Das Wichtigste in Kürze
  • Unter einem Tamburin versteht man im deutschsprachigen Raum eine einfellige Rahmentrommel, die entweder mit oder ohne Schellen daher kommt.
  • Das Tamburin spielt vor allem im Bereich der Folk-, Rock- und Pop-Musik eine bedeutende Rolle. Auch in der frühkindlichen Musikerziehung kommt es zum Einsatz.
  • Beim Kauf eines Tamburins sollten Sie sich vor allem ansehen, aus welchem Material die Schellen gefertigt sind: Je nach Material wird entweder ein höherer oder ein tieferer Klang erzeugt.

Tamburin test

Musizieren macht schlau: In etwa so lautet zumindest das Fazit einer Langzeitstudie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Demnach erzielten Jugendliche, die schon in jungen Jahren Musikunterricht hatten, tendenziell bessere Noten als ihre Mitschüler. Darüber hinaus seien sie offener, ehrgeiziger und gewissenhafter.

Ein Tamburin eignet sich hervorragend als Einstiegsinstrument – es vermittelt Kindern schon früh ein Gefühl für Rhythmus und Klang und spielt deswegen eine bedeutende Rolle in der frühkindlichen Musikerziehung. Gleichzeitig ist es auch aus modernen Rock- und Popsongs nicht mehr wegzudenken!

Was genau ein Tamburin überhaupt ist, wo es ursprünglich herkommt und aus welchen Materialien es besteht, erfahren Sie in der Kaufberatung zu unserem Tamburin Vergleich 2020. Außerdem erklären wir Ihnen, worauf Sie beim Kauf besonders achten sollten.

1. Kling, Glöckchen, klingelingeling… – was ist ein Tamburin?

Tamburin Dragonball

Tamburin ohne Fell? Ein Schellenring.

Unter einem Tamburin (französisch tambour, arabisch tunbur, zu Deutsch „Trommel“) versteht man hierzulande eine einfellige Rahmentrommel mit oder ohne Schellen. Im angloamerikanischen Sprachraum bezeichnet der Begriff „tambourine“ all jene Instrumente, die aus einem Rahmen und einer bestimmten Anzahl von Metallklingeln bestehen – ob sie über ein Trommelfell verfügen oder nicht, spielt dort keine Rolle.

In unserem Tamburin-Vergleich 2020 werden wir aus diesem Grund auch Instrumente genauer beleuchten, die – aufgrund des fehlenden Fells – nicht der deutschen Definition eines Tamburins entsprechen. Sie werden im Deutschen für gewöhnlich als „Schellenring“ (auch: „Schellenkranz“) bezeichnet. Ein Tamburin mit Schellen (und Fell) nennt man auch „Schellentrommel“. Mehr dazu erfahren Sie im nächsten Kapitel.

Die paarweise angeordneten Schellen (gewölbte Metallplättchen) eines Tamburins werden auch als „Zimbeln“ bezeichnet. Ihr Klang ist in der Regel metallisch-hell, laut und durchdringend. Verfügt das Instrument über ein Trommelfell, so kann dieses entweder mit den Fingern, der Handfläche, der Faust oder mit einem Schlegel bespielt werden – je nachdem, welcher Klang erzeugt werden soll.

Übrigens: Das Tamburin zählt zu den Perkussionsinstrumenten. Perkussion (engl. percussion) ist der Oberbegriff für das Spiel aller Musikinstrumente aus dem Bereich der Schlag- und Effektinstrumente. Obwohl das Spielen von Perkussionsinstrumenten auf den ersten Blick leicht scheint, erfordert es in der Regel eine ausgefeilte Technik.

2. Welche Tamburin-Typen gibt es?

Wie bereits erwähnt, kann die Meinung darüber, was ein Tamburin ist, von Land zu Land variieren. In folgender Tabelle haben wir die drei gängigsten Arten für Sie zusammengefasst:

Kategorie Beschreibung
Tamburin ohne Schellen

Tamburin Baby

  • einfache Rahmentrommel, wird hierzulande auch „Handpauke“ genannt
  • der Rahmen besteht meist aus Holz, manchmal aus Metall
  • beim Fell handelt es sich in der Regel um Tierhaut (Kalb- oder Ziegenfell), es gibt aber auch Kunststoff-Felle
  • Trommel wird mit der Hand oder mit dem Schlegel gespielt
  • Einsatz: Folklore, Tanz, Orchester, Musik-Pädagogik, Taktgeber bei Sportübungen oder im Bereich der Meditation
Schellentrommel

Tamburin Englisch

  • Rahmentrommel mit Schellen
  • Rahmen besteht in der Regel aus Holz, seltener aus Metall
  • das Fell wird traditionell aus Tierhaut gefertigt (Kalb oder Ziege), heute gibt es aber auch Kunststoff-Felle
  • Trommel wird mit der Hand oder mit dem Schlegel gespielt, gleichzeitig wird durch Schütteln der Trommel der einzigartige Schellen-Klang erzeugt
  • Einsatz: Folklore, Tanz, Orchester, Musik-Pädagogik
Schellenring

