Das Wichtigste in Kürze
  • Ein Microwechselrichter wird direkt am Solarmodul installiert und wandelt dort Gleichstrom in Wechselstrom um.
  • Das Konzept eignet sich besonders für Balkonkraftwerke und modulweise aufgebaute Photovoltaikanlagen.
  • Entscheidend sind Leistungsklasse, Anzahl der Module, Anschlussart und mögliche Speicherintegration.

Microwechselrichter im Test: Eine LED-Anzeige mit 3 LEDs zeigt zwei grüne für Run und Power.
Microwechselrichter haben sich in den vergangenen Jahren als eigenständige Lösung innerhalb der Photovoltaik etabliert. Statt mehrere Module zu einem sogenannten String zusammenzufassen, arbeitet jedes Modul mit einer eigenen Umwandlungseinheit. Das verändert Planung, Erweiterbarkeit und Verhalten bei Verschattung deutlich.

Gerade bei kleineren Anlagen, etwa auf Balkon oder Garage, stellt sich häufig die Frage, welche Leistung sinnvoll ist. Interessant ist auch, wie viele Module angeschlossen werden können und welche rechtlichen Grenzen gelten. Gleichzeitig interessieren sich viele für die Möglichkeit, später einen Speicher zu ergänzen.

In diesem Ratgeber unseres Microwechselrichter-Vergleichs ordnen wir die verschiedenen Leistungsklassen ein, erklären die Unterschiede zu klassischen Wechselrichtern und zeigen, worauf Sie beim Kauf achten sollten. Das abschließende FAQ greift typische Praxisfragen kompakt auf, wie sie häufig auch in Microwechselrichter-Tests auftauchen.

Microwechselrichter im Test:

Gerade bei unterschiedlichen Verschattungslagen bieten Microwechselrichter oft eine gute Lösung für gezielte Steuerung.

1. Worin unterscheiden sich Microwechselrichter von String-Wechselrichtern?

Was ist ein Microwechselrichter? Kurz gesagt: Er wird am Modul installiert und wandelt den dort erzeugten Gleichstrom direkt in Wechselstrom um. Der entscheidende Unterschied zu String-Wechselrichtern liegt nicht in der Anzahl der angeschlossenen Module, sondern in der elektrischen Verschaltung und Regelung.

  • Elektrische Verschaltung: Bei einem String-Wechselrichter werden mehrere Module in Serie zu einem Gleichstrom-Strang verbunden. Sie bilden einen gemeinsamen Stromkreis. Ein Microwechselrichter arbeitet ohne solche DC-Strings. Jedes Modul – oder jeder Eingang – wird elektrisch getrennt geregelt.
  • Regelung (MPPT): In String-Systemen teilen sich mehrere Module einen oder zwei MPP-Tracker. Microwechselrichter besitzen in der Regel einen eigenen MPPT pro Modul oder pro Eingang – für 4 Module als z. B. ein Microwechselrichter mit 4 MPPT. Leistungsunterschiede wirken sich daher nicht auf andere Module aus.
  • Geräteentwicklung: Frühe Microwechselrichter waren für ein einzelnes Modul ausgelegt. Moderne Geräte können mehrere Module anschließen, arbeiten jedoch weiterhin mit separaten Eingängen und individueller Regelung. Es entsteht kein klassischer String.
  • Systemarchitektur: Beim String-System sitzt die Umwandlung zentral, während beim Microwechselrichter die DC-AC-Umwandlung direkt am Modul erfolgt. Dadurch bleiben Gleichstromleitungen kurz.
  • Einsatzbereiche: String-Wechselrichter werden überwiegend bei größeren, einheitlich ausgerichteten Dachanlagen eingesetzt. Microwechselrichter kommen häufig bei kleineren Photovoltaikanlagen oder Balkonkraftwerken zum Einsatz.

Ein Microwechselrichter ist also dadurch gekennzeichnet, dass jedes Modul oder jeder Eingang elektrisch unabhängig geregelt wird – ohne serielle DC-Verschaltung mehrerer Module.

Als dritte Bauform sind der Vollständigkeit halber Hybridwechselrichter zu nennen: Sie kombinieren die klassische Wechselrichterfunktion mit einer integrierten oder direkt angebundenen Speicherlösung und werden vor allem in größeren, zentral aufgebauten Photovoltaikanlagen eingesetzt. Im Unterschied zum Microwechselrichter arbeiten sie in der Regel nicht modulweise, sondern systemzentriert und sind darauf ausgelegt, Erzeugung, Verbrauch und Batteriespeicher innerhalb eines Gesamtsystems zu steuern.

Microwechselrichter im Test:

Balkonkraftwerke werden sehr häufig mit Microwechselrichtern mit 800 kW ausgestattet und sind teilweise als Bundle erhältlich.

