Robo-Advisor Test 2016

Die 7 besten Online-Vermögensverwalter im Vergleich.

AbbildungTestsiegerScalable CapitalGinmonquirionjustETFfintegovaamoCashboard
AnbieterScalable CapitalGinmonquirionjustETFfintegovaamoCashboard
Testergebnis¹
Hinweis zum Testverfahren
Vergleich.org
Bewertung1,2sehr gut
09/2016
Vergleich.org
Bewertung1,3sehr gut
12/2016
Vergleich.org
Bewertung1,4sehr gut
09/2016
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Bewertung1,6gut
09/2016
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Bewertung1,7gut
12/2016
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Bewertung1,7gut
12/2016
Vergleich.org
Bewertung2,0gut
12/2016
TypVermögensverwalterAnlageberaterVermögensverwalterBeratungstoolVermögensverwalterVermögensverwalterAnlageberater
Lizenz der BaFindurch Lizenz der Bundesanstalt für Finanzaufsicht kann auch ohne Erlaubnis der Kunden nach Eröffnung in das Depot eingegriffen werden.
So kann zum Beispiel der Aktienanteil geändert werden, damit die Portfoliobestandteile im Einklang mit der gewünschten Strategie bleiben.
JaNeinJaNeinJaJaNein
PortfolioangebotDie Strategien entsprechen den Risikostufen.
ETFs: zeichnen die Wertentwicklung eines Börsenindex nach
ETCs: zeichnen die Wertentwicklung einer Rohstoffklasse nach
DFA-Fonds: zeichnen die Wertentwicklung von unterschiedlichen Marktsegmenten nach und werden von dem amerikanischen DFA-Konzern herausgegeben
aktive Fonds: ein Fondmanager kauft und verkauft Wertpapier an Hand seiner Erwartungen an den Markt
  • 23 Strategien
  • ETFs
  • 10 Strategien
  • ETFs
  • 11 Strategien
  • ETFs
  • DFA-Fonds
  • 19 Musterportfolios
  • ETFs
  • ETCs
  • 5 Strategien
  • ETFs
  • 3 Strategien
  • DFA-Fonds
  • ETFs
  • 6 Strategien
  • ETFs
  • aktive Fonds
  • alternative Anlagen
GrundgebührBei Vaamo beträgt die Pauschale bis zu einem durchschnittlichen Anlagewert von 30.000 € 0,99 % pro Jahr, bis 50.000 € 0,79 % und danach 0,49 %. Der Durchschnittswert wird pro Quartal berechnet.
Bei Fintego zahlt man ein Verwaltungsentgelt von 0.95 % im Jahr für einen durchschnittlichen Anlagewert von unter 10.000 €, bis zu 50.000 € 0,75 % und für höhere Beträge 0,45 %.
0,75 %0,39 %0,48 %keine, Premium-Version für 9,90 € im Monat0,45 % - 0,95 %0,79 %keine
FondskostenGrundgebühr + interne Verwaltungskosten der Fonds = Gesamtkosten
Bei Anlagen mit niedrigem Risiko liegen die Fondskosten unter dem Durchschnitt.
Ø 0,25 %Ø 0,37 %Ø 0,39 %0,1 % - 0,4 %Ø 0,25 %Ø 0,3 %0,47 % - 0,75 %
bei ausgewogenem Portfolio
durchschnittliche Kosten bei einem Anlagevolumen von 10.000 € p.a.100 €76 €87 €25 €100 €61 €
Abzüge im Erfolgsfallkeine10 % Gewinnbeteiligungkeinekeinekeinekeine10 % Gewinnbeteiligung nach Abzug der 2 % weitergegebenen Provision
Mindesteinlage10.000 €1000 € bei einer Sparrate von 50 € monatlich, sonst 5000 €10.000 €/2500 € 10 €100 €
Sparplan abDiese Anbieter ermöglichen Sparpläne mit monatlicher Einzahlung. Bei quirion sind auch die Zahlungen auch quartalsweise möglich.50 €50 €100 €25 € - 50 €50 €10 €25 €
Sparplan auch ohne die einmalige Anlage möglich?NeinNeinNeinJaJaJaNein
Telefon-SupportJaJaJaNeinJaJaJa
Chat-SupportJaJaJaNeinJaJaJa
PartnerbankBaader BankDAB BankQuirin BankebaseFFB Bankebase
Vor- und Nachteile
  • klare Darstellung der Gesamtkosten
  • gute Wertentwicklung im Echtgeldtest
  • wöchentliche Anpassung der Anlage an die erwünschte Risikostufe
  • Anlage ab 10.000 €
  • klare Darstellung der Gesamtkosten
  • bis Ende 2016 3 Freimonate geschenkt
  • Verzicht auf Rohstoffonds aus ökonomischen und ethischen Gründen
  • günstige Verwaltung
  • Einbezug des vom Kunden max. akzeptierten Verlusts
  • für 0,88 % p.a. auch persönliche Beratung
  • Anlage ab 10.000 €
  • keine Servicegebühr in der Free-Version
  • Performance-Vergleich mit Modelportfolio
  • Depotführung geht auch bei Online-Broker
  • schwierig für Unerfahrene
  • relativ günstig bei großen Beträgen
  • detaillierte Informationen zu den Portfolios
  • niedrigster Mindestbetrag für Anlage
  • Verzicht auf Rohstoffonds aus ökonomischen und ethischen Gründen
  • eher hohe Gebühr
  • kleine Auswahl an Strategien
  • niedrige Mindesteinlage
  • keine Depotgbeühren
  • Zusammensetzung der Portfolios und Gesamtkosten nicht klar dargestellt
  • die alternativen Anlagen bergen höheres Risiko
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Robo Advice stellt die klassische Anlageberatung auf den Kopf

