Wertpapierdepot Vergleich 2017

Die besten Depotanbieter im Test.

Das müssen Sie für Ihr erstes Wertpapierdepot wissen

Das Wichtigste in Kürze
  • Wenn Sie mit Aktien, Anleihen oder anderen Wertpapieren handeln bzw. wenn sie Fonds kaufen wollen, ist ein Depot unumgänglich.
  • Direktbanken oder Online-Broker sind besonders günstig. Sie können aber auch bei Ihrer Hausbank Kosten einsparen, wenn die Internetangebote genutzt werden.
  • Für die ersten Schritte im Wertpapiergeschäft eignen sich die Übungdepots der Anbieter, mit denen Sie Handel simulieren können.

Depot Test

In Deutschland besitzen nur etwa 14 % der Bürger über 14 Jahren Aktien, die Hälfte davon indirekt über Fondsanteile.

Das liegt zum einen an der gängigen Skepsis gegenüber jeglichem Treiben an den Kapitalmärkten. Zum anderen ist das Phänomen der Risikoaversion weit verbreitet: Verluste werden viel schlimmer empfunden als entgangene Gewinne, weshalb man lieber beim Ist-Zustand bleibt.

Wer sein Vermögen vor einem Wertverlust schützen möchte, kommt um ein Wertpapierdepot eigentlich nicht drum herum. Selbst die bestverzinsten Festgeldkonten werfen momentan nicht genügend ab, um das Ersparte wenigstens vor der Inflation zu schützen (2,2 % im Februar 2017). Um gut für das Alter vorzusorgen, reichen Bankeinlagen schon gar nicht aus.

Unser Ratgeber gibt Tipps, wie Sie mit hoher Sicherheit und zu guten Konditionen ein Depot führen können.

1. Was ist ein Wertpapierdepot?

Was Girokonten für den Zahlungsverkehr ist, das sind Depots für die Geldanlagen. Das Depot ist ein Verwahrort für Wertpapiere.

Der Depotanbieter hat aber noch weitere Aufgaben: Er ermöglicht die Handelsaktivitäten, auch Trades genannt, und schreibt dem Kunden die Dividendenauszahlungen sowie Bezugsrechte für neue Wertpapiere gut. Außerdem stellt der Depotanbieter dem Finanzamt Bescheinigungen über Gewinne und Verluste aus.

Für Online-Depots ist entweder ein Broker oder eine Direktbank zuständig. Für den Kunden macht das keinen Qualitätsunterschied. Direktbanken wie ING-DiBa, Comdirect oder die Consorsbank haben eine Banklizenz und dürfen daher selbst das Depotkonto führen.

Online-Broker, zu denen u.a. Flatex, Lynx und DeGiro gehören, sind automatisierte Vermittler von Wertpapiergeschäften. Sie dürfen nur die Aufträge abwickeln und nicht auf eigene Faust für den Kunden tätig werden. Das Geld der Kunden liegt dann auf einem Verrechnungskonto bei einer Partnerbank oder einem angeschlossenen Geldinstitut.

online depot

Überblicksansicht für ein Depot bei der Consorsbank

Hinweis: Nicht jede Bank bietet jedem Anleger ein Depot an. Die Hypovereinsbank, Citiebank und 1822direkt führen die Wertpapierdepots nur für Personen, die auch ein hauseigenes Girokonto besitzen.

2. Welche Depots bieten am meisten Handelsmöglichkeiten?

2.1.  Diese Wertpapierformen gehören zum Standard

Die Wertpapiere lassen sich in vier Hauptkategorien unterteilen:

  • Anleihen: Sie garantieren Rückzahlung und Verzinsung für überlassenes Fremdkapital. Die Inhaber einer Anleihe sind Gläubiger des Herausgebers (Unternehmen oder Staat).
  • Aktien: Die Besitzer der Aktien erwerben einen winzigen Anteil an einer bestimmten AG. So profitieren sie von dem Unternehmenserfolg durch den Erhalt der Dividenden.
  • Investmentfonds: Sie werden zu unterschiedlichen Gewichten in Anleihen, Aktien, Rohstoffen, Immobilen und Derivaten angelegt. Ziel ist eine breite Streuung des Geldes (Diversifikation).
  • Derivate: Ihre Preise werden von einem Basiswert (Referenzgröße) abgeleitet. Das sind unter anderem Aktien, Indices, Bonitätsrankings oder Edelmetalle. Mit Derivaten spekuliert man darauf, ob der Preis der Referenzgröße fallen oder steigen wird. Beispiel hierfür ist der Devisenhandel.

