Bettenmachen? Morgens einfach aufstehen und abends wieder hineinschlüpfen – schließlich sieht das ungemachte Bett kaum jemand. Das mag stimmen, doch aus hygienischer Sicht ist diese Gewohnheit wenig sinnvoll. Über Nacht geben wir Feuchtigkeit durch Atmung und Schwitzen ab, wodurch ein leicht feuchtes Milieu entsteht – ideale Bedingungen für Milben. Darüber hinaus spricht noch ein weiterer, oft unterschätzter Aspekt für das morgendliche Bettenmachen: Es kann sich positiv auf unsere psychische Gesundheit auswirken und für einen strukturierteren Start in den Tag sorgen.

Bettmachen ist ein morgendliches Ritual, das sich positiv auf den Schlaf und die Psyche auswirken kann.
Die morgendliche Routine
Überwinden wir den morgendlichen inneren Schweinehund und beginnen damit, unser Bettzeug und Schlafzimmer gut zu lüften. Denn Hausstaubmilben fühlen sich besonders in warmen und feuchten Umgebungen wohl (Temperaturen um 25°C und Luftfeuchtigkeit zwischen 70-80%). Die Restfeuchte gründlich auszulüften, sowohl aus den Laken als auch aus der Bettwäsche, ist der wichtige erste Schritt. Erst danach wird das Bett gemacht.
Unser Profi-Tipp: Eine Bettdecke, die zur Hälfte gefaltet am Fußende liegt, lässt maximale Luftzirkulation zu und verhindert, dass die Feuchtigkeit in der Decke eingeschlossen bleibt.
Die einfachste Aufgabe im Haushalt
Nur 30 Sekunden, mehr braucht es nicht. Ganz schnell steht dann ein ordentliches Bett und die erste Haushaltsaufgabe für den Tag ist abgehakt:
- Fenster öffnen
- Wenn möglich: Bettwäsche nach draußen hängen
- Kissen und Decke aus dem Fenster nehmen
- Bettlaken glattstreichen
- Decke gleichmäßig ausbreiten oder gefaltet ablegen
- Kissen kräftig aufschütteln für die optimale Form
- Kissen ordentlich anordnen
Die überraschenden psychologischen Vorteile
Klar möchten wir ein hygienisch einwandfreies Bett, das frisch gemacht ist. Aber noch viel wirkungsvoller als das, sind die psychologischen Effekte, die mit dieser einfachen Aufgabe einhergehen:
Win-Win am Morgen
Mit nur wenigen Handgriffen und in 30 Sekunden wird das Schlafzimmer von „chaotisch und ungemacht“ zu gepflegt. Studien zeigen, dass Menschen, die morgens ihr Bett machen, bereits früh am Tag ihr erstes Erfolgserlebnis haben und sich zufriedener fühlen. Und an diesem Punkt kommt der Dominoeffekt ins Spiel: Der erste abgehakte Punkt auf der To-Do-Liste motiviert für weitere Aufgaben. Denn diese morgendliche Routine des Bettenmachens löst Zufriedenheit aus, was wiederum dazu führt, dass eine Kette an weiteren Tätigkeiten ausgelöst wird. So wird man produktiver und steigert gleichzeitig sein Wohlbefinden.

Ein chaotisches Bett im Schlafzimmer kann ein Treiber für Stress sein und solch ein Anblick lädt nur wenig zum Entspannen ein.
Stressreduktion
Studien ergaben, dass Frauen mit unordentlicheren Häusern einen höheren Cortisolspiegel (Stresshormon) aufweisen als Frauen mit aufgeräumten Häusern. Ein aufgeräumtes Schlafzimmer ist ein wichtiger Teil des Ganzen. Es wirkt beruhigend und kann das Stresslevel signifikant senken. Außerdem lädt ein gemachtes Bett abends visuell und emotional eher zum Schlafengehen ein und lässt uns schneller zur Ruhe kommen. Eine Umfrage der National Sleep Foundation ergab, dass Teilnehmende, die regelmäßig ihr Bett machen, über eine bessere Schlafqualität berichten.
Nicht ganz unerheblich ist auch, dass uns ein aufgeräumtes Zuhause ein gutes Gefühl von Kontrolle gibt. In unserer oft sehr chaotischen Welt kann das gemachte Bett zu einem Anker für Ordnung und Stabilität werden.
Was das Bettenmachen noch bewirkt
Was wir gerne aus dem Blick verlieren, ist, dass das pflegliche Umgehen mit unseren Dingen zu einer längeren Haltbarkeit führt. Denn lüftet und pflegt man Bettdecke und Kissen regelmäßig, sorgt das für Formstabilität und ein längeres Leben. Und das spart uns auf die Lebenszeit gerechnet sehr viel Geld!
Und es ist eine der ersten Routinen, die unsere Kinder ganz leicht erlernen und selbstständig ausführen können. Die Nacht ist vorbei, der Tag beginnt. Ein paar Sekunden und schon fühlt sich das Kinderzimmer schöner an. Diese Routine ist ein super erlebbares Beispiel, wie mühelos Ordnung funktionieren kann.
Das morgendliche Bettenmachen ist also mehr als nur eine lästige Pflicht. Es ist eine tolle Routine mit nachweisbaren psychologischen Vorteilen. Während die hygienischen Aspekte auch wichtig sind, überwiegen die positiven Effekte auf Stimmung, Produktivität und allgemeines Wohlbefinden. Also: morgens immer das Bett machen!
Zur Autorin
Sabine Haag gehört zu den erfolgreichsten Ordnungsexpert:innen Deutschlands. Bereits seit 2012 – und damit lange bevor das Thema Ordnung in den Sozialen Medien groß wurde – teilt sie ihre Expertise auf ihrer Website Ordnungsliebe.net und gibt darüber hinaus sowohl auf Instagram als auch auf ihrem YouTube-Kanal hilfreiche Ordnungs-Tipps. Mit ihrem selbst erarbeiteten und umfangreichen Wissen bildet sie außerdem als Trainerin angehende Ordnungsexpert:innen aus.
Bildnachweise: Adobe Stock/prostock-studio, Adobe Stock/vikarayu (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)















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