Robo-Advisor Test 2017

Die 7 besten Online-Vermögensverwalter im Vergleich.

Scalable Capital Scalable Capital
Whitebox Whitebox
Ginmon Ginmon
Vaamo Vaamo
quirion quirion
fintego fintego
Growney Growney
Abbildung VergleichssiegerScalable Capital Whitebox Ginmon Vaamo quirion fintego Growney
Anbieter Scalable Capital Whitebox Ginmon Vaamo quirion fintego Growney
Vergleichsergebnis Hinweise zum Test- und Vergleichsverfahren
Vergleich.org
Bewertung1,2sehr gut
04/2017
Vergleich.org
Bewertung1,3sehr gut
06/2017
Vergleich.org
Bewertung1,4sehr gut
06/2017
Vergleich.org
Bewertung1,5gut
06/2017
Vergleich.org
Bewertung1,6gut
02/2017
Vergleich.org
Bewertung1,7gut
05/2017
Vergleich.org
Bewertung1,8gut
06/2017
Typ Ver­mö­gens­ver­walter
aktives Risi­ko­ma­na­ge­ment
Ver­mö­gens­ver­walter
aktives Risi­ko­ma­na­ge­ment
Anla­ge­be­rater Ver­mö­gens­ver­walter Ver­mö­gens­ver­walter Ver­mö­gens­ver­walter Anla­ge­be­rater
Lizenz der BaFinDurch die Lizenz der Bundesanstalt für Finanzaufsicht kann auch ohne Erlaubnis der Kunden nach Eröffnung in das Depot eingegriffen werden.
So kann z.B. der Aktienanteil geändert werden, damit die Portfoliobestandteile im Einklang mit der gewünschten Strategie bleiben.
Ja Ja Ja Ja Ja Ja Nein
PortfolioangebotDie Anzahl der Strategien entspricht der Anzahl der Risikostufen.
ETFs: zeichnen die Wertentwicklung eines Börsenindex nach
ETCs: zeichnen die Wertentwicklung einer Rohstoffklasse nach
DFA-Fonds: zeichnen die Wertentwicklung von unterschiedlichen Marktsegmenten nach und werden von dem amerikanischen DFA-Konzern herausgegeben
aktive Fonds: ein Fondmanager kauft und verkauft Wertpapiere an Hand seiner Erwartungen an den Markt
  • 23 Stra­te­gien
  • ETFs
  • Tagesgeld
  • 10 Stra­te­gien
  • ETFs
  • ETCs
  • 10 Stra­te­gien
  • ETFs
  • DFA-Fonds
  • 15 Stra­te­gien
  • DFA-Fonds
  • ETFs
  • 11 Stra­te­gien
  • ETFs
  • DFA-Fonds
  • 5 Stra­te­gien
  • ETFs
  • 5 Stra­te­gien
  • ETFs
GrundgebührDie jährliche Grundgebühr ist von dem durchschnittlichen Anlagewert abhängig.
Bei Fintego zahlt man ein Verwaltungsentgelt von 0.95 % im Jahr für einen durchschnittlichen Anlagewert von unter 10.000 €, bis zu 50.000 € 0,75 % und für höhere Beträge 0,45 %.
0,75 % 0,35 % - 0,95 %Bei einem Anla­ge­vo­lumen von unter 30.000 € beträgt die Gebühr 0,95 %. Bis knapp unter 50.000 € beläuft sie sich auf 0,85 %. Die nie­d­rigste Gebühr wird bei Anlagen ab 500.000 € erreicht. 0,39 % 0,79 % 0,48 % 0,45 % - 0,95 % 0,39 - 0,99 % 0,99 % bei Anlage unter 10.000 €, 0,39 % bei Anlage ab 50.000 €
