Das Wichtigste in Kürze
  • Sie haben die Wahl zwischen Motorradständern, mit denen Sie jeweils Vorder- oder Hinterrad aufbocken können. Besonders praktisch und vielseitig sind Montageständer-Sets, mit denen Sie alle Räder problemlos anheben.
  • Achten Sie beim Kauf auf die Breite der Aufnahme. Diese lässt sich bei den Ständern verstellen und muss der Breite Ihrer Gabel bzw. Schwingarm entsprechen.
  • Die meisten Motorradständer sind aus robustem Stahl gefertigt und haben eine maximale Traglast von ca. 200 bis 300 kg.

Motorradständer Test

Für Wartungsarbeiten ist der kleine Seitenständer Ihres Motorrads meist keine ausreichende Hilfe. Um Reifen zu wechseln und andere Reparaturen vorzunehmen, sollte das Motorrad stabil aufgebockt werden. Diese Funktion übernehmen die praktischen Montageständer, mit welchen Sie Ihr Bike mit etwas Übung ohne fremde Hilfe stabil aufbocken können.

In unserer Kaufberatung stellen wir Ihnen die verschiedenen Typen von Motorradständern hinsichtlich Tragkraft und Stabilität vor und zeigen Ihnen, welche Vor- und Nachteile die Montageständer hinsichtlich Bedienbarkeit und Rangierumfang haben. Dies und mehr finden Sie in unserem Vergleich von Motorradständern 2020.

Motorradständer

1. Sind Motorradständer-Sets für Vorder- und Hinterrad besonders stabil?

1.1. Die Tragkraft der Motorradständer im Set muss sich nach dem Gewicht Ihres Motorrads richten

Das wichtigste Kriterium, das Ihr Montageständer erfüllen muss, ist die maximale Tragkraft, welche Ihrem Motorrad entsprechen muss. Die Maximalbelastung wird vom Hersteller jeweils pro Ständer angegeben. Wenn Sie also ein Set kaufen, das jeweils max. 200 kg tragen kann, sollte Ihr Motorrad nicht mehr als 400 kg wiegen.

Motorrad-Ständer

Wollen Sie den besten Motorradständer kaufen, empfehlen wir Ihnen ein besonders robustes Set.

Die Gefahr bei einer ungenügenden Tragkraft besteht darin, dass das Rohr des Motorradständers bricht oder dass die Führung abknickt, auf dem die Gabel oder Schwinge des Motorrads sitzt. Die Folge sind gebrochene Blinker, zerkratze Verkleidung und ein abgebrochener Rückspiegel. Vergewissern Sie sich also im Vorfeld genau über die Tragkraft.

Beachten Sie außerdem, dass bei bestimmten Wartungsarbeiten, wie dem Reifenwechsel, durch Schwerkräfte eine zusätzliche Belastung des Ständers auftreten kann. Die maximale Tragkraft sollte auch diesen Reparaturen standhalten können. Wollen Sie aber ganz auf Nummer sicher gehen, empfehlen wir Ihnen, einen Spielraum von ca. 50 kg bei der Tragkraft einzurechnen.

Als Faustregel können Sie sich merken, dass die zulässige Tragkraft von Frontheber und Heckheber jeweils mehr als die Hälfte des Gesamtgewichts des Motorrads betragen sollte. Wiegt Ihre Maschine 450 kg, sollten beide Heber jeweils mind. 250 kg tragen können.

Der besondere Vorteil von Motorradständer-Sets liegt darin, dass Sie das Bike komplett aufbocken können. Das macht in der heimischen Garage nicht nur optisch etwas her, sondern eignet sich auch ideal zur Überwinterung des Motorrads. Durch das Aufbocken werden die Reifen geschont, außerdem können Sie nun besonders leicht Wartungsarbeiten vornehmen.

Vergleich.org-Fazit: Wollen Sie Ihr Motorrad überwintern oder umfangreiche Reparatur- und Reinigungsarbeiten vornehmen, empfehlen wir Ihnen ein Motorradständer-Set. Ist die maximale Tragkraft auf Ihr Motorrad abgestimmt, gibt ein Set stabilen Halt und erleichtert die Pflege.

1.2. Für einzelne Reparaturen können Sie Motorradständer für Vorder- oder Hinterrad kaufen

Motorradständer lassen sich auch einzeln kaufen. Hier gilt es zunächst zu beachten, dass für Vorder- und Hinterrad jeweils verschiedene Konstruktionen benötigt werden, weshalb Sie den Montageständer nicht für beide Räder benutzen können.

Montage-Ständer

Zum Aufbocken von Vorder- oder Hinterreifen sind Front- und Heckheber ideal geeignet.

