
Regenwasser ist eine kostengünstige Alternative zu unserem Trinkwasser. Das Bewässern von Pflanzen, Bäumen, Obst und Gemüse ist seine einfachste und sinnvollste Nutzung. Viele Pflanzen vertragen Regenwasser sogar besser als hartes Trinkwasser, z.B. Rhododendren oder Geranien.
Für eine optimale Bewässerung bedarf es aber auch des richtigen Werkzeugs. Für viele Gärtner:innen gehören deshalb die Gießkanne und der Gartenschlauch zur Grundausstattung.
1. Welches sind die wichtigsten Bewässerungssysteme?
Zum Bewässern Ihres Rasens und der Pflanzen stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl. Zu den grundlegenden Werkzeugen gehören hier definitiv eine Gießkanne und ein Gartenschlauch.
Tipp: Eine Gießkanne ist im gewissen Sinne die nachhaltigere Alternative zu einem Gartenschlauch, da sich der Wasserverbrauch besser kontrollieren lässt. Insbesondere bei empfindlichen Pflanzen und Blumen kann dies ein entscheidendes Kriterium sein.
Bei einem großen Garten ist ein Schlauch unabdingbar. Hier sollten Sie auf hochwertige Materialien und eine gute Verarbeitung setzen.
Auf einen handelsüblichen PVC-Gartenschlauch sollten Sie verzichten. Schläuche aus diesem Material enthalten oft Weichmacher und Blei oder Calcium, die an das Wasser abgegeben werden könnten. Zudem hat es eine sehr schlechte Recyclingfähigkeit.
Darum ist es bei einem Neukauf wichtig, sich für eine PVC-freie Variante zu entscheiden. Achten Sie bei hier unbedingt auf das Gewicht, da PVC-freie Gartenschläuche in der Regel deutlich schwerer sind.
Je nach Einsatzbereich können unterschiedliche Materialien besser geeignet sein. Für eine gute Übersicht stellen wir in der folgende Tabelle stellen wir Ihnen zwei besonders gut geeignete Materialien und ihre Eigenschaften vor:
| Material | Vorteile | Nachteile | Eignung |
|---|---|---|---|
| Thermoplastisches Polyurethan (TPU) | flexibel leicht aufrollbar hohe Abriebfestigkeit UV-beständig | etwas teurer als PVC kann bei starker Sonneneinstrahlung schneller altern als Gummi |
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| Naturkautschuk bzw. Gummi | robust und langlebig knickfest unempfindlich gegen UV, Hitze, Frost keine Weichmacher | relativ schwer teurer als PVC und TPU |
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2. Wie bleibt Ihnen der Gartenschlauch lange erhalten?
Wenn Sie schon einen Schlauch besitzen, wollen Sie diesen vermutlich nicht häufiger als nötig austauschen. Damit Sie lange Freude daran haben, stellen wir Ihnen die wichtigsten Pflegehinweise vor.
Handelt es sich um einen Schlauch aus empfindlicherem Material, sollten Sie ihn nicht über einen längeren Zeitraum der prallen Sonne aussetzen. Die Wärmeeinstrahlung kann das Material angreifen und unter anderem zu Verformungen führen.
Aber auch übermäßige Kälte tut einem solchen Schlauch nicht gut. Deshalb sollten Sie den Gartenschlauch über den Winter nicht draußen lagern. Es bleibt meist ein Rest Wasser im Schlauch stehen, welches gefrieren und den Schlauch zum Platzen bringen kann.
Übrigens: Welchen Temperaturen der Schlauch standhält, ist meist auf dem Gartenschlauch oder der Verpackung aufgedruckt.
Kann man Gartenschläuche flicken?
Wie auch andere Modelle kann man einen Gartenschlauch mit normalen Fahrradflicken flicken. Oft kann der Gartenschlauch aber danach den angegebenen Maximaldruck nicht mehr halten. So funktioniert es auch: Das Stück Schlauch mit dem Loch herausschneiden und die beiden Schlauchteile z.B. mit Gardena-Systemteilen verbinden.
» Mehr InformationenZudem gibt es einen weiteren Grund, das Restwasser nach Gebrauch möglichst vollständig aus dem Schlauch zu entfernen: Algenbefall. Algensporen können sich im Feinstaub befinden oder aus der Regentonne stammen.
