Trotz steigendem Umweltbewusstsein: Bei Obst und Gemüse greifen die meisten Deutschen noch zu Plastikbeuteln

Klimawandel, Müllstrudel, Mikroplastik – Umweltthemen sind heutzutage in aller Munde, das allgemeine Umweltbewusstsein wächst und die Grünen konnten bei der Europawahl bisher ungekannte Erfolge feiern. Wenn es jedoch darum geht, im Alltag die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen, sieht die Situation leider oft anders aus. Zwar hat sich die Verwendung normaler Plastiktüten seit 2016 fast halbiert, doch bei den sogenannten „Hemdchenbeuteln“ für Obst und Gemüse geht der Gebrauch kaum zurück.

plastikmüll im meer: hemdchenbeutel

Große Teile unseres Plastikmülls werden nicht fachgerecht entsorgt und landen über kurz oder lang im Meer.

Noch immer verbraucht statistisch gesehen jeder Deutsche 37 dieser kleinen Plastikbeutel pro Jahr, in Summe sind das allein in Deutschland mehr als Milliarden jährlich. Dies berichtet die Neue Osnabrücker Zeitung basierend auf einer Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der FDP-Fraktion. Angesichts der großen Umweltschäden durch Plastikmüll sollten diese Zahlen alarmieren und zum Umdenken anregen.

Das Problem an Kunststoffprodukten im Allgemeinen und Plastiktüten im Speziellen ist, dass Kunststoffe chemisch sehr stabil sind und nicht zersetzt werden. Plastikprodukte, die wild in die Umwelt gelangen, zerfallen über Jahre (manchmal Jahrzehnte) lediglich in immer kleinere Teilchen: die sogenannten Mikroplastik-Partikel entstehen. Welche Folgen dies für den Menschen hat, ist nach wie vor unklar, doch schon heute verenden viele Meerestiere mit unverdaulichen Mikroplastik-Partikeln im Magen.

plastikmüll im meer: walhai verschluckt plastikbeutel

Für viele Tiere stellt Plastikmüll eine reale und bisweilen tödliche Gefahr dar, wenn sie sich darin verfangen oder diesen verschlucken.

Desweiteren können sich Tiere auch in sorglos weggeworfenen Plastikbeuteln verfangen und im schlimmsten Fall ersticken oder ertrinken. Kurzum, alle Plastiktüten, auch die kleinen dünnen Hemdchenbeutel, stellen ein großes ökologisches Problem dar.

Dabei gibt es viele Alternativen: Stoffbeutel haben eine sehr lange Lebensdauer und Papiertüten können problemlos recycled und zum Teil sogar kompostiert werden. Und für die Nutzung in der Obst- und Gemüseabteilung bieten viele Supermarkt- und Discounterketten mittlerweile wiederverwendbare Netzbeutel an. Sie haben also keine Ausrede mehr, leisten auch Sie ihren kleinen Beitrag zum Schutz unserer Umwelt!

Quelle: Presseportal

Autor: vw
Veröffentlicht: 04.06.2019, 9:35 Uhr

Zum Autoren: Nach einer akademischen Karriere in den Altertumswissenschaften hat sich Viktor Woronin mit dem Online-Bereich der Zukunft verschrieben  und informiert als Redakteur von vergleich.org über wichtige Verbraucherthemen.

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