mann und frau bei beratung

Laura aus unserem Team ist gerade schwanger und beschäftigt sich mit dem Thema „Elterngeld“. Deshalb hat sie für uns eine kostenpflichtige Elterngeldberatung getestet und wollte herausfinden, ob und für wen sich eine solche Beratung lohnt.

1. Sinnvoll oder nicht: Warum eine Elterngeldberatung in Anspruch nehmen?

Laura ist in der 10. Schwangerschaftswoche und wollte sich auf den Rat Bekannter hin schon früh mit der Materie Elterngeld auseinandersetzen. Die Recherche zeigte ihr: Es gibt beim Ausfüllen der Anträge viele Tücken, aber auch Tricks, wie man sich mehr Elterngeld sichern kann. Gemeinsam mit Ihrem Partner hat sie sich daher für eine individuelle Beratung durch Experten entschieden.

1.1. Kostenfreie vs. kostenpflichtige Beratung

Lauras Wohnort ist Berlin. Die Großstadt bitte verschiedene Anlaufstellen für Schwangere, wie etwa die Elterngeldstelle. Dort war es für sie zunächst schwierig, jemanden telefonisch zu erreichen. Eine allgemeine Beratung bietet die Stelle nicht an, lediglich bei konkreten Nachfragen können man Laura eine Auskunft geben. Man verwies sie stattdessen auf eine Broschüre von gesamt 185 Seiten.

junge frau mit positiven schwangerschaftstest

Es lohnt sich, die Elterngeldberatung frühzeitig in Anspruch zu nehmen, um durch Änderungen mehr Geld erhalten zu können.

Weitere kostenfreie Angebote gibt es nicht. Der Verein Profamilia bot früher die Elterngeldberatung kostenlos an, inzwischen zahlt man jedoch faire 20 €. Da Profamilia als Bundesverband deutschlandweiter Ansprechpartner für Elterngeld- und andere Familienfragen ist, konnte Laura dort auch nach mehreren Versuchen niemanden erreichen und recherchierte daher nach weiteren Optionen.

Die dritte Option war eine Beratung durch elterngeld.de. Eine reine Beratung kostet dort 109 Euro. Das ist schon deutlich mehr – entsprechend hoch waren Lauras Erwartungen. Nach einem kurzen Telefonat konnte ihr eine Beratung eine Woche später angeboten werden. Als positiv merkt sie an, dass sie nicht proaktiv Fragen stellen muss, sondern die Beraterinnen und Berater sinnvolle Elterngeld-Modelle durchrechnet, Machbarkeiten prüft und direkte Tipps und Handlungsempfehlungen für den Elterngeldantrag gibt.

1.2. Die Preismodelle

Aus drei verschiedenen Preismodellen wählten Laura und ihr Mann das günstigste Modell aus.

Preismodell Umfang
Basic
  • Kosten: 109 Euro
  • Umfasst eine telefonische Beratungssitzung
Standard
  • Kosten: 187 €
  • Eine telefonische Beratung sowie Ausfüllen des Elterngeldantrags durch den Berater
Premium
  • Kosten: 249 €
  • Leistungen des Basispakets
  • + alle zusätzlichen Leistungen wie Kindergeld, Familiengeld oder Landeserziehungsgeld werden ebenfalls geprüft

elterngeld-preismodelle

Ein Upgrade zu einem höheren Modell ist auch nach der Beratung noch möglich.

2. Ablauf der Beratung: Was passiert bei dem Termin?

Nachdem zügig der Termin für das Beratungsgespräch eine Woche später vermittelt wurde, erhielt Laura zudem eine Übersicht von Unterlagen, welche sie für das Telefonat bereithalten sollte:

  • Gehaltsabrechnungen
  • Arbeitsverträge
  • Informationen zu weiteren Einkunftsarten
  • Gewünschte Aufteilung der Elternzeit zwischen Laura und Ehegatten

Die Beratung fand dann via Zoom als Videocall statt. Laura berichtet: „Wir konnten mit dem Berater in etwa 90 Minuten all unsere Fragen durchgehen und er berechnete für uns unterschiedliche Elterngeldmodelle. All diese Berechnungen haben wir im Anschluss auch nochmal als Dokument erhalten.“

antrag für das elterngeld

Bei Bedarf kann der Elterngeldantrag auch vom Anbieter ausgefüllt werden, wenn Sie sich für ein entsprechendes Preismodell entscheiden.

3. Auswertung des Gesprächs: Die 3 wichtigsten Erkenntnisse der Elterngeldberatung

3.1. Man kann auch während des Elterngeldbezugs arbeiten

Vor dem Gespräch ging Laura davon aus, dass Elterngeld und Elternzeit gleichbedeutend sind. Aber man kann auch Elternzeit nehmen, ohne Elterngeld zu erhalten. Und man kann auch Elterngeld erhalten und parallel arbeiten gehen – sofern man sich an die gesetzlichen Auflagen hält. Insbesondere bei zwei Elternteilen eröffnen sich dadurch zusätzliche Überlegungen, nicht einhundertprozentig auf den Beruf während der Elternzeit zu verzichten.

