In Deutschlands Gärten und Parks werden immer weniger Vögel gezählt: Bei der NABU-Aktion „Stunde der Gartenvögel“ lag der Durchschnitt 2025 nur noch bei 28,45 Vögeln pro Garten – so niedrig wie noch nie in 21 Jahren. Für Verbraucher:innen kann das ein Anlass sein, den eigenen Garten oder Balkon mit passenden Produkten so zu gestalten, dass Vögel dort häufiger Nahrung, Wasser und Nistmöglichkeiten finden.

Mit dem Lieblingsgetränk in der Hand, einem guten Buch auf der Liege und dem Zwitschern der Vögel im Ohr: So fühlt sich für viele ein entspannter Tag im Garten an. Doch das Zwitschern ist in den letzten Jahren deutlich leiser und seltener geworden.
Das Zwitschern verschwindet. Die NABU-Daten machen den Rückgang sichtbar
Die „Stunde der Gartenvögel“ ist eine jährliche Aktion des NABU, in der heimische Vogelarten in den Fokus rücken. An der Aktion kann jede:r teilnehmen, indem vom 8. bis 10. Mai 2026 eine Stunde lang die Vögel im Garten, auf dem Balkon oder im Park gezählt und gemeldet werden. Die Mitmachaktion gibt es schon seit einigen Jahren und macht leider in nüchternen Zahlen sichtbar, was wir alle im Gefühl und im Gehör haben: Es wird stiller. Wurden 2025* im Schnitt nur noch 28,45 Vögel pro Garten gezählt, waren es 2021 noch 33 und vor zehn Jahren sogar 36. Über alle Arten hinweg verzeichnete der NABU im Zehnjahresvergleich ein Minus von 20 Prozent.
Gleichzeitig zeigen die NABU-Auswertungen über viele Jahre bei mehreren häufigen Arten rückläufige Trends, etwa bei Mauersegler, Mehlschwalbe, Hausrotschwanz, Amsel oder Blaumeise. Besonders auffällig war 2025 der Rückgang bei verbreiteten Arten im Siedlungsraum: Die Amsel wurde bundesweit 13 Prozent seltener als im Vorjahr beobachtet, Blaumeise, Buntspecht und Haussperling lagen jeweils 12 Prozent niedriger, der Feldsperling sogar 16 Prozent. Der Haussperling blieb zwar rechnerisch mit 4,29 Tieren pro Garten der häufigste Vogel, doch auch bei ihm zeigt sich, dass selbst vertraute Arten nicht mehr selbstverständlich sind.
Kleine Veränderungen können Garten und Balkon lebendiger machen
Verbraucher:innen und Gartenfreund:innen, die nicht nur beim Beobachten aktiv werden wollen, fangen an, den Garten nicht nur als eigenen Ort zum Sitzen und Entspannen, sondern auch als Lebensraum für die Insekten- und Vogelwelt zu begreifen. Schon mit überschaubarem Aufwand lässt sich viel erreichen: Nistkästen an geschützten Orten machen es Vögeln leichter, ihre Eier und Jungen aufzuziehen.
Doch der Garten sollte den Vögeln nicht nur ein schönes Hotel, sondern bestenfalls auch ein leckeres Restaurant bieten. Futterstellen mit geeignetem Vogelfutter oder Vogeltränken können dazu beitragen, dass Vögel in Gärten, auf Terrassen oder sogar auf kleineren Balkonen häufiger Nahrung, Wasser oder geschützte Plätze finden. Wer den Außenbereich im Frühjahr ohnehin neu einrichtet, kann solche Elemente gezielt mitdenken und mit wenigen Ergänzungen bessere Bedingungen schaffen.
Noch leichter ist es, bestimmte Mittel einfach wegzulassen. Der Verzicht auf Pestizide, Insektizide und sonstige giftige Schädlingsbekämpfung gehört ebenfalls dazu.
„Ein lebendiger Garten ist die schönste Belohnung für uns Gartenbesitzer:innen. Wenn wir auf Pestizide verzichten und stattdessen auf natürliche Vielfalt setzen, schaffen wir eine echte Win-win-Situation: Die Vögel finden ein reichhaltiges Buffet, während sie uns als natürliche Schädlingsbekämpfer die Arbeit abnehmen. So wird der Außenbereich nicht nur zum Rückzugsort für uns, sondern zu einem wertvollen Ökosystem.“ – Sonja Di Leo, Vergleich.org-Expertin für Gartenthemen und Autorin
Dazu zählt auch, ein paar Pflanzentscheidungen zu treffen: für mehr heimische, fruchttragende Sträucher wie Schwarzer Holunder, Weißdorn, heimische Rosenhecken oder Berberitze. Viele Gehölze können auch als Unterschlupf dienen, vor allem höhere Bäume und Dornensträucher, die Fressfeinde wie Katzen zurückhalten. Insektenfreundliche Sträucher sind ebenfalls wichtig, denn diese ziehen Insekten an, die von wiederum insektenfressenden Vögeln als Futterquelle benötigt werden.
Bequem machen, mitzählen, mitgestalten
Natürlich bleibt der eigene Garten auch der Rückzugsort für seine Besitzer:innen. Mit schönen Sitzgruppen und bequemen Sonnenliegen entsteht schnell eine kleine, heimische Wohlfühloase, von der aus bequem Vögel zu beobachten sind.
Ausgestattet mit Fernglas, Notizblock sowie einer Vogelerkennungs-App oder -buch kann jede:r an der “Stunde der Gartenvögel” zwischen dem 8. und 10. Mai 2026 teilnehmen. Mit dem Lieblingsgetränk auf bequemen Gartenmöbeln kann das sogar eine richtig gemütliche Zeit werden. Die Aktion des NABU zeigt damit nicht nur, wie es um häufige Vogelarten steht, sondern gibt auch einen konkreten Anlass, den eigenen Außenbereich bewusster zu gestalten.
*Quellenangaben:
Bildnachweise: VGL/KI-generiert, VGL/VGL (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)















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