Fondskosten p.a.Die internen Kosten der Fonds werden auch als Total Expense Ratio (TER) bezeichnet.
Bei Anlagen mit niedrigem Risiko liegen sie unter dem Durchschnitt.
Ø 0,25 % Ø 0,22 %
+ ca. 0,02 % p.a. für Spread
Ø 0,37 % Ø 0,3 % Ø 0,28 - 0,49 %
je nach Stra­te­gie­wahl
Ø 0,25 % ø 0,22 %
maximal 0,28 %
durchschnittliche Kosten bei einem Anlagevolumen von 10.000 € p.a.= Grundgebühr + interne Verwaltungskosten der Fonds 100 € 119 € 76 € 109 € 87 € 100 € 91 €
unregelmäßige Abzüge keine / 10 % Gewinn­be­tei­li­gung 0,15 % Trans­ak­ti­ons­kosten
bei Ein­rich­tung, Been­di­gung u. ggf. bei Anpas­sungen
keine keine maximal 0,18 % Trans­ak­ti­ons­kosten
bei Ein­rich­tung, Been­di­gung u. ggf. bei Anpas­sungen
Mindesteinlage 10.000 € 5.000 € 1000 € bei einer Spar­rate von 50 € monat­lich, sonst 5000 € 10 € 10.000 € 2500 € keine
Sparplan abDie Anbieter ermöglichen Sparpläne mit monatlicher Einzahlung. Bei quirion sind auch die Zahlungen auch quartalsweise möglich. 50 € 5 € 50 € 10 € 100 € 50 € keine Min­de­st­rate
Sparplan auch ohne Einmalanlage Nein Nein Nein Ja Nein Ja Ja
Telefon-Support Ja Nein Ja Ja Ja Ja Ja
Chat-Support Ja Nein Ja Ja Ja Ja Ja
Partnerbank Baader Bank biw Bank Con­sors­bank FFB Bank Quirin Bank ebase Sutor Bank
Vor- und Nachteile
  • gute Wert­ent­wick­lung im Echt­geld­test
  • wöchent­liche Anpas­sung der Anlage an die erwünschte Risi­ko­stufe
  • Anlage ab 10.000 €
  • aktives Risi­ko­ma­na­ge­ment
  • beste Wert­ent­wick­lung im Echt­geld-Test
  • hohe Gebühren bis 30.000 €
  • sehr gute Wert­ent­wick­lung im Echt­geld-Test
  • Ver­zicht auf Roh­stof­fonds aus öko­no­mi­schen und ethi­schen Gründen
  • güns­tige Ver­wal­tung
  • aus­führ­liche Befra­gung
  • Ver­zicht auf Roh­stof­fonds aus öko­no­mi­schen und ethi­schen Gründen
  • sehr gute Wert­ent­wick­lung im Echt­geld­test
  • hohe Gebühr
  • relativ güns­tige Gebühren
  • für 0,88 % p.a. auch per­sön­liche Bera­tung
  • Anlage ab 10.000 €
  • relativ günstig bei großen Beträgen
  • detail­lierte Infor­ma­tionen zu der Auf­tei­lung des Port­fo­lios
  • eher wenige Risi­ko­st­ufen zur Aus­wahl
  • fle­xible Anpas­sung des Spar­plans mög­lich
  • Keine Min­de­stein­lage
  • noch keine Per­for­mance-Bewer­tung mög­lich
  • unter 10.000 € relativ teuer
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Robo Advice stellt die klassische Anlageberatung auf den Kopf