2. Welche Leistungsklassen gibt es von 300 W bis 2000 W?

Die Leistung eines Microwechselrichters bestimmt, wie viele Module angeschlossen werden können und in welchem Anlagenkonzept er typischerweise eingesetzt wird. Neben der maximalen Ausgangsleistung sind Anzahl der Eingänge und der integrierten MPPT entscheidend.

Leistungsklasse Typische Anwendung
Microwechselrichter 300 Watt
  • Einzelmodul mit geringer Leistung
  • kleine Test- oder Inselanlagen
  • begrenzte Dachflächen
Microwechselrichter 400 Watt
  • Einzelmodul mit höherer Modulleistung
  • kompakte Photovoltaiksysteme
  • flexible Modulnachrüstung
Microwechselrichter 600 Watt
  • kleine Balkonanlagen
  • zwei Module mit Leistungsbegrenzung
  • einfache Erweiterbarkeit
Microwechselrichter 800 Watt
  • typische Balkonkraftwerke
  • aktuelle Einspeisegrenze in Deutschland
  • zwei leistungsstarke Module
Microwechselrichter 1.600 Watt
  • z. B. Microwechselrichter für 4 Module
  • erweiterte Balkon- oder Garagenanlagen
  • höhere Gesamtleistung mit technischer Drosselung möglich
Microwechselrichter 2.000 Watt
  • größere modulweise Systeme
  • Microwechselrichter 6 Module
  • mehrere unabhängige MPPT-Eingänge
Was bedeutet MPPT?

MPPT steht für Maximum Power Point Tracking. Es beschreibt eine elektronische Regelung, die den optimalen Arbeitspunkt eines Solarmoduls ermittelt, damit unter wechselnden Bedingungen wie Einstrahlung und Temperatur möglichst viel Leistung genutzt wird.

Unabhängig von der Leistung in Watt sind Varianten mit mehreren MPP-Trackern erhältlich, etwa ein Microwechselrichter mit 4 MPPT für unterschiedlich ausgerichtete Module. Auch ein 3-Phasen-Microwechselrichter kann bei höheren Leistungen oder besonderen Netzanforderungen sinnvoll sein.

In der Praxis stellt sich gelegentlich die Frage, ob ein Microwechselrichter 400 W ausreicht oder ein Microwechselrichter 600 W sinnvoller ist. Ein Microwechselrichter 400 W wird überwiegend bei Einzelmodulen mit moderater Nennleistung eingesetzt und eignet sich für sehr kompakte Anlagen. Ein Microwechselrichter 600 W kommt dagegen häufig bei zwei kleineren Modulen oder bei bewusst begrenzten Balkonkraftwerken zum Einsatz. Die Entscheidung hängt weniger vom Zahlenunterschied als von Modulanzahl, Modulleistung und geplanter Erweiterbarkeit ab.

Generell entscheidend ist, dass die maximale Ausgangsleistung zum geplanten Anlagenkonzept passt und mit den jeweiligen gesetzlichen Vorgaben – insbesondere bei Balkonkraftwerken – abgestimmt ist.

Tipp: Achten Sie darauf, dass die Modulleistung zur maximalen Ausgangsleistung des Microwechselrichters passt. Werden sehr leistungsstarke Module an einen begrenzten Wechselrichter angeschlossen, kann es zur sogenannten Leistungsbegrenzung kommen. Das ist technisch unkritisch, reduziert jedoch in Spitzenzeiten den möglichen Ertrag.

Microwechselrichter im Test: Ein Gartenhaus auf Rädern oder Tinyhaus mit mehreren Solarpanels auf Dach und an der Fassade.

Eine solche kleine PV-Anlage mit Microwechselrichter stellt direkt verwendbarenWechselstrom zur Verfügung. Ein großer Vorteil bei kleinen Inselanlagen.

3. Wie lassen sich Microwechselrichter und Speicher kombinieren?

Ein Microwechselrichter mit Speicher wird technisch anders umgesetzt als ein klassisches Hybrid-System. Da Microwechselrichter den erzeugten Gleichstrom bereits am Modul in Wechselstrom umwandeln, erfolgt die Speicherintegration in der Regel AC-seitig.