Das Wichtigste in Kürze
  • Robo-Advisor bringen Sie schnell und einfach zu einer diversifizierten Geldanlage, die auf Ihre Vermögenspläne und Risikobereitschaft abgestimmt ist.
  • Die Gesamtkosten für Service und Fonds sind deutlich geringer als bei Filialbanken.
  • Fast alle Fonds der Robo-Advisors benötigen kein aktives Management und sind unabhängig von Provisionen.

robo advisors
Ein langanhaltender Trend verändert das Geldgeschäft: Statt sich über Fondsmanager das Wertpapierportfolio laufend optimieren zu lassen, investieren immer mehr Menschen lieber auf passive Weise mit Exchange-traded funds (ETFs). Das sind Fonds, die lediglich einen Börsenindex nachbilden. Langfristig erzielen ETFs keine schlechteren Ergebnisse als aktive Fonds und sind weniger verwaltungsaufwendig.

Der Kostenvorteil für die Anleger geht zu Lasten der Banker, die für ein ETF weder Ausgabeaufschläge noch Provisionen erhalten. Filialbank-Kunden werden daher selten Indexfonds empfohlen. Einfacher ist es, sich über Robo-Advisor, auch Robo Advice genannt, das Anlageportfolio online erstellen zu lassen.

1. Definition von Robo-Advisor

Gemeint sind damit automatisierte Finanzberatung, die ihren Kunden hilft, eine geeignete Anlagestrategie zu finden und für sie digitales Portfoliomanagement betreibt. Für die Depotführung ist dann eine der Partnerbanken zuständig. Die individuelle Empfehlung für die Geldanlage stammt von keiner Person, sondern wird nach einem bestimmten Algorithmus (Roboter) herausgegeben. So wollen die Robo Advice-Anbieter eine unabhängige Anlageberatung anbieten, frei von Emotionen.

2. Wer vertraut sein Vermögen den Robotern an?

Lars Reiner Ginmon Robo Advisor Test

Gründer von Ginmon: Lars Reiner

Momentan wird das Anlagevolumen der Robo-Advisors in Deutschland im privaten Anlagebereich auf rund 150 Millionen Euro geschätzt. Damit haben sie einen winzigen Marktanteil – die Deutschen besitzen über fünf Billionen Euro.
„Früher oder später wird automatisierte Vermögensberatung genauso gang und gäbe sein wie Kleidung auf Amazon bestellen“, ist sich Ginmon-Geschäftsführer Lars Reiner sicher. Aber solche Entwicklungen würden anfangs langsam vorangehen, bis dann alles „Schlag auf Schlag geht“.

Quirion startete 2013 als erster Anbieter einen Robo-Advisor in Deutschland seinen Service. Innerhalb der folgenden 18 Monate kamen schon zehn weitere digitale Anlageberater auf den Markt. Quirion verwaltet mittlerweile ein Anlagevolumen von circa 40 Millionen Euro. Scalable Capital zählt über 1.000 Kunden und auch Ginmon hat eine Nutzerzahl im vierstelligen Bereich. 75.000 User verwenden JustETF (Stand: August 2016).