Das Wichtigste in Kürze
  • Robo-Advisor bringen Sie schnell und einfach zu einer diversifizierten Geldanlage, die auf Ihre Vermögenspläne und Risikobereitschaft abgestimmt ist.
  • Die Gesamtkosten für Service und Fonds sind deutlich geringer als bei Filialbanken.
  • Fast alle Fonds der Robo-Advisors benötigen kein aktives Management und sind unabhängig von Provisionen.

robo advisors
Ein langanhaltender Trend verändert das Geldgeschäft: Statt sich über Fondsmanager das Wertpapierportfolio laufend optimieren zu lassen, investieren immer mehr Menschen lieber auf passive Weise mit Exchange-traded funds (ETFs). Das sind Fonds, die lediglich einen Börsenindex nachbilden. Langfristig erzielen ETFs keine schlechteren Ergebnisse als aktive Fonds und sind weniger verwaltungsaufwendig.

Der Kostenvorteil für die Anleger geht zu Lasten der Banker, die für ein ETF keine Ausgabeaufschläge erhalten. Filialbank-Kunden werden daher selten Indexfonds empfohlen. Einfacher ist es, sich über Robo-Advisor, auch Robo Advice genannt, das Anlageportfolio online erstellen zu lassen.

1. Definition von Robo-Advisor

Gemeint ist damit automatisierte Finanzberatung, die ihren Kunden hilft, eine geeignete Anlagestrategie zu finden und für sie digitales Portfoliomanagement betreibt. Für die Depotführung ist dann eine der Partnerbanken zuständig.

Die individuelle Empfehlung für die Geldanlage stammt von keiner Person, sondern wird nach einem bestimmten Algorithmus (Roboter) herausgegeben. So wollen die Robo Advice-Anbieter eine unabhängige Anlageberatung anbieten, frei von Emotionen.

2. Wer vertraut sein Vermögen den Robotern an?

Lars Reiner Ginmon Robo Advisor Test

Gründer von Ginmon: Lars Reiner

Die Robo-Advisor aus Deutschland dürften – gemessen an dem Vermögen der Bürger von 5 Billionen Euro – (noch) einen sehr kleinen Marktanteil haben.
„Früher oder später wird automatisierte Vermögensberatung genauso gang und gäbe sein wie Kleidung auf Amazon bestellen“, ist sich Ginmon-Geschäftsführer Lars Reiner sicher. Aber solche Entwicklungen würden anfangs langsam vorangehen, bis dann alles „Schlag auf Schlag geht“.

Quirion startete 2013 als erster Robo-Advisor in Deutschland seinen Service. Innerhalb der folgenden 18 Monate kamen schon zehn weitere digitale Anlageberater auf den Markt. Quirion verwaltet mittlerweile ein Anlagevolumen von circa 50 Millionen Euro. Scalable Capital zählt über 2.500 Kunden mit rund 150 Millionen Euro (Stand: Januar 2017). Laut eigenen Angaben von August letzten Jahres hat Ginmon hat eine Nutzerzahl im vierstelligen Bereich und JustETF 75.000 User.

3. Die drei Arten von Robo Advice-Anbietern

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Vermögensverwaltern, Anlageberatern und Beratungstools.

  • Vermögensverwalter besitzen eine Lizenz der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Das heißt, sie dürfen Bankgeschäfte betreiben.
    Dadurch können Sie auch ohne Erlaubnis der Kunden in das Portfolio eingreifen und zum Beispiel die Gewichtung einzelner Anlageklassen ändern.
    Die Lizenz der BaFin zu bekommen ist ein langwieriger Prozess. Unter anderem werden die Kapitalgrundlagen des Unternehmens sowie die persönliche und fachliche Eignung der Geschäftsführung geprüft.
  • Anlageberater haben gemäß § 34f der Gewerbeordnung eine Erlaubnis zur Finanzanlagenvermittlung. Sie werden jährlich von Wirtschaftsprüfern kontrolliert.
    Wie auch Vermögensverwalter bieten Anlageberater einen Rundumservice. Die automatisierten Anlageberater müssen keine Haftung für ihre Empfehlungen übernehmen. Eine Ausnahme besteht, wenn der Kunde beweisen kann, dass er eine persönliche Falschberatung erhalten hat.
    Die Anlageberater können eingeschränkt in bestehende Depotkonten eingreifen.
  • Beratungstools stellen lediglich eine Unterstützung dar, um sich das Portfolio zusammenzustellen oder auf vorgefertigte Portfolios zurückzugreifen. Dann kümmert man sich aber selbstständig um die Depotführung, zum Beispiel bei einem Online-Broker. Die Tools ermöglichen auch eine Änderung der Anlageziele.

Von den Beratungstools empfehlen wir JustETF, da dieses Programm eine besonders gute Befragung zu den Anlagewünschen der Kunden bietet und die Anlagestrategien transparent dargelegt werden. Zudem kann der Anbieter des Wertpapierdepots frei gewählt werden.

Die kostenlosen Leistungen von JustETF umfassen Musterportfolios, den Angebots-Finder, digitale Auswertungen der Geldanlage sowie ein persönliches Portfolio inklusive. Für knapp 120 Euro im Jahr kann man einige weitere Funktionen nutzen wie die Überwachung der Depotzusammensetzung, Hilfen zu deren Anpassungen und vier weitere Portfolios.

