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Die Pferdehaftpflicht ist keine Pflicht, aber bewahrt vor dem finanziellen Ruin.

Das Wichtigste in Kürze
  • Als Pferdehalter haften Sie auch ohne eigenes Verschulden für Ihr Tier und zwar mit dem gesamten Privatvermögen.
  • Die Deckungssumme sollte für Personen- und Sachschäden mindestens 5 Mio. Euro betragen.
  • Wenn Sie die Police gemeinsam mit einer anderen Tierversicherung abschließen, eine Selbstbeteiligung wählen und jährlich den Beitrag zahlen, können Sie eine sehr günstige Pferdehaftpflichtversicherung erhalten.
  • Über unseren Pferdehaftpflicht-Rechner können Sie die Leistungen, Deckungssummen und individuellen Beiträge zahlreicher Anbieter vergleichen. Außerdem gelangen Sie zu den wichtigsten Unterlagen zu den Tarifen.

pferdehaftpflichtversicherung vergleich
Pferde gelten als disziplinierte und besonnene Wesen, die weder anderen Vierbeinern noch Menschen Leid antun wollen. Doch gleichzeitig gehören Sie auch zu den Fluchttieren, die gefährlichen Situationen aus dem Weg gehen möchten und sich im Zweifelsfall mit Beißen und Treten wehren.

So kann auch der liebste Gaul in einem Schreckensmoment andere Pferde auf der Weide umhauen oder bspw. den Hufschmied durch einen Tritt schwer verletzten.

Wird ein Mensch nach der Verletzung durch Ihr Tier sogar dauerhaft berufsunfähig, müssen Sie sogar für eine Invaliditätsrente aufkommen. Keine Pferdehaftpflicht zu haben, stellt daher ein existenzielles Risiko dar.

Unser Pferdehaftpflichtversicherungs-Vergleich 2017 zeigt auf, welche Leistungen die Police unbedingt beinhalten sollte, wie Sie Fallstricken aus dem Weg gehe und Beiträge sparen können.

1. Preisvergleich lohnt sich

Wenn Sie eine Selbstbeteiligung von 150 Euro wählen, erhalten Sie einen guten Versicherungsschutz schon ab 70 Euro im Jahr. Für den gleichen Selbstbehalt kosten manche Tarife aber auch schon über 200 Euro, was aber noch immer in keinem Verhältnis zu den möglichen Schadensersatzforderungen gegen Sie steht.

Für Pferdehaftpflichtversicherungen ohne Selbstbeteiligung zahlt man um die 20 Euro zusätzlich pro Jahr.

Damit Ihre Pferdehaftpflichtversicherung möglichst billig ist, sollte eine jährliche statt monatliche Beitragszahlung ausgewählt werden. Manchmal erhalten Sie auch Rabatte, wenn Sie die Pferdehaftpflicht gemeinsam mit einer Op-Versicherung fürs Pferd abschließen. Wer gleich mehrere Pferde bei einem Anbieter versichert oder gleich noch eine Hundehaftpflicht abschließt, bekommt häufig Rabatte von bis zu 25 % gewährt.

Bei Selbstbeteiligungen von über 150 Euro sollten Sie vorsichtig sein, da sie die Kosten der Pferdehaftpflichtversicherung in der Regel nicht mehr reduzieren. Ebenfalls abzuraten ist von Laufzeiten über drei Jahren, da der Preisunterschied die fehlende Flexibilität der langen Verträge nicht kompensiert.

2. Deckungssumme ist für die Qualität des Tarifs entscheidend

Pferde können Schäden in Millionenhöhe verursachen. Gerade dann, wenn ein Dritter so sehr verletzt wird, dass er dauerhaft behindert wird. Neben den hohen Gesundheitsausgaben sollten auch die jahrelangen Verdienstausfälle durch das Schmerzensgeld kompensiert werden.

Die Deckungssumme für die Pferdehaftpflichtversicherung sollte daher für Personenschäden und Sachschäden mindestens fünf Millionen Euro betragen. Einige Versicherer zahlen sogar maximal 15 Millionen Euro.

Unter Vermögensschäden fallen alle finanziellen Nachteile und entgangene Gewinne, die man weder einem Personenschaden noch einem Sachschaden oder einer Folge daraus zuordnen kann. Die Versicherungssumme hierfür ist in der Regel genauso hoch wie für Personen- und Sachschäden.

pferdehaftpflicht uelzenerMietsachschäden beziehen sich auf alle Beeinträchtigungen, die an gemieteten Pferdeboxen, Stellplätzen in fremden Ställen oder Transportmitteln entstanden sind. Hier gehen die Höhen der Deckungssummen weit auseinander - von 1.000 bis 1 Mio. Euro.