Jeder Depotanbieter ermöglicht den Kauf und Verkauf von Wertpapieren aus diesen Gruppen. Die Zusammensetzung des Portfolios kann jeder Anleger selbst bestimmten. Auch reine Aktiendepots sind nicht unüblich.

Beliebte Formen von Derivaten sind Optionen, Futures und Contracts for Differences (CFDs), auf Deutsch: Differenzkontrakte. Händler von Optionen können schlimmstenfalls ihren kompletten Einsatz verlieren. Denn anders als Aktien haben Optionsscheine ein Ablaufdatum, sodass man nicht auf eine bessere Kursentwicklung warten kann. Für Futures und CFDs kann sogar – je nach Produkt – eine Nachschusspflicht bestehen.

Vor allem Onlinebroker werben sehr gerne dafür, mit CFDs zu handeln. Schließlich sind die Gewinne überproportional hoch im Verhältnis zu denen, die man machen würde, wenn man direkt in die Referenzgröße, z.B. in eine Aktie, investiert hätte. Die Verluste sind dann aber eben auch überproportional hoch.

Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde warnt Privatanleger explizit vor Differenzkontrakten.

Wertpapierdepot Test

Dr. Annabel Oelmann, Vorstand der Verbraucherzentrale Bremen

Annabel Oelmann, Vorstand der Verbraucherzentrale Bremen, hält die Warnung für angebracht: „CFDs sind für die meisten Anleger nicht geeignet, weil sie schlicht zu riskant sind.“

Unter bestimmten Voraussetzungen spreche jedoch nichts dagegen, in solche Produkte zu investieren. „Der Anleger muss sich über die Risiken im Klaren sein und etwas Spielgeld über haben. Für die meisten Anleger ist es zunächst aber wichtiger, das Ersparte für den Abbau von Schulden, einer Liquiditätsreserve oder für die Altersvorsorge zu nutzen.“ Erst wenn dann noch Vermögen übrig sei, kommen diese Hebelprodukte in Frage.

Außerdem soll man laut Oelmann gegen alle potentiellen Nachschusspflichten abgesichert sein. Über Stop-Loss-Order lassen sich die Verluste begrenzen – sobald etwa der Kurs eines Differenzkontrakts einen festgesetzten Wert unterschreitet, werden die Anteil verkauft. Umgekehrt lässt sich auch ein Kurs festlegen, bei welchem gekauft wird.

2.2. Vergleichen Sie die Handelsplätze

Das Sortiment an Wertpapieren ist bei allen Unternehmen in unserem Depot-Vergleich sehr ähnlich. Größere Unterschiede ergeben sich bei der Anzahl der Orte, an denen mit diesen gehandelt werden kann.

Die großen Broker und Direktbanken ermöglichen den Handel an allen deutschen Börsenplätzen und über Xetra, dem elektronischen Handelssystem der Deutschen Börse. Dagegen fehlt zum Beispiel bei dem niederländischen Broker Degiro die Stuttgarter Börse, welche den Tradern besonders lange Öffnungszeiten bietet.

Die Auswahl der ausländischen Börsen variiert stärker. Dies spielt eine Rolle, wenn man seltene Aktien erwerben will, die nur über ihren Heimatmarkt erhältlich sind.

Vor allem differenzieren sich die Depotanbieter über die Möglichkeiten des außerbörslichen Handels. Durch den Direkthandel sparen Sie sich die Börsengebühren und der Orderprozess funktioniert einfacher. In unserem Depot-Vergleich 2017 bieten Lynx, Cap Trader, Degiro und die DKB keinen Direkthandel an. Das muss aber nicht unbedingt ein Ausschlusskriterium für Sie sein. Denn oft kann man an einer Börse zu niedrigeren Kursen kaufen. Direkthandel ist daher nicht per se besser.

