• Attention, Interest, Desire, Action: Um eine kreative Stellenanzeige zu schreiben, die eine starke Resonanz erzielen soll, orientieren sich Recruiting-Profis am AIDA-Modell von Lewis, das als Grundgerüst und roter Faden der Annonce dient.
  • Stellenanzeige selber schreiben statt Muster verwenden: Es spricht nichts dagegen, sich Muster-Vorlagen beim Stellenanzeige schreiben als Beispiel zu nehmen – Copy&Paste ist jedoch in den wenigsten Fällen zielführend.
  • Schreiben Sie so, dass Sie in den Suchergebnissen möglichst weit oben gerankt werden: Nur wer seine Zielgruppe und die richtigen Schlüsselwörter kennt, kann sein Stelleninserat im Online-Ranking gut platzieren.

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Bereits der erste Satz entscheidet häufig darüber, ob eine Bewerbung in Betracht gezogen wird oder auf einem Stapel landet, der keines Blickes mehr gewürdigt wird und umgehend in der Versenkung verschwindet. Leere Phrasen wie „Hiermit bewerbe ich mich um…“ gelten deshalb schon lange als Todsünde im Bewerbungsschreiben.

Doch dreht man den Spieß einmal um, zeigt sich, dass sich viele Unternehmen beim Schreiben der Stellenanzeige für Zeitung oder Online-Jobbörse nicht die Mühe geben, die sie von ihren Bewerbern wiederum erwarten. Die Folgen sind eine schwache Resonanz auf das Inserat und eine sich in die Länge ziehende Suche nach geeigneten Bewerbern. Erkennen Sie sich darin wieder? Keine Sorge, Sie können lernen, eine gute Stellenanzeige zu schreiben – mit unseren Tipps!

1. Info statt leere Phrasen: Wie ist eine gute Stellenanzeige aufgebaut?

Wer AIDA hört, denkt vermutlich zunächst an den Kreuzfahrt-Giganten. Doch hinter diesem Akronym verbirgt sich auch ein im Jahr 1898 von Elmo Lewis erfundenes Marketing-Konzept, das sich auf den Aufbau einer gelungenen Stellenanzeige übertragen lässt. Nehmen Sie also das im Folgenden erläuterte AIDA-Modell als Beispiel, um eine Stellenanzeige richtig zu schreiben:

Akronym Erklärung
Attention – Aufmerksamkeit erregen
  • Um potentielle Bewerbende auf die Stelle aufmerksam zu machen, braucht es einen knackig formulierten Betreff.
  • Dabei sollte eindeutig aus dem Titel der Anzeige hervorgehen, wer gesucht wird (Praktikant, Werkstudent, etc.), in welcher Branche und vor allem an welchem Standort.
  • Interne Begriffe für die Jobbezeichnung, die wenig geläufig sind, sollten von daher nicht verwendet werden.
Interest – Interesse wecken
  • Die einleitenden Worte der Stellenanzeige sollten eine Tätigkeitsbeschreibung enthalten, die Interesse weckt und den Job genauer definiert.
  • Damit der Leser am Ball bleibt, sollten hier auch noch einmal alle wichtigen Hardfacts aufgelistet werden: Gewünschter Eintrittstermin, befristete/unbefristete Anstellung, Voll-/Teilzeit.
Desire – Verlangen auslösen
  • Im Hauptteil geht es darum, die Bewerbenden davon zu überzeugen, warum sie sich ausgerechnet für Ihr Unternehmen und die ausgeschriebene Stelle entscheiden sollten.
  • Dies gelingt, indem sie Ihre Firma und die konkreten Aufgaben des Jobs näher vorstellen sowie auf das gewünschte Anforderungsprofil bzw. die Qualifikationen des Kandidaten eingehen.
  • Aber bitte nicht zu schwammig: „spannende Aufgaben in einem internationalen Umfeld“ sagt beispielsweise rein gar nichts darüber aus, was wirklich zu tun ist.
Action – Handeln provozieren
  • Ein klar formulierter „Call to action“ am Schluss ist Pflicht – zum Beispiel in Form eines Buttons, der Bewerbende direkt zur Karriereseite oder zu einem Online-Bewerbungsformular weiterleitet.
  • Möglichst persönliche Kontaktdaten (Ansprechpartner nicht vergessen!) und die Nennung der erforderlichen Bewerbungsunterlagen runden ein informatives Inserat ab.
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Leere Phrasen und Plattitüden haben in der Annonce nichts zu suchen: Wer eine ansprechende Stellenanzeige schreiben möchte, muss auf den Punkt kommen.