3. Die drei Arten von Robo Advice-Anbietern

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Vermögensverwaltern, Anlageberatern und Beratungstools.

  • Vermögensverwalter besitzen eine Lizenz der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Das heißt, sie dürfen Bankgeschäfte betreiben.
    Dadurch können Sie auch ohne Erlaubnis der Kunden in das Portfolio eingreifen und zum Beispiel die Gewichtung einzelner Anlageklassen ändern.
    Die Lizenz der BaFin zu bekommen ist ein langwieriger Prozess. Unter anderem werden die Kapitalgrundlagen des Unternehmens sowie die persönliche und fachliche Eignung der Geschäftsführung geprüft.
  • Anlageberater haben gemäß § 34f  der Gewerbeordnung eine Erlaubnis zur Finanzanlagenvermittlung. Sie werden jährlich von Wirtschaftsprüfern kontrolliert.
    Wie auch Vermögensverwalter bieten Anlageberater einen Rundumservice. Die automatisierten Anlageberater müssen keine Haftung für ihre Empfehlungen übernehmen. Eine Ausnahme besteht, wenn der Kunde beweisen kann, dass er eine persönliche Falschberatung erhalten hat.
    Die Anlageberater können eingeschränkt in bestehende Depotkonten eingreifen.
  • Beratungstools stellen lediglich eine Unterstützung dar, um sich das Portfolio zusammenzustellen oder auf vorgefertigte Portfolios zurückzugreifen. Dann kümmert man sich aber selbstständig um die Depotführung, zum Beispiel bei einem Online-Broker. Die Tools ermöglichen auch eine Änderung der Anlageziele.

Von den Beratungstools haben wir JustETF in unserem Test aufgenommen, da dieses Programm eine besonders gute Befragung zu den Anlagewünschen der Kunden bietet und die Anlagestrategien transparent dargelegt werden. Zudem kann der Anbieter des Wertpapierdepots frei gewählt werden.

Die kostenlosen Leistungen von JustETF umfassen Musterportfolios, den Angebots-Finder, digitale Auswertungen der Geldanlage sowie ein persönliches Portfolio inklusive. Für knapp 120 Euro im Jahr kann man einige weitere Funktionen nutzen wie die Überwachung der Depotzusammensetzung, Hilfen zu deren Anpassungen und vier weitere Portfolios.

Bei diesen Anbietern können Sie eine kostenlose Beratungssoftware nutzen:

robo advisors vergleich

JustETF setzt – wie der Name schon sagt – ausschließlich auf passive Fonds. Mit anderen Tools wie dem AnlageFinder von maxblue, dem Broker der Deutschen Bank oder dem AnlageAssistenten von Comdirect, dem Broker der Commerzbank, können Sie auch aktive Fonds ins Portfolio mischen.

4. Der Weg zur individuellen Anlagestrategie

Wer mit Hilfe von Robo Advice online Geld anlegen will, beantwortet zunächst einen Fragebogen gemäß des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG). Die Fragen zielen darauf ab, Vermögenspläne, Risikobereitschaft, finanzielle Situation sowie die Erfahrungen des Kunden mit Wertpapiergeschäften und den verschiedenen Anlageformen zu erfassen. Bei Cashboard werden den Interessenten nicht alle Fragen des WpHG gestellt.

Die Anbieter der Online-Anlageberatung möchten noch weitere Informationen, unter anderem fragen sie nach dem Anlagezeitraum sowie dem gewünschten Betrag. Dann erscheint das vorgeschlagene Gesamtportfolio plus – mehr oder weniger detailliert – dessen Aufteilung. Bei manchen Robo Advice-Anbietern wie Fintego oder Scalable ist es hier noch möglich, eine niedrigere Risikostufe zu wählen. Nach einer Registrierung erfolgt die Identitätsprüfung per Videoident-Verfahren oder per Postident-Verfahren.

Robo-Advisor Test

5. Wie setzen sich die Portfolios zusammen?

Die Robo-Advisor, auch Robo-Advicer genannt, versuchen sich von einzelnen Regionen, Branchen oder Unternehmen unabhängig zu machen. Das gelingt nur durch eine breite Streuung der Investitionen. Dabei richten sie sich oft nach wissenschaftlichen Konzepten, die wiederum auf Statistiken zu früheren Renditen zurückgreifen.

