Das Wichtigste in Kürze
  • In Bereichen wie der Jagd, der Zucht und bei Tierversuchen werden Tierschutzorganisationen aktiv und gehen gegen das durch den Menschen verursachte Tierleid vor. Tierschutzorganisationen werden zudem im Ausland aktiv: Sie sorgen sich weltweit um die Lebewesen, die Hilfe brauchen.
  • Um Kampagnen ausführen zu können, sind Tierschutzorganisationen auf Spenden angewiesen. Den größten Teil ihrer Finanzierung ziehen sie aus privaten Spendengeldern. Durch viele freiwillige Helfer sowie Mitglieder werden Projekte vorbereitet und umgesetzt. Das Ziel ist bei allen Tierschutzorganisationen das gleiche: Sie wollen aufklären und gegen Tierleid vorgehen.
  • In unserer Vergleichstabelle sehen Sie auf einen Blick, wo der Fokus der jeweiligen Organisation liegt. Außerdem findne Sie eine Auswahl an Engagement-Möglichkeiten: Unterschreiben Sie Online-Petitionen, spenden Sie oder werden Sie selbst aktiv!

Tierschutz Schweine

Wenn Sie an Tierleid denken, fallen Ihnen sicher direkt Elefanten und Tiger ein, die von Wilderern gejagt werden. Auch die Pelzindustrie und Massentierhaltung steht jährlich mehr in der öffentlichen Kritik.

Weniger bekannt sind Probleme, die Haus- und Heimtiere betreffen: Tierversuche für Kosmetik, Medizin und Studienzwecke über gezielt krank gemachte Hunde, Hasen und Mäuse. Auch die Überpopulation, hervorgerufen durch Massenzuchten und fehlende Kastrationen, führen zu Tierleid. Tierheime quellen über und Tötungsstationen sind der „Lösungsweg“.

Der Vorreiter RSPCA

Die älteste Tierschutzorganisation ist die RSPCA (Royal Society for the Prevention of Cruelty to Animals), die bereits 1824 als SPCA in England gegründet wurde und zu den größten Spendenorganisationen der Welt gehört.

Schwesterorganisationen entstanden in den USA, in Australien und in Neuseeland, nicht aber in Deutschland.

An dieser Stelle kommen Tierschutzorganisationen und Tierschützer zum Einsatz. Der Tierschutz wird von Menschen mobilisiert, die Tieren ein artgerechtes Leben ermöglichen wollen. Die meisten Tierschutzorganisationen haben sich im 19./20. Jh. gegründet, da die Industrialisierung das Tierleid durch den technischen Fortschritt explosionsartig vorangetrieben hat.

In welchen Bereichen Tierschutzorganisationen tätig werden und wie der Tierschutz finanziert sowie umgesetzt wird, erfahren Sie in diesem Tierschutzorganisationen Artikel.

Umweltschutz Meer

1. Wo wird Tierschutz aktiv?

1.1. Jagd

Die Jagd hat einige Facetten und geht viel weiter, als das Schießen von Wildschweinen und Hirschen in Deutschland. Zur Jagd zählen legale und illegale Aktivitäten:

  • Jagdverbände (legal)
  • Fisch- und Walfang (länderspezifisch)
  • Wilderer (illegal)

Jagdverbände werden in der Bevölkerung unterschiedlich betrachtet. Befürworter berufen sich auf die gezielte Regulierung frei lebender Wildtierbestände, um eine Überpopulation zu vermeiden oder den Ausbruch einer Krankheit einzudämmen. Die PETA beispielsweise spricht gegen diese Form der Jagd. Sie sei „unnötig, kontraproduktiv und grausam“, weil:

  1. Änderung vom Lebensrhythmus: Wildtiere überqueren Straßen, leben in Städten, vermehren sich mehr
  2. grausame Jagdmethoden: Tierleid durch Fehlschüsse, Fallen und Hundeeinsatz
  3. „Jagdunfälle“: Haustiere und Menschen werden ebenfalls an- und abgeschossen
  4. gestörte Balance: wird eine Population reduziert, steigt eine andere (ewiger Kreislauf)
  5. Ausweitung von Krankheiten: gesunde Tiere werden geschossen, kranke überleben; Tiere wandern durch die Zerstörung ihres Sozialverbandes
  6. kein gesundes Fleisch: Bleikugeln und die mangelhafte Wildbret-Hygiene lässt das Fleisch Grenzwerte überschreiten
  7. Trophäenjagd: die Tiere mit den besten Genen werden sinnlos getötet

Überfischung

Entertainment-Tiere

Im Zoo, Zirkus oder Tierpark werden oft Tiere gezüchtet und gehalten, die in der Natur vom Menschen illegal gejagt werden. Alle bieten keine artgerechte Haltung, da es an Platz und Unterhaltung (wie Jagen oder Artgenossen) mangelt. Delfinarien oder Orca-Shows stehen besonders in der Kritik. Tierschutzorganisationen sind deshalb gegen Tiere zur Unterhaltung des Menschen.

