiben Sie stehen, wollen Sie wenden oder den Streuvorgang abschließen, sollten Sie die Öffnung bzw. die Löcher verschließen. Nutzen Sie hierfür den Hebel oder die Stellschraube.

Mit einem Schleuderstreuer oder Handsteuer gehen Sie ganz ähnlich vor. Mit diesen wird der Dünger kreisförmig verteilt, statt ihn in geraden Bahnen aufzutragen. Bei den kleineren Handstreuern entfällt zudem das Abdrehen des Düngerstreuers, da diese händisch geführt werden.

Sollten Sie den Streuwagen ziehen oder schieben? Es wird empfohlen, den Streuer vor sich herzuschieben, da Sie so die beste Sicht auf das bisher verteilte Streugut haben.

3.1. Wie gehen Sie nach dem Düngen vor?

Nach dem Auftragen des Streuguts sollten Sie die Fläche ausreichend bewässern. Auf diese Weise wird der Dünger aktiviert. Nutzen Sie hierfür einen Gartenschlauch, kombiniert mit einer Sprühdüse.

Ein Streuwagen von oben.

Befüllen Sie einen Streuwagen immer gleichmäßig.

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3.2. Wie gehen Sie nach dem Auftragen von Rasensamen vor?

Haben Sie einen Handstreuer oder Streuwagen verwendet, um Rasensamen auszustreuen, empfiehlt es sich, diese nach dem Auftragen in den Boden einzuarbeiten bzw. anzudrücken. Somit verhindern Sie, dass die Samen vertrocknen oder von Vögeln verspeist werden.

Im Anschluss sollten Sie den Boden angießen. Gehen Sie hierbei vorsichtig vor, damit die Samen vom Wasser nicht weggespült werden. Halten Sie die Fläche in den nächsten Wochen auch weiterhin feucht, damit die Rasensamen keimen können. Idealerweise befeuchten Sie den Untergrund morgens und abends.


Zur Autorin:

Seit 2021 unterstützt Maja Mainka das Redaktionsteam von Vergleich.org bei allen Themen rund um Sport und Outdoor-Aktivitäten. Sie erstellt als Fachautorin für alle Themen rund um Garten, Outdoor und Sport regelmäßig Produktvergleiche, um unseren Leser:innen dabei zu helfen, das beste Produkt für ihre Bedürfnisse zu finden. In ihrer Freizeit entspannt Maja gern beim Gärtnern auf ihrer Terrasse.

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Bildnachweise: Adobe Stock/cuhle-fotos, Adobe Stock/Marcel Paschertz, Adobe Stock/JJ Gouin, Adobe Stock/Marcel Paschertz (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)