Ginmon etwa legt besonderen Wert auf kleine und unterbewertete Unternehmen, weil diese laut dem Beitrag zur Portfoliotheorie von Nobelpreisträger Eugene Fama langfristig die höchsten Renditen einbringen. JustETF bietet unter anderem den Arero Weltfonds von Prof. Martin Weber an. Der Dachfond soll durch eine genau vorgegeben Gewichtung von Aktien, Rohstoffen und festverzinslichen Wertpapieren das beste Ergebnis erzielen.

5.1.  Aktiv vs. passiv

Bei aktiven Fonds analysiert ein Fondsmanager kontinuierlich die Märkte. Je nach Lage und Zukunftserwartung passt er die Fonds an. Im Vergleich zu passiven Investments können aktive Fonds schneller reagieren und sind weniger sensibel für allgemeine Marktschwierigkeiten. Allerdings erfordert dieses Managen auch einen gewissen Aufwand. In unserem Robo-Advisor Test mischt nur Cashboard zu maximal 20 Prozent aktive Fonds und alternativen Kapitalanlagen wie Darlehen für Startups und Privatkredite in die Portfolios.

Hinweis: Fast alle Robo-Advisor im Test investieren ausschließlich in die passiven Fonds (Indexfonds). Dadurch gewinnt oder verliert man bestenfalls so viel wie der Markt, der durch den Index widergespiegelt wird. Die meisten Indexfonds sind ETFs, welche nur Börsenbarometer wie den DAX oder DowJones abbilden.

Bei JustETF und dem Schweizer Robo-Advisor Whitebox kommen neben ETFs auch börsengehandelte Rohstoffe, sogenannte „Exchange Traded Commodities“ (ETCs), zum Einsatz. Der Unterschied zu einem ETF ist, dass ein ETC-Produkt auch die Wertentwicklung eines einzelnen Rohstoffes abbilden können, beispielsweise die eines Edelmetalls oder auch von Lebendvieh. Das Vermögen der Anleger ist im Falle einer Insolvenz des ETC-Emittenten nicht sicher. Bei manchen Arten von ETCs kommen noch Kosten für die Lagerung der Rohstoffe hinzu.

Vaamo und Quirion verwenden passive Fonds des amerikanischen Konzerns Dimensional Fund Advisors (DFA), die in spezielle Marktsegmente investieren. Wie bei Ginmon liegt hierbei der Fokus auf vielen kleinen unterschätzten Unternehmen. DFA-Fonds gelten als etwas teurer als ETFs.

5.2. Aktien vs. Anleihen

Die Portfoliobestandteile können in Aktien und Anleihen unterteilt werden – je nach Sicherheitsbedürfnis der Anleger. Vor allem Staats- und Unternehmensanleihen sind solider als Aktien. Ihr Wert setzt sich aus einem festen Zins und dem Anleihepreis zusammen.

Gründer von Scalable Capital: Erik Podzuweit

Gründer von Scalable Capital: Erik Podzuweit

„Wenn man historische Daten betrachtet, lag der Renditeunterschied zwischen einem Portfolio mit niedrigem Risiko und einem mit hohem bei etwa fünf bis sechs Prozentpunkten pro Jahr“, sagt Erik Podzuweit, Gründer von Scalable Capital. Bei einer Anlage mit durchschnittlichem Risiko betrug die historische Rendite etwa 6 % pro Jahr; das könne sich in Zukunft natürlich auch ändern. Scalable teilt seine Kunden nach dem „Value-at-Risk“ Maß in 23 Anlagestrategien ein: Liegt der Value-at-Risk zum Beispiel bei 15 %, möchte der Kunde mit einer 95%igen Sicherheit, dass seine Anlage in einem Jahr nicht mehr als 15 % an Wert verliert.

Vaamo differenziert nur zwischen geringem Risiko mit 40 % Aktienanteil und 60 % Anleihen, durchschnittlichem Risiko mit einer umgekehrten Gewichtung und höherem Risiko mit 80 % Aktien. Wobei generell auch bei Anleihen durch die Auswahl der einzelnen Anlageklassen auf unterschiedliche Rendite-Risiko-Verhältnisse geachtet wird.