Wie Sie mit diesem Tool einen Sparplan anlegen und welche Depotanbieter dafür am besten geeignet sind, verrät Ihnen unser Test der ETF-Sparpläne.

Diese Anbieter offerieren eine kostenlose Beratungssoftware:

robo advisors vergleich

JustETF setzt – wie der Name schon sagt – ausschließlich auf passive Fonds. Mit anderen Tools wie dem AnlageFinder von maxblue, dem Broker der Deutschen Bank oder dem AnlageAssistenten von Comdirect, der Direktbanktochter der Commerzbank, können Sie auch aktive Fonds ins Portfolio mischen.

4. Der Weg zur individuellen Anlagestrategie

Wer mit Hilfe von Robo Advice online Geld anlegen will, beantwortet zunächst einen Fragebogen gemäß dem Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG). Die Fragen zielen darauf ab, Vermögenspläne, Risikobereitschaft, finanzielle Situation sowie die Erfahrungen des Kunden mit Wertpapiergeschäften und den verschiedenen Anlageformen zu erfassen. Die Anbieter der Online-Anlageberatung möchten noch weitere Informationen, unter anderem fragen sie nach dem Anlagezeitraum sowie dem gewünschten Betrag. Qualitätsunterschiede bei der Anfangsbefragung sind klar zu erkennen.

Dann erscheint das vorgeschlagene Gesamtportfolio plus – mehr oder weniger detailliert – dessen Aufteilung. Bei manchen Robo Advice-Anbietern wie Fintego oder Scalable ist es hier noch möglich, eine niedrigere Risikostufe zu wählen. Nach einer Registrierung erfolgt die Identitätsprüfung per Videoident-Verfahren oder per Postident-Verfahren.

Robo-Advisor Test

5. Wie setzen sich die Portfolios zusammen?

Die Robo-Advisor, auch Robo-Advicer genannt, versuchen sich von einzelnen Regionen, Branchen oder Unternehmen unabhängig zu machen. Das gelingt nur durch eine breite Streuung der Investitionen. Dabei richten sie sich oft nach wissenschaftlichen Konzepten, die wiederum auf Statistiken zu früheren Renditen zurückgreifen.

Ginmon etwa legt besonderen Wert auf kleine und unterbewertete Unternehmen, weil diese laut dem Beitrag zur Portfoliotheorie von Nobelpreisträger Eugene Fama langfristig die höchsten Renditen einbringen. JustETF bietet unter anderem den Arero Weltfonds von Prof. Martin Weber an. Der Dachfond soll durch eine genau vorgegeben Gewichtung von Aktien, Rohstoffen und festverzinslichen Wertpapieren das beste Ergebnis erzielen.

5.1.  Aktiv vs. passiv

Bei aktiven Fonds analysiert ein Fondsmanager kontinuierlich die Märkte. Je nach Lage und Zukunftserwartung passt er die Fonds an. Im Vergleich zu passiven Investments können aktive Fonds schneller reagieren und sind weniger sensibel für allgemeine Marktschwierigkeiten. Allerdings erfordert dieses Managen auch einen gewissen Aufwand. In unserem Robo-Advisor-Vergleich mischt nur Cashboard zu maximal 20 Prozent aktive Fonds und alternativen Kapitalanlagen wie Darlehen für Startups und Privatkredite in die Portfolios.

Hinweis: Fast alle Robo-Advisor im Vergleich investieren ausschließlich in die passiven Fonds (Indexfonds). Dadurch gewinnt oder verliert man bestenfalls so viel wie der Markt, der durch den Index widergespiegelt wird. Die meisten Indexfonds sind ETFs, also börsennotierte Fonds, welche beispielsweise den DAX oder DowJones abbilden.

Bei dem Schweizer Robo-Advisor Whitebox kommen neben ETFs auch börsengehandelte Rohstoffe, sogenannte Exchange Traded Commodities (ETCs), zum Einsatz. Der Unterschied zu einem ETF ist, dass ein ETC-Produkt auch die Wertentwicklung eines einzelnen Rohstoffes abbilden können, beispielsweise die eines Edelmetalls oder auch von Lebendvieh. Das Geld der Anleger ist im Falle einer Insolvenz des ETC-Emittenten nicht sicher. Bei manchen Arten von ETCs kommen noch Kosten für die Lagerung der Rohstoffe hinzu.