Fisch- und Walfang lassen sich nur getrennt betrachten. Während Fische als Nahrungsmittel gelten, ist der kommerzielle Walfang durch die geringe Population der Wale seit 1986 verboten. Der Tierschutz bemüht sich jedoch nicht nur um das Wohl der Wale, die als soziale und intelligente Wesen bei der Jagd noch dazu ethische Probleme aufwerfen, auch die Überfischung wirkt sich negativ auf das Ökosystem aus.

Festgesetzte Fangquoten werden oft überschritten und Umweltorganisationen empfinden die Fischfang-Politik als zu kurzsichtig und nicht nachhaltig genug. Studien zum Schmerzempfinden von Fischen (Reagiere ein Fisch aus Schmerz oder Reflex?) sind sich ebenfalls uneinig, was den Schutz von Fischen beeinträchtigt und schlimme Fangmethoden zulässt (Ersticken, Haken, Netze).

Wilderer sind Jäger, die illegal Tiere töten, sei es für wertvolle Bestandteile des Körpers, wie Fleisch oder Pelze, aus Spaß oder um sich selbst etwas zu beweisen. Die bekanntesten Aktivitäten von Wilderern sind der illegale Walfang, die Abschlachtung von Robbenbabys und die Tötung von Elefanten und Nashörnern: aus Tradition, für Felle, Elfenbein und Hörner.

Überzüchtung

1.2. Zucht

Zu Zeiten Lassies wollte jeder einen Langhaarcollie, auch Rex hat die Zucht von Schäferhunden angekurbelt und heute sind vor allem kleinere Rassen, wie der Mops, begehrte Begleiter im städtischen Alltag. Was viele nicht wissen: Überzüchtung ist die Folge, schwarze Schafe verkaufen Jungtiere aus Massenzuchten zu Schleuderpreisen und Lebewesen werden, wie die PETA es nennt, zur „Wegwerfware“. Das Trendtier ist somit immer der Leidtragende.

Das Ergebnis: Immer mehr Heimtiere werden „produziert“ und die Tierheime füllen sich und sind maximal ausgelastet. Durch die gesundheitlichen Probleme, die eine solche Zucht mit sich bringt, finden viele Tierheim-Tiere kein zuhause mehr und fristen ihr Dasein dort. Der Tierschutz setzt sich somit gezielt für Tierheime ein und die Vermittlung ausgesetzter Tiere. Außerdem raten sie vom Kauf von Zuchttieren ab.

Auch die sogenannten Nutztiere sind Zuchttiere, sei es die Milchkuh, das Huhn oder die Pute: mehr Milch, mehr Eier und mehr Fleisch werden angezüchtet. Wie es um das Tierleid in der Massentierhaltung steht, weiß mittlerweile jeder. Hier setzen die Tierschutzorganisationen besonders auf die Aufklärung der Menschen und das Bewirken von Gesetzesänderungen. Hier nur einen Auszug verschiedener Probleme aus dem Bereich der Milchkühe:

  • Kühe geben nur Milch, wenn sie schwanger sind und müssen somit immer trächtig gehalten werden
  • Kühe verhungern trotz Mast am Trog, da die permanente der genetisch optimierten Milchproduktion zu viel Energie verbraucht
  • männliche Kälbchen, wie die männlichen Küken, sind „Ausschussware“

Auch die Zucht von Chinchillas, Nerzen und Angorakaninchen wird noch in vielen Ländern betrieben, um deren Pelze zu erhalten. Der Pelzhandel hat nicht nur für die beliebten Tiere Folgen, auch Katzen und Hunde werden genutzt, um deren Pelze unter falscher Etikettierung an den Mann oder die Frau zu bringen. Sicher kennen auch Sie die Bilder der Käfighaltung von der Pelzindustrie – VIER PFOTEN spricht nicht grundlos von „Leiden für die Mode“.

Versuchskaninchen

1.3. Tierversuche

Warum Tierschutzorganisationen gegen Tierversuche sind, ist logisch: Tieren wird absichtlich Leid zugefügt, in der Hoffnung, neue Erkenntnisse zu gewinnen. Die Argumentation, durch Tierversuche ließen sich Medikamente entwickeln, ist strittig. Die einen halten sie für notwendig, die anderen verweisen auf alternative Möglichkeiten der Forschung (zum §7a aus dem deutschen Tischschutzgesetz).