2. Die Optik der Stellenanzeige: Der erste Eindruck entscheidet

Klar erkennbare Corporate Identity

Die optischen Merkmale, die Ihre Unternehmens-Website kennzeichnen, sollten auch auf beim Stellenanzeige gestalten nicht außen vor gelassen werden. Ein einheitliches Gesamtbild wirkt harmonisch und steigert zudem den Wiedererkennungswert der Firma.

Wie in fast allen Situationen des alltäglichen Lebens nehmen wir viele Eindrücke zuerst visuell wahr. Das gilt auch für die Stellenanzeige. Öde Textwüsten wirken alles andere als ansprechend und gehen in der Vielzahl an Annoncen leicht unter.

Deswegen ist die optische Gestaltung ein weiterer entscheidender Faktor, der über Erfolg oder Misserfolg der Annonce entscheidet. Wer gesehen werden will, darf sich also nicht alleine auf das Medium Schrift verlassen: Mit Bildern und Videos lockern Sie Anzeigen optisch auf und haben einen Eyecatcher auf Ihrer Seite.

Zudem bieten Ihnen Jobbörsen wie stellenanzeigen.de in dieser Hinsicht viel Gestaltungsspielraum, sodass nach Wunsch Ihr Corporate Design beim Schalten der Stellenanzeige übernommen werden kann. Dieser Faktor ist nicht unwesentlich, denn immerhin spiegelt das Design der Stellenanzeige Ihre Unternehmensmarke wieder.

mann sucht job

Damit Jobsuchende die Stellenanzeige mit Ihrer Unternehmensmarke identifizieren, ist ein einheitliches Corporate Design unabdingbar.

3. Eigene Ideen statt Copy&Paste: Warum Sie beim Stellenanzeige schreiben nicht auf Muster-Inserate zurückgreifen sollten

Viele Websites locken mit Muster-Stellenanzeigen, die das Schreiben überflüssig machen – Sie müssen lediglich ein paar firmenbezogene Daten ergänzen und schon liegt Ihnen ein fertiges Inserat vor. In unserer schnelllebigen Gegenwart doch gar keine schlechte Idee, denn Zeit ist ja bekanntlich Geld – oder?

Doch Hand aufs Herz: Solche Muster und Vorlagen gibt es nicht nur für Stellenanzeigen, sondern auch für Bewerbungsschreiben. Wollen Sie etwa recycelte und tausendmal kopierte Bewerbungen lesen? Vermutlich nicht. Erweisen Sie Ihren Bewerbern also den Respekt, den Sie sich umgekehrt wünschen, und lassen Sie Muster-Vorlagen beim Stellenanzeige schreiben lieber außen vor.

Merksatz: Was Sie sich in den Anschreiben Ihrer Bewerber wünschen, sollten Sie selbst auch beim Schreiben einer guten Stellenanzeige beherzigen – Individualität vor stupidem Copy&Paste.

Es spricht jedoch nichts dagegen, eine Stellenanzeigen-Vorlage beim Schreiben als Beispiel zu verwenden: Gerade, wenn es schwer fällt, einen gelungenen Einstieg oder eine übersichtliche Struktur zu finden, kann ein bisschen Inspiration nicht schaden – sofern Sie nicht die komplette Vorlage Wort für Wort übernehmen.