Vaamo, Ginmon und Quirion verwenden Fonds des amerikanischen Konzerns Dimensional Fund Advisors (DFA), die in spezielle Marktsegmente investieren. Hierbei liegt der Fokus auf vielen kleinen unterschätzten Unternehmen. DFA-Fonds gelten als etwas teurer als ETFs, da bis zu einem gewissen Grad aktives Management erforderlich ist.

5.2. Aktien vs. Anleihen

Die Portfoliobestandteile können hauptsächlich in Aktien und Anleihen unterteilt werden – je nach Sicherheitsbedürfnis der Anleger. Vor allem Staats- und Unternehmensanleihen sind solider als Aktien. Ihr Wert setzt sich aus einem festen Zins und dem Anleihepreis zusammen.

Gründer von Scalable Capital: Erik Podzuweit

Gründer von Scalable Capital: Erik Podzuweit

„Wenn man historische Daten betrachtet, lag der Renditeunterschied zwischen einem Portfolio mit niedrigem Risiko und einem mit hohem bei etwa fünf bis sechs Prozentpunkten pro Jahr“, sagt Erik Podzuweit, Gründer von Scalable Capital. Bei einer Anlage mit durchschnittlichem Risiko betrug die historische Rendite etwa 6 % pro Jahr; das könne sich in Zukunft natürlich auch ändern.

Die angebotenen Strategien bzw. Risikoklassen unterscheiden sich bei den meisten Robo-Advisor durch den Prozentsatz der Aktien und den der Anleihen. Ein durchschnittliches Risiko heißt oft 60 % Aktien und 40 % Anleihen, wobei auch bei Anleihen durch die Auswahl der einzelnen Anlageklassen auf unterschiedliche Rendite-Risiko-Verhältnisse geachtet wird.

Auch Immobilien- und Rohstofffonds sowie liquide Mittel wie Tagesgeld können Bestandteile der Anlagen sein. Ginmon und Vaamo verzichten bewusst auf Rohstoffe für die Depots, da es wahrscheinlich einen Zusammenhang zwischen dem Rohstoffhandel an den Kapitalmärkten und der Verteuerung von Grundnahrungsmitteln in armen Ländern gibt. Außerdem können Rohstoffe ähnlich wie Währungen keine intrinsische Wertsteigerung bieten. Das bedeutet, ihr Preis hängt nur von den Marktgegebenheiten ab und nicht von objektiven Bewertungsmaßstäben.

Tipp: Sparer, die ihre Geldanlage möglichst risikolos wollen, sollten sich lieber für ein Festgeldkonto entscheiden statt für ein Depot mit sehr hohem Anleihen-Anteil. Die Renditen für festverzinsliche Wertpapiere, etwa europäische Staatsanleihen, sind momentan sehr niedrig. Hier erfahren Sie, welche Festgeldanlagen gerade die besten Aussichten für Sparer bieten.

5.3. Bestandteile der Portfolios können sich ändern

Durch unterschiedliche Entwicklungen der einzelnen Wertpapiere verändert sich die Relation der einzelnen Anlagenklassen im Zeitverlauf. Damit das Portfolio letztlich wieder zur Anlagestrategie passt, werden hoch bewertete Titel zum Teil verkauft und niedrig bewertete zugekauft – Rebalancing nennt sich der Vorgang.

Die Roboter mit passivem Risikomanagement führen oft einmal im Jahr eine Portfolioumschichtung durch oder bei Bedarf. Bei Fintego etwa erfolgt das Rebalancing dann, wenn der Anteil einer Anlageklasse um 15 % vom geplanten Zustand abweicht. Quirion macht zusätzliche Rebalancings ab 10%iger Abweichung.

Da die digitalen Vermögensverwalter mit der Lizenz der BaFin mehr Zugriffsrechte auf die Depots haben, können sie aktives Risikomanagement betreiben, wie es Scalable Capital und Whitebox tun. Scalable teilt seine Kunden nach dem „Value at Risk“-Maß in 23 Anlagestrategien ein: Liegt der Value-at-Risk zum Beispiel bei 15 %, möchte der Kunde mit einer 95%igen Sicherheit, dass seine Anlage in einem Jahr nicht mehr als 15 % an Wert verliert.