Treffen sie auf stehendes Wasser und Sonneneinstrahlung, vermehren sie sich rasant und lagern sich im Schlauch ab. Wurde der Schlauch längere Zeit nicht genutzt, sollten Sie ihn daher zunächst ohne Aufsätze einige Minuten durchspülen.
Auch mechanische Belastungen setzen dem Schlauch stark zu. Besonders schädlich sind das Drauftreten, das Überfahren mit Fahrrad oder Auto sowie der Kontakt mit den Messern eines Rasenmähers.

Haben sich mehrfach Knicke im Gartenschlauch gebildet, ist das Material meist schon beschädigt.
Achten Sie deshalb bereits beim Kauf auf eine gut sichtbare Signalfarbe, damit der Schlauch nicht übersehen wird. Lagern Sie ihn am besten aufgerollt in einem Schlauchwagen oder einer Schlauchbox, um Knicke und Beschädigungen zu vermeiden.
3. Welchen Vorteil bieten smarte Bewässerungssysteme?
Wasser wird immer häufiger zu Mangelware, weswegen ein smartes Bewässerungssystem eine große Hilfe ist. Dieses kann die Wassermenge auf die Außentemperatur, die Bodenfeuchte und die Sonnenintensität abstimmen. So gibt das System den Pflanzen nur dann Wasser, wenn diese es auch benötigen.
Dazu wird ein Sensor in den Gartenboden gesteckt und die gewonnenen Daten in einer App gesammelt. Die Bewässerungsdauer richtet sich nach der im Boden gemessenen Feuchtigkeit. Denn oft gelingt es mit einer Gießkanne oder dem Gartenschlauch nicht, das Wasser tatsächlich an die Wurzeln der Pflanzen zu bringen.

Smarte Bewässerungssysteme eignen sich für verschiedene Arten von Beeten sowie Ihren Rasen.
Auch ein Bewässerungssystem mit einem porösen Perlschlauch, der im Beet verlegt oder direkt im Erdreich unter den Wurzeln vergraben wird, ist eine wassersparende Alternative. Dieser gibt über seine Poren bei niedrigem Druck jeweils nur geringe Mengen Wasser ab.
So kann jeder Tropfen von den Pflanzen gut aufgenommen werden und das manuelle Gießen ist überflüssig. Dadurch kann das Bewässern mit einem Perlschlauch gegenüber herkömmlichen Bewässerungsverfahren mindestens 50 Prozent Wasser einsparen.
4. Welche Faktoren gibt es bei der Wartung einer Regentonne zu beachten?
Weniger Wasser aus dem Hahn zu verbrauchen ist nicht nur nachhaltig, sondern schont auch das Portemonnaie. Um das Regenwasser auffangen zu können, eignet sich am besten eine Regentonne.
Die Regentonne ist ein Kandidat, den man bei der Gartenpflege gerne mal vergisst. Aber nur wer sie regelmäßig und richtig wartet, hat lange Freude daran.

Regentonnen sind in verschiedenen Materialien erhältlich, an welche die Pflege u.U. angepasst werden muss.
4.1. Darum sollten Sie Ihre Regentonne vor Kälte schützen
Zuallererst sollten Sie Ihre Tonne immer winterfest machen. Bei Minusgraden kann es dazu kommen, dass Ihre Regentonne undicht wird. Dies hat zwei Gründe.
Der erste Grund ist, dass die Kälte das Material angreift. Dadurch kann dieses:
- spröde werden,
- an Spannung verlieren,
- eine verkürzte Lebensdauer haben und
- sogar reißen.
Andererseits kann das Wasser in der Regentonne gefrieren. Wenn es vom flüssigen in den festen Zustand wechselt, gewinnt es an Volumen, dehnt sich aus und drückt von innen gegen die Wände der Tonne. Auch das kann zu einer undichten Regentonne führen.
Damit die Regentonne den Winter unbeschadet übersteht, wird häufig empfohlen, sie vollständig zu entleeren und anschließend sicher zu verstauen. Ganz so einfach ist es aber nicht unbedingt, denn viele wollen auch im Winter vom gesammelten Regenwasser profitieren.