Tipp: Festgeldkonten können lukrativer sein als festverzinsliche Wertpapiere. Einige Banken innerhalb der EU bieten schon für ein Jahr Laufzeit Konten mit durchschnittlich 1,3 % Verzinsung. Dagegen liegen die Zinsen für skandinavische oder niederländische Staatsanleihen aktuell bei maximal 0,1 %. Sparer, die ihre Kapitalanlage möglichst risikolos wollen, sollten sich lieber für ein Festgeldkonto entscheiden statt für ein Depot mit sehr hohem Anleihen-Anteil. Hier erfahren Sie, welche Banken im Ausland gerade die besten Aussichten für deutsche Anleger bieten.

Auch Immobilien- und Rohstofffonds sowie liquide Mittel können Bestandteile der Anlagen sein. Ginmon und Vaamo verzichten bewusst auf Rohstoffe für die Depots, da es wahrscheinlich einen Zusammenhang zwischen dem Rohstoffhandel an den Kapitalmärkten und der Verteuerung von Grundnahrungsmitteln in armen Ländern gibt. Außerdem können Rohstoffe ähnlich wie Währungen keine intrinsische Wertsteigerung bieten. Das bedeutet, ihr Preis hängt nur von den Marktgegebenheiten ab und nicht von objektiven Bewertungsmaßstäben.

5.3. Bestandteile der Portfolios können sich ändern

Durch unterschiedliche Entwicklungen der einzelnen Wertpapiere verändert sich die Relation der einzelnen Anlagenklassen im Zeitverlauf. Damit das Portfolio letztlich wieder zur Anlagestrategie passt, werden hoch bewertete Titel zum Teil verkauft und niedrig bewertete zugekauft – Rebalancing nennt sich der Vorgang.

Die Roboter führen oft einmal im Jahr eine Portfolioumschichtung durch oder bei Bedarf. Bei Fintego etwa erfolgt das Rebalancing dann, wenn der Anteil einer Anlageklasse um 15 % vom geplanten Zustand abweicht. Quirion macht zusätzliche Rebalancings ab 10%iger Abweichung.

Da die digitalen Vermögensverwalter mit der Lizenz der BaFin mehr Zugriffsrechte auf die Depots haben, können sie theoretisch intensiveres Risikomanagement betreiben. Scalable Capital passt einmal die Woche die Strukturen an. Ändern etwa bestimmte Anleihen ihr Risikopotenzial, wird die Gewichtung der einzelnen Anlageklassen bewusst geändert.

6. Einsparungen dank Online-Vermögensverwaltung

Die Gesamtkosten setzten sich aus den internen Kosten der Fonds und einer Art Rund-um-Gebühr für Depotführung, Transaktionen, Überwachung und Rebalancing zusammen. Sie sind manchmal für kleinere Beträge prozentual höher. Nur bei Cashboard ist die Depotführung kostenlos, da dessen Geschäftsmodell unter anderem auf Provisionen basiert. Ein größeres Anlagevolumen führt bei Vaamo und Fintego zu relativ gesehen niedrigeren Verwaltungsgebühren.

Fondskosten hängen in der Regel von der Renditeerwartung ab. Die Spanne ist an sich gering. Bei Cashboard ist es jedoch wegen des Einbezugs aktiverer Anlageformen ratsam, diese Unterschiede zu berücksichtigen. Hier betragen die Portfoliokosten zwischen 0,32 % und 0,9 %. Prozentuale Kosten werden immer pro Jahr (p. a. = per annum) und in Bezug auf das Anlagevolumen angegeben.

Beispielkosten für eine Anlage mit ETFs:

Online-Broker (flatex) Robo-Advisor (Scalable Capital) Auftrag an Hausbank zum Börsenkauf (Sparkasse Köln)
Depotführung  /  0,75 % (inkl. Service) 9,13 €
ETF-Kosten 0,05 % – 0,95 % circa 0,25 % 0,05 % – 0,95 %
typische Kosten pro Order – Auftrag: 5 €
– Börsengebühr: ab  5,80 €
/ – Auftrag: 1 % (mind. 25 €)
– Courtage: 0,006 % – 0,08 %
– Spread: 0,2 % – 1,5 %

Die Gesamtkosten liegen bei allen Robo-Advisor im Test unter 1,5 Prozent pro Jahr. Je geringer die Renditen sind, desto stärker fallen die Gebühren ins Gewicht. Wir raten daher dazu, bei Anlageentscheidungen dem Faktor Kosten eine gewisse Bedeutung beizumessen. Auf Grund der extrem niedrigen Zinsen auf europäische Staatsanleihen sollten man nicht einfach hohe Renditen voraussetzen, auch wenn der Anbieter des Robo-Advisors auf gute Kapitalerträge hinweisen. Bei kleineren Anlagebeträgen kann es sich auch lohnen, nach Anbietern mit Prämien zu suchen.

