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Gut geschützt durch kalte Tage: Was Tieren durch den Winter hilft

Wenn die Temperaturen sinken, verändert sich auch der Alltag mit Tieren. Die Hunderunde findet wieder häufiger im Dunkeln statt und bei den ersten Nachtfrösten kann morgens das Trinkwasser im Kaninchenstall gefroren sein. Wie verbreitet das Zusammenleben mit Tieren ist, zeigen Zahlen von IVH und ZZF: In 43 Prozent der deutschen Haushalte lebte 2025 mindestens ein Heimtier. Katzen waren in knapp jedem vierten Haushalt zu Hause (24 Prozent), Hunde in jedem fünften (20 Prozent). Zusätzlich haben 4,4 Millionen Kleintiere wie Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster und Mäuse ein Zuhause in Wohnungen und Häusern gefunden.

Hinzu kommen Wildtiere, die Gärten und Balkone besuchen. Was ihnen durch den Winter hilft, kann sich deutlich von den Bedürfnissen der eigenen Haustiere unterscheiden: Während manche zusätzlichen Schutz vor Kälte und Nässe benötigen, sind andere vor allem auf natürliche Rückzugsorte und Ruhe angewiesen. Oft helfen dabei schon kleine Anpassungen im Alltag, ohne dass etwas neu angeschafft werden muss.

Beitragsbild für die Pressemitteilung

Hunde und Pferde brauchen auch im Winter Bewegung

Hunde und Pferde sind Bewegungstiere. Sie brauchen auch bei niedrigen Temperaturen regelmäßig Auslauf, Freigang und ausgiebige Spaziergänge. Sie allein wegen der Kälte in der Wohnung oder Box zu lassen, wird ihren Bedürfnissen nicht gerecht. Entscheidend ist deshalb der passende Wetterschutz für die Vierbeiner.

Bei Hunden hängt der Bedarf unter anderem von Fell, Größe und Gesundheitszustand ab. Während dichtes Fell häufig ausreichend schützt, kann ein kleiner Hundemantel für kleinere, kurzhaarige oder gesundheitlich eingeschränkte Tiere je nach Wetter sinnvoll sein. Findet die gewohnte Runde im Dunkeln statt, verbessert ein Leuchthalsband zudem die Sichtbarkeit – im Straßenverkehr, im Wald oder Park ebenso wie auf unbeleuchteten Wegen.

Pferde besitzen mit ihrem Winterfell ebenfalls einen natürlichen Kälteschutz und können bei entsprechender Gewöhnung weiterhin draußen bleiben, sofern ein trockener Unterstand vor Wind und Niederschlag Schutz bietet. Bei geschorenen Tieren kann eine passende Pferdedecke den fehlenden Wärmeschutz ausgleichen. Zur artgerechten Haltung gehört laut Deutschem Tierschutzbund neben dem täglichen Auslauf auch der direkte Kontakt zu Artgenossen.

Ob Katzen oder Nagetiere: Außenhaltung braucht Schutz vor Frost und Nässe

Für Tiere, die auch im Winter draußen leben, muss der Schutz vor Nässe und Kälte dauerhaft gewährleistet sein. Eine Katzenklappe ermöglicht Freigängerkatzen, zum Aufwärmen nach drinnen zu kommen, auch wenn niemand zu Hause ist. Fehlt diese Möglichkeit, sollte ein witterungsfester, gedämmter Unterschlupf draußen Schutz bieten, den die Katze kennt und der regelmäßig auf Nässe, Schimmel und andere Gesundheitsrisiken von den Katzenhaltern geprüft wird.

Gesunde Kaninchen und Meerschweinchen können ebenfalls im Freien überwintern, wenn sie frühzeitig an die Außenhaltung gewöhnt wurden und geeignete Bedingungen vorfinden. Dazu gehören ein isoliertes Schlafhaus mit trockener Einstreu und ausreichend Bewegungsfläche in einem gesicherten Freilaufgehege – ein kleiner Stall allein genügt nicht. Bei Frost muss zudem das Trinkwasser mehrmals täglich kontrolliert und bei Bedarf erneuert werden. Dagegen sollten an die Außenhaltung gewöhnte Kaninchen nicht zwischenzeitlich ins beheizte Wohnzimmer gebracht und anschließend wieder nach draußen gesetzt werden.

Auch die Überwinterung im Gartenteich betrifft zahlreiche Haushalte: Laut IVH und ZZF gab es 2025 in Deutschland eine Million Gartenteiche mit Zierfischen. Ob die Tiere dort durch den Winter kommen, hängt von der Fischart und den Bedingungen im Gewässer ab. Für Goldfische empfiehlt der Deutsche Tierschutzbund eine Wassertiefe von mindestens einem Meter, besser 1,20 Meter. Zusätzlich müssen Sauerstoffversorgung und Gasaustausch gewährleistet sein. Ein Eisfreihalter kann dazu beitragen, indem er eine Stelle an der Oberfläche offen hält; einen zu flachen Teich macht er allerdings nicht wintertauglich.

Futter und Rückzugsorte helfen Wildtieren durch den Winter

Für Wildtiere kann schon etwas weniger Aufräumen im Herbst helfen. Der LBV empfiehlt, verblühte Stauden erst im Frühjahr zurückzuschneiden, da ihre Samenstände Vögeln Nahrung bieten und Insekten in den Stängeln überwintern. Auch heruntergefallene Hasel- und Walnüsse dürfen liegen bleiben, damit Eichhörnchen sie als Wintervorrat sammeln können.

Auch Igel profitieren von einem naturnahen Garten, in dem Laub liegen bleiben darf. Ein größerer Haufen an einer geschützten Stelle kann ihnen als Winterquartier dienen, wenn Äste das Laub gegen Wind sichern. Ein Igelhaus bietet ergänzend Unterschlupf, kann geeignete Lebensbedingungen im Garten aber nicht ersetzen. Sobald die Tiere ihr Quartier bezogen haben, ist vor allem Ruhe wichtig, denn jedes Aufwachen aus dem Winterschlaf verbraucht wichtige Energiereserven.

Eine Futterstelle im Garten oder auf dem Balkon ergänzt das natürliche Nahrungsangebot. Welche Vogelarten sie annehmen, hängt auch von der Zusammensetzung des Futters ab: Finken und Sperlinge fressen etwa Sonnenblumenkerne, während Amseln und Rotkehlchen eher Haferflocken, Rosinen oder geeignetes Weichfutter aufnehmen. Fertiges Wintervogelfutter kann dafür geeignet sein, allerdings bleiben weizenreiche Mischungen häufig liegen, da viele Gartenvögel andere Körner bevorzugen. Der NABU empfiehlt wettergeschützte Vogelfutterspender, die das Futter trocken halten und verhindern, dass die Vögel zwischen den Körnern herumlaufen und sie mit Kot verunreinigen. Meisenknödel ohne Plastiknetz verhindern zudem, dass sich Vögel beim Fressen darin verfangen.

Winterhilfe beginnt mit den Bedürfnissen der Tiere

Der Winter allein ist noch kein Grund, vertraute Haltungsbedingungen vollständig zu verändern. Vielmehr kommt es darauf an, zu erkennen, wann Kälte und Nässe zum Problem werden und welchen Schutz die Tiere bereits von Natur aus mitbringen. Gute Hilfe orientiert sich daran, was die Tiere brauchen und womit sie selbst zurechtkommen.

Quellenangaben:

  • Deutscher Tierschutzbund: Pferde – https://www.tierschutzbund.de/tiere-themen/haustiere/pferde/
  • Deutscher Tierschutzbund: Tiere im Winter bei Kälte – https://www.tierschutzbund.de/tiere-themen/tierschutz-im-alltag/tiere-im-winter-bei-kaelte/
  • IVH (Industrieverband Heimtierbedarf) und ZZF (Zentralverband der Heimtierbranche): Heimtiere in Deutschland 2025 – https://www.zzf.de/marktdaten/heimtiere-in-deutschland
  • LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern): Der winterfeste Garten – https://www.lbv.de/ratgeber/lebensraum-garten/der-winterfeste-garten/
  • LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern): Eichhörnchen im Garten – https://www.lbv.de/ratgeber/lebensraum-garten/eichhoernchen-im-garten/
  • NABU (Naturschutzbund Deutschland): Vögel füttern – https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/helfen/vogelfuetterung/index.html
  • NABU (Naturschutzbund Deutschland), Gruppe Lichtenau/Rheinmünster: Naturnahe Gärten helfen dem Winterschläfer Igel – https://nabu-li-rhm.de/2025/12/23/naturnahe-gaerten-helfen-dem-winterschlaefer-igel
  • TASSO e. V.: Mit dem Hund sicher durch den Herbst – https://www.tasso.net/Service/Wissensportal/Hundehaltung/Mit-dem-Hund-sicher-durch-den-Herbst
  • Veterinärmedizinische Universität Wien: Pferde im Winter – https://www.vetmeduni.ac.at/en/universitaet/infoservice/presseinformationen-2022/pferde-im-winter
  • ZZF (Zentralverband der Heimtierbranche): Kaninchen im Außengehege – https://www.zzf.de/fileadmin/ZZF/Pressemeldungen/2025/2025_09_16_Kaninchen_im_Aussengehege/ZZF_pma_1525_Kaninchen_im_Aussengehege.pdf

Bildnachweise: VGL/KI-generiert (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)

Inhaltsverzeichnis
  1. Hunde und Pferde brauchen auch im Winter Bewegung
  2. Ob Katzen oder Nagetiere: Außenhaltung braucht Schutz vor Frost und Nässe
  3. Futter und Rückzugsorte helfen Wildtieren durch den Winter
  4. Winterhilfe beginnt mit den Bedürfnissen der Tiere
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