• Schaut man sich die Veränderungen innerhalb Europas stärksten Fußball-Ligen an, wird schnell deutlich, dass sie sich jährlich sehr ähneln und sich lediglich der Rang einzelner Vereine verändert.
  • Die Finanzen der Top-Ligen spielen dabei eine große Rolle: So nehmen Bundesliga und Premier League allein durch Fernsehgelder mehrere Milliarden Euro ein.
  • Während internationale erstklassige Vereine mehrere 100 Millionen Euro für Transfers ausgeben, kann in Deutschland lediglich Bayern München bei solchen Summen mithalten.

fußballstadion bundesliga

Im Millionen-Geschäft des Fußballs können neben außerordentlicher Scouting-Arbeit und Training vor allem die Transfers über Sieg oder Niederlage entscheiden. Die Ablösesummen sind dabei in den letzten 30 Jahren unüberschaubar stark angestiegen. Wir lassen Sie wissen, wie der finanzielle Hintergrund Top-Klubs beeinflusst und in welchen Sphären sich Vereine der Bundesliga bewegen.

1. England als Übermacht

Jedes Jahr gibt die UEFA eine Übersicht der fünf stärksten Fußball-Ligen Europas heraus. Dabei ist es wenig überraschend, dass die Ligen an sich in der Regel gleichbleiben und nur untereinander die Plätze tauschen. Auch die vertretenen Nationen sind relativ logisch, denn mit England, Spanien, Italien, Deutschland und Frankreich sind es die bekanntesten Ligen der größten europäischen Länder, welche die Liste vervollständigen.

Der Länder-Koeffizient der UEFA wird auch als Fünfjahreswertung bezeichnet, da die aktuellen fünf Saisons die Wertung beeinflussen. Mit dieser Rangliste wird auch die Vergabe von Startplätzen bei Klub-Wettbewerben geregelt.

Kürzlich rutschte die portugiesische Primeira Liga zeitweise für die französische Ligue 1 auf den fünften Rang der UEFA Länder-Koeffizienten, musste sich aber schon kurz danach wieder auf Position sechs einordnen. Seit einigen Jahren wechseln sich an der Spitze vor allem England und Spanien als stärkste und interessanteste Liga ab, wobei die Premier League seit 2020 ganz vorne steht.

Das hat seine Berechtigung, denn vergleicht man in einem Sportwetten Test die Quoten der renommierten Anbieter, wird bei den diesjährigen Champions-League-Favoriten schnell deutlich, dass die Engländer dominieren. Vier der sechs wahrscheinlichsten Sieger kommen laut den Buchmachern aus der Premier League.

ball champions league

In der Champions League werden einige englische Vereine als die Favoriten mit hohen Gewinnchancen gesehen.

Manchester City, der FC Chelsea, Manchester United und Liverpool bilden momentan auch in der heimischen Liga die Top vier und befinden sich in bestechender Form. Die weiteren Favoriten sind das Superstar-besetzte Team von Paris Saint-Germain um Messi, Mbappé und Neymar und der deutsche Rekordmeister Bayern München.

Der FCB gilt dabei als einer der wahrscheinlichsten Anwärter auf die diesjährige europäische Krone und die Bayern wissen in den Wettbewerben zu überzeugen. Ein hervorragendes Team mit großartigem Coach, dass aktuell in der Gruppenphase dominiert. Hier konnten die Münchner beide bisherigen Spiele nicht nur gewinnen, sondern stellten dabei noch ein beeindruckendes Torverhältnis von 8:0 auf.

Die beiden anderen deutschen Vertreter in der Königsklasse, Borussia Dortmund und RB Leipzig, dürfen sich hingegen deutlich geringere Chancen ausrechnen. Zwar hat der BVB als Gruppenzweiter durchaus realistische Chancen in die K.o.-Phase einzuziehen, Leipzig steht in einer schweren Gruppe allerdings noch ohne Punkte dar und wird es folglich wohl kaum schaffen können.