Zu den Standardkosten kommen bei Ginmon und Cashboard noch eine Gewinnbeteiligung von 10 Prozent nach dem High Water Mark Prinzip hinzu: Die Beteiligung darf erst abgezogen werden, wenn das Depot nach Verlusten wieder den alten Höchststand erreicht hat.

high water mark robo advisor test

7. Ist online Geld anlegen sicher?

Bei keinem Robo-Advisor aus Deutschland muss man sich Sorgen um die Sicherheit der Geldanlage machen. Die jeweiligen Partnerbanken führen die Depots. Bei den Robo-Advisor im Test sind das die Comdirect-Tochter European Bank for Financial Services GmbH (ebase), die Investmentbank Baaderbank, die FIL Fondsbank, die DAB Direktbank sowie die auf Honorarberatung ausgerichtete quirin bank.

Diese Geldinstitute werden von der BaFin beaufsichtigt und unterliegen der gesetzlichen Einlagensicherung. Sie umfasst Anlagen von bis zu 100.000 Euro in der europäischen und in der amerikanischen Währung.

Bisher konnten bei Schwierigkeiten der genannten Banken alle Kunden komplett entschädigt werden. Auch bei Insolvenz eines Robo-Advisors in Deutschland sind die Vermögen der Kunden geschützt. Die Depots werden bei den Banken nämlich als sogenanntes „Sondervermögen“ gehalten.

Tipp: Die Sicherheit des Anlagewerts hängt natürlich stark von der gewählten Strategie ab. Risikofreudige Anleger sollten lieber auf die Angebote der Robo-Advisor mit hohem Aktienanteil setzen statt mit CFDs oder Optionen auf anderen Plattformen zu handeln. Das sind nämlich gern angepriesene und hochspekulative Derivate, bei denen sich das Totalverlustrisiko je nach Produkt mit einer Nachschusspflicht über den Einsatz hinaus erhöht.

8. Die Robo-Advisor im Vergleich punkten mit Service

Alle automatisierten Anlageberater und Vermögensverwalter bieten eine Telefonhotline an, die ungefähr zwischen 9 und 19 Uhr erreichbar ist. Unseren eigenen Tests nach kommt man bei allen per Telefon sehr zügig zu einem Service-Mitarbeiter. Fast alle ermöglichen zudem Hilfen über einen Chat-Support.

Quirion ermöglicht als einziger Anbieter Honorarberatung. Das „Comfort-Paket“ kostet ein Verwaltungsentgelt von 0,88 Prozent im Jahr. Dafür erhält der Anleger einen persönlichen Ansprechpartner und einen „Depot-Strategie-Check“. Auch mit dem Standardpaket kann man persönliche Beratung in Anspruch nehmen – zu einem Honorarsatz von 150 Euro die Stunde.

9. Nachholbedarf bei Transparenz

Die automatisierten Finanzdienstleister könnten ihre Angebote durchsichtiger gestalten.

Zwar geben alle Anbieter die Verwaltungsgebühren ihrer Dienstleistung an, nicht immer aber die der Fonds. Gerade Unerfahrene können Fondskosten nur sehr schlecht einschätzen. Bei Quirion, Vaamo und Fintego kann man sie durch Nachfrage bei der Service-Hotline herausfinden, was natürlich weniger umständlich sein könnte. Bei Cashboard wird eine Kostenspanne des gesamten Bestands an Wertpapieren angegeben. Die durchschnittlichen Fondskosten für Anlagen mit hohem Risiko liegen aber ein bisschen über dem angegebenen Intervall.

Positiv fallen hier dagegen Scalable Capital und Ginmon auf, die auf ihrer Website die gesamten Aufwendungen der Kunden klar darstellen.

Ökotest kritisiert, dass manche Anbieter die Aufteilung der Gesamtportfolios nicht sehr detailliert anzeigen zum Zeitpunkt der Kontoeröffnung. Außerdem tadeln sie Robo-Advisor vom Typ „Anlageberater“ für ihre Hinweise, sie wären gar keine Anlageberater und seien daher von jeglicher Haftung ausgeschlossen. Dabei handelt es sich gemäß der BaFin sehr wohl um Anlageberatung, wenn man einen ganz konkreten Vorschlag macht und dem Kunden erläutert, dieser sei für ihn geeignet.