Einmal die Woche passt Scalable Capital die Portfolios an den jeweils gewünschten Value at Risk an. Ändern etwa bestimmte Anleihen ihr Risikopotenzial, wird die Gewichtung der einzelnen Anlageklassen bewusst geändert.

Whitebox passt alle zwei Wochen die Strukturen an und arbeitet mit einer Erweiterung des Risikomaßes, dem sogennanten Conditional Value at Risk. Außerdem geht Whitebox nicht wie Scalable prozyklisch, sondern antizyklisch vor. Was ist nun die bessere Strategie? Daran scheiden sich die Geister.

6. Einsparungen dank Online-Vermögensverwaltung

Die Gesamtkosten setzten sich aus den internen Kosten der Fonds und einer Art Rund-um-Gebühr für das Depot, Transaktionen, Überwachung und Rebalancing zusammen. Sie sind manchmal für kleinere Beträge prozentual höher. Nur bei Cashboard ist die Depotführung kostenlos, da dessen Geschäftsmodell unter anderem auf Provisionen basiert. Ein größeres Anlagevolumen führt bei Vaamo und Fintego zu relativ gesehen niedrigeren Verwaltungsgebühren.

Fondskosten hängen in der Regel von der Renditeerwartung ab. Die Spanne ist an sich gering. Bei Cashboard ist es jedoch wegen des Einbezugs aktiverer Anlageformen ratsam, diese Unterschiede zu berücksichtigen. Hier betragen die Portfoliokosten zwischen 0,32 % und 0,9 %. Prozentuale Fondskosten werden immer pro Jahr (p. a. = per annum) und in Bezug auf das Anlagevolumen angegeben.

Beispielkosten für eine Anlage mit ETFs:

Online-Broker (flatex) Robo-Advisor (Scalable Capital) Auftrag an Hausbank zum Börsenkauf (Sparkasse Köln)
Depotführung  /  0,75 % (inkl. Service) 9,13 €
ETF-Kosten 0,05 % – 0,95 % circa 0,25 % 0,05 % – 0,95 %
typische Kosten pro Order – Auftrag: 5 €
– Börsengebühr: ab  5,80 €
/ – Auftrag: 1 % (mind. 25 €)
– Courtage: 0,006 % – 0,08 %
– Spread: 0,2 % – 1,5 %

Die Gesamtkosten liegen bei allen Robo-Advisor im Vergleich unter 1,5 Prozent pro Jahr. Je geringer die Renditen sind, desto stärker fallen die Gebühren ins Gewicht. Wir raten daher dazu, bei Anlageentscheidungen dem Faktor Kosten eine gewisse Bedeutung beizumessen. Auf Grund der extrem niedrigen Zinsen auf europäische Staatsanleihen sollten man nicht einfach hohe Renditen voraussetzen, auch wenn der Anbieter des Robo-Advisors auf gute Kapitalerträge hinweisen. Bei kleineren Anlagebeträgen kann es sich auch lohnen, nach Anbietern mit Prämien zu suchen.

Zu den Standardkosten kommen bei Ginmon und Cashboard noch eine Gewinnbeteiligung von 10 Prozent nach dem High-Water-Mark-Prinzip hinzu: Die Beteiligung darf erst abgezogen werden, wenn das Depot nach Verlusten wieder den alten Höchststand erreicht hat.

high water mark robo advisor test

7. Ist online Geld anlegen sicher?

Bei keinem Robo-Advisor aus Deutschland muss man sich Sorgen um die Sicherheit der Geldanlage machen. Die jeweiligen Partnerbanken führen die Depots. Bei den Robo-Advisor im Vergleich sind das die Comdirect-Tochter European Bank for Financial Services GmbH (ebase), die Investmentbank Baaderbank, die FIL Fondsbank, die DAB Direktbank sowie die auf Honorarberatung ausgerichtete quirin bank.

Diese Geldinstitute werden von der BaFin beaufsichtigt und unterliegen der gesetzlichen Einlagensicherung. Sie umfasst Anlagen von bis zu 100.000 Euro in der europäischen und in der amerikanischen Währung.