Der Kauf eines einzelnen Heck- oder Fronthebers ist besonders dann sinnvoll, wenn Sie eine stabile Möglichkeit suchen, Ihr Motorrad über Nacht abzustellen oder wenn bestimmte Montagearbeiten vorgenommen werden müssen, z. B. der Wechsel des Hinterrads. Hier gelten dieselben Hinweise zur Tragkraft wie bei den Montageständer-Sets.

Besonders praktisch sind Heck- und Frontheber mit eingebauten Rollen. Diese sorgen dafür, dass Sie auch mit dem aufgebockten Motorrad noch Rangierfreiheit haben und die Maschine z. B. bei Reparaturen bewegen können. Hier empfehlen wir Ihnen zur größtmöglichen Stabilität und Bedienbarkeit einen Montageständer mit mindestens vier Rollen.

Beachten Sie, dass Motorradständer für besonders breite Motorräder wie Chopper, Cruiser und Enduros nicht geeignet sind. Hier empfehlen wir Ihnen stattdessen eine Motorradhebebühne. Scherenheber, Rangierplatte und Hubheber können das Motorrad mittig anheben und sind für alle Formen geeignet.

Neben der Anzahl der Rollen sollten Sie das Material des Motorradständers beachten. Die meisten Ständer sind als ein robustes Stahlrohr mit einer Dicke von ca. 3 cm gefertigt, dessen Biegung den Hebelkräften durch das schwere Motorrad widersteht.

Vergleich.org-Fazit: Für eine Reparaturmaßnahme vorn oder hinten oder für einen besonders stabilen Halt beim nächtlichen Abstellen sind Front- und Heckheber ideal geeignet. Da ein Set von Motorradständern günstig ist, empfehlen wir Ihnen im Zweifelsfall, gleich Montageständer für Vorder- und Hinterrad zu kaufen.

Im Vergleich der Motorradständer-Sets und einzelnen Montageständer finden Sie die passende Kategorie für Ihre Ansprüche:

Motorradständer-Set einzelner Front- oder Heckheber
STVKW Ständer RWSTF Ständer
+++
max. Tragkraft bis 300 kg pro Ständer
+++
max. Tragkraft bis 300 kg pro Ständer
+++
sehr leichte Bedienbarkeit
+++
sehr leichte Bedienbarkeit

zum Überwintern geeignet
x
nicht zum Überwintern geeignet

für alle Reparaturen geeignet
x
nicht für alle Reparaturen geeignet
x
nicht für Einarmschwingen geeignet

teilweise für Einarmschwingen geeignet
aus stabilem Stahl aus stabilem Stahl
Gewicht ca. 10 kg Gewicht ca. 10 kg

Motorrad

2. Warum sollte die Breite der Aufnahme des Motorrad entsprechen?

2.1. Machen Sie vor dem Kauf den Motorradständer-Test und messen Sie nach, wie breit Gabel oder Schwinge Ihres Motorrads sind

Montageständer unterscheiden sich darin, wie viel Spielraum sie bei der Breite der Aufnahme lassen. Während Frontheber meist eine Breite von ca. 20 bis 26 cm zulassen, sind die Aufnahmen von Heckhebern zwischen 20 und 35 cm breit. Je nach der Breite Ihres Reifens, Schwinge und Gabel ist es deshalb wichtig, vor dem Kauf festzustellen, ob das Motorrad auf den Ständer passt.

Für die Halterung selbst haben Motorradheber in der Regel mit Gummis belegte L-Profile, welche unter die Schwingarme der Motorräder greifen. Da es sich um Universalhalterungen handelt, müssen Sie sich um das Zusammenpassen keine Gedanken machen. Einige Motorradheber verfügen auch über spezielle Halterungen für Prismabuchsen. Sollten diese bei Ihnen verschraubt sein, müssen Sie auf die Eignung achten. Marken wie z. B. Datona oder ConStands bieten Motorradständer für das Zubehör Prismabuchsen an.

Sollten Sie ein Motorrad mit Einarmschwinge besitzen, bei welcher das Rad nur von einer Seite gehalten wird, sind die meisten Motorradständer nicht geeignet. Hier empfehlen wir Ihnen den Kauf einer zentralen Hebebühne wie z. B. einen Scherenheber.

Motorrad Straße

2.2. Die Handhabung der Motorradständer ist sehr einfach und erfordert mit ein wenig Übung keine zweite Person

Aufbau

Der Aufbau der Motorradständer ist sehr einfach und erfordert in der Regel kein Spezialwerkzeug. Besonders stabil sind Ständer, deren Bügel aus einem Teil gefertigt ist und nicht zusammengeschraubt werden muss.

Neben den Kriterien der maximalen Tragkraft und Stabilität ist die Bedienung ein wichtiger Faktor beim Kauf. Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen insbesondere bei Reparaturmaßnahmen einen Montageständer mit mindestens vier Rollen. Daneben stellt sich die Frage, wie leicht das Motorrad in den Ständer gehoben wird.