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Falls Sie sich schon lange wundern, warum Sie so wenig Resonanz auf Ihre Stelleninserate erhalten, sollten Sie sich in Sachen Stellenanzeige formulieren unbedingt weiterbilden.

4. Sich von anderen Arbeitgebern abheben: Die Angabe zum Gehalt kann den Ausschlag geben

Anders als in Österreich, Großbritannien oder den USA sind Arbeitgeber in Deutschland nicht dazu verpflichtet, in der Stellenanzeige Angaben zum Gehalt zu machen. Dementsprechend bedeckt halten sich auch die meisten Firmen in dieser Hinsicht, denn „über Geld spricht man ja nicht“.

Bei Bewerbern stößt diese fehlende Info nicht gerade auf Gegenliebe – immerhin ist das Gehalt häufig einer der ausschlaggebenden Gründe für einen Jobwechsel. Deswegen ist es nicht verkehrt, diese Chance zu nutzen, um sich von den Annoncen anderer Unternehmen abzuheben, indem Sie eine konkrete Gehaltsspanne angeben.

Damit ersparen Sie sowohl Ihrer Firma als auch den Bewerbern eine Menge verschenkter Zeit: Unangenehme Vorstellungsgespräche, die ein abruptes Ende finden, weil die beiden Parteien finanziell komplett divergierende Vorstellungen haben, gehören der Vergangenheit an, wenn von Vornherein für klare Verhältnisse gesorgt ist.

Um mögliche Kandidaten mit der angegebenen Gehaltsspanne nicht abzuschrecken, wirkt der Zusatz „Das Gehalt ist abhängig von Qualifikation und Erfahrung verhandelbar“ oft wahre Wunder.

stellenanzeige-schreiben-kreativ

Den Spruch „Über Geld redet man nicht“ sollten Sie nicht zu wörtlich nehmen. Die Angabe einer Gehaltsspanne im Inserat kann Ihr Unternehmen für viele Bewerber attraktiver machen.

5. Fettnäpfchen vermeiden: Hüten Sie sich vor diesen potenziellen Fehlern

Die Anforderungen sind hoch, wenn es darum geht, eine Stellenanzeige richtig zu schreiben. Sie haben mit Sicherheit schon mal vom Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) gehört. In diesem Gesetz ist geregelt, dass Angaben zu

  • Geschlecht
  • Alter
  • ethnische Herkunft
  • Religion/Weltanschauung
  • körperliche/geistige Behinderung
  • sexuelle Identität

weder direkt noch indirekt in der Stellenanzeige thematisiert werden dürfen, um bestimmte Personengruppen nicht auszugrenzen oder zu diskriminieren. Falls Ihnen ein Fehler beim Schreiben der Stellenanzeige unterläuft und ein Bewerber sich benachteiligt fühlt und eine Absage auf einen dieser Faktoren zurückführt, können Sie auf Entschädigung verklagt werden. Deshalb gilt: Formulieren Sie so neutral wie möglich.

Eine besonders lustige Stellenanzeige schreiben zu wollen, kann auch schnell nach hinten losgehen, wenn diese zwar einen Lacher nach dem anderen provoziert, aber ansonsten nicht viel Substanz hat. Ein wenig Humor kann nie schaden, doch die relevanten Informationen sollten davon nicht verdrängt werden.

Vor ein paar Jahren wurden beispielsweise die sogenannten Anti-Stellenanzeigen in den Medien heftig diskutiert, in denen auf ironische Art und Weise Faktoren aufgezählt werden, weshalb die ausgeschriebene Stelle absolut furchtbar ist. Nehmen Sie sich daran kein Beispiel, wenn Sie eine coole Stellenanzeige schreiben wollen: Wirklich geeignete Bewerber werden Sie damit nicht unbedingt erreichen.

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