Keine Wege, kaum Unterbrechungen: Im Homeoffice wird der Arbeitstag ruhiger und körperlich deutlich statischer. Gerade zu Jahresbeginn, wenn die Neujahrsvorsätze noch präsent im Gedächtnis sind, zeigt sich, wie schwer es ist, Bewegung zusätzlich in den Alltag zu integrieren, und wie viel einfacher es wäre, sie direkt in die Arbeitszeit einzubauen.

Infografik im Illustrationsstil. Eine Frau läuft auf einem Bürolaufband und schaut dabei auf ihren Computermonitor. Der Schreibtisch ist nach oben gestellt. Im Hintergrund ist ein Bürostuhl sowie ein Fenster zu sehen. Oben links im Bild ist das Logo von vergleich.org

Bürolaufbänder sind eine sehr effiziente Möglichkeit, die fehlenden Tagesschritte während der Arbeit einzubauen. Bewegung fördert den Körper und die Konzentrationsfähigkeit.

Homeoffice: Spart Wege, doch kostet Bewegung

Pünktlich zu Neujahr nehmen sich viele Menschen vor, mehr Bewegung in ihren Alltag zu bringen. Neben Geld sparen und einer gesünderen Ernährungsweise* zählt das zu den Klassikern der Neujahrsvorsätze. Mehr Schritte, weniger Sitzen, bewusste Pausen: Diese Veränderungen fördern Körper und Geist. Gleichzeitig ist Homeoffice für viele Beschäftigte längst Alltag geworden – und verändert genau dort den Tagesrhythmus, wo Bewegung früher ganz selbstverständlich stattfand.

Gesamtwirtschaftlich betrachtet nutzt rund jede:r Vierte* die Möglichkeit, ganz oder teilweise von zu Hause aus zu arbeiten. Der Weg ins Büro entfällt, Besprechungen finden am Bildschirm statt, selbst kurze Wege durch Flure oder zu Kolleg:innen fallen weg. Was dabei häufig fehlt, ist Bewegung, die früher ohne Planung und ohne Vorsatz ganz nebenbei entstand.

Eine SITFLEX-Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)* zeigt, wie deutlich sich dieser Unterschied im Alltag niederschlägt. Beschäftigte legen an einem Bürotag im Schnitt rund 3.000 Schritte zurück, im Homeoffice dagegen nur etwa 1.300 Schritte. Gleichzeitig steigt die Sitzzeit zu Hause um rund 40 bis 50 Minuten pro Tag. Der kurze Gang ins Nachbarbüro, in die Gemeinschaftsküche oder mit Kolleg:innen zum Mittagessen entfällt. Über den Tag summieren sich so viele Schritte, die dem Körper als Ausgleich und Entlastung fehlen.

Investitionen in die Arbeitsumgebung lohnen sich langfristig

Wie beweglich oder unbeweglich der Homeoffice-Tag ausfällt, hängt stark von der individuellen Ausstattung ab. Und obwohl ein erheblicher Teil der Beschäftigten in Deutschland regelmäßig im Homeoffice arbeitet, ist der heimische Arbeitsplatz häufig eine persönliche, teils provisorische Lösung.

Ob Bürostuhl, höhenverstellbarer Tisch oder einfache Sitzgelegenheit: Vieles ist privat organisiert. Zwar zeigt eine Marktanalyse von Ken Research*, dass die Nachfrage nach ergonomischen Bürostühlen und flexiblen Arbeitsmöbeln in Deutschland steigt, doch diese Entwicklung verläuft uneinheitlich. Manche Unternehmen unterstützen ihre Angestellten inzwischen über Ausstattungs- oder Homeoffice-Budgets, mit denen Mitarbeitende selbst über Möbel oder Arbeitsplatzlösungen entscheiden können.

Die Mehrheit muss sich selbst um einen gut eingerichteten Arbeitsplatz zuhause kümmern. Oft genug werden diese teuren Anschaffungen verschoben. Schließlich lässt sich mit dem Laptop auch am Küchentisch arbeiten. Ein ergonomischer Bürostuhl, ein höhenverstellbarer Schreibtisch oder bewegungsfreundliche Lösungen werden häufig schrittweise angeschafft oder bleiben ganz aus. Dabei können diese Anschaffungen seit 2023 mit 6 Euro pro Tag bis maximal 1.260 Euro pro Jahr in der Steuererklärung geltend gemacht werden.

Bewegung muss zur bewussten Entscheidung werden

Im Büro war Bewegung lange Teil der Arbeitskultur: Wege zwischen Räumen, kurze Abstimmungen im Stehen, der Gang in die Kantine. Im Homeoffice fehlt diese Struktur. Bewegung entsteht nicht mehr automatisch – sie muss bewusst in den Arbeitsalltag integriert werden.
Zwischendurch aufstehen, kurze Dehn- und Streckübungen, kleine Wege durch die Wohnung oder kurze Spaziergänge in der Pause werden so zu neuen Routinen. Auch Bürolaufbänder, die unter höhenverstellbare Schreibtische platziert werden, können ein Gamechanger sein. Die kompakten Geräte sind leise, platzsparend und auf geringe Geschwindigkeiten ausgelegt. Bei Meetings oder digitalen Schulungen, die vor allem Zuhören erfordern, kann Bewegung eine angenehme Abwechslung sein, die auch die Konzentration fördert.

Eine Frau läuft auf einem Bürolaufband und arbeitet gleichzeitig an ihren Computer. Auf dem Schreibtisch sind Arbeitsmaterialien sowie Obst und eine Topfpflanze zu sehen. Um die Frau herum sind ein Bürostuhl, Teppich, Gymnastikmatte und Hanteln zu sehen. Die Perspektive von oben ist eine Draufsicht aus der Vogelperspektive. Das Bild ist eine halb-realistische Illustration.

Homeoffice ist eine bequeme und zeitlich entlastende Arbeitsform – erfordert jedoch zugleich eine neue Aufmerksamkeit für den eigenen Körper. Der Arbeitstag wird ruhiger und fokussierter, aber oft auch unbeweglicher. Bewegungshilfen wie ein Bürolaufband und eine bewusste Gestaltung des Arbeitsplatzes sind daher weniger Ausdruck eines Trends als eine Antwort auf veränderte Arbeitsroutinen.

*Quellen:

Bildnachweise: VGL/KI-generiert, VGL/KI-generiert (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)