4.2. So nutzen Sie Ihre Regentonne auch im Winter
Wenn Sie auch im Winter Regenwasser zum Gießen Ihrer Pflanzen nutzen wollen, müssen Sie Ihre Regentonne nicht unbedingt vollständig entleeren. Je nach Material kann ein Restbestand im Inneren der Tonne verbleiben.
In der Auflistung sehen Sie, wie viel Wasser in einer Regentonne im Winter verbleiben kann:
- Regentonnen aus Polypropylen: max. ein Drittel des Füllvolumens
- Regentonnen aus High Density Polyethylen: max. drei Viertel des Füllvolumens
- Regenfässer aus Holz: ca. drei Viertel des Füllvolumens
- Regentonne aus Metall: kein Restbestand
Tipp: Wenn Sie die Regentonne an einem frostgeschützten Standort lagern, kann diese gefüllt oder ungefüllt den Winter überstehen. Ein Keller oder eine Garage bieten sich hier besonders gut an.
Bei allen Tonnen, die nicht geleert werden, sollte jedoch eine Eisschicht auf der Oberfläche vermieden werden. Prüfen Sie in besonders kalten Phasen daher den Zustand innerhalb der Tonne. Sollte sich trotz Ihrer Vorkehrungen eine Eisschicht gebildet haben, können Sie diese vorsichtig zerhacken.
Das Zufrieren können Sie außerdem durch folgende Dinge verhindern:
- Lassen Sie eine Styroporplatte auf der Wasseroberfläche schwimmen.
- Stellen Sie Stroh oder Schilfrohr senkrecht in die Regentonne.
- Füllen Sie einen wasserdichten Beutel mit Luft und legen ihn in die Tonne.

Die Bedeutung des richtigen Überwinterns der Regentonne wird häufig unterschätzt.
5. Wie kann die Regenrinne optimal genutzt werden?
Wenn Sie Ihre Regentonne direkt unter Ihre Regenrinne stellen, kann diese sich ohne Ihr weiteres Zutun beim nächsten Wolkenbruch schnell füllen. Dass Sie dadurch auf nachhaltige und einfache Weise an Wasser zum Gießen kommen, ist jedoch nicht der einzige Vorteil.
Schließlich leitet eine Regenrinne das Wasser vom Dach dorthin, wo es vom Gebäude weg und kontrolliert abfließen kann. Somit schützen diese Installationen Fassaden, Fenster, Türen und Fundamente vor Wasserschäden und helfen, Überschwemmungen in Kellern zu verhindern.
Damit Sie auch langfristig effektiv Ihr Zuhause zu schützen, muss eine Regenrinne aber genauso regelmäßig gepflegt werden wie die herkömmlichen Gartenwerkzeuge. Man sollte sie am besten mindestens ein- oder zweimal im Jahr sauber machen, besonders wenn Bäume nah am Haus stehen.
Dafür gehen Sie Schritt für Schritt vor:
- Holen Sie losen Schmutz und Blätter heraus. Beginnen Sie am besten an einem Abfluss und arbeiten Sie sich von ihm weg.
- Spülen Sie mit einem Schlauch durch. Arbeiten Sie diesmal in Richtung Abfluss.
- Gibt es verkrusteten Schlamm, der sich nicht mit dem Schlauch entfernen lässt, muss dieser nun mit einer Scheuerbürste entfernt werden.
- Spülen Sie noch einmal abschließend durch.
Hinweis: Damit das Reinigen der Regenrinne möglichst effektiv ist, sollten Sie die richtigen Zeitpunkte abpassen. Einer liegt im Frühjahr, bevor der Frühlingsregen kommt, und der andere kommt mit dem Ende des Herbsts, nachdem die Blätter gefallen sind.
Zur Autorin
Sabine Haag gehört zu den erfolgreichsten Ordnungsexpert:innen Deutschlands. Bereits seit 2012 – und damit lange bevor das Thema Ordnung in den Sozialen Medien groß wurde – teilt sie ihre Expertise auf ihrer Website Ordnungsliebe.net und gibt darüber hinaus sowohl auf Instagram als auch auf ihrem YouTube-Kanal hilfreiche Ordnungs-Tipps. Mit ihrem selbst erarbeiteten und umfangreichen Wissen bildet sie außerdem als Trainerin angehende Ordnungsexpert:innen aus.
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