Manche Tarife versichern Mietsachschäden auch gar nicht. Finanztest, das Tochtermagazin von Stiftung Warentest, empfiehlt eine Deckungssumme für Mietsachschäden von 250.000 Euro.

3. Diese Leistungen beinhaltet die Pferdehaftpflichtversicherung

pferdehaftpflichtversicherung test

2016 besaßen ca. 1,06 Mio. Menschen in Deutschland ein eigenes Pferd.

Nicht jeder Reiter benötigt jede Leistung der Pferdehaftpflicht, alle potentiellen Risiken sollten aber wirklich abgedeckt werden. Achten Sie bei einem Pferdehaftpflicht-Vergleich darauf, dass möglichst viele der notwendigen Leistungen ohne Zuschlag versichert sind.

3.1. Reitbeteiligung

Wenn sich ein anderer Reiter regelmäßig um Ihr Pferd kümmert, muss er mitversichert werden. Büxt das Tier aus, während die Reitbeteiligung es gerade pflegt, muss dennoch der Halter haften. Häufig verlangen die Versicherungsgesellschaften, dass beim Vertragsabschluss der Name der Reitbeteiligung angegeben wird.

3.2. Fremdreiterrisiko

Lassen Sie Freunde auf Ihrem Pferd reiten oder Fremde das Pferd kurzzeitig unentgeltlich beaufsichtigen, haften Sie währenddessen sowohl für Verletzungen am Fremdreiter als auch für Schäden an Dritten.

Es ist jedoch auch möglich, dass die private Haftpflichtversicherung des Fremdreiters Versicherungsschutz bietet, wenn er andere Pferde ausreitet.

3.3. Flurschäden

Einen Versicherungsschutz gegen Flurschäden braucht so gut wie jeder Pferdehalter, der sein Pferd nicht nur auf der Koppel lässt. Flurschäden entstehen, wenn Ihr Pferd bspw. über den Acker galoppiert und dabei die Ernte zerstört, für deren Ausfall der Bauer eine Kompensation verlangt. Auch Bissspuren oder verwüstete Gärten gehören zu Flurschäden.

3.4. Deckschäden

Schwängert Ihr Hengst eine Stute, müssen Sie womöglich für deren medizinische Versorgung und die des Fohlens zahlen. Wenn der Besitzer der trächtigen Stute bspw. ein wichtiges Turnier absagen muss, können sich die Entschädigungen erhöhen.

Besitzen Sie gar keinen Hengst, sollten Sie besser einen Tarif wählen, der den Deckakt nicht zwingend versichert.

3.5. Versicherungsschutz für Fohlen

pferdehaftpflicht-billigDas Jungtier Ihrer Stute kann für sechs bis zwölf Monate kostenlos mitversichert werden. Teilen Sie Ihrer Versicherung den anstehenden Nachwuchs rechtzeitig mit, damit das Fohlen ab Geburt versichert ist.

3.6. Forderungsausfalldeckung

Fügt jemand Drittes Ihrem Pferd einen Schaden zu, haben Sie zwar einen rechtlichen Anspruch auf Schadensersatz, dieser kann aber nicht immer umgesetzt werden, etwa wenn der Schädigende keine Haftpflicht besitzt und sein Privatvermögen nicht ausreicht. Unser Pferdehaftpflichtversicherungs-Test hat gezeigt, dass die Ausfalldeckung häufig erst ab einem Forderungsbetrag von 2.500 Euro gilt.

3.7. Wettkämpfe

Wenn das Pferd während eines privaten Rennens oder Reitturniers einen Schaden verursacht, muss dies explizit zum Versicherungsschutz gehören.

3.8. Nebenberufliche Tätigkeiten

Erzielen Sie mit Ihrem Tier Einnahmen, etwa durch die Vermietung oder Kutschfahrten, müssen diese Aktivitäten ebenfalls extra versichert werden.

Hinweis: Bei Haftpflichtversicherungen wird im Schadensfall nicht zwischen einfacher und grober Fahrlässigkeit unterschieden.

4. Beachten Sie diese Fallstricke

Pferdehaftpflicht bei der Steuer

Die Beiträge für die Pferdehaftpflichtversicherung sind als sonstige Vorsorgeaufwendungen steuerlich absetzbar. Ihre gezahlten Prämien müssen Sie unter „Anlage und Vorsorgeaufwände“ in der Einkommensteuererklärung angeben.