  • AC-gekoppelter Speicher: Ein AC-gekoppelter Speicher wird hinter dem Microwechselrichter in das Hausnetz eingebunden. Die Energie wird zunächst als Wechselstrom ins Hausnetz abgegeben und kann von dort in der Batterie gespeichert werden.
  • Microwechselrichter Speicher nachrüsten: Ein Vorteil dieser Architektur ist die Möglichkeit, einen Speicher auch später zu ergänzen. Bestehende Anlagen können meist ohne Eingriff in die DC-Seite erweitert werden.
  • Balkonkraftwerk mit Speicher: Auch bei einem Balkonkraftwerk mit Speicher bleibt die zulässige Einspeiseleistung – etwa bei einem Microwechselrichter mit 800 Watt – maßgeblich. Ein Speicher erhöht nicht automatisch die erlaubte Netzeinspeisung.
  • Microwechselrichter mit Batterie: Die Kombination aus Microwechselrichter und Batterie setzt eine kompatible Steuerung voraus. Nicht jeder Speicher kommuniziert direkt mit jedem Wechselrichter.
  • Abgrenzung zu Hybrid-Systemen: Hybrid-Wechselrichter arbeiten DC-seitig mit integriertem Batterieanschluss. Dieses Konzept unterscheidet sich grundlegend von der Kombination aus Microwechselrichter und AC-gekoppeltem Speicher.

Zusammengefasst wird ein Microwechselrichter mit Speicher typischerweise über eine AC-Kopplung realisiert. Ob eine Nachrüstung sinnvoll ist, hängt vom Eigenverbrauch, der Anlagengröße und den geltenden gesetzlichen Rahmenbedingungen ab.

Merke:
DC-seitig = vor der Umwandlung in Wechselstrom
AC-seitig = nach der Umwandlung in Wechselstrom

Microwechselrichter im Test: Ein Dach mit Flächen im 90-Grad-Winkel – auf beiden PV-Module.

Größere PV-Anlagen werden üblicherweise mit Stringwechselrichtern konzipiert, doch Microwechselrichter können z. B. sechs PV-Module individuell optimiert steuern.

4. Worauf sollten Sie laut diverser Microwechselrichter-Tests beim Kauf achten?

In den meisten Microwechselrichter-Tests werden vor allem technische Sicherheit, Effizienz und Praxistauglichkeit bewertet. Für die eigene Entscheidung sind insbesondere folgende Kriterien relevant:

  • Maximale Ausgangsleistung: Die Leistung sollte zum geplanten Anlagenkonzept passen. Für Balkonkraftwerke ist ein Microwechselrichter mit 800 Watt häufig ausreichend. Höhere Leistungsklassen eignen sich für mehrere Module oder größere Dachflächen.
  • Anzahl der MPPT und Modul-Eingänge: Ein eigener MPPT pro Modul oder Eingang ermöglicht eine präzise Leistungsregelung, insbesondere bei unterschiedlichen Ausrichtungen oder Teilverschattung.
  • Wirkungsgrad: In vielen Microwechselrichter-Tests wird neben dem maximalen Wirkungsgrad auch der sogenannte europäische Wirkungsgrad betrachtet, der typische Teillastbedingungen berücksichtigt. Ein hoher Wirkungsgrad reduziert Umwandlungsverluste und verbessert den Gesamtertrag.
  • Netzkonformität und Zertifizierung: Geräte sollten die geltenden Netzanschlussregeln erfüllen und über entsprechende Konformitätsnachweise verfügen. Das geht über die für Microwechselrichter in der EU erforderliche CE-Zertifizierung hinaus.
  • Schutzfunktionen und Überwachung: Wichtig ist, dass Übertemperaturschutz, Netzüberwachung und Abschaltmechanismen zuverlässig arbeiten. Auch Monitoring-Lösungen zur Leistungsüberwachung sind für viele ein Entscheidungskriterium, etwa per App oder Wi-Fi. Bei einigen Systemen ist hierfür zusätzlich eine separate Kommunikationseinheit – häufig als DTU (Datenübertragungseinheit) bezeichnet – erforderlich, die nicht immer im Lieferumfang enthalten ist und separat erworben werden muss.
  • Erweiterbarkeit: Wer die Anlage später ausbauen möchte, sollte prüfen, ob zusätzliche Module integriert werden können oder ob ein Microwechselrichter mit mehreren Eingängen sinnvoller ist.

Zusammengefasst zeigen Microwechselrichter-Tests, dass neben der reinen Leistung vor allem Sicherheitsstandards, Regelungstechnik und die Eignung für das jeweilige Anlagenkonzept entscheidend sind. Außerdem müssen Microwechselrichter in der EU die landesspezifischen Netzanschlussregeln erfüllen. In Deutschland ist das die VDE-AR-N 4105.

Auf dem Markt sind Microwechselrichter mit unterschiedlichen Leistungen und Zubehör unter anderem von folgenden Herstellern erhältlich: Ecoflow, Hoymiles, Deye, Solax, Growatt und Sungrow.