Bisher konnten bei Schwierigkeiten der genannten Banken alle Kunden komplett entschädigt werden. Auch bei Insolvenz eines Robo-Advisors in Deutschland sind die Vermögen der Kunden geschützt. Die Depots werden bei den Banken nämlich als sogenanntes „Sondervermögen“ gehalten.

Tipp: Die Sicherheit des Anlagewerts hängt natürlich stark von der gewählten Strategie ab. Doch wer die Fondsanteile solange wie möglich hält, mindestens 10 Jahre, kann starke Kursschwankungen wieder ausgleichen. Daher sind auch die Anlagen der Robos mit sehr hohem Aktienanteil sicherer als Anlagen, die zum Totalverlust führen können. Dazu gehören Investitionen in Schwarmkredite oder der Optionshandel.

8. Die Robo-Advisor im Vergleich punkten mit Service

Abgesehen von Whitebox bieten alle digitalen Anlageberater und Vermögensverwalter im Vergleich eine Telefonhotline an, die ungefähr zwischen 9 und 19 Uhr erreichbar ist. Unseren eigenen Tests nach kommt man bei allen per Telefon sehr zügig zu einem Service-Mitarbeiter und auch über den Chat-Support wird einem gut weitergeholfen.

Quirion ermöglicht als einziger Anbieter Honorarberatung. Das „Comfort-Paket“ kostet ein Verwaltungsentgelt von 0,88 Prozent im Jahr. Dafür erhält der Anleger einen persönlichen Ansprechpartner und einen „Depot-Strategie-Check“. Auch mit dem Standardpaket kann man persönliche Beratung in Anspruch nehmen – zu einem Honorarsatz von 150 Euro die Stunde.

9. Verbesserungen bei der Transparenz

Zu Beginn unseres Robo-Advisor-Vergleichs bemängelten wir, dass manche Anbieter, u.a. Quirion und Vaamo, die laufenden Verwaltungsgebühren der Fonds angeben, die für die Portfolios verwendet werden. Zwar sind diese auch von den Online-Vermögensverwaltern unabhängig, doch gerade Unerfahrene können diese nur sehr schlecht einschätzen. Erst bei der jeweiligen Service-Hotline wurde uns geholfen. Cashboard gibt eine Kostenspanne für die internen Kosten der Geldanlagen an. Die durchschnittlichen Fondskosten für Anlagen mit hohem Risiko liegen aber ein bisschen über dem angegebenen Intervall.

Nun sind die Gesamtpreise insgesamt transparenter dargestellt (Stand: 01. 2017). Bei Fintego fehlen die Fondskosten noch in der Kostenaufzählung. Ungünstig finden wir auch, dass die Transaktionskosten von Vaamo nicht in der Servicegebühr enthalten sind, sondern separat ausgewiesen werden. Diese Gebühr von 0,15 Prozent des betreffenden Anlagevolumens fällt bei der Einrichtung und Beendigung der Geldanlage an sowie wenn im Rahmen des Rebalancing einzelne Bestandteile des Portfolios verkauft oder gekauft werden. Ohne Kenntnisse des Wertpapierhandels hat man wenig Vorstellung davon, wie viel das letztlich ist.

Ökotest kritisierte im Juni 2016, dass manche Anbieter die Aufteilung der Gesamtportfolios nicht detailliert genug anzeigen zum Zeitpunkt der Kontoeröffnung. Außerdem tadeln sie Robo-Advisor vom Typ „Anlageberater“ für ihre Hinweise, sie wären gar keine Anlageberater und seien daher von jeglicher Haftung ausgeschlossen. Dabei handelt es sich gemäß der BaFin sehr wohl um Anlageberatung, wenn man einen ganz konkreten Vorschlag macht und dem Kunden erläutert, dieser sei für ihn geeignet. Ginmon zeigt in seinem Risikohinweis immer noch solche verwirrende Formulierungen.

10. Erster Echtgeldtest zur Performance

Ein passiver Fonds bleibt passiv, auch wenn die Kurse fallen. Der Echtgeldtest des Portals Brokervergleich.de zeigt die Auswirkungen einer schlechten Marktsituation auf die Performance der Portfolios mit ETFs: Zwischen Mai 2015 und April 2016 entwickelten sich die Werte der digital erstellten Geldanlagen negativ. Die Anlage von Vaamo bspw. ging gut 5 % ins Minus, bei dem Robo-Advisor der Sutorbank waren es sogar – 7,2 %.