3.2. Es ist wichtig, sich frühzeitig zu kümmern

Laura und ihr Mann fanden im Gespräch schnell heraus, dass sie noch durch einige Tricks in den kommenden Monaten der Schwangerschaft die Höhe des Elterngeldes positiv beeinflussen können: „Wir hatten so noch ausreichend Zeit, Dinge zu ändern, um mehr Elterngeld zu erhalten. Mein Mann arbeitet zum Beispiel neben seinem Hauptjob mit 2.750 Euro Brutto im Monat noch in einem Nebenjob und verdient dort etwa 100 Euro monatlich zusätzlich (auf Minijob-Basis). Nun erhöht er in den kommenden Monaten sein Stundenpensum im Nebenjob auf 450 Euro. Das bedeutet für ihn, dass er mehr arbeitet, aber auch mehr Geld verdient.“

Der Trick dabei ist, dass dieses höhere Einkommen auch sein Elterngeld nach der Geburt deutlich erhöhen wird, da jenes immerhin anteilig anhand des Verdients der letzten 12 Monate vor der Geburt errechnet wird. Vor der Geburt verdient Lauras Mann nun 350 € mehr pro Monat. Bis zur Geburt stehen noch sechs Monate bevor, dies bedeutet für das junge Paar 75 € mehr Elterngeld pro Monat.

junge schwangere füllt antrag aus

Es kann recht mühselig sein, nach Tricks zu recherchieren, mit denen man mehr Elterngeld erhalten kann. In der Beratung erfahren Sie ganz konkret, wo Sie sparen können.

3.3. Weihnachtsgeld aufteilen

Lauras Mann erhält zudem Weihnachtsgeld von seiner Chefin. Er konnte Sie jedoch überzeugen anstatt einer Einmalzahlung das Weihnachtsgeld auf 12 Monate aufzuteilen, also anteilig 1/12 auszuzahlen. Das erhöht sein Elterngeld dann nochmal um rund 40 Euro pro Monat.

4. Wann ist der ideale Zeitpunkt für eine Elterngeldberatung?

Laura kommt zu dem Entschluss: „Ich bin sehr froh, dass wir die Beratung im ersten Trimester der Schwangerschaft durchgeführt haben. So bleibt uns nun noch genug Zeit, die Rahmenbedingungen zu verändern und mit ein paar effektiven Änderungen mehr Elterngeld zu erhalten.“

Für den sogenannten Steuerklassen-Trick waren die Eltern in spe jedoch schon zu spät dran. Der Trick ist im Internet sehr bekannt und betrifft eben nur verheiratete Paare. Er greift auch nur, wenn man die überwiegende Zeit vor der Geburt in der jeweils optimalen Steuerklasse war. Das heißt: Mindestens 6 Monate lang. Da die Steuerklasse immer erst zum nächsten Monat hin gewechselt werden kann, muss der Wechsel also wirklich zeitnah erfolgen.

Lauras Einschätzung: Werdende Eltern sollten sich direkt in den ersten 5 bis 10 Wochen der Schwangerschaft bereits in das Thema einlesen. Insbesondere für Paare aber auch für Alleinerziehende, die während der Elternzeit und dem Erhalt von Elterngeld auch arbeiten wollen, kann sich eine zusätzliche Beratung lohnen.

5. Fazit: Für wen sich die Beratung lohnt und für wen nicht

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Die Elterngeldberatung kann flexibel und bequem via Online-Call in Anspruch genommen werden.

Laura gibt zu: „Der Preis ist wirklich nicht ohne.“ Deshalb sollte die Erwartungshaltung zunächst geprüft werden:

  1. Aufwand: Wollen Sie, dass jemand Sie beim richtigen Ausfüllen des Elterngeldantrags unterstützt?
  2. Tricks anwenden: Möchten Sie das Geld für die Beratung möglichst schnell wieder „raus haben“, indem Ihnen der Berater dabei hilft, diverse Tricks zur Steigerung des Elterngeldes anzuwenden?

Wenn es um den Aufwand und die zeitliche Komponente geht, lohnt sich die Beratung Lauras Meinung nach immer: „Denn man kann hier sicher sein, dass die Beratung professionell ist und der Antrag korrekt ausgefüllt wird (sofern man diese Option dazugebucht hat).“

Bei der finanziellen Komponente würde sie das Angebot nicht uneingeschränkt empfehlen. „Bei uns hat es sich definitiv gelohnt – allein schon durch die Anpassung beim Minijob und Weihnachtsgeld. Das machte bei uns jedoch nur Sinn, weil wir eine frühe Elterngeldberatung in Anspruch genommen haben und die Zeit für Veränderungen noch vorhanden war.“ Hätte das junge Paar die Beratung erst nach der Geburt in Anspruch genommen, gäbe es kaum noch Möglichkeiten auf eine Elterngeldoptimierung.

Wer also kurz vor der Geburt steht oder sich sogar schon im Wochenbett befindet, sollte die Beratung also nur buchen, wenn er oder sie die zeitliche Komponente und den wegfallenden Stress als Vorteil sieht. Optimierungen sind hier nur selten möglich.

Bildnachweise: shutterstock.com/Lisa-S, shutterstock.com/G-Stock Studio, www.elterngeld.de/vgl, www.elterngeld.de/vgl, shutterstock.com/Tirachard Kumtanom, shutterstock.com/NAR studio (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)