Tipp: Bei der Auswahl des Handelsplatzes sollten Sie nach Angeboten mit niedrigem „Spread“ suchen. Das heißt, die Differenz zwischen Ankaufs- und Verkaufskurs soll möglichst niedrig sein. Dann gilt ein Handel als effizient.

Am Exempel von Maxblue, dem Broker der Deutschen Bank, sieht man, wie die verschiedenen Handelsplätze für eine bestimmte Aktie dem Kunden dargestellt werden können:

maxblue broker

3. Stellen Sie alle Kosten gegenüber

Wie hoch die Renditen sein werden, kann kein noch so renommierter Finanzexperte wirklich vorhersagen. Historische Ergebnisse schaffen nur Richtwerte für Wertentwicklungen.

Dem, was ein Wertpapierdepot kostet, sollte daher eine hohe Bedeutung beigemessen werden – die Gebühren fallen schließlich so oder so an.

3.1. Depotgebühren

Einsparung durch Onlinedepots

Soll eine Bankfiliale die Order durchführen, wird die Transaktion sehr teuer. Nach Rechnungen von Finanztest von 2016 ist das Wertpapierdepot „Easytrade“ der Postbank nur noch halb so teuer, wenn das Depot online geführt wird. Außerdem kommt das Tochtermagazin von Stiftung Warentest zu dem Ergebnis, dass man pro Jahr eventuell mehr als 1 % zu viel zahlt, wenn ein besonders unpassendes statt ein günstiges Wertpapierdepot ausgesucht wurde.

Die meisten Broker und Direktbanken offerieren ein kostenloses Online-Depot, das heißt, die Verwahrung ist umsonst. Trotzdem sollten Sie vorab bei einem Wertpapierdepot-Vergleich immer auch das Kleingedruckte lesen, da für die kostenlose Depotführung auch Einschränkungen gelten können.

So fallen bei dem S-Broker der Sparkasse nur dann die Depotgebühren weg, wenn Sie einmal pro Quartal eine Transaktion durchführen. Das Depot von Comdirect ist kostenlos, wenn Sie einen Sparplan (mehr dazu in Kapitel 8) abschließen oder zwei Trades im Quartal ausführen.

Im März 2017 führte Flatex einen Strafzins von 0,4 % p.a. für alle Guthaben ein, die auf dem Cashkonto bei der Partnerbank liegen. Handeln Sie mit Aktien oder Anleihen, muss pro Transaktion ein bis zwei Tage lang Geld auf dem Cashkonto liegen. Bei Sparplänen kann der Strafzins komplett umgangen werden, indem die Sparraten von Ihrem Girokonto abgebucht werden.

3.2. Handelskosten

Auch wenn Depotgebühren wegfallen, müssen die Depotanbieter ihren Service nicht völlig frei zur Verfügung stellen: Jeder Kauf oder Verkauf von Finanzprodukten verursacht Orderkosten. Flatex verlangt für jede Order einen Festpreis von fünf Euro. Oft handelt es sich hierbei aber um prozentuale Kosten oder Mischformen.

Die Ordergebühren der Targobank und von Maxblue, dem Online-Broker der Deutschen Bank, betragen 0,25 % des Transaktionsvolumens und das Minimum beträgt 8,90 Euro. Alle Ordergebühren in unserem Depot-Test sind jedoch auch auf ein Maximum beschränkt, welches zwischen 25 Euro und 70 Euro liegt. Diese Differenzen können bei mehrfachen Handelsaktionen große Preisunterschiede verursachen.

Sehr aktive Wertpapierhändler profitieren von dem ungewöhnlichen Preismodell von OnVista: Abhängig von der Zahl und dem Volumen der getätigten Transaktionen bekommen die Kunden für den Folgemonat „Freebuys“ gutgeschrieben, das heißt, die Orderkosten entfallen.

Überprüfen Sie vor einer Auswahl auch potentiellen Zusatzkosten.

Flatex beispielsweise verlangt eine Gebühr dafür, die Dividende einer ausländischen Aktie (nicht eines Aktienfonds) einzubuchen. Wenn die Dividende mindestens 15 Euro beträgt, sind das fünf Euro, ansonsten 1,50 Euro. Anders ist das bei OnVista: Hier werden 1,50 Euro für pauschale Fremdspesen verlangt. Die DKB, Maxblue und die Targobank verlangen dagegen nichts für ausländische Dividenden.