Holz Tamburin

  • wird auch „Schellenkranz“ genannt
  • entspricht nicht der deutschen Definition eines „Tamburins“, wird im englischsprachigen Raum aber als solches bezeichnet
  • kommt ohne Trommelfell aus
  • besteht aus einem Reif aus Metall, Kunststoff oder Holz und ist mit Schellen besetzt (meist in Form von paarweise angeordneten gewölbten Metallplättchen)
  • zählt zu der Gruppe der Selbstklinger/Idiophone (Musikinstrumente, die als Ganzes schwingend den Klang erzeugen)
  • Einsatz: Rock & Pop, lateinamerikanische Musikstile, Hausmusik, Musik-Pädagogik

3. Kaufkriterien für Tamburine im Test: Worauf muss man achten?

3.1. Anwendungsbereich

Glockenspiel

Klein und bunt: Ein Tamburin für Kinder.

Für welches Tamburin Sie sich entscheiden sollten, hängt vor allem auch davon ab, wofür es genutzt werden soll. Ein Tamburin, das als Spielzeug für Kleinkinder herhalten soll, muss nicht so hochwertig sein wie ein Tamburin, das in einer echten Band zum Einsatz kommt.

Tamburine haben in der Regel einen Durchmesser von etwa 25 cm – für Kleinkinder könnte ein solches Modell allerdings zu groß und zu schwer sein, sehen Sie sich in diesem Fall also nach einer Schellentrommel mit einem geringeren Durchmesser um. Darauf sollten Sie achten, wenn Sie ein Tamburin kaufen.

3.2. Material

Der Rahmen eines Tamburins besteht für gewöhnlich aus Holz oder Kunststoff. Für welches Material Sie sich entscheiden, ist vor allem Geschmackssache. Einige Musiker schwören auf Kunststoffrahmen mit spezieller Schaumstoff-Grifffläche, andere bevorzugen die klassische Variante aus Holz. Auf den Sound hat das Rahmenmaterial in der Regel keinen Einfluss.

Mundharmonika

Das Fell eines Tamburins besteht entweder aus Kunststoff oder aus Tierhaut.

Wichtig für den Klang ist vor allem das Material der Schellen: Wer helle Klänge erzeugen möchte, der greift am besten zu Nickel-Schellen – diese gelten aber auch als besonders laut. Tiefere Klänge erzeugen Sie mit Schellen aus Messing.

Übrigens: Je mehr Schellen ihr Tamburin hat, desto voller wird der Klang. Gleichzeitig steigt aber auch der Preis.

Was das Fell betrifft, so gibt es auch hier Unterschiede: Traditionell besteht das Trommelfell aus Tierhäuten, heute gibt es aber auch ein breites Angebot an Tamburinen mit Kunststoff-Fell.

Die Vor- und Nachteile eines Fells aus Tierhaut haben wir hier einmal für Sie zusammengefasst:

  • lässt sich besser stimmen
  • passt sich sehr gut an den Rahmen an
  • professioneller Sound
  • empfindlich (mögliche Beschädigung durch Feuchtigkeit und Hitze)
  • höherer Anschaffungspreis

Hochwertige Kunststoff-Felle stehen ihren Pendants aus Tierhaut heute in der Regel in kaum etwas nach. Häufig sind sie sogar etwas strapazierfähiger als Naturfelle.

Holz Tamburin

4. D.I.Y.: Wie lässt sich ein Tamburin selber basteln?

Ein Tamburin kann wichtiger Bestandteil der frühmusikalischen Erziehung sein – es fördert das „Selbsttun“ (Motto: „Hilf mir, es selbst zu tun“) und hilft dabei, Kinder an das Thema Musik und Rhythmus heranzuführen.

Banjo

Aus kleinen Glöckchen werden die Schellen.

Wer seinen Kindern eine besondere Freude machen möchte, der kann mit ihnen ein Tamburin selber basteln. Hier eine kurze Anleitung für einen Schellenring:

Sie brauchen:

  • einen Papierteller
  • kleine Glöckchen (min. 6 Stück)
  • Faden
  • eine Schere
  • Fingerfarben
  • Filzstifte

Der erste Schritt: Lassen Sie die Kinder den Papierteller bemalen – es ist völlig egal, wie dieser gestaltet wird. Hauptsache ist, dass es den Kleinen gefällt! Am besten eignen sich Filzstifte und/oder Finger- bzw. Wasserfarben.