4.1. Helmpflicht

Manche Versicherungen verlangen, dass der Fremdreiter oder Reitbeteiliger beim Ritt einen Helm trägt. Verletzt dieser sich und trägt dabei keinen Helm, leistet die Versicherung nicht. Ob Sie selbst einen Helm tragen oder nicht, spielt dagegen keine Rolle, da eine Haftpflicht sowieso nicht für Eigenschäden zahlt.

4.2. Gebissloses Reiten

Geht ein Pferd durch, hilft auch ein Metallstück im Maul nichts. Das haben mittlerweile auch die meisten Assekuranzen erkannt und schließen gebissloses Reiten nicht mehr von dem Versicherungsschutz aus. Achten Sie dennoch darauf, ob aus den Versicherungsbedingungen Vorschriften zur Zäumung hervorgehen. Wenn Sie auch ohne Sattel reiten, muss darauf bei Vertragsabschluss ebenfalls geachtet werden.

Hinweis: Die Pferdehaftpflichtversicherung leistet nicht, wenn der Schaden ein anderes Mitglied Ihres Haushalts betrifft.

5. Anbieter von Pferdehaftpflichtversicherungen

Die Auswahl der Anbieter ist groß. In unserem Pferdehaftpflicht-Rechner finden Sie im Wesentlichen die Tarife der folgenden Anbieter, die größtenteils nur über das Formular eines Versicherungsrechners oder über einen Makler vermittelt werden. Anträge direkt über die Homepage sind nur bei einem Teil der Assekuranzen möglich.

  • Maxpool
  • Domcura
  • InterRisk
  • Arag
  • GVO
  • VHV
  • Haftpflichtkasse Darmstadt
  • Europa
  • Swiss Life
  • Rhion
  • Concordia
  • Generali
  • Degenia
  • NV

Auch die anderen beliebten Anbieter von Pferdeversicherungen möchten wir Ihnen nicht vorenthalten. Die gerundeten Kostenbeispiele beziehen sich dabei auf Tarife ohne Selbstbeteiligung mit einer Versicherungssumme von 5 Mio. Euro für Personen- und Sachschäden. Außerdem beträgt die Mindestlaufzeit nicht länger als ein Jahr.

Produkt Preis und Besonderheiten
barmenia

Tierhalterhaftpflicht

  • 74 - 104 € im Jahr
  • relativ einfacher Leistungsumfang
  • Versicherungsschutz für Reitbeteiligung, Mietsachen und Fremdreiter abwählbar
gothaer Tierhalter-Haftpflicht
  • 125 - 180 € im Jahr
  • Gelegenheitserwerb versichert
  • Tarife unterscheiden sich nur nach Höhe der Versicherungssumme
 

uelzener pferdehaftpflichtversicherungPferdehalter-Haftpflicht

  • 130 - 214 € im Jahr
  • Schutz bei ungewolltem Deckakt und Forderungsausfall abwählbar
  • Vertretung vor Gericht im Leistungsfall
  • Rabatt bei Kombination mit anderen Pferdeversicherungen
cosmos direkt pferdeversicherung

Tierhalter-Haftpflichtversicherung

  • 123 - 165 € im Jahr
  • Mietsachschäden, ungewollter Deckakt und Nachwuchsversicherung abwählbar
  • 25 % Rabatt auf das zweite Pferd

Einen pauschalen Pferdehaftpflichtversicherungs-Vergleichssieger haben wir nicht gekürt, da viele Leistungen nicht für alle Reiter und ihre Vierbeiner relevant sind. Um die beste Pferdehaftpflichtversicherung zu finden, sollte vor allem Wert darauf gelegt werden, dass alle für Sie möglichen Schadensszenarien versichert sind.

6. Weitere wichtige Pferdeversicherungen

Der Tierarzt ist teuer. Insbesondere bei großen Eingriffen kann es passieren, dass Sie Probleme damit haben, die Behandlungskosten begleichen zu können. Wenn Ihnen eine Pferdekrankenversicherung zu teuer ist, sollten Sie zumindest eine Pferde-Op-Versicherung abschließen.

Bei der Allianz bspw. erhalten Sie für 35 Euro im Monat einen Premium-Tarif, der die Kosten für Operationen mit Teil- oder Vollnarkose übernimmt sowie die Nachbehandlungen. Die Uelzener bietet Pferde-Op-Versicherungen zwischen 12 und 35 Euro im Monat.

Für Reiter ist zudem eine Versicherung essentiell, die Sie unterstützt, wenn Sie aufgrund eines Reitunfalls dauerhaft arbeitsunfähig sind. Dafür dient entweder eine Berufsunfähigkeitsversicherung oder eine private Unfallversicherung, die sich auch an Reiter richtet.

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