Welches Wertpapierdepot Ihr Vergleichssieger wird, hängt letztlich vor allem davon ab, wie Sie den Wertpapierhandel gestalten wollen und welche Kosten daraus folgen.

3.3. Externe Kosten

Die Anbieter der Depots haben aber nicht auf alle Kosten einen Einfluss:

Je nach Art des Finanzprodukts und Ort des Handels entstehen Ausgaben, die letztlich mehr ins Gewicht fallen als die Kosten für die Bank oder den Online-Broker.

Titel Definition
Agio
  •  = Aufgeld / Ausgabeaufschlag
  • finanziert bei Fonds den Vertrieb und ist in dem Ausgabepreis enthalten
  • bei der Herausgabe einer Aktie die Differenz zwischen Ausgabepreis und Nennwert
Handelsplatzgebühr
  •   = Börsenplatzentgelt
  • wird pro Order von der jeweiligen Börse erhoben, entfällt beim Direkthandel
  • sind prozentuale Kosten, manche Banken verlangen bei der Abrechnung einen Festpreis von den Kunden
Maklercourtage
  • Provision, welche der Börsenmakler für die Vermittlung eines Wertpapiergeschäfts erhält
  • beträgt in der Regel unter 0,1 % der Handelssumme
Total Expense Ratio
  •  = Gesamtkostenquote
  • jährliche Kosten eines Fonds ohne Transaktionskosten
  • beinhaltet Verwaltungsgebühren

Ausgabeaufschläge auf den Kauf von Fonds schmälern deren Rendite manchmal gewaltig. Über die Hälfte aller Fonds, die in Deutschland erhältlich sind, fordern ein Agio von 5 % ihres Kurswertes. Einige Broker bieten jedoch auch Fonds mit reduziertem oder nicht vorhandenes Agio an, sie werden deshalb auch als „Discount-Broker“ bezeichnet.

Bei größeren Fonds kann das Agio ein sehr großer Kostenfaktor sein, daher sollten Sie sich unbedingt vor der Eröffnung eines Depots darüber informieren. Die Anbieter in unserem Depotvergleich bieten jeweils über 5000 Fonds ohne Ausgabeaufschlag an.

Exchange-Traded-Funds (ETFs) haben eine besonders niedrige Gesamtkostenquote. Das sind Fonds, deren Wert den eines bestimmten Börsenindex nachzeichnet. Im besten Fall steigt der Kurs eines Indexfonds genauso stark wie der Kurs des Marktes, den er repräsentiert. ETFs benötigen kein aktives Management. Ihre laufenden Kosten betragen jährlich zwischen 0,1 % bis 0,5 % und die Anschaffungskosten circa 0,25 % des Anlagebetrags.

4. Die Depoteröffnung wurde vereinfacht

4.1. Legitimationsprüfung via Webcam

Um ein Depot anzulegen, muss der Kunde gemäß dem Wertpapierhandelsgesetz Fragen zu seinen Erfahrungen mit Wertpapieren, wirtschaftlichen Verhältnissen, Risikotoleranz und Anlagedauer beantworten.

Außerdem ist eine Legitimationsprüfung erforderlich. Diese kann durch das Postident-Verfahren erfolgen. Dafür muss man mit den Dokumenten der Bank und seinem Ausweis zu einer Post-Filiale gehen, die das Verfahren anbietet. Ein Mitarbeiter der Post prüft die Identität des Gegenübers. Mittlerweile ermöglichen aber fast alle Broker und Direktbanken das Video-Ident-Verfahren. Dafür wird der Kontakt zwischen dem Antragsteller und einem sogenannten Video-Ident-Dienstleister hergestellt. Via Webcam identifiziert ein Mitarbeiter die Person vor der Kamera und prüft die relevanten Dokumente.

4.2. Kleine Geschenke für Neukunden

Einige Anbieter bemühen sich fleißig um Neukunden.