Der zweite Schritt: Sobald die bemalten Teller getrocknet sind, können Sie mithilfe einer spitzen Schere oder einer Nadel in gleichmäßigen Abständen kleine Löcher in den Rand des Tellers bohren. Durch diese Löcher schieben Sie den Faden und befestigen daran die Glöckchen.

Achtung: Es ist wichtig, dass alles fest verknotet wird, damit die Schellen nicht sofort beim ersten Schütteln abfallen! Nun werden noch die überstehenden Fadenreste abgeschnitten – fertig ist das Tamburin!

Alternativ können Sie auch ein Tamburin aus Kronkorken basteln. Wie das geht, erfahren Sie hier:

5. Fragen und Antworten rund ums Thema Tamburin

5.1. Hat die Stiftung Warentest einen Tamburin-Test veröffentlicht?

Capo

Selbst das beste Tamburin ist meist nicht so teuer, als dass es versichert werden müsste.

Leider hat die Stiftung Warentest bisher noch keinen Tamburin-Test durchgeführt.

Im test 08/2013 befasste sich das Prüfungsinstitut aber mit dem Thema Versicherungen für Musikinstrumente.

Diese lohnen sich natürlich in erster Linie dann, wenn Sie über den Kauf eines besonders teuren Instruments, etwa eines Klaviers oder einer Geige, nachdenken – ein Tamburin zählt aufgrund seiner recht niedrigen Anschaffungskosten nicht gerade zu den Gegenständen, die versichert werden müssen.

Wer dennoch mehr erfahren möchte, der kann hier weiterlesen.

5.2. Welche Hersteller und Marken sollte man kennen?

Auf der Suche nach Ihrem persönlichen Tamburin-Testsieger werden Sie über den ein oder anderen Namen stolpern. Die wichtigsten Marken und Hersteller haben wir einmal für Sie aufgelistet:

  • Meinl
  • Fame
  • Sonor
  • Latin Percussion
  • Remo
  • Percussion Plus
  • Schlagwerk
  • Pearl
  • Terré
  • Guthschmidt Fusspercussion
  • Duende
  • Voggenreiter
  • Peace
  • Rohema

Achtung: Viele Instrumentenhersteller sehen Perkussionsinstrumente oft nicht als vollwertige Instrumente an, da sie nicht sehr häufig gekauft werden und mit ihnen nicht so viel Geld verdient werden kann wie mit größeren Instrumenten (z.B. einer Gitarre, einem Piano, einer Oboe oder einer Tuba). So kann es vorkommen, dass im Kleinperkussionsbereich selbst namhafte Hersteller minderwertige Instrumente herstellen. Am besten entscheiden Sie sich daher für ein Unternehmen, das auf den Bau von Schlag- und Effektinstrumenten spezialisiert ist.

5.3. Wie kann man Tamburin spielen lernen?

Tamburin spielen sieht leichter aus, als es ist! Die ersten „Basic Grooves“ mögen noch recht einfach zu erlernen sein, danach könnten Sie aber schnell ins Stocken geraten.

Wer wirklich Interesse daran hat, das Instrument besser kennenzulernen, der kann z.B. einen Kleinpercussion-Kurs belegen. Hin und wieder werden solche Kurse von Volkshochschulen angeboten. Auch an Musikschulen dürften Sie fündig werden. Hier erhalten Sie nicht nur professionelle Unterstützung, sondern sind in der Regel auch Teil einer größeren Gruppe und lernen gemeinsam zu musizieren.

Wer sich zunächst einmal zu Hause mit dem Tamburin vertraut machen möchte, dem empfehlen wir folgenden Video-Workshop für Einsteiger:

5.4. Wo kommt das Tamburin ursprünglich her?

Synthesizer

Die mittelalterliche Schellentrommel wurde „Tympanum“ genannt.

Laut Überlieferung stammt das Tamburin ursprünglich aus Ägypten. Schon zur Zeit des Mittelalters hat sich die Schellentrommel in Europa weit verbreitet.

Die Mittelalter-Schellentrommel wurde „Tympanum“ genannt und besaß einen runden oder eckigen Holzrahmen, der mit Fell bespannt war. An der (offenen) Unterseite wurden in immer den gleichen Abständen mindestens vier Schellenpaare angebracht. Sie waren insgesamt aber größer und breiter als jene, die heute produziert werden. Alternativ gab es auch Rahmentrommeln, die statt Schellen mit Glöckchen oder anderen rasselnden Gegenständen versehen wurden. Damals war die Schellentrommel vor allem ein Instrument, das von fahrenden Spielleuten und Gauklern gespielt wurde.

Neben diesem Musikinstriument wurden übrigens auch andere Trommelarten als „Tympanum“ bezeichnet, so auch zweifellige Rahmentrommeln und Modelle, die unten verschlossen waren. Weitere beliebte Idiophone des Mittelalters waren z.B. der Schellenbaum, Kastagnetten, Reibstöcke und Gongs.