Lediglich die Anlage von Cashboard steigerte ihren Wert während der zwölf Monate langen Performancemessung um 0,1 %, womöglich, weil Cashboard neben Indexfonds auch aktive Fonds vermittelt. Gute Fondsmanager greifen schließlich mit manuellen Verkäufen allgemein schlechten Marktentwicklungen vor.

Seitdem gewannen die Anlagen wieder an Wert. Bester Robo-Advisor aus unserem Vergleich war bis Ende Februar 2017 Whitebox, dicht gefolgt von Vaamo.

Wertentwicklung der ausgewogenen Portfolios im Zeitverlauf:

Anbieter Scalable Capital Ginmon Quirion Vaamo Fintego Cashboard Whitebox
Januar 2016 – Dezember 2016 /  / + 6,8 % + 8,6 % + 6,8 % + 3 % /
Mai 2016 – Februar 2017 + 10,5 % + 11,5 % + 9,7 % 12,1 % + 8,8 % + 7,3 %  12,6 %
Quelle: BrokerVergleich.de

Einmalanlagen wie auch Sparpläne sind für langfristige Ziele gedacht. Ein oder zwei Jahre sind daher noch keine ausreichenden Zeiträume zur Bewertung einer Performance.

Mit dem Brexit bestanden die Online-Vermögensverwalter zumindest schon ihre erste Bewährungsprobe: Die Welt am Sonntag befragte die Unternehmen zu den Wertschwankungen der ausgewogenen Anlagen zwischen dem 24. Juni und 1. Juli 2016. Es zeigte sich, dass alle Verluste in dieser Zeit schnell wieder ausgeglichen worden sind.

11. Fazit

Die Geldanlagen bei Scalable Capital und Whitebox werden kontinuierlich angepasst, um bei dem gewünschten „Value-at-Risk“ zu bleiben. So bekommen die Kunden so gut wie es geht die Sicherheit und die Renditechancen, die sie während der Kontoeröffnung auch angestrebt haben. Insgesamt konnten diese Online-Vermögensverwalter am meisten überzeugen.

Der Vergleichssieger der Robo-Advisor, Scalable Capital, hat einen sehr kleinen Vorsprung zu Whitebox, da er günstiger ist und die Supportmöglichkeiten umfangreicher sind.

Andere Fintechs aus unserem Test punkten wiederum mit einer deutlich niedrigeren Mindesteinlage oder geringeren Gebühren. Wir konnten alle Robo-Advisor im Vergleich mindestens mit gut bewerten, da Gesamtkosten, Service-Angebote und vor allem die Sicherheit der Anlage-Depots die automatisierten Finanzdienstleister attraktiv machen.

2017 sind Robo-Advisor noch ein Nischenprodukt. Für Menschen ohne Erfahrungen am Kapitalmarkt oder Anleger, die nicht regelmäßig Zeit mit Geldgeschäften verbringen wollen, ist die digitale Vermögensverwaltung jetzt schon der beste Weg zur Geldanlage.

Anleger mit etwas mehr Zeit und einer Affinität zu Finanzen sparen aber die Servicegebühren, wenn Sie sich mit einem Beratungstool ein ETF-Portfolio zusammenstellen und es bei einem  Online-Brokern anlegen.

Eine persönliche Anlagenberatung können wir in keinem der Fälle empfehlen. Die Anlage-Vorschläge hängen oft von Provisionen ab und stellen somit keine unabhängige Vermögensberatung dar. Honorarberatung bietet hier einen Mehrwert, allerdings kostet sie oft 150 Euro die Stunde oder mehr. Die Beratungskosten können auch nicht von der Steuer auf Kapitalerträge abgesetzt werden.

Robo-Adviser Vergleich

Vergleichssieger
Scalable Capital
sehr gut (1,2) Scalable Capital 0 Bewertungen Zum Angebot
Kommentare (1)
  1. Christian K:

    White-Box fehlt noch – wäre interessant deren (in meinen Augen gutes) Angebot im Vergleich zu sehen.

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