Tipp: Planen Sie mögliche Erweiterungen frühzeitig ein. Wer später zusätzliche Module installieren möchte, sollte einen Microwechselrichter mit mehreren unabhängigen Eingängen oder ein modular erweiterbares System wählen. Das vermeidet spätere Neuanschaffungen und unnötige Installationskosten.

Microwechselrichter im Test: Ein Balkonkraftwerk im Schatten.

Denken Sie schon beim Kauf der ersten PV-Module an eine mögliche Erweiterung – auch beim Microwechselrichter.

5. FAQ zu Microwechselrichtern

Die folgenden Antworten greifen typische Praxisfragen auf, wie sie im Umfeld verschiedener Microwechselrichter-Tests und -Vergleiche gestellt werden, und unterstützen Sie bei einer technisch sinnvollen Entscheidung.

Wir bitten um Verständnis, dass produktspezifische Fragen, wie: Welche Startspannung hat der Hoymiles HM-300 Microwechselrichter?, hier den Rahmen sprengen würden. Aber da wir diese Frage aber als Beispiel nutzen, fairerweise dazu eine Antwort: Laut Datenblatt liegt die Einschaltspannung bei 22 V. Der Betriebsspannungsbereich bei 16 – 60 V, der MPPT-Bereich für Maximalleistung bei 29 – 48 V.

5.1. Welche sind die besten Microwechselrichter?

Die besten Microwechselrichter sind diejenigen, die technisch zum jeweiligen Anlagenkonzept passen. Für ein Balkonkraftwerk mit 800 Watt gelten andere Anforderungen als für eine größere Dachanlage mit mehreren Modulen.

In diversen veröffentlichten Microwechselrichter-Tests werden vor allem Wirkungsgrad, Anzahl der MPPT, Netzkonformität, Temperaturverhalten und Monitoring bewertet. Entscheidend ist, dass Leistungsklasse, Modulanzahl und technische Ausstattung aufeinander abgestimmt sind.

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5.2. Eignet sich ein Microwechselrichter für ein Balkonkraftwerk?

Ja, Microwechselrichter eignen sich besonders gut für Balkonkraftwerke. Üblich ist ein Microwechselrichter mit 800 Watt, da diese Leistung der aktuellen Einspeisegrenze für steckerfertige Anlagen in Deutschland entspricht. Wichtig ist die Einhaltung der Netzanschlussregeln sowie eine netzkonforme Zertifizierung. Für zwei leistungsstarke Module werden häufig Geräte mit zwei getrennten MPPT eingesetzt.

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5.3. Wie viele Module kann ein Microwechselrichter betreiben?

Ein Microwechselrichter kann je nach Bauform ein, zwei oder vier Module betreiben. Klassische Geräte sind für ein Modul ausgelegt. Moderne Varianten mit mehreren DC-Eingängen ermöglichen den Anschluss von zwei oder vier Modulen, sofern jeder Eingang separat geregelt wird.

Ein Microwechselrichter mit 1.600 Watt oder ein Microwechselrichter 2.000 Watt verfügt häufig über mehrere unabhängige MPPT. Entscheidend ist, dass keine serielle DC-Verschaltung entsteht und jedes Modul elektrisch getrennt geregelt wird.

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5.4. Kann man einen Microwechselrichter an eine Batterie anschließen?

Nein, denn ein Microwechselrichter ist dafür ausgelegt, den vom Solarmodul erzeugten Gleichstrom (DC) sofort in Wechselstrom (AC) umzuwandeln und ins Hausnetz einzuspeisen. Eine Batterie arbeitet jedoch ebenfalls auf der Gleichstromseite und benötigt eine geeignete Ladeelektronik.

Der Wunsch nach einem Microwechselrichter mit Batterie wird in der Regel über eine AC-Kopplung realisiert. Der erzeugte Wechselstrom wird ins Hausnetz abgegeben und kann von dort in einem geeigneten Speicher aufgenommen werden.

Einen Microwechselrichter-Speicher nachzurüsten ist also technisch möglich, sofern der gewählte Speicher kompatibel ist. Ein Speicher erhöht nicht die zulässige Ausgangsleistung des Microwechselrichters, sondern beeinflusst den Eigenverbrauchsanteil.

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5.5. Was gilt bei Wechselrichtern mit 800 Watt und 1.600 W rechtlich?

Ein Microwechselrichter mit 800 Watt darf in Deutschland als steckerfertige Erzeugungsanlage betrieben werden, sofern die geltenden Netzanschlussregeln eingehalten werden.

Leistungen wie 1.600 W oder mehr unterliegen anderen Melde- und Anschlussbedingungen. Maßgeblich ist die maximale Ausgangsleistung des Wechselrichters und nicht allein die Modulleistung. Für die rechtliche Einordnung ist also entscheidend, welche Leistung netzseitig abgegeben werden kann.

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Quellenverzeichnis