Aber selbst für Kosmetik werden Tiere für die Verträglichkeit getestet, obwohl sie dem Menschen kaum ähneln. Oder an Universitäten, zum Beispiel während des Studiums für Medizin und Biologie, ist der Tierversuch ein Pflichtbestandteil der Ausbildung.

Bereiche:

  • Grundlagenforschung: in der Medizin & Biologie
  • Gentechnik: z.B. Optimierung von „Nutztieren“
  • Entwickeln und Erproben: Arzneimittel sowie Impfstoffe
  • Verträglichkeitsprüfung: chemische Substanzen und Kosmetika
  • Diagnostik: Menschen- und Tierkrankheiten
  • Giftigkeitstests: Schädlingsbekämpfung und Umweltgefährdungen

Tierschutz

2. Tierschutzorganisationen-Tests: Wie wird Tierschutz umgesetzt?

Über Millionenbeträge werden Projekte, Kampagnen, Öffentlichkeitsarbeiten und Mitarbeiter bezahlt. Aber was genau wird überhaupt geplant, welche Ziele sollen erreicht werden und wie wird das alles finanziert? Lesen Sie weiter und erfahren Sie mehr über das Konzept: Tierschutz als Tierschutzorganisation.

2.1. Finanzierung

Bei jeder privaten Tierschutzorganisation machen Spenden den Bärenanteil bei der Finanzierung aus. Denn eine staatliche Unterstützung gibt es nicht. Je nach Transparenz geben Tierschutzorganisationen in ihren Jahresberichten mehr oder weniger detailliert an, woher ihre Erträge rühren. Unter dem Begriff „Spenden“ und „Sonstige Einnahmen“ lassen sich nur Vermutungen anstellen.

Viele tier- und umweltliebende Menschen bedenken in ihren Testamenten Tierschutzorganisationen, weshalb ein nicht unwichtiger Anteil durch Erbschaften von verstorbenen Tierfreunden bezogen werden kann. Die folgende Tabelle zeigt Ihnen, wie Tierschutzorganisationen mit ihrem Geld wirtschaften:

Einnahmen Ausgaben
  • private Spenden (die meisten Erträge)
  • Erbschaften
  • Kooperationen
  • Vermögensverwaltungen
  • Sonstige Einnahmen
  • Projektausgaben (die meisten Ausgaben)
  • Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit
  • Personalkosten
  • Verwaltungskosten
  • Sonstige Ausgaben

2.2. Projekte

Jede Tierschutzorganisation widmet sich unterschiedlichsten Projekten, angepasst an die aktuelle Situation hilfsbedürftiger Tiere. So haben alle Organisationen ihre Projekte, die Sie durch die Einnahmen und Rücklagen stemmen müssen: Vom Schneeleoparden-Schutz des WWF, über die Rettung der letzten 300 Elefanten Malis durch den IFAW, das Beenden von Tierversuchen im Studium durch die PETA oder das Vermitteln der veganen Lebensweise durch die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt.

Petitionen: Auf der Homepage einer Tierschutzorganisation gibt es einiges zu entdecken und zu erfahren. Viele Projekte können Sie online und ohne das Haus zu verlassen unterstützen. Mit einer einfachen „Unterschrift“ bei einer Online-Petition setzen Sie sich gemeinsam mit vielen anderen Tierfreunden für das Recht der Tiere ein und bewirken vielleicht sogar ganze Gesetzesänderungen.

2.3. Aufklärung

Die Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit ist ein Balanceakt zwischen Verständnis und Unverständnis. Erfolgt die Aufklärung zu harmlos, wird sie nicht wahrgenommen und erfolgt sie aggressiv, ist das Ergebnis Abneigung anstatt Zustimmung.

Was spricht Sie mehr an und bewegt Sie aktiv am Tierschutz mitzuwirken?

Das Paten-Programm erfreut sich neben den regulären Spenden einer großen Beliebtheit: Wollen Sie der Pate eines Tigers, Löwen, Wals, Bärs oder Pferdes sein? Dann können Sie ein Tier einer Tierart als sein Pate mit Fördergeldern unterstützen.

Vor-/Nachteile einer Tier-Patenschaft:

    Vorteile
  • Sie erhalten eine Paten-Urkunde
  • Sie werden zum Projekt dauerhaft informiert
  • Patentreffen
  • andere materielle Gegenstände (z.B. WWF: ab 30 € monatlich ein Plüschtier der Patentier-Art)
  • Patenschaften lassen sich verschenken
    Nachteile
  • festgelegter Mindestbeitrag
  • je Organisation festgelegte Arten

Bildnachweise: Adobe Stock/Vansteelant Kurt, Adobe Stock/Ian Dyball, Adobe Stock/NPD stock, Adobe Stock/Osetrik, Adobe Stock/Elnur, Adobe Stock/galitskaya (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)