Bienen stehen heute wie kaum ein anderes Insekt für Artenvielfalt und Umweltbewusstsein. Der Weltbienentag, den die Vereinten Nationen für den 20. Mai jährlich ausgerufen haben, lenkt den Blick darüber hinaus auf die vielseitige Bedeutung von Bienen für unseren Alltag – sowohl im Kleinen als auch für die Weltgemeinschaft als Ganzes.

Beitragsbild zur Pressemitteilung. In der Mitte ist ein Bienenstock inmitten von Wildblumen abgebildet. Links davon sind oben ist eine Kollage von Früchten abgebildet. Unten links ist eine Wildblumenwiese abgebildet. Der Bereich zeigt den Wirkungsbereich von Wildbienen. Rechts oben ist eine Kollage eine von Honig und Honigprodukten zu sehen. Unten rechts ist eine Kollage von Propolisprodukten. Die Überschrift lautet

Der Frühling ist die Zeit, in der es die Menschen nach draußen lockt und alle damit verbundenen Themen in den Fokus rücken. Ob es leichte Bekleidung, Outdoorsport oder einfach nur das Genießen der Natur ist. Auch bei Vergleich.org stehen in den vergangenen Wochen vor allem Themen rund um Gartenwelten im Zentrum. Wir beobachten auch das gestiegene Verbraucher:inneninteresse an vielseitigen Produktgruppen rund um Gartenarbeit und Outdoorgenuss. Nach Allergiebelastung und vogelfreundlichen Gärten bekommen nun, anlässlich des baldigen Weltbienentags, die gelb-schwarz-gestreiften Insekten unsere Aufmerksamkeit.

Weltbienentag der UN: verdiente und notwendige Aufmerksamkeit für Bienen

Bienen gehören zu den bekanntesten Insekten überhaupt. Auch wegen ihrer Popularität, Kindertauglichkeit – nahezu alle in Deutschland können den Biene-Maja-Jingle singen – und direkten Nutzens für unsere Frühstückstische sind sie zum Symbol für Artensterben und Insektenfreundlichkeit geworden.

Trotzdem reduziert sich ihr Bild im Alltag oft auf ein einziges Produkt: Honig. Dabei können Bienen viel mehr und ihre Bedeutung für die weltweite Nahrungsmittelproduktion kann kaum überschätzt werden. Über 75 % der globalen Nahrungsmittelpflanzen1 sind von der Bestäubung durch Bienen abhängig.

Der “World Bee Day” findet jedes Jahr am 20. Mai statt. Die Vereinten Nationen begehen ihn seit 2018, nachdem die Generalversammlung den Tag auf Initiative der slowenischen Regierung ausgerufen hatte. Ziel des weltweiten Tages ist es, auf die Bedeutung von Bienen, genauso wie von anderen bestäubenden Insekten, für unsere Ernährung, Biodiversität und Ökosysteme aufmerksam zu machen. Denn neben Honig, Wachs und Propolis geht es vor allem um ihre Rolle als Bestäuber. Sie tragen dazu bei, dass Obstbäume Früchte tragen, Beerensträucher Erträge liefern, Kräuter blühen und viele Pflanzenarten sich vermehren können.

Wie viele Alltagsprodukte von Bienen abhängen

Sie werden niemals einen Apfel gegessen haben, der ohne Bienen oder andere bestäubende Insekten gewachsen ist. Allein dieser Gedanke ist schon sehr eindrucksvoll. Und er wird umso größer, je mehr wir uns im Obst- und Gemüseregal im Supermarkt umschauen. Die meisten Menschen assoziieren mit Bienen jedoch besonders den beliebten Honig. Der Klassiker der Bienenkunst steht in vielen verschiedenen Geschmacksvarianten auf dem Frühstückstisch, gibt Tee und herzhaften Gerichten eine süße Vielschichtigkeit und lindert Halsbeschwerden bei Husten.

Auch Bienenwachs und Propolis werden seit langem genutzt und finden sich heute in vielen Alltagsprodukten: von Kerzen über Lippenpflege bis hin zu Salben, Cremes oder anderen Kosmetikprodukten. Propolis ist eine harzartige Substanz, die Bienen herstellen und mit der sie ihren Stock schützen. Verbraucher:innen und Hersteller schätzen diesen natürlichen Stoff aufgrund der entzündungshemmenden und wundheilungsfördernden Inhaltsstoffe in Naturkosmetika, Mundpflege und weiteren Pflegeprodukten.

Deshalb lenkt der Weltbienentag den Blick nicht nur auf Honigbienen, sondern auch auf Wildbienen. In Deutschland sind von über 600 Wildbienenarten gerade mal 37 % nicht akut gefährdet2. Eine erschreckend hohe Anzahl.

Kleine Flächen, große Wirkung

Aus dieser Bedeutung ergibt sich für Verbraucher:innen auch eine naheliegende Frage: Was lässt sich im eigenen Umfeld tun? Die Antwort ist glücklicherweise: Sehr viel mit sehr wenig Aufwand. Balkon, Terrasse oder Garten können mit bienenfreundlichen Pflanzen, Kräutern, Saatgutmischungen oder bepflanzten Kästen so gestaltet werden, dass Bienen dort Nahrung finden. Eine Studie3 aus dem Jahr 2022 zeigt, dass schon 4 Quadratmeter im Garten mit bienen- und insektenfreundlichen Wildblumen und Stauden ausreichen, um die Insektenvielfalt signifikant zu erhöhen. Geeignete Samenmischungen gibt es inzwischen überall, die günstig und nützlich sind. Außerdem sind das 4 Quadratmeter weniger Gartenarbeit, weil die Natur auf dieser Fläche ihren natürlichen Lauf nehmen darf.

Auch die Teilnahme am sogenannten “mähfreien Mai” kann helfen. Wie der Name schon sagt, bleibt der Rasenmäher im Mai aus. In dieser Zeit dürfen Wildblumen und Löwenzahn im Garten sprießen und Insekten ein reiches Buffet anbieten. Auch Insekten haben manchmal Durst. Gerade im Sommer und in Trockenphasen können kleine Wasserschalen aufgestellt werden, damit Bienen und andere Brummer trinken können.

Schon kleine Entscheidungen können dazu beitragen, Flächen nicht nur schön, sondern auch nützlich für Bestäuber zu machen und die Wildbienenpopulation mit dem eigenen Beitrag aktiv zu schützen.

*Quellenangabe:

  • 1,2 www.weltbienentag.de
  • 3Janine Griffiths‑Lee, Elizabeth Nicholls, Dave Goulson: Sown mini‑meadows increase pollinator diversity in gardens. Journal of Insect Conservation 2022. Online unter Springer Nature Link

Bildnachweise: VGL/KI-generiert (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)