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Bisher konnte der FC Bayern München drei mal die Champions League gewinnen und wird auch weiterhin als einer der Favoriten angesehen.

2. Deutschland Finanziell unterlegen

Trotz überzeugender Leistung der beiden Vereine auf nationaler Ebene, finden sie in den vergangenen Jahren keinen Halt auf der großen internationalen Bühne. Das hat verschiedene Gründe, allen voran aber sicherlich die finanzielle Übermacht der anderen Top-Ligen. Das beginnt bei den Fernsehgeldern der Ligen, bei denen die Bundesliga rund 1,44 Milliarden Euro erhält und damit am drittmeisten in Europa.

Mit 3,58 Milliarden Euro übertrumpft die Premier League diese Summe allerdings deutlich und erhält über eine Milliarde Euro mehr als La Liga auf Position zwei. Auch die Investoren hinter den Vereinen spielen eine entscheidende Rolle und verschiedene Milliardäre stehen als Finanzkraft hinter den großen englischen Clubs wie Manchester City oder Chelsea.

Ablösesummen steigen kontinuierlich an

Seit den 90er Jahren sind die finanziellen Ausgaben in der Fußball-Bundesliga stetig gestiegen. Während sich die gesamten Transferausgaben 90/91 von Vereinen der Bundesliga auf 24 Millionen Euro (bzw. ca. 47 Millionen DM) beliefen, wurde in der Saison 17/18 insgesamt mehr als 28 Mal so viel ausgegeben (ca. 686 Millionen Euro).

Auch bei PSG spielt Geld gewissermaßen kaum mehr eine Rolle und ein Angebot für Topstürmer Kylian Mbappé von bis zu 200 Millionen Euro von Real Madrid lehnte man schlichtweg ab. In England werden längst keine Talente mehr für überschaubare Summen gekauft, vielmehr lässt man sich Verstärkungen wie Romelu Lukaku bei Chelsea oder Jack Grealish bei den Citizens gerne 115 beziehungsweise 117 Millionen Euro kosten.

In der Bundesliga könnte sich lediglich Bayern München in diesen Sphären bewegen, betonte aber in der Vergangenheit häufig, dass man nicht bereit sei, so viel Geld für einen Spieler auszugeben. 2019 tätigte man den teuersten Einkauf der Vereinsgeschichte, als man 80 Millionen Euro für Lucas Hernández ausgab. Leroy Sané als zweitteuerste Verpflichtung kam für 45 Millionen Euro ein Jahr später.

3. Es geht nur über das Geld

Sehen Sie sich in unserer Übersicht an, wie hoch die Transferausgaben der internationalen Top-Vereine in der Saison 19/20 waren:

Verein Transferausgaben
FC Bayern München 139,50 Mio. €
Real Madrid CF 355,50 Mio. €
FC Barcelona 301,00 Mio. €
Club Atlético Madrid 245,30 Mio. €
Juventus Turin 224,41 Mio. €
Manchester City FC 159,52 Mio. €
FC Paris Saint-Germain 95,00 Mio. €

In Dortmund und Leipzig sind Transfers dieser Größenordnung nicht vorstellbar. Vielmehr sind es Clubs, die durch gute Scouting-Arbeit und hervorragende Ausbildung hohe Summen einspielen, wie man an Beispielen wie Aubameyang, Sancho oder Dembélé sehen kann.

Das wird sich auch in absehbarer Zukunft nicht ändern und trotz der Stärke in der Bundesliga oder im DFB-Pokal, werden sich diese Vereine eher als Ausbildungsclubs für die ganz großen Namen im Weltfußball sehen müssen, zu denen hierzulande eben nur Bayern München gehört. Ohne den FCB gäbe es in der Europa League oder Champions League schon lange keine nennenswerte deutsche Gefahr mehr für die Spitzenteams aus England, Italien oder Spanien. Auf lange Sicht wird kein Weg an anderen finanziellen Mitteln vorbeiführen, damit die Bundesliga im internationalen Vergleich konkurrenzfähig bleibt.

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