Warum die meisten E-Scooter bald Straßenverbot haben

Mitte Juni tritt sie in Kraft: Die neue Verordnung für Elektrokleinstfahrzeuge. Das neue Gesetz bedeutet für die meisten bisher verkauften E-Scooter wohl das Aus auf öffentlichen Flächen. Bisher gab es keine Gesetzesgrundlage für die Zulassung der schnittigen Elektroroller - und deshalb auch keine Richtlinien für Händler und Käufer.

So schnittig kann man mit einem E-Scooter durch die Stadt düsen.

50 Seiten Regeln und Vorschriften

Über 16.000 Wörter hat die neue Verordnung für Elektrokleinstfahrzeuge. Darin wird festgelegt, unter welchen Voraussetzungen E-Scooter eine Straßenzulassung bekommen und wo diese gilt. E-Scooter werden in Zukunft wie Fahrräder auf Radwegen und notfalls der Straße erlaubt sein. Auf Gehwegen sind die elektrogetriebene Roller dann verboten.

Verordnung gilt nicht für Hoverboards & Co

Enttäuschend für manche mag sein, dass die Verordnung nur für Geräte mit einer Lenk- oder Haltestange gilt. Monowheels, Hoverboards und andere Neuerfindungen fallen damit aus dem Rahmen und bleiben auf öffentlichen Plätzen und Verkehrswegen in Deutschland verboten.

Unter welchen Umständen E-Scooter zugelassen werden

Blinker, Klingel, Licht & Co sind zukünftig Pflicht.

Zulassungsfähige E-Scooter dürfen maximal 70 cm breit, 140 cm hoch und 200 cm lang sein. Sie müssen über eine Klingel verfügen und die Beschleunigung muss über einen Hebel erfolgen, der bei Nichtnutzung in die Halteposition springt. Auch Vorder- und Rücklicht sowie seitliche Reflektoren sind Pflicht. Ein Problem für viele bisher verkaufte Geräte dürfte sein, dass die E-Scooter außerdem über Blinker und zwei voneinander unabhängige Bremsen verfügen müssen. Das erlaubte Höchstgewicht für die E-Scooter liegt bei 55 kg. Auf dem Verbraucherportal Vergleich.org findet man eine Übersicht mit den genauen Daten von 16 getesteten Modellen.

Schlechte Nachrichten für die Besitzer der 250.000 E-Scooter in Deutschland

Experten gehen davon aus, dass etwa 95% der bisher in Deutschland verkauften Scooter keine Straßenzulassung erhalten werden. Das ist bitter, denn die mangelnde Zulassung ist auch kein Grund für eine Rückgabe. Schließlich haben die Verkäufer nicht gegen Regeln verstoßen - denn bisher gab es keine. E-Scooter ohne Zulassung sind in Zukunft nur noch auf Privatgelände erlaubt - und damit für ihre Besitzer vermutlich nutzlos.

Versicherung ist in Zukunft Pflicht

Elektrokleinstfahrzeuge werden in Zukunft als Kraftfahrzeuge eingestuft und brauchen demnach Kennzeichen, Plaketten und eine Haftpflicht-Versicherung. Wer ohne erwischt wird, muss 70€ Strafe bezahlen. Erste Versicherungen für E-Scooter sind bereits auf dem Markt und kosten etwa 30-50€ pro Jahr. Wo genau sich die Prämien in Zukunft einpendeln werden, kommt auf die Erfahrungen der Versicherer in den nächsten Jahren an.

Eingeschränkte Mitnahme in Bus und Bahn

Bald ist auch in Deutschland der Scooterverleih per App möglich.

Da E-Scooter bald als Kraftfahrzeuge gelten, ist eine Mitnahme in Bus und Bahn eigentlich untersagt. Da viele der Geräte sich jedoch zusammenklappen lassen, können sie dann auch als Gepäck gelten und dürfen so mitgenommen werden. Die Deutsche Bahn und viele Verkehrsverbände haben angekündigt, dass eine solche Mitnahme erlaubt sein wird. Bei manchen Verkehrsverbänden und bei Flixbus ist die Mitnahme nicht erlaubt. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollte man sich am besten vorher informieren.

Quelle: handelsblatt

Autor: jl
Veröffentlicht: 02.06.2019, 21:48 Uhr

Zum Autor: Johannes Siegl hat Soziologie studiert und dann im Online Marketing Fuß gefasst. Aktuell ist er als Online Marketing Manager und freier Autor in Hamburg beschäftigt.

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