Um das Motorrad korrekt aufzubocken, muss zunächst die Aufnahme auf die Breite von Schwinge oder Gabel eingestellt werden. Anschließend wird der Bügel des Hebers heruntergedrückt, wobei sich das Motorrad anhebt. Bei den ersten Durchläufen sollte eine zweite Person das Motorrad auf der anderen Seite festhalten, um sicherzustellen, dass es beim Aufbocken nicht umkippt.

Die meisten Motorradständer sind mit einem Gewicht von ca. 5 kg sehr leicht. Am einfachsten ist das Aufbocken mit besonders leichten Modellen, die ca. 3 kg auf die Waage bringen, z. B. von den Herstellern RicambiWeiss oder Hi-Q-Tools.

Motorrad-Reifen

3. Sollte das Motorrad nur auf einem festen Untergrund aufgebockt werden?

Wir geben Ihnen Hinweise zum korrekten und sicheren Aufbocken Ihres Motorrads.

Motor-Rad

Machen Sie selbst den Montageständer-Test und benutzen Sie den praktischen Kfz-Helfer bei Ihrer nächsten Reparatur.

  • Bocken Sie das Motorrad ausschließlich auf festem Untergrund wie Asphalt, Beton oder Steinpflaster auf. Bei einem Untergrund wie Gras, Sand oder Schotter droht die Gefahr, dass die Maschine umkippt.
  • Vergewissern Sie sich, dass die Maschine nicht in Schräglage steht. In diesem Fall reicht eine kleine Erschütterung, um das Motorrad umfallen zu lassen.
  • Fixieren Sie die Vorderradbremse mit einem Gurt oder Gummi. Wird dies vergessen, kann Ihr Motorrad beim Unterschieben des Motorradhebers nach vorn rutschen und kippen.
  • Säubern Sie die Schwingen des Motorrads, damit die Aufnahmegummis der Heber nicht auf öligen Teilen abrutschen.
  • Lösen Sie im Vorfeld alle Teile, an denen Sie Reparaturmaßnahmen vornehmen wollen, z. B. Bremssattel, Achsmuttern und Kettenträgerschrauben. Vor dem Aufbocken hat das Motorrad mehr Standsicherheit und das Lösen ist einfacher, ebenso das anschließende Festziehen.

Vergewissern Sie sich, dass die Schrauben der verstellbaren Aufnahme des Motorradständers fest angezogen sind, bevor Sie den Ständer unterschieben. So vermeiden Sie die Gefahr des Sturzes.

Motorrad Ständer Straße

4. Die häufigsten Fragen zu Motorradständern

4.1. Benötigen Sie für die Überwinterung einen Montageständer oder ist der Seitenständer des Motorrads ausreichend?

Generell empfehlen wir Ihnen, zur Schonung der Reifen Ihr Motorrad auf einem Montageständer einzumotten. Besonders wenn die Maschine für mehrere Monate steht, gehen Sie sicher, dass das Reifenprofil erhalten bleibt und keine Abnutzungserscheinungen der Räder auftreten.

Der Vorteil der Überwinterung auf einem Montageständer besteht außerdem darin, dass Sie das Motorrad nicht bewegen müssen. Überwintert es auf dem Seitenständer, sollte es alle ein bis zwei Monate bewegt werden, um das Reifenprofil zu schonen. Wir raten Ihnen außerdem beim Nutzen des Seitenständers, ca. 0,5 Bar zusätzlich aufzupumpen.

Ein Nachteil des Montageständers besteht darin, dass Sie für die Überwinterung sinnvollerweise gleich Frontheber und Heckheber für beide Reifen kaufen sollten, da ein einseitig aufgebocktes Motorrad nicht dem Zweck der Reifenpflege entspricht.

Vor- und Nachteile von Montageständern gegenüber Seitenständern zur Überwinterung:

  • schont Reifen und Profil
  • kein regelmäßiges Bewegen notwendig
  • kein zusätzliches Aufpumpen der Reifen notwendig
  • Kauf von Frontheber und Heckheber oder Hebebühne notwendig

4.2. Kann der Motorradständer genutzt werden, um das Motorrad auf einem Anhänger zu transportieren?

Um das Motorrad zu transportieren, muss es so befestigt sein, dass es durch die Erschütterungen des Transports nicht bewegt wird. Herkömmliche Front- und Heckheber sind dazu nicht geeignet, weil sie sich nicht befestigen lassen. Für einen Transport empfehlen wir Ihnen eine spezielle Motorradwippe, welche auf dem Anhänger befestigt wird. So wird neben anderen Halterungen sichergestellt, dass sich die Reifen während der Fahrt nicht bewegen.

Es liegt bisher weder von Öko-Test noch der Stiftung Warentest ein Motorradständer-Test vor. Ein potenzieller Motorradständer-Testsieger sollte stabil genug sein, um mind. 300 kg tragen zu können. Außerdem sind Rollen hilfreich, um das Rangieren zu erleichtern.