10. Erster Echtgeldtest zur Performance

Die Performance von Portfolios mit ETFs hängt stark von der allgemeinen Marktsituation ab, wie ein Echtgeldtest des Portals Brokervergleich.de zeigt. Als zwischen Mai 2015 und März 2016 der DAX über 10 Prozent an Wert verlor, entwickelten sich auch die Werte der digital erstellten Geldanlagen negativ.

Wertentwicklung der ausgewogenen Portfolios im Zeitverlauf:

Anbieter Scalable Capital Ginmon Quirion Vaamo Fintego Cashboard
Mai 2015 – April 2016  /  / – 3,6 % – 5,1 % – 4,2 % + 0,1 %
Mai 2016 – Juni 2016 + 3,6 % + 2,2 % + 0,3 % + 1,7 % + 1,6 % + 2,4 %
Quelle: BrokerVergleich.de

Lediglich die Anlage von Cashboard steigerte ihren Wert während der zwölf Monate langen Performancemessung geringfügig, womöglich, weil Cashboard neben Indexfonds auch aktive Fonds vermittelt. Fondsmanager können nämlich mit manuellen Verkäufen allgemein schlechten Marktentwicklungen vorgreifen.

In der darauffolgenden Messung von 60 Tagen gewannen die Anlagen wieder an Wert. Bester Robo-Advisor war in diesem sehr kurzen Performance-Vergleich Scalable Capital, der bei dem ersten Test noch nicht berücksichtigt wurde. Laut den Robo Advice-Anbietern sollen die Anlagen mit eher langfristig orientierten Zielen verbunden sein. Auch ein Jahr ist deshalb noch kein ausreichender Zeitraum zur Bewertung der Performance.

Immerhin haben die Online-Vermögensverwalter mit dem Brexit ihre erste große Bewährungsprobe bestanden: Welt am Sonntag befragte die Unternehmen zu den Wertschwankungen der ausgewogenen Anlagen zwischen dem 24. Juni und 1. Juli 2016. Es zeigte sich, dass alle Verluste in dieser Zeit auch wieder ausgeglichen worden sind.

11. Fazit

Die Geldanlagen von Scalable Capital werden kontinuierlich angepasst, um bei dem gewünschten „Value-at-Risk“ zu bleiben. So bekommen die Kunden so gut wie es geht die Sicherheit und die Renditechancen, die sie während der Kontoeröffnung auch angestrebt haben. Insgesamt konnte dieses Fintech-Unternehmen am meisten überzeugen. Der Testsieger der Robo-Advisor hat einen sehr kleinen Vorsprung, da andere Marken wiederum mit einer deutlich niedrigeren Mindesteinlage oder geringeren Gebühren punkten.

Wir konnten alle Robo-Advisor im Vergleich mindestens mit gut bewerten, da Gesamtkosten, Service-Angebote und vor allem die Sicherheit der Anlage-Depots die automatisierten Finanzdienstleister attraktiv machen.

Im Jahr 2016 sind Robo-Advisor noch ein Nischenprodukt. Für Menschen ohne Erfahrungen am Kapitalmarkt oder Anleger, die nicht regelmäßig Zeit mit Geldgeschäften verbringen wollen, ist die digitale Vermögensverwaltung jetzt schon der beste Weg zur Geldanlage. Anleger mit etwas mehr Zeit und einer Affinität zu Finanzen können mit Beratungstools und Online-Brokern aber Verwaltungskosten einsparen.

Eine persönliche Anlagenberatung können wir in keinem der Fälle empfehlen. Die Vorschläge von Filialbanken hängen oft von Provisionen ab und stellen somit keine unabhängige Vermögensberatung dar. Honorarberatung bietet hier einen Mehrwert, allerdings kostet sie oft 150 Euro die Stunde oder mehr. Die Beratungskosten können auch nicht von der Steuer auf Kapitalerträge abgesetzt werden.

Robo-Adviser Vergleich

Kommentare (1)
  1. Christian K sagt:

    White-Box fehlt noch – wäre interessant deren (in meinen Augen gutes) Angebot im Vergleich zu sehen.

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