Die Consorsbank (früher Cortal Consors) bietet für den Depotwechsel ein außerordentlich gutes Konto für Tagesgeld an: Im ersten Jahr erhalten die Neukunden einen Zins von 2,5 %, wenn sie auch ihr altes Depot schließen. Die Targobank verzinst Tagesgeld 12 Monate zu 2 %, wenn mindestens 7000 Euro auf das neue Depot übertragen werden. Außerdem fallen für die ersten 10 Transaktionen im ersten Jahr keine Orderkosten an.

Die Sonderkonditionen verfallen aber meist, wenn das Depot nicht wenigstens ein Jahr geführt wird. (In unserem Tagesgeldvergleich von 2017 finden Sie auch gute Angebote, die nicht an ein Depot geknüpft sind.)

Hinweis: 2004 entschied der Bundesgerichtshof (BGH), dass die Banken keine Gebühren mehr verlangen dürfen, wenn der Kunde sein Depot einem anderen Unternehmen übertragen will. Der Wechsel dauert in der Regel mehrere Tage.

6. Risikoloses Handeln dank Übungdepots

Wenn Sie bei Ihren ersten Schritten am Kapitalmarkt nicht gleich ihr Vermögen investieren wollen, eignen sich auch kostenfreie Trockenübungen mit virtuellem Geld, bevor Sie ein Wertpapierdepot kaufen.

Sie können durch die Übungsdepots zum Beispiel den Handel mit Aktien oder Anleihen simulieren und teilweise die echte Wertentwicklung von Fonds oder anderen Finanzprodukten beobachten. Es empfiehlt sich, erst einmal bei dem Anbieter ein Übungsdepot (auch Demodepot oder Musterdepot genannt) zu führen, den Sie sich später auch für eine echte Geldanlage vorstellen könnten. Natürlich kann man auch mehrere Demo-Accounts anlegen und die Übersichtlichkeit der Portale testen, um das beste Wertpapierdepot zu finden.

7. Wie steht es um die Sicherheit?

7.1. Vermögensschutz bis 100.000 Euro ist gesetzlich garantiert

Onlinebroker nehmen das Vermögen der Kunden nicht direkt an. Stattdessen überlassen sie das Konto der dazugehörigen Bank oder Partnerbank. Befindet sich der Broker in finanziellen Schwierigkeiten, bleibt das Kundengeld unberührt. Das Kundengeld von Flatex liegt so z.B. bei der biw Bank, welche ebenfalls zur Fintech Group gehört.

Alle Banken in der EU unterliegen der gesetzlichen Einlagensicherung, die Privatvermögen von bis zu 100.000 pro Person schützt. Anleihen, Aktien und Fonds gelten als „Sondervermögen“ und bleiben daher auch im Falle einer Insolvenz der Bank unangetastet.

7.2. Betrugsgefahr: So sorgen Sie für ein sicheres Online-Depot

Depot onlineUm nicht in die Fallstricke von Betrügern im Internet zu geraten, sollten Sie sich vor ein paar Gefahren in Acht nehmen, wenn Sie ein Depot online führen oder generell Bankgeschäfte im World Wide Web betreiben.

Zum Beispiel versuchen Betrüger durch Phishing an Daten zum Login oder TAN Nummern heranzukommen. Dafür haben sie unter anderem sehr echt aussehende Fälschungen von Bank-Webseiten erstellt, auf die sie die Opfer locken.

Neben den allgemeinen Sicherheitsvorkehrungen für den Datenschutz und gegen Viren, Trojanern etc., die Sie an ihrem PC und Smartphone vornehmen sollten, gibt es noch weitere Punkte zu beachten:

  • Öffnen Sie keine Programme oder Dateien, die von unbekannten Absendern stammen.
  • Die Banken würden nicht durch Anrufe oder Mails ihre Kontonummer, den Pin oder Ähnliches abfragen. Sind Sie unsicher über die Echtheit einer Nachricht, fragen Sie direkt beim Anbieter nach.
  • Loggen Sie sich nicht an einem fremden PC in Ihr Account ein, schon gar nicht in einem Hotel oder Internetcafé.
  • Geben Sie die URL des Brokers immer manuell ein, statt irgendwelchen Links zu folgen.
  • Öffnen Sie kein weiteres Browserfenster während Sie im persönlichen Bereich angemeldet sind.

8. Mit Sparplänen für das Alter vorsorgen

Auch wenn man nicht auf einen Schlag viel Geld zur Seite legen kann, ist ein Depot durchaus sinnvoll. Denn ab 50 Euro im Monat, manchmal schon ab 25 Euro, kann man mit einem Fondssparplan investieren. Er ist so etwas wie ein Dauerauftrag für den Kauf von Wertpapieren. Immer zu einem bestimmten Stichtag erwirbt die Bank oder die Fondsgesellschaft Fondsanteile.

Nach dem antizyklischen Prinzip werden bei hohen Aktien- oder Anleihenkursen wenige Anteile erworben, in schwachen Phase dafür mehr. Anders als bei einer Einmalanlage spielt es daher für die Renditen keine Rolle, wann man mit den Investitionen beginnt. Hier sind die wesentlichen Vor- und Nachteile von Geldanlagen in Sparraten:

  • Aufstocken oder Aussetzen der Einzahlungen immer und ohne Zusatzkosten möglich
  • Zinseszins-Effekt durch regelmäßige Zinsansammlung
  • Zeitpunkt des Einstiegs unerheblich
  • Agio für klassische (aktive) Fonds
  • ETFs von allgemeiner Marktsituation abhängig
  • Informationen zu Fondsänderungen müssen selbst eingeholt werden

Wegen kurzzeitigen Kursschwankungen ist ein Sparplan eher zur Vorsorge fürs Alter oder für andere langfristige Anlageziele gedacht.

Auch für Sparpläne gilt, dass ETFs, also passive Fonds, die einen Börsenindex nachbilden, weniger Gebühren verursachen als die klassischen, aktiv gemanageten Fonds. Laut Finanztest haben ETF-Sparpläne mit jeweils 50 % Aktien und Anleihen in den vergangen 15 Jahren eine Rendite von knapp 6 % pro Jahr eingebracht. Bei aktiven Fonds der gleichen Risikostufe seien es dagegen nur 2,4 % im Jahr gewesen.

Portfoilo erstellen mit Robo Advice

Es kann manchmal zu zeitaufwendig oder komplex sein, die richtigen Fonds für eine Einmalanlage bzw. einen Sparplan auszuwählen und die Zusammensetzung des Wertpapierportfolios regelmäßig anzupassen. Robo-Advisor nehmen einem diese Arbeit ab und sind dabei wesentlich günstiger als persönliche Bankberater. Mehr zu den automatisierten Vermögensverwaltern in unserem Test.

Ausgabeaufschläge von bis zu 5 % des Anlagevolumens können die Rendite schließlich erheblich schmälern.

Wenn Sie einen eigenen Depot-Vergleich vornehmen, sollten Sie auch prüfen, ob und zu welchen Konditionen Sparpläne angeboten werden.

Während Kunden von OnVista, Comdirect, der Consorsbank und einigen weiteren Depotanbieter zahlreiche ETF-Sparpläne ohne Bezugsgebühr bekommen, müssen jene von ING-DiBa dafür eine Provision von 1,75 % vom Kurswert zahlen. Außerdem stellen die meisten Direktbanken und Broker Fondssparpläne zur Verfügung, für die der Ausgabeaufschlag entfällt.

9. Erweitern Sie Ihren (Anlage-)Horizont!

Langfristig gehaltene Wertpapiere erhöhen die Rendite, worauf viele Studien hinweisen. Das Deutsche Aktieninstitut untersuchte die Kapitalerträge von Anlegern, die zwischen 1964 und 2013 Aktien von Dax-Unternehmern besaßen. Wenn die Anlagedauer mindestens 15 Jahre betrug, erzielte jeder positive Ergebnisse. Und je kürzer die Aktien gehalten wurden, desto niedriger waren die durchschnittlichen Renditen.

Auch nach einem großen Crash wie der Finanzkrise 2008 erreichten die Kurse früher oder später wieder ihr altes Niveau. Einige Experten erachten den Zeitraum insgesamt sogar für entscheidender für den Erfolg als den Zeitpunkt, zudem die Wertpapiere gekauft werden.

Langes Halten reduziert zudem die Zahl der Transaktionen und somit auch die Gebühren für ein Aktiendepot.

Zum besseren Verständnis des Sinns und Zweck von Aktien ist